| Gemeinde Bronchales | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte von Spanien | |
| Basisdaten | ||
| Land: | ||
| Autonome Gemeinschaft: | ||
| Provinz: | Teruel | |
| Comarca: | Sierra de Albarracín | |
| Gerichtsbezirk: | Teruel | |
| Koordinaten: | 40° 31′ N, 1° 35′ W | |
| Höhe: | 1575 msnm | |
| Fläche: | 59,60 km² | |
| Einwohner: | 465 (Stand: 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 8 Einw./km² | |
| Postleitzahl(en): | 44367 | |
| Gemeindenummer (INE): | 44045 | |
| Verwaltung | ||
| Amtssprache: | Kastilisch | |
| Bürgermeister: | David Hernández Domingo (PP) | |
| Website: | bronchales.es | |
| Lage des Ortes | ||
Bronchales ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) in der spanischen Provinz Teruel. Sie gehört zur Comarca Sierra de Albarracín in der Autonomen Gemeinschaft Aragonien und hat 465 Einwohner (Stand: 2025).
Der Hauptort liegt auf 1569 Metern Höhe. Bronchales ist vor allem für seine ausgedehnten Kiefernwälder bekannt und ein beliebtes Ferienziel für Besucher aus Aragonien und der benachbarten Valencianischen Gemeinschaft.
Der Ortsname erscheint im mittelalterlichen Heldenepos Cantar de Mio Cid in der älteren Form Fronchales. In der dort beschriebenen Reiseroute der Gefolgsleute des Cid wird der Ort als Nachtlager zwischen Santa María de Albarracín und Medinaceli genannt:
Die genaue Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens ist nicht abschließend geklärt.
Bronchales liegt im südlichen Teil des Iberischen Gebirges, rund 55 Straßenkilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Teruel. Das Gemeindegebiet umfasst 59,60 km² und gehört zur Berglandschaft der Montes Universales und der Sierra de Albarracín.
Aufgrund der Höhenlage herrscht ein Gebirgsklima mit kalten, häufig schneereichen Wintern und vergleichsweise milden Sommern.
Die Landschaft wird von ausgedehnten Beständen der Waldkiefer (Pinus sylvestris) geprägt. Die Wälder gehören zu den wichtigsten natürlichen und touristischen Ressourcen der Gemeinde.
Zur Tierwelt gehören unter anderem Rotwild, Rehe und Wildschweine sowie verschiedene Greifvogelarten. Die Umgebung ist außerdem für ihre Pilzvorkommen bekannt, die besonders im Herbst zahlreiche Besucher anziehen.

Im Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche natürliche Quellen. Zu den bekanntesten gehören die Fuente del Canto, die Fuente de la Doncella, die Fuente del Chorro und die Fuente de los Aguanosos. Die Quellen waren traditionell von großer Bedeutung für die Wasserversorgung und die örtliche Landwirtschaft.
Im Gemeindegebiet wurden Werkzeuge aus Feuerstein gefunden, die der Jungsteinzeit zugerechnet werden. Fundorte sind unter anderem Las Tejedas und die Fuente del Hierro.
Eine bei Bronchales entdeckte keltiberische Nekropole aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. liefert Hinweise auf die Besiedlung des Gebietes und auf überregionale Wanderungs- und Austauschbeziehungen.
Aus römischer Zeit stammen Funde aus dem Gebiet El Endrinal. Dort wurden unter anderem Fragmente von Formen zur Herstellung von Terra Sigillata entdeckt. Das Vorkommen geeigneter Tonerde, Wasser und Brennmaterial begünstigte vermutlich die örtliche Keramikproduktion.
Während der islamischen Herrschaft gehörte das Gebiet zum Grenzraum der Taifa-Reiche von Albarracín und Saragossa. Eine beim ehemaligen Castillo de Santa Bárbara gefundene Silbermünze des saragossanischen Taifa-Herrschers Ahmad I. al-Muqtadir aus dem 11. Jahrhundert weist auf Beziehungen zum Taifa-Reich Saragossa hin.
Um 1170 gelangte das Gebiet von Albarracín unter die Herrschaft des navarresischen Adligen Pedro Ruiz de Azagra. Bronchales wurde anschließend Teil der Herrschaft Albarracín und später in die Krone von Aragonien eingegliedert.
Durch ein am 21. Juni 1257 von König Jakob I. erteiltes Privileg wurde Bronchales der Comunidad de Santa María de Albarracín zugeordnet. Der Ort gab der historischen Verwaltungseinheit Sesma de Bronchales ihren Namen. Zu dieser gehörten Bronchales, Orihuela del Tremedal, Ródenas, Pozondón und Monterde de Albarracín.
Die historische Dokumentation von Bronchales wird zum Teil im Gemeinde- und Pfarrarchiv aufbewahrt. Studien des Centro de Estudios de la Comunidad de Albarracín behandeln örtliche Dokumente aus der Zeit vom 14. bis zum 19. Jahrhundert.
Während des Spanischen Bürgerkriegs war die Sierra de Albarracín von den Militäroperationen im Zusammenhang mit der Schlacht von Teruel betroffen. In Bronchales waren zeitweise Truppen und militärische Einrichtungen stationiert.
