Bogenhausen

Prinzregententheater
Friedensengel

Bogenhausen ist ein Stadtteil der bayerischen Landeshauptstadt München. Bogenhausen ist auch die Bezeichnung für den Münchner Stadtbezirk 13, zu dem außer dem namensgebenden Stadtteil Bogenhausen sieben weitere Stadtteile Münchens gehören. Bogenhausen gehört zu den Spitzenwohnlagen Münchens mit hohen Immobilienpreisen.

Koordinaten: 48° 9′ N, 11° 36′ O

Geschichte

Bogenhausen auf einer Karte von 1858

Im Jahr 768 wurde Bogenhausen unter der Bezeichnung „Pupinhusir“ erstmals erwähnt. Der Name bedeutet Haus/Häuser des Poapo/Poppo/Pubo.

Bogenhausen war lange Zeit Herrensitz mit mehreren Schlössern. Unter seinen Bewohnern war auch Graf Montgelas, unter dessen Ägide am 25. August 1805 im Fleischerschlösschen (heute Sitz des Bundesfinanzhofes) der geheime Bogenhausener Vertrag zwischen dem Kurfürstentum Bayern und Frankreich geschlossen wurde, womit das Königreich Bayern entstand.

Im Jahr 1818 wurde der Ort zur Gemeinde erhoben, zwei Jahre nachdem im heutigen Altbogenhausen die Königliche Sternwarte (seit 1938 Universitäts-Sternwarte München) errichtet worden war.

Unter Prinzregent Luitpold entstand am Ende der Prinzregentenstraße als Ausfallstraße zu dem ehemaligen selbständigen Grafensitz Bogenhausen, passend zur reichen Aristokratie des Ortes, eines der mondänsten Stadtviertel Münchens mit herrschaftlichen Villen und besonders prächtigen Bürgerhäusern nebst eigenem Theater (Prinzregententheater) am Prinzregentenplatz.

Am 1. Januar 1892 wurde Bogenhausen nach München eingemeindet.

Seit 1918 ist Bogenhausen Sitz des Reichsfinanzhofs, seit 1950 Sitz des Bundesfinanzhofes (einer der fünf obersten Gerichtshöfe der Bundesrepublik Deutschland) im Fleischerschlösschen.

Im Jahr 1957 wurde die Parkstadt Bogenhausen, Münchens erste Großwohnanlage, errichtet.


Kath. Pfarrkirche St. Georg, München-Bogenhausen

Historische Ortsteile der Gemeinde Bogenhausen

Bogenhausen als Glasfenstermotiv im Münchner Rathaus

Neue Quartiere im Gebiet der früheren Gemeinde Bogenhausen

Hypo-Haus an der Richard-Strauss-Straße

Arabellapark

Der Name des Wohngebietes ist abgeleitet von der Arabellastraße, benannt 1964 nach der Oper Arabella des Münchner Komponisten Richard Strauss. Am 5. Juli 1966 nennt der Kommunalausschuss des Stadtrats die Siedlung erstmals „Baugebiet Bogenhausen II, Arabella-Park“; seitdem ist Arabellapark amtliche Bezeichnung für den Stadtteil.

Die Arabellastraße war 1965 noch unbebaut, Baubeginn war 1966. Zuerst erfolgte der Bau verschiedener Hochhäuser mit sehr gehobener Nutzung, wie 1968/1969 das 75 m hohe Arabellahaus von Toby Schmidbauer, das ursprünglich Maisonette-Wohnungen, Hotelbetrieb, Ärztezentrum u. a. für Augenheilkunde beinhaltete.

Der Arabellapark heißt im Volksmund auch Richard-Strauss-Viertel, nach den nach ihm und seinen Opern benannten Straßen, wie Richard-Strauss-Straße, einem Teilabschnitt des Mittleren Rings, der den Arabellapark gegenüber Altbogenhausen abgrenzt, Elektrastraße, Daphnestraße, Rosenkavalierplatz, Ariadneweg, Salomeweg und Arabellastraße. Nach Zusammenschluss der Arabellahotel-Gruppe mit Sheraton ist der Hotelbetrieb im Sheraton-Hotel (Architekt: Edgar Frasch, 1969/1971) konzentriert.

In den 1980er Jahren erfolgte unter Leitung der Bayerischen Hausbau der Aufbau als Stadtteil konzipiert mit einer Mischstruktur aus Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit sowie Bedeutung als Hotel- und Kongresszentrum und Bürostandort. Beherrschendes Gebäude ist der HVB Tower (Hypo-Haus). Sitz haben auch verschiedene staatliche Institutionen wie das Bayerische Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz an der Elektrastraße oder die Außenstelle der Münchner Volkshochschule und die Stadtteilbibliothek der Münchner Stadtbibliothek am Rosenkavalierplatz.

