Burg Bromberg

Burg Bromberg
Bild der Burg im Forstlagerbuch (1683)

Bild der Burg im Forstlagerbuch (1683)

Alternativname(n) Branburg
Staat Deutschland
Ort Sachsenheim
Entstehungszeit vor 1200
Burgentyp Spornburg
Erhaltungszustand Burgstall
Ständische Stellung Edelfreie und Ministeriale
Geographische Lage 49° 0′ N, 9° 0′ OKoordinaten: 49° 0′ 26,6″ N, 8° 59′ 41,5″ O
Höhenlage 326,2 m ü. NN

Burg Bromberg (früher auch Branburg) ist eine abgegangene Höhenburg auf einem kleinen Bergsporn über dem Kirbachtal, der heute zur Gemarkung von Sachsenheim im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg gehört. Die Burg wurde vor 1200 erbaut und 1824 zur Zweitverwertung abgetragen.

Geographie

Bromberg-Panorama über dem Kirbach: links die Bromberger Höfe, darüber der Gaisbühl und der Sporn des Burgstalls, rechts die Bromberger Mühle
Branberg auf der Gadnerschen Forskarte von 1590; als einziger Ort in der Umgebung noch nicht in württembergischem Besitz (roter statt gelber Punkt)
Forstkarte Nr. 98 von 1684 mit Markierungen
Forstkarten-Ausschnitte von Burg Bromberg und von der Bromberger Mühle mit Melkerei
Bromberg um 1808 mit Ruinensignatur auf Bohnenbergers Charte von Schwaben, Blatt 4
Standort der abgetragenen Burg auf der Flurkarte NW 48/4 von 1832. Außerdem: Mühle mit Graben sowie Bromberger Flurnamen. Naheliegend erscheint eine Wüstung unterhalb des „Schlössles“

Der heute Schlössle genannte, gut erhaltene Burgstall liegt auf einem kleinen, ob seiner Kegelform offenbar von Menschenhand erhöhten Bergsporn an der Nordostabdachung des Baiselsbergs auf einer Höhe von 326 m ü. NN. Der Weg von der Bromberger Mühle (Höhe: 250 m ü. NN) im Kirbachtal führte durch den ehemaligen Burgweiler südlich um die Burg herum und über zwei bergseitige Wälle und Halsgräben zum Burgtor. Oberhalb der Burg verlief auf dem Kamm des Baiselsbergs ein Rennweg. Rund 300 Meter südsüdöstlich vom Burgstall findet sich in einer Klinge die im 19. Jahrhundert entstandene Kleinsiedlung Kelterle, rund 800 Meter südlich stößt man auf Relikte des Frauenklosters Baiselsberg.

Kartenbelege

Die Burg ist auf Karten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert dokumentiert:

Dass die Burg im Mittelalter so ausgesehen hat, wie im 17. Jahrhundert gezeichnet, ist unwahrscheinlich. Vermutlich hatte sie wie viele andere Burgen an solch einem Standort ursprünglich eine hohe Schildmauer zur Bergseite und eventuell auch einen Bergfried. So aussagekräftig der Burgstall auch ist, müsste für eine zweifelsfreie Beschreibung der Burgstruktur eine Untersuchung der Fundamente vorgenommen werden.

Burgweiler

Der Namenswechsel der von ihren mittelalterlichen Erbauern „Branburc“ genannten Burg weist ebenso wie die Flurnamen vom Bromberger Wald am Hang bis in die Talaue, wo im 17. Jahrhundert neben der erhaltenen Bromberger Mühle noch eine Melkerei (heute Bromberger Höfe) bestand, auf einen ehemaligen Burgweiler mit eigener Markung hin. Der Bromberger Wald blieb auch unter württembergischer Herrschaft eine extra versteinte Forstparzelle. Wann das in Maulbronner Klosteramtsakten als Amtsort aufgeführte Bromberg zur Teilwüstung wurde, konnte bislang nicht geklärt werden.

