| Bio-Rad Laboratories, Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| Gründung | 1952 |
| Sitz | Hercules, Kalifornien, Vereinigte Staaten |
| Leitung | Norman Schwartz (Chairman und CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 7700 (2024) |
| Umsatz | 2,57 Mrd. US-Dollar (2024) |
| Branche | Biotechnologie, Labortechnik, Medizintechnik |
| Website | www.bio-rad.com |
Die Bio-Rad Laboratories, Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das Geräte, Verbrauchsmaterialien und Reagenzien für die lebenswissenschaftliche Forschung und für die klinische Diagnostik entwickelt und herstellt. Das Unternehmen wurde 1952 in Berkeley in Kalifornien von dem Ehepaar David und Alice Schwartz gegründet, beide Absolventen der University of California, Berkeley. Der Sitz befindet sich heute in Hercules bei San Francisco. Die Aktien der Gesellschaft werden an der New York Stock Exchange gehandelt; sie ist im Aktienindex S&P MidCap 400 enthalten. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Bio-Rad einen Umsatz von rund 2,57 Milliarden US-Dollar mit etwa 7700 Beschäftigten.
1976 übernahm Bio-Rad die Environmental Chemical Specialties (ECS), einen Hersteller von Kontrollseren für die Humanmedizin.
1989 kaufte das Unternehmen den britischen Gerätebauer Vickers – ohne dessen Rüstungssparte, die an British Aerospace ging. Das Vorgängerunternehmen firmierte bis 1963 als Cooke, Troughton & Simms und war 1922 aus der Verbindung des 1837 in York von Thomas Cooke gegründeten Betriebs mit dem 1828 von Edward Troughton gegründeten Londoner Instrumentenbauer Troughton & Simms hervorgegangen.
Am 24. Oktober 2008 läutete Bio-Rad die Eröffnungsglocke der New Yorker Börse – an einem Handelstag, an dem zahlreiche Börsen weltweit Kursstürze von etwa zehn Prozent verzeichneten.
Im Januar 2013 erwarb Bio-Rad die Sparte AbD Serotec von der deutschen MorphoSys AG. Damit kamen mehr als 15.000 Antikörper, Kits und Zubehörteile zum Produktangebot hinzu.
2017 übernahm Bio-Rad die auf tröpfchenbasierte Systeme für die Polymerase-Kettenreaktion spezialisierte RainDance Technologies. Im März 2021 vereinbarte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Roche im Bereich der Qualitätskontrolle.
Das Unternehmen ist in zwei Segmenten tätig. Der Bereich Life Science liefert Geräte, Software, Verbrauchsmaterialien und Reagenzien für Zellbiologie, Genexpression, Proteinreinigung, Proteinquantifizierung, Arzneimittelentwicklung, Lebensmittelsicherheit und den naturwissenschaftlichen Unterricht. Der Bereich Clinical Diagnostics stellt Systeme für die Transfusionsmedizin, die Verlaufskontrolle bei Diabetes sowie für Untersuchungen auf Autoimmunerkrankungen und Infektionskrankheiten her.
Zwischen 2005 und 2010 zahlten Tochtergesellschaften von Bio-Rad Bestechungsgelder an Amtsträger in Russland, Vietnam und Thailand. Nach Feststellung der Securities and Exchange Commission verfügte das Unternehmen nicht über ausreichende interne Kontrollen, um Zahlungen von rund 7,5 Millionen US-Dollar zu verhindern oder aufzudecken. Sie waren in den Büchern als Provisionen, Werbe- und Schulungskosten verbucht worden. Bio-Rad erzielte daraus nach Schätzung der Behörde etwa 35 Millionen US-Dollar unrechtmäßigen Gewinn.
Das Unternehmen hatte die möglichen Verstöße im Mai 2010 selbst angezeigt. Am 3. November 2014 wurden die Verfahren mit einer Gesamtzahlung von 55 Millionen US-Dollar abgeschlossen: Das US-Justizministerium sah von einer Anklage ab und schloss eine Nichtverfolgungsvereinbarung über eine Strafzahlung von 14,35 Millionen US-Dollar; an die SEC waren 40,7 Mio. US-Dollar als Gewinnabschöpfung nebst Zinsen zu zahlen.
Sanford Wadler, 25 Jahre lang Chefjustiziar des Unternehmens, meldete 2013 dem Prüfungsausschuss den Verdacht auf Bestechung und auf unrichtige Buchführung. Bio-Rad kündigte ihm daraufhin. Ein Bundesgericht sprach ihm 2017 eine Entschädigung von 10,9 Millionen US-Dollar zu. Das Berufungsgericht des neunten Bezirks setzte den Betrag 2019 auf 7,96 Millionen US-Dollar herab und sprach zusätzlich 3,5 Millionen US-Dollar für Anwalts- und Verfahrenskosten zu.