2009 wurde das Arabellahotel zum Sheraton Arabellapark Hotel und das gegenüberliegende Sheraton Hotel zum Westin Grand Hotel.

Öffentlicher Verkehr: U-Bahn-Linie 4, Station Arabellapark; Straßenbahn-Linie 16; mehrere MVG-Buslinien.

Atriumsiedlung Bogenhausen

Das Wohngebiet, 1932 entstanden, liegt an der Delpstraße (früher Wasserburger Straße), nahe der Einmündung in die Denninger Straße. Die Häuser wurden 1932 nach dem Vorbild römischer Häuser gebaut: ebenerdig und treppenlos. Dabei stoßen zwei Trakte rechtwinklig aneinander, während die dritte und vierte Seite durch Gartenmauern das Grundstück zum Quadrat schließen. Wenige hundert Meter entfernt befinden sich an der Wehrlestraße die 1934 eingeweihte neue Katholische Pfarrkirche Heilig Blut sowie die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeitskirche.

Am Prielhof und Gartenstadt Bogenhausen-Priel

Nach Ende des Lehmabbaus entstanden auf dem Gebiet des historischen Priel ab 1934 zwei Siedlungen: Die Gartenstadt Bogenhausen-Priel, volkstümlich auch „Richard-Wagner-Viertel“ genannt, besteht hauptsächlich aus Einfamilien- und Doppelhäusern und liegt zwischen Oberföhringer- und Cosimastraße, sowie an der Wahnfriedallee und Lohengrinstraße. Den Ostteil nehmen das Klinikum Bogenhausen (auf dem Gelände der früheren Kleingartenanlage Karl-Freytag-Land oder Wotansgarten) sowie die 1946 errichtete große Kleingartenanlage Schlösselgarten e. V. mit öffentlichem Biergarten (auf dem Gelände einer von 1943 bis 1945 im Einsatz stehenden Flakanlage) ein. Im Westen der Kleingartenanlage liegt im Odinshain (mit dem Wotansdenkmal von Heinrich Natter) das wohl im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts errichtete Höchl-Schlössl, das nach dem Tod seines Besitzers, des Münchner Stadtmaurermeisters Joseph Höchl, von dessen Sohn, dem Architekturmaler Anton Höchl bewohnt wurde; der ausgedehnte Besitz von über 38 ha wurde von der Erbengemeinschaft im Jahr 1926 an die Stadt München veräußert, das Höchlschlößl wurde 1958 in Wohnungen aufgeteilt. Südwestlich davon, ab der Odinstraße und ebenfalls zu beiden Seiten der Effnerstraße, befindet sich die Einfamilienhaus-Siedlung „Am Prielhof“, die am Hochufer der Isar an den Herzogpark anschließt.

Herzogpark

Im Jahre 1805 ließ Graf Montgelas nördlich der Bogenhausener Brücke, zwischen der Isar und der Montgelasstraße zu seinem Schlösschen Stepperg durch den Gartenarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell einen Park anlegen. Diesen erwarb später Herzog Max in Bayern, nach dem der Park dann Herzogpark genannt wurde. Um 1900 konnte die herzogliche Familie den Park nicht mehr halten. Das Gelände kam an eine Terraingesellschaft, die es in Baugrund aufteilte und mit der Bebauung begann. Der Herzogpark liegt geografisch abgeschlossen, im Westen durch die Isar, im Osten durch das Isarhochufer. Begrenzt wird der Herzogpark durch die Montgelasstraße und die Oberföhringer Straße. Er wird durch die Mauerkircherstraße erschlossen. Über viele Jahre war die Zufahrt in den Herzogpark nur über die Mauerkircherstraße möglich. Am Kufsteiner Platz war die Einfahrt durch eine Schranke mit Schrankenwärter gesichert, der nur Anwohnern und ihren Gästen die Zufahrt gestattete. Das Schrankenwärterhäuschen ist heute ein Blumengeschäft. Die Prominenz sollte abgeschirmt werden.

So wohnte dort, nach dem Umzug aus dem Haus Mauerkircherstraße 13 in das Haus Poschingerstraße 1, Thomas Mann, mit seiner Frau und den Kindern Erika, Klaus, Golo und Monika, nach dem auch 1956 die dort gelegene Föhringer Allee in Thomas-Mann-Allee umbenannt worden ist. „Das ist kein Wald und kein Park, das ist ein Zaubergarten, nicht mehr und nicht weniger“ beschrieb er 1919 den Herzogpark in der Novelle Herr und Hund. Weitere Bewohner waren Erich Kästner, Bruno Frank, Wilhelm Conrad Röntgen, Rudolf Diesel, Friedrich Karl Flick sowie Georg und August Pschorr.

