Bonstorf

Bonstorf
Koordinaten: 52° 52′ N, 10° 3′ OKoordinaten: 52° 51′ 43″ N, 10° 2′ 54″ O
Höhe: 66 (61–85) m
Einwohner: ca. 530
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Eingemeindet nach: Hermannsburg
Postleitzahl: 29320
Vorwahl: 05052
Bonstorf (Niedersachsen)
Bonstorf (Niedersachsen)
Lage von Bonstorf in Niedersachsen

Bonstorf ist eine zur Gemeinde Südheide gehörende Ortschaft im nördlichen Landkreis Celle in der Lüneburger Heide, mit seinen Wohnplätzen Barmbostel, Hetendorf und Neu-Barmbostel. 1973 wurde Bonstorf bei der Gebietsreform in Niedersachsen Teil der Einheitsgemeinde Hermannsburg. Im Zuge der Fusion von Hermannsburg mit der Nachbargemeinde Unterlüß zum 1. Januar 2015 kam der Ort zur Gemeinde Südheide.

Bauernhof in Bonstorf

Geographie

Bonstorf liegt etwa 3 km von Hermannsburg entfernt an der Grenze zum Landkreis Heidekreis und hat derzeit etwa 530 Einwohner.

Nördlich von Bonstorf fließt der kleine Bach „Brunau“, der nahe Baven in die Örtze mündet.

Überwiegend wird in dem Ort Landwirtschaft betrieben. Das Dorfbild von Bonstorf wird von den Bauernhäusern, aber auch von einem relativ großen Autohaus geprägt.

Geschichte

Einer der Grabhügel östlich von Bonstorf

In der Nähe von Bonstorf befinden sich die Reste von zwei Grabhügelfeldern und zwei einzelnen Hügelgräbern. Je ein weiterer Grabhügel liegt nahe der Ortsteile Hetendorf und Barmbostel. Ein noch gut erhaltenes Grabhügelfeld, aus der späten Jungsteinzeit oder der frühen Bronzezeit, mit dem rekonstruierten Grundriss eines ausgegrabenen Hügels, liegt östlich von Bonstorf und kann besichtigt werden. Einzelne Ausgrabungsfunde hiervon sind im Landesmuseum Hannover Abteilung „Menschenwelten“ ausgestellt.

Die erste schriftliche Erwähnung von Bonstorf findet sich in den Pfarrnachrichten und datiert aus dem Jahr 1450. Sie handelt davon, dass man in der „Bormwiese“, einer morastigen Quellwiese zwischen Backeberg und Bonstorf, einen toten Mann gefunden hatte, der bis zum Hals im Sumpf steckte. Man glaubte, die „Elven“, gemeint sind die zornigen und bösen Geister, hätten ihn dort hinein gezogen. Aus dem Grund ordnete Priester Magnus Lauenrod an, dass der Mann nicht auf dem Kirchhof beerdigt werden darf. Die nächste schriftliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1504. Das Kirchenbuch berichtet, dass im Zuge der Hildesheimer Stiftsfehde auf der „Bormwiese“ am Johannistag (24. Juni) 1519 (vier Tage vor der Schlacht bei Soltau) eine kriegerische Auseinandersetzung stattfand. Der Calenberger Ritter Hans von Ollershusen versank mit seinem Pferd im Morast und wurde durch den Ritter Hans von Spörcken gerettet.

1793 erhielt Bonstorf eine eigene Schule. Sie wurde 1973 stillgelegt. Ein Teil des Gebäudes wurde als Wohnhaus verkauft, ein anderer Teil blieb im Eigentum der Gemeinde und wird ebenfalls als Wohnung genutzt.

Am 7. Mai 1910 hielt sich eine Gruppe von Menschen im Moor bei Barmbostel auf. Dort kam es zu einem Blitzeinschlag, durch den drei Personen getötet wurden. Vier weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schwer und zwei leicht. Für die Opfer wurde im Moor, nahe der Unfallstelle, ein Gedenkstein errichtet. Der Stein wurde 1994 vom Heimatbund Hermannsburg aus dem Moor geborgen und an seinen heutigen, besser zugänglichen Standort umgesetzt.

1995 schloss die einzige Gastwirtschaft des Ortes. Der Kaufladen im selben Gebäude hatte bereits früher seinen Handel aufgegeben.

Baudenkmäler

Ortsrat

Der Ortsrat von Bonstorf besteht aus fünf Ortsratsmitgliedern. Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeisterin ist Nadine Ahrens.

Sehenswürdigkeiten

Commons: Bonstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ortsteil Bonstorf. In: Webauftritt. Gemeinde Südheide, abgerufen im September 2025.
  2. ↑ Eine Erhebung östlich des Ortes, zwischen Bonstorf und Backeberg, wird heute noch „Elfenberg“ genannt.
  3. ↑ Ortsrat von Bonstorf