| Burg Gretenstein | ||
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Vermutliche Burgstelle Gretenstein | ||
| Alternativname(n) | Gretchenstein | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Villmar | |
| Entstehungszeit | um 1350 | |
| Burgentyp | Höhenburg | |
| Erhaltungszustand | Burgstall | |
| Geographische Lage | 50° 24′ N, 8° 11′ O | |
| Höhenlage | 150 m ü. NN | |
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Die Burg Gretenstein, auch Gretchenstein genannt, ist eine abgegangene Höhenburg im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen. Ihre wahrscheinliche Lage wird heute etwa einen Kilometer flussabwärts auf der rechten Lahnseite auf einem 150 m ü. NN hohen felsigen Berghang bei der Gemeinde Villmar verortet. An diesem Standort ist ein möglicher Halsgraben um ein Felsplateau feststellbar. Der angegebene Standort liegt heute schon auf der Gemarkung von Runkel.
Der genaue Standort der Burg ist bis heute nicht geklärt. Burgen- und Heimatforschung legt die Lage der Burg zwischen Schadeck, der Flur Gretenburg östlich davon bis zur Lahnschleife und wieder südlich bis zum Steinbruch „Am Kissel“ auf der gegenüberliegenden Lahnseite von Vilmar. Schließlich ist zu bemerken, dass die Gemarkung von Villmar eigentlich weit nach Osten reicht, und so auch die linke Lahnseite zwischen Arfurt, Villmar und Runkel nicht auszuschließen ist. Lidar-Daten zeigen in der Lahnschleife nördlich von Villmar vor Arfurt oberhalb der Krammsmühle an der Lahn einen Sporn, der ebenfalls einen künstlichen kleinen Halsgraben nach NW aufweist. Er liegt in der Arfurter Gemarkung, wobei Arfurt im Mittelalter mit Villmar zur Vogtei der Abtei St. Matthias gehörte.
Als Lage wird in den alten Urkunden nur „obwenig Schadeck bey der Laene“ (Urkunde vom 13. Februar 1362 von Philipp von Isenburg, Versprechen gegenüber Trier), „uf einen stein nit verre von Limpurg unde von Velmar“ durch den Limburger Chronisten Tilemann Elhen von Wolfhagen (1347–1420) oder 1829 als der Steinbruch gegenüber Villmar als „dort wo die ehemalige Burg Graetenstein gestanden hat“ angegeben. Heute wird als Lage zumeist der felsige Hang gegenüber dem König-Konrad-Denkmal im NSG Wehrley von Runkel angenommen.
Die Burg wurde um 1350 unter Philipp von Isenburg-Grenzau als Witwensitz für seine Frau Margaretha von Katzenelnbogen erbaut, von der die Burg ihren Namen Gretenstein (Gretchenstein) erhielt. Auf dem Höhepunkt eines Konflikts mit den Villmarer Vögten wurde die Burg 1360 durch den Trierer Koadjutor Kuno von Falkenstein mit Hilfe der Limburger „von Grund auf“ zerstört und nicht wieder aufgebaut. Philipp von Isenburg wurde bei der Eroberung gefangen genommen und kam erst nach umfangreichen Versprechen wieder frei. Es sind keine Mauerreste der Burg erhalten.
Zum Aussehen der Burg, die möglicherweise unvollendet blieb – da sie kurz nach ihrer Erbauung wieder zerstört wurde – ist kaum etwas bekannt. In mittelalterlichen Urkunden und Berichten wird die Burg als „auf einer nahen Felse“, also als Spornburg nahe der Lahn, die mit einem Halsgraben zur flachen Landseite gesichert war, bezeichnet.