Seitdem gilt der Herzogpark als einer der vornehmsten Stadtteile Münchens, in welchem traditionsgemäß eher die kaufmännische und politische Elite lebt, im Gegensatz zu Grünwald, Heimstatt der kulturellen Oberschicht. Erst in den sechziger Jahren wurde die Mauerkircherstraße im Norden des Herzogparks mit der Oberföhringer Straße verbunden. Seitdem ist der Herzogpark keine „Sackgasse“ mehr.

Von 1919 bis 1929 war der Kufsteiner Platz mit seiner nahen Trambahnhaltestelle die südliche Endstation der ca. 19 km langen Moosbahn nach Finsing im Erdinger Moos. Sie diente im Wesentlichen dem Transport von Arbeitern zu den damaligen Baustellen des Mittlere-Isar-Kanals und des Ismaninger Speichersees.

Parkstadt Bogenhausen

Die Parkwohnanlage Bogenhausen entstand in den Jahren 1955/1956 (Grundsteinlegung am 11. November 1954, Fertigstellung am 31. Dezember 1956) als erste geschlossene Wohnanlage der Nachkriegszeit in Bayern. Der Name Parkstadt Bogenhausen wurde erstmals in einer Besprechung über Stadtbezirkseinteilung am 26. Mai 1964 genannt, beschlossen vom Stadtrat am 6. und 7. April 1965. Er verweist auf die parkartige Landschaft, in die die Häuser hineingestellt sind. Öffentlicher Verkehr: U4.

Bekannte Bewohner und mit Bogenhausen verbundene Personen (Architekten, Bildhauer, Künstler)

Bildung und Kultur

Monacensia

Grünflächen

Baudenkmäler

Listen der Baudenkmäler im Bezirk 13 Bogenhausen:

Politik

Literatur

Commons: Bogenhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch

Die 25 Stadtbezirke und Stadtbezirksteille in der Landeshauptstadt München nach Nummern und Darstellung der Lage in Stadtbezirksgrafik:

Einzelnachweise

  1. ↑ nordostkultur-muenchen.de: Montgelas
  2. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
  3. ↑ Eli Teicher: Erinnerungen aus einer jüdischen Kindheit im Nachkriegs-Bogenhausen | #MeinBogenhausen. In: MonMag – Blog der Monacensia. Monacensia im Hildebrandhaus (Stadtbibliothek München), 5. Februar 2025, abgerufen am 15. April 2025.
  4. ↑ Christian Höschler: Ausstellungsrezension zu: München Displaced. Heimatlos nach 1945 , 05.07.2023 - 07.01.2024 München / München Displaced. Der Rest der Geretteten , 05.07.2023 - 17.03.2024 München, in: H-Soz-Kult, 28. Oktober 2023 (Online)
  5. ↑ Juliane Wetzel: "Mir szeinen doh". München und Umgebung als Zuflucht von Überlebenden des Holocaust 1945-1948, in: Martin Broszat/Klaus-Dietmar Henke/Hans Woller (Hrsg.): Von Stalingrad zur Währungsreform. Zur Sozialgeschichte des Umbruchs in Deutschland (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 26), München 1988, S. 354
  6. ↑ Nachtrag zur Urgeschichte der Baiern, ".. Prüel Pruoil ..", S. 35, Vincenz Pall von Pallhausen, 1815, Google eBook.
  7. ↑ Philipp Apian: Karte, 1568, Signatur: Hbks/F 15b, Bayerische Landesbibliothek Online.
  8. ↑ Karte von der Gegend um München ..., entworfen und herausgegeben von Homænnischen Erben, Nürnberg 1743: „Priel“ (Bibliothèque nationale de France).
  9. ↑ J. Perrier: München und Umgebung, undatierte Kupferstich-Landkarte (18. Jahrhundert): „Fasangarten“ (Bibliothèque nationale de France).
  10. ↑ P. Lukas Wirth OSB: Der Prielhof – der Meierhof des Klosters Scheyern. Webseite des Klosters Scheyern.
  11. ↑ Gazette, Nummer 6, Juni 2005, Thomas Manns Münchner Villa (Memento vom 5. Juli 2018 im Internet Archive)
  12. ↑ SZ, Bogenhausen, vom Bauerndorf zum Nobelviertel (Memento vom 8. Mai 2011 im Internet Archive)