Geschichte

Herren von Bromberg

Nach der 1203 erstmals erwähnten „Branburc“ (mhd. bramo = Brombeeren) nannte sich ein vom 13. bis 15. Jahrhundert bezeugtes edelfreies Geschlecht, das möglicherweise in einem Verwandtschaftsverhältnis, später auch in einem Lehensverhältnis zu den Grafen von Vaihingen stand. So erschienen die Herren von Bromberg häufig in deren Urkunden als prominente Zeugen, bis der letzte Bromberger vor Ort durch Vaihinger Hand zu Tode kam:

Nachfolgende Burgherren

Relikte

Das seit den 1730er Jahren wegen seiner Baufälligkeit nicht mehr bewohnbare Schloss fiel der Gemeinde Ochsenbach zu, die die Ruine 1824 bis auf die Fundamente abtragen ließ und die Steine „zum Bau der im Thal vorbeiführenden Vicinalstraße“ verwendete. Der teils abgestufte Kegelstumpf des Burgstalls, der Weg um dessen Ost- und Südflanke herum zum ehemaligen Tor sowie Relikte der Wall- und Graben-Anlage sind heute noch sichtbar. Geländestufen weisen auf eine Vorburg und einen doppelten Mauerring um die Kernburg hin. Im größeren Halsgraben finden sich Bruchstücke alter Biberschwanz-Ziegel. Die Mauersteine liegen vermutlich noch immer unter der Landesstraße 1110. Die Hänge um den Burgstall dienen heute als Weiden für Pferde und Rinder, die die natürliche Sukzession verhindern und damit die Einsehbarkeit vom Weidezaun aus bewahren.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Quelle: LABW, HStA Stuttgart, N 3 Nr. 1/3
  2. ↑ Karl Eduard Paulus: OAB Brackenheim, 1873, S. 379.
  3. ↑ Quelle: Ausschnitt aus Karte von Henri Sengre (vermutl.1682); Foto von Lueer
  4. ↑ Quelle: LABW, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 107/16 Bd 5 Bl. 14
  5. ↑ Quelle: leo-bw.de/Fotoarchiv des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg
  6. ↑ Quelle: LABW, HStA Stuttgart, H 107/16 Bd. 5, Bl. 175
  7. ↑ Quelle: LABW, HStA Stuttgart, N 7 Nr. 63
  8. ↑ Quelle: Universitäts-Bibliothek Tübingen.
  9. ↑ Vgl. Flurkarte NW XLVIII, Blatt 4, von 1832 LABW, Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 68 VI, Nr. 8848
  10. ↑ Vgl. Messblatt von Johann C. Hirsch von 1684 LABW, HStA Stuttgart, H 107/16 Bd. 5, Bl. 175
  11. ↑ Landesarchiv BW, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Altwürtt. Archiv Bezirksbehörden des Kirchenguts und der Universität / 1095–1818 Kloster- und Stiftsgutverwaltungen / 1095–1807 Maulbronn / 1147–1806 Urkunden 1.2 Amtsorte 1.2.39 Hohenhaslach und Bromberg.
  12. ↑ Quelle: Ortslexikon von Leo-BW
  13. ↑ Quelle: WUB Band II., Nr. 521, Seite 342 WUB online
  14. ↑ WUB Band III., Nr. 876, Seite 374–375 WUB online
  15. ↑ WUB Band IV., Nr. 979, Seite 28–29 WUB online
  16. ↑ WUB Band VII., Nr. 2235, Seite 157–158 WUB online
  17. ↑ WUB Band VIII., Nr. 2732, Seite 66–69 WUB online
  18. ↑ WUB Band VIII., Nr. 3242, Seite 394–395 WUB online
  19. ↑ WUB Band IX., Nr. 3448, Seite 25–26 WUB online
  20. ↑ WUB Band IX., Nr. 3580, Seite 108 WUB online
  21. ↑ Mones Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Band 2, S. 372.
  22. ↑ Laut OAB Brackenheim im HStA Stuttgart in Urkunden vom 19. Juni 1335, 2. Mai 1337, 19. Mai 1338 und 3. Juni 1339 dokumentiert.
  23. ↑ Quelle: Ortslexikon von Leo-BW
  24. ↑ Quelle: LABW, HStA Stgt. A 502 U 1227 LABW online
  25. ↑ Quelle: Ortslexikon von Leo-BW
  26. ↑ Karl Eduard Paulus: OAB Brackenheim, 1873, S. 377f.
  27. ↑ Karl Eduard Paulus: OAB Brackenheim, 1873, S. 378.
  28. ↑ Theodor Schön: Regesten zur Geschichte der Herren von Riexingen. […] Stuttgart 1891, S. 102f.
  29. ↑ Theodor Schön: Regesten zur Geschichte der Herren von Riexingen. […] Stuttgart 1891, S. 103ff.
  30. ↑ Karl Eduard Paulus: OAB Brackenheim, 1873, S. 379.
  31. ↑ Karl Eduard Paulus: OAB Brackenheim, 1873, S. 379.
  32. ↑ Karl Eduard Paulus: OAB Brackenheim, 1873, S. 379.
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