Burg Takeda

Takeda-jō
Ruine der Burg Takeda

Ruine der Burg Takeda

Staat Japan
Ort Asago
Entstehungszeit Muromachi-Zeit
Burgentyp Yamajirō (Bergburg)
Erhaltungszustand Mauer- und Fundamentreste
Geographische Lage 35° 18′ N, 134° 50′ OKoordinaten: 35° 18′ 0″ N, 134° 49′ 44″ O
Höhenlage 353 m
Burg Takeda (Präfektur Hyōgo)
Burg Takeda (Präfektur Hyōgo)

Burg Takeda (japanisch 竹田城 Takeda-jō) ist die Ruine einer japanischen Burg aus der Sengoku-Zeit im Stadtteil Wadayama der Stadt Asago im Norden der Präfektur Hyōgo. Sie wird auch als das „Machu Picchu Japans“ oder als „Burg im Himmel“ bezeichnet. Die Burg wurde während der Sengoku-Zeit zerstört; nur die Fundamente und Steinmauern sind erhalten. Die Ruine steht seit 1943 unter Denkmalschutz.

Lage

Die Burg Takeda liegt auf dem Berg Shiroyama an einem strategisch günstigen Punkt. Sie liegt nördlich von Himeji und nordwestlich von Kyōto auf einer Höhe von etwa 353 Metern über dem Meeresspiegel. Sie überblickt die Kreuzung der San’indō-Autobahn von Tanba in die Provinz Inaba mit der Straße Richtung Süden in die Provinz Harima und zum Seto-Binnenmeer. Die Burg liegt außerdem in der Nähe der Ikuno-Mine, einer der größten Silberminen Japans während der Muromachi-Zeit.

Aufgrund ihrer Lage auf einem Berggipfel, oft oberhalb der Wolkendecke, ist die Burgruine zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. Sie ist vom Bahnhof Takeda der JR West Bantan Line in 60 Minuten zu Fuß erreichbar, der Aufstieg ist jedoch sehr steil.

Geschichte

Das Gebiet kam in der Muromachi-Zeit unter die Kontrolle des Yamana-Klans, einem Nebenzweig des Nitta-Klans. Der Yamana-Klan pflegte enge Beziehungen zum Ashikaga-Shogunat und war einer von vier Klans mit erblichen Ansprüchen auf die Position des Samurai-dokoro. Die Yamana nutzten ihre Position, um schließlich die Position des Shugo über elf der 66 Provinzen Japans zu beanspruchen. Die Ashikaga fürchteten sich jedoch vor der wachsenden Macht des Klans; Shogun Ashikaga Yoshimitsu schürte interne Konflikte innerhalb des Klans und unterstützte den Hosokawa-Klan in seiner Position als Kanrei, um den Yamana entgegenzuwirken. Mitte des 15. Jahrhunderts begann die Macht des Ashikaga-Shogunats zu schwinden, und ein Nachfolgestreit innerhalb des Shogunats führte zum Ōnin-Krieg von 1467 bis 1477.

Burg Takeda wurde etwa um 1441 von Otagaki Mitsukage, einem Gefolgsmann von Yamana Sōzen, erbaut; viele Details sind jedoch unklar und das Datum ist unsicher. 1441 wurde Shogun Ashikaga Yoshinori vom Akamatsu-Klan ermordet. Der Yamana- und der Akamatsu-Klan führten Krieg gegeneinander, und Burg Takeda wurde sowohl zum Schutz der Ikuno-Mine als auch zur Bewachung der Grenze zwischen dem zu Akamatsu gehörenden Harima und dem zu den Yamana gehörenden Tajima errichtet. 1468 wurde eine große Armee des Hosokawa-Klans von den Streitkräften der Yamana unter Führung von Otagaki Mitsukage von Burg Takeda aus besiegt. Der Ōnin-Krieg schwächte den Yamana-Klan, da sich der Konflikt über Jahrzehnte hinzog. Sogar innerhalb ihrer Hochburg Tajima selbst wurden die Yamana meist zu nominellen Oberherren, da lokale Gefolgsleute (wie die Otagaki) weitgehend unabhängig wurden. Unter diesen Umständen wurde der Klan 1576 von Toyotomi Hideyoshi besiegt. Yamana Suketoyo gelang die Flucht nach Sakai, er wurde 1570 von Nobunaga begnadigt und durfte in sein angestammtes Gebiet in Tajima zurückkehren. Obwohl er Nobunaga treu diente, lief der Otagaki-Klan 1580 zum Feind über, als Toyotomi Hideyoshi gegen den Mōri-Klan kämpfte. Hideyoshi beschuldigte die Yamana des Verrats und griff die Burg Arikoyama an, wodurch die Macht des Clans endete. Hideyoshi übergab das Gebiet seinem jüngeren Bruder, Toyotomi Hidenaga.

Hidenaga ernannte seinen General Kuwaharu Shigeharu (1524–1606) zum Kastellan. Nach Hidenagas Versetzung in die Provinz Yamato ernannte Hideyoshi jedoch Akamatsu Hirohide (1562–1600) zum Gouverneur dieser Burg. Unter Hirohide wurde die Burg Takeda erheblich umgebaut. Akamatsu behielt den Grundriss bei: Vom Gipfel des Berges erstrecken sich drei Bergrücken, die jeweils durch Einfriedungen geformt wurden, die das natürliche Gelände umfassend nutzten. Akamatsu fügte Steinmauern und Trockengräben hinzu.

