Binabiburg

Binabiburg
Gemeinde Bodenkirchen
Koordinaten: 48° 26′ N, 12° 26′ OKoordinaten: 48° 26′ 21″ N, 12° 25′ 41″ O
Höhe: 458 m ü. NHN
Einwohner: 472 (25. Mai 1987)
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 84155
Vorwahl: 08745
Kirche St. Johann Baptist
Kirche St. Johann Baptist

Binabiburg ist ein Gemeindeteil (Pfarrdorf) und eine Gemarkung der Gemeinde Bodenkirchen im niederbayerischen Landkreis Landshut.

Geographie

Das Pfarrdorf liegt im Isar-Inn-Hügelland circa vier Kilometer nördlich von Bodenkirchen nahe der Bundesstraße 388 an der Bina. Der Ort ist über die Kreisstraße LA 1 zu erreichen.

Die Gemarkung Binabiburg (Gemarkungsnr. 09 6666) umfasst 9,819 km² und hat 756 Einwohner.

Geschichte

Die Gegend von Binabiburg wird erstmals in der Notitia Arnonis aus dem Jahr 788 als der Zusammenfluss von Rott und Bina genannt. In einer Urkunde des Klosters Niederalteich um ca. 790 wird „Bunninaha“ und in den Traditionen Augiensis des Klosters Au am Inn ein „Pinna“ genannt. In dem von Abt Urolf um 790 angefertigten „Breviarius Urolfi“, einem Urbar des Klosters Niederalteich, wird eine Barschalkensiedlung des Herzogs Tassilo zusammen mit zwei Hufen in loco „Bonninaha“ erwähnt.

Am 1. November 1011 wird „Punnaha“ in einer Königsurkunde des Kaisers Heinrich II. bei dessen Schenkung an das Bistum Bamberg genannt.

1125/36 tritt ein Wolfhard von Binabiburg (Wolfhardi de Punnaha) in einem Schenkungsbuch des Stiftes Berchtesgaden als Zeuge auf. 1221 erscheint ein Ulrich von Binabiburg (Ulricus de Bunnapiburk); dieser hatte sich vermutlich am Fünften Kreuzzug des Herzogs Ludwig der Kelheimer im Jahr 1221 beteiligt; er wird 1221 mit diesem Namen in den Traditionen des Moosburger Kollegiatstiftes Sankt Kastulus genannt. Es wird angenommen, dass diese Ortsadeligen in Binabiburg eine Befestigungsanlage, vermutlich eine Motte, errichteten, die Vorgängerin der „Veste zu Punachpiburg“ wurde, die 1474 als Besitz des adeligen Ludwig Puchbeckh genannt wurde.

Die erste Erwähnung der Pfarrei Binabiburg („Punaerbiburch“) datiert auf das Jahr 1261. Die älteste Bestandteile des heutigen Kirchenbaus sind gotisch und datieren auf das 13. oder 14. Jahrhundert.

Bei dem großen Brand am 1. Januar 1682 brannte mit dem Ort auch das Schloss des Hofmarksherrn Eisenreich mit Stadl und Inhalt nieder. Nach dem Stich von Michael Wening von 1726 war ein zweistöckiger quadratischer Walmdachbau der Nachfolgebau des abgebrannten Hofmarksschlosses.

1815 wird das Patrimonialgericht Binabiburg des Hofmarksherrn Graf von Taufkirchen genannt, die Patrimonialgemeinde Binabiburg entstand 1818. Das Lehen kam an die Grafen von Deroy und wurde von diesen 1834 an das Königreich Bayern| zurückgegeben. Das Schloss wurde um 1850 abgebrochen. Das Gebiet der Gemeinde Binabiburg umfasste folgende Orte:

Bei einem großen Dorfbrand am 7. Mai 1901 wurden neun Anwesen mit Nebengebäuden zerstört. Auch der Kirchturm samt den fünf Glocken aus dem Jahr 1863 brannte nieder. Noch im selben Jahr wurde der Turm wieder aufgebaut.

Im Zuge der Gebietsreform schlossen sich am 1. April 1971 die Gemeinden Aich, Binabiburg, Bodenkirchen und Bonbruck freiwillig zur Großgemeinde Bodenkirchen zusammen.

Bau- und Bodendenkmäler

Commons: Binabiburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Binabiburg. In: bavarikon.de. Abgerufen am 15. Mai 2026.
  2. ↑ Gemarkung Binabiburg (Bodenkirchen) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 15. Mai 2026.
  3. 1 2 Georg Schwarz: Vilsbiburg. Die Entstehung und Entwicklung der Herrschaftsformen im niederbayerischen Raum zwischen Isar und Rott. Hrsg.: Kommission für Bayerische Landesgeschichte (= Historischer Atlas von Bayern. Altbayern, Heft 37). München 1976, ISBN 3-7696-9898-3, S. 218–220, oben (Digitalisat [abgerufen am 25. September 2021]).
  4. 1 2 Kirchen aus dem Bistum: St. Johannes der Täufer in Binabiburg. Bistum Regensburg, 23. Januar 2025, abgerufen am 15. Mai 2026 (deutsch).
  5. ↑ Peter Käser (mit einem Beitrag von Silke Rieder): Beiträge zur Heimatgeschichte. Festchronik zum Jubiläumsjahr 1000 Jahre Binabiburg. 1011–2011. Binabiburg, 2011.
  6. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585.