Calcinaia

Calcinaia
Calcinaia (Italien)
Calcinaia (Italien)
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Pisa (PI)
Koordinaten 43° 41′ N, 10° 37′ OKoordinaten: 43° 41′ 4″ N, 10° 37′ 9″ O
Höhe 16 m s.l.m.
Fläche 14,99 km²
Einwohner 12.824 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 56012
Vorwahl 0587
ISTAT-Nummer 050004
Bezeichnung der Bewohner Calcinaioli
Schutzpatron Santa Ubaldesca (29. Mai)
Website Calcinaia

Panorama von Calcinaia

Calcinaia ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Pisa in der Region Toskana mit 12.824 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).

Geographie

Lage von Calcinaia in der Provinz Pisa

Der Hauptort der Gemeinde Calcinaia liegt ca. 25 km östlich der Provinzhauptstadt Pisa und ca. 50 km westlich der Regionalhauptstadt Florenz am rechten Ufer des Arno, in der Ebene südöstlich des Monte Pisano in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1 864 GR/G.

Zum Gemeindegebiet gehören ebenfalls der fünf Kilometer südwestlich gelegene Ortsteil Fornacette sowie Oltrarno, Sardina und Montecchio.

Calcinaia grenzt im Norden an Bientina, im Osten an Santa Maria a Monte, im Süden an Pontedera und im Westen an Cascina und Vicopisano.

Geschichte

Arnopromenade

In römischer Zeit hieß der Ort Vicus Vitri. Im Mittelalter ist er unter diesem Namen ab 975 bezeugt, während der im Jahre 1193 zuerst bezeugte Name Calcinaia auf zahlreiche in der Gegend errichtete Kalköfen zurückgeht (ital.: calce).

Im Hochmittelalter gehörte Calcinaia zunächst zur Herrschaft der Grafen Cadolingi von Fucecchio und dann zur ghibellinischen Familie Upezzinghi aus Pisa. Der bekannteste Vertreter der Familie war Gualtieri di Calcinaia, der 1221 Podestà von San Gimignano und 1243 von Arezzo wurde. Trotz eines Freundschaftsvertrages mit den Upezzinghi installierte Pisa 1284 eine Gerichtsbarkeit (einen Capitano della Repubblica und einen Magistrato) im Ort.

Calcinaia wurde Schauplatz der Rivalitäten zwischen den Republiken Pisa und Lucca und kam im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft von Florenz. Ab 1555 ließ Großherzog Cosimo I. de’ Medici, u. a. nach Plänen von Leonardo da Vinci, großflächige Wasserregulationsarbeiten ausführen, um die zum Teil schweren Überschwemmungen des Arno zu bekämpfen. Dabei wurde das Flussbett des Arno nach Süden verlegt, so dass Calcinaia, das ursprünglich am linken Arnoufer lag, sich heute rechts davon befindet. Unter den Habsburg-Lothringer Großherzögen wurden die Arbeiten fortgesetzt.

Nach den Trockenlegungsmaßnahmen entwickelte sich um Calcinaia die Landwirtschaft (Getreide, Gemüse, Hanf und Leinen). Ab den 1960er Jahren siedelten sich vor allem im Ortsteil Fornacette viele Industrie- und Dienstleistungsbetriebe an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Torre degli Upezzinghi
Rathaus

Regelmäßige Veranstaltungen

Gemeindepartnerschaften

Calcinaia unterhält mit folgenden Orten Partnerschaften:

Auch Amilly und Vilanova del Camí sind miteinander eine Partnerschaft eingegangen.

Die Patenschaft zwischen Calcinaia und Noves wurde am 30. Mai 1998 geschlossen. Auf der Piazza Indipendenza schlossen die Bürgermeister Valter Picchi und Georges Julien zusammen mit den anderen Partengemeinden der beiden Orte die Verbindung.

In der Gemeinde geborene Personen

Literatur

Commons: Calcinaia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 26. Januar 2013 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  3. ↑ Offizielle Website der Gemeinde zu der Geschichte des Ortes, abgerufen am 30. November 2016 (italienisch)
  4. ↑ Offizielle Website der Gemeinde zu der Kirche San Michele Arcangelo, abgerufen am 30. November 2016 (italienisch)
  5. ↑ Offizielle Website der Gemeinde zur Eisenbahnbrückenruine, abgerufen am 30. November 2016 (italienisch)
  6. 1 2 Pro Loco Calcinaia
  7. ↑ Offizielle Website der Gemeinde zu Santo Stefano in Sardina, abgerufen am 30. November 2016 (italienisch)
  8. ↑ Offizielle Website der Gemeinde zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 30. November 2016 (italienisch)
  9. ↑ pd: Eine neue Städtepartnerschaft. In: Ibbenbürener Volkszeitung. Nr. 135, 11. Juni 1998, S. ibb8 (ivz-aktuell.de [abgerufen am 30. März 2026]).