Eine 2024 von Dimas Vaquero Peláez und Blas Vicente Marco veröffentlichte Untersuchung dokumentiert die Anwesenheit deutscher Angehöriger der Legion Condor in Bronchales. Der von NS-Deutschland entsandte militärische Verband unterstützte die Truppen der Aufständischen.
Während der republikanischen Offensive im Dezember 1937 wurden mehrere in Bronchales stationierte deutsche Militärangehörige von republikanischen Einheiten überrascht und zusammen mit militärischem Material gefangen genommen. Der Ort wurde im Januar 1938 von der Republikanischen Volksarmee besetzt und im Februar desselben Jahres von den franquistischen Truppen zurückerobert.
Eine ergänzende Veröffentlichung von Manuel Herranz stellt historische Aufnahmen aus privatem und lokalem Besitz zusammen. Die Bilder zeigen deutsche Soldaten sowie Fahrzeuge, Geschütze und weiteres militärisches Gerät in Bronchales.
Die folgenden Werte zeigen ausgewählte Ergebnisse der spanischen Volkszählungen:
| Jahr | 1981 | 1991 | 2001 | 2011 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 438 | 475 | 472 | 465 | 432 |
Quelle: Bevölkerungsstatistik auf Grundlage der Daten des Instituto Nacional de Estadística.
Die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der damit verbundene Verlust von Arbeitsplätzen führten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer deutlichen Landflucht.
Seit den ersten demokratischen Kommunalwahlen nach dem Ende der Franco-Diktatur wurde die Gemeinde von folgenden Bürgermeistern geleitet:
| Amtszeit | Bürgermeister | Partei |
|---|---|---|
| 1979–1983 | José García Lahoz | CD |
| 1983–1987 | Ricardo Sáez Soriano | – |
| 1987–1991 | Ricardo Cavero Giménez | – |
| 1991–2003 | Maximiano Pérez López | – |
| 2003–2007 | Juan Pedro Pérez Dobón | – |
| 2007–2011 | Baldomero Pérez Fuertes | – |
| 2011–2015 | Francisco Nácher Dobón | CHA |
| 2015–2019 | Jorge Hernández Perona | PSOE |
| 2019–2023 | José Luis Agustén Gil | CHA |
| 2023–2027 | David Hernández Domingo | PP |
Die traditionelle Wirtschaft von Bronchales beruhte vor allem auf Land- und Forstwirtschaft sowie auf der Schaf- und Rinderhaltung. Angebaut werden insbesondere Getreidearten.
Heute spielen außerdem der Tourismus, die Lebensmittelverarbeitung und die Abfüllung von Mineralwasser eine Rolle. In Bronchales wird seit 2003 Mineralwasser industriell abgefüllt. Daneben gibt es Anlagen zur Trocknung und Reifung von Schinken.
Bronchales dient als Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbike-Touren und weitere Freizeitaktivitäten in den Wäldern der Sierra de Albarracín. Weitere Schwerpunkte sind Naturbeobachtung und Mykologie.
In der Nähe des Ortes liegt der Campingplatz Las Corralizas in einem bewaldeten Hochgebirgsgebiet. Der Tourismus konzentriert sich vor allem auf die Sommermonate, in denen zahlreiche Feriengäste und zeitweilige Bewohner aus Aragonien und der Valencianischen Gemeinschaft in den Ort kommen.
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción) ist der bedeutendste Sakralbau des Ortes. Das einschiffige Gebäude besitzt drei Joche mit sternförmigen gotischen Kreuzrippengewölben, Seitenkapellen und einen polygonalen Chor. Der Innenausbau erfolgte hauptsächlich zwischen 1624 und 1689. Zur Kirche gehören außerdem ein zweiteiliger quadratischer Glockenturm und ein neoklassizistisches Portal.
Die Ermita de Santa Bárbara steht auf einer Anhöhe am Rand des Ortskerns. An dieser Stelle befand sich früher die Burg von Bronchales; das Gelände wird heute teilweise als Friedhof genutzt. Von der Kapelle aus bietet sich ein weiter Blick über den Ort und die umliegende Berglandschaft.
Im Ortskern sind Beispiele der traditionellen Gebirgsarchitektur erhalten. Kennzeichnend sind Fassaden aus Naturstein, schmiedeeiserne Fenstergitter und an die winterlichen Klimabedingungen angepasste Dächer.

Die Patronatsfeste finden Mitte August zu Ehren Mariä Himmelfahrt und des heiligen Rochus statt. Das Festprogramm erstreckt sich gewöhnlich über mehrere Tage zwischen dem 14. und dem 19. August.
Ein Höhepunkt ist die am 16. August gefeierte Sopeta de San Roque. Dabei werden große Mengen Wein verteilt; die Teilnehmer tanzen zur Musik und bespritzen sich gegenseitig mit Wein.
Am 12. August 2026 lag Bronchales in der Totalitätszone einer totalen Sonnenfinsternis, deren Verlauf große Teile der Provinz Teruel erfasste. Wegen des erwarteten Besucheraufkommens und der erhöhten Waldbrand- und Verkehrsgefahr erließ die Regierung von Aragonien für den Zeitraum vom 10. bis zum 13. August besondere Vorsorge- und Notfallmaßnahmen.
