Brigitte Boothe, vormals Weidenhammer (* 14. Januar 1948 in Karlsruhe), ist eine deutsche Psychoanalytikerin, Philosophin und Hochschullehrerin. Neben ihrer praktischen, therapeutischen Tätigkeit sind ihre Forschungsschwerpunkte Fragen zur Kommunikation und Narration in der Psychotherapie („Erzählanalyse Jakob“), zur Psychologie des Wünschens sowie zur Psychoanalyse der Weiblichkeit.
Brigitte Boothe verbrachte ihre Kindheit in Schwetzingen in der Nähe von Heidelberg. Ihre Mutter hatte jung geheiratet, als sie auf die Welt kam, kurz nach ihrer Geburt trennten sich die beiden Eltern. Die Mutter zog von Karlsruhe nach Schwetzingen und arbeitete als Buchhalterin im Betrieb des Großvaters. Erst später heiratete die Mutter dann ein zweites Mal. Brigitte wuchs in der großelterlichen Wohnung auf, in der nicht nur die Großmutter, sondern auch noch eine unverheiratete Tante, eine Schwester ihres Großvaters, lebte.
Nach ihrem Abitur wollte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studieren. Die Aufnahme wurde ihr verweigert und sie begann Philosophie, Literaturwissenschaft und Romanistik an der Universität Mannheim zu studieren. Dort lernte sie ihren ersten Ehemann kennen, der zur gleichen Zeit dort die Fächer Philosophie, Germanistik und Romanistik mit Staatsexamensabschluss studierte. Boothe erwarb 1971 ihren Magister der Philosophie, Germanistik und Romanistik an der Universität Mannheim, wo sie im Anschluss, in der Zeit von 1971 bis 1973 als wissenschaftliche Assistentin im Fachbereich Philosophie der Philosophischen Fakultät tätig war. Ferner legte sie 1971 ihr Staatsexamen für das Lehramt ab. Von 1973 bis 1979 arbeitete sie als Gymnasiallehrerin für Deutsch und Philosophie am Gymnasium der Stadt Frechen. Gleichzeitig begann sie eine Ausbildung in Psychodrama. Im Jahre 1977 erwarb Boothe ihren Magister in Psychologie an der Universität Bonn. Es folgte 1977 ihre Dissertation in Philosophie an der Universität Aachen über Wittgensteins Konzepte der Beschreibung und der Lebensform.
Von 1979 bis 1988 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und begann ihre Ausbildung (Lehranalyse) zur Psychoanalytikerin in der Medizinischen Abteilung der Universität Düsseldorf. Sie arbeitete am Lehrstuhl der Psychoanalytikerin Annelise Heigl-Evers. Im Jahre 1985 wurde sie Psychoanalytikerin und offizielles Mitglied der Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) und der Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT). Es folgte 1988 ihre Habilitation an der Universität Düsseldorf, über Sprache und Psychoanalyse.
Im Jahre 1990 erhielt sie einen Ruf als ordentliche Professorin für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse, an die Universität Zürich. Sie ist seit vielen Jahren Leiterin der psychoanalytischen Ambulanz des Psychotherapiezentrums der Universität Zürich sowie Leiterin des postgradualen, vierjährigen berufsbegleitenden Studiengangs des „Master of Advanced Studies in Psychoanalytic Psychotherapy“ an der Universität Zürich.
Nach ihrer Emeritierung an der Universität Zürich im Januar 2013 ist sie in der „Gemeinschaftspraxis Bellevue“ tätig.
Im Jahre 2018 wurde ihr Lebenswerk mit dem Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boothe, Brigitte |
| ALTERNATIVNAMEN | Weidenhammer, Brigitte (früherer Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Psychoanalytikerin, Philosophin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 14. Januar 1948 |
| GEBURTSORT | Karlsruhe |