Nach Hideyoshis Tod blieb Akamatsu zunächst der Seite Toyotomis treu, wechselte aber nach der Schlacht von Sekigahara seine Treue zu Tokugawa Ieyasu. Er erhielt den Befehl, die Burg Tottori anzugreifen, wurde beschuldigt, während der Belagerung die Jōkamachi in Brand gesteckt zu haben und wurde zum Seppuku gezwungen. Die Burg Takeda wurde zu diesem Zeitpunkt zerstört, doch die Fundamente und Steinmauern blieben weitgehend intakt.

Die Burg wurde 2006 von der Japan Castle Foundation zu einer der 100 schönsten Burgen Japans gekürt.

Anlage

Die Burg Takeda liegt auf dem steilen Berg Shiroyama und ist als vollständig mit Steinmauern eingefasste Burganlage angelegt. Sie gilt als eine der letzten Burgen Japans aus der frühen Edo-Zeit, die auf einem Berggipfel errichtet wurden, eine Yamajirō (山城). Aufgrund ihrer Grundrissgestaltung (縄張り Nawari) wird ihre heute erhaltener Zustand in die frühe Edo-Zeit datiert.

Skizze der Burg Takeda

Die Burg verfügt über groß dimensionierte Steinmauern, die etwa mit denen der Burg Azuchi vergleichbar sind. Die Burgtore (虎口 Kōguchi) besitzen Toranlagen in Form eines Masugata (枡形), eingegrenzte Bereiche zwischen zwei Toren, die umringend von einer höheren Position aus beschossen werden konnten. Auf dem höchsten Punkt des Berggrats befindet sich der Honmaru (本丸), der innerste Bereich, an dessen Vorderseite das Fundament des Tenshu (天守), der Hauptturm einer Burg, liegt. Vom Honmaru erstrecken sich in drei Richtungen große Gruppen von Kuruwa (曲輪), befestigte Areale innerhalb der Burg: Kita-Senjō-Kuruwa (北千畳曲輪), Minami-Senjō-Kuruwa (南千畳曲輪) und Hanayashiki-Kuruwa (花屋敷曲輪). Die gesamte Burganlage umfasst eine Fläche von etwa 18,473 m².

Die Steinmauern wurden in der Anō-Tradition der Steinsetzung (穴太流石積み技法 Anō-ryū ishizumi gihō) errichtet und stellen ein für die Bergburgen der Toyotomi-Zeit charakteristisches erhaltenes Bauelement dar.

Eine Besonderheit der Burg ist die nahezu identische Höhenlage der drei großen Kuruwa-Gruppen Kita-Senjō-Kuruwa, Minami-Senjō-Kuruwa und Hanayashiki-Kuruwa. Sie liegen jeweils auf etwa 331 m Höhe. Der Honmaru befindet sich dagegen auf 351 m, sodass zwischen ihm und den drei Kuruwa ein Höhenunterschied von etwa 20 m besteht. Dies deutet darauf hin, dass bei der Anlage nicht nur die horizontale, sondern auch die vertikale Gestaltung sorgfältig geplant wurde und die drei Kuruwa-Gruppen gezielt angeordnet wurden. Insgesamt werden einschließlich des Tenshu etwa 20 Yagura (櫓), Wachtürme, vermutet.

Tenshu

Fundament des Tenshu

Der Tenshu war dreigeschossig und dreistöckig. Sein Fundament besitzt mit etwa 10,7 × 12,7 m eine leicht unregelmäßige Form und ist teilweise erhalten.

Darüber hinaus besaß der Tenshu weder einen eigenen Zugang noch Steintreppen (石段 Ishidan) oder eine unterirdische Kammer (穴蔵 Ana-gura). Er war mit einem seitlich am Tenshu angefügten Yagura (付櫓 Tsuke-yagura) sowie mit den im Honmaru befindlichen Gebäuden verbunden, ein sogenannter „kombinierter Tenshu“ (複合式 Fukugōshiki); der Aufstieg zum Tenshu erfolgte vom Inneremn der Gebäude über Treppen.

Das Fundament des Tenshu befindet sich im Zentrum der Burganlage. Vom am Fuß des Berges gelegenen Burghofbereich (城下町 Jōkamachi) aus lag der Tenshu frontal im Blickfeld und diente als Symbol der Herrschaft und repräsentatives Wahrzeichen der Burg. Unterhalb des Fundaments des Tenshu befand sich im Takamideno-Burgbezirk (高見殿曲輪), innerhalb des Honmauru, die Residenz des Burgherrn (本丸御殿 Honmaru goten).

Bilder

Literatur

Commons: Burg Takeda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ jcastle.info: Takeda Castle Profile (Memento vom 11. Juni 2014 im Webarchiv archive.today) (englisch)
  2. ↑ visitjapan.jp: The Machu Picchu of Japan, Takeda Castle! (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive) (englisch)
  3. ↑ Takeda-Burgruinen. In: visitkinosaki.com. Abgerufen am 22. Juni 2025.
  4. ↑ 竹田城跡 文化遺産オンライン. In: bunka.nii.ac.jp. Abgerufen am 22. Juni 2025 (japanisch).
  5. ↑ Offizielle Website. In: asago.hyogo.jp. Abgerufen am 22. Juni 2025 (japanisch).
  6. ↑ Yukio Isomura, Hideya Sakai: (国指定史跡事典) National Historic Site Encyclopedia. 学生社, 2012, ISBN 978-4-311-75040-3 (japanisch).
  7. ↑ biglobe.ne.jp: Japan Castle Foundation (Memento vom 17. November 2014 im Internet Archive) (japanisch)