| Film | |
| Titel | Candyman |
|---|---|
| Produktionsland | Kanada, USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2021 |
| Länge | 91 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Stab | |
| Regie | Nia DaCosta |
| Drehbuch | Jordan Peele, Win Rosenfeld, Nia DaCosta |
| Produktion | Ian Cooper, Jordan Peele, Win Rosenfeld |
| Musik | Robert A. A. Lowe |
| Kamera | John Guleserian |
| Schnitt | Catrin Hedström |
| → Besetzung und Synchronisation | |
| Chronologie | |
Candyman ist ein Horror-Thriller von Nia DaCosta. Wie der gleichnamige Film von Bernard Rose aus dem Jahr 1992 basiert er auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker. Der Film kam am 26. August 2021 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos.
Der Künstler Anthony McCoy zieht mit seiner Freundin Brianna Cartwright in eine Luxuswohnung im neu gentrifizierten Stadtteil Cabrini-Green in Chicago. In der Nachbarschaft erzählt man sich die Geschichte des „Candyman“, eines Killers aus der Vergangenheit mit einem Haken in der Hand, der herbeigerufen wird, wenn man es wagt, seinen Namen fünfmal zu wiederholen, und dabei in einen Spiegel schaut. Er weiß nicht, dass er als Baby vom Candyman entführt wurde und von Helen aus einem Scheiterhaufen gerettet wurde. Zunächst nutzt Anthony diese Legende als Inspiration in seinen Bildern. Es kommt zu bestialischen Morden in der Kunstwelt und Anthony wird plötzlich medial beachtet. Er malt immer wahnhafter und seine Haut verändert sich nach einem Bienenstich krankhaft. Als Brianna der Sache auf den Grund gehen will, wird sie kurzerhand entführt und wohnt so einer Zeremonie bei, bei der Anthony die Hand abgeschlagen wird und einen Haken erhält und somit die Candyman-Rache-Saga weiterführen soll. Er wird jedoch von einem herbeieilenden Polizisten erschossen. Als Brianna selbst von der Polizei abgeführt wird und zu polizeifreundlichen Aussagen genötigt wird, nutzt sie selbst die Candyman-Beschwörung, um Rachetaten auszuführen.
Wie der gleichnamige Film von Bernard Rose aus dem Jahr 1992 basiert der Film auf der Kurzgeschichte The Forbidden von Clive Barker. Die Macher des Films wollen ihn als „eine spirituelle Fortsetzung“ verstanden wissen. Die Legende vom Candyman wird über den gesamten Film verteilt in Rückblenden durch Schattentheatersequenzen erzählt. Diese vom Chicagoer Kollektiv Manual Cinema kreierten kleinen Filme in Candyman stellen sehr konkret begangene Gräueltaten dar, insbesondere die Gewalt und die Morde von Weißen an Schwarzen.
Regie führte Nia DaCosta, die gemeinsam mit Jordan Peele und Win Rosenfeld auch das Drehbuch schrieb. Rosenfeld und Peele produzierten den Film zudem gemeinsam mit Ian Cooper. Ursprünglich war nicht ganz klar, ob Peele auch Regie führt. Es handelt sich um DaCostas zweite Regiearbeit nach Little Woods. Bereits Rose verlegte den Schauplatz der Kurzgeschichte The Forbidden von England in die Wohnsiedlung Cabrini-Green in Chicago.
Yahya Abdul-Mateen II übernahm die Hauptrolle von Anthony McCoy, Teyonah Parris spielt seine Freundin Brianna Cartwright. Colman Domingo spielt William Burke, der Anthony von der Candyman-Legende erzählt. Rebecca Spence spielt die Kunstkritikerin Finley Stephens, der britische Schauspieler Nathan Stewart-Jarrett Briannas schwulen Bruder Troy. Wie bereits in dem Film von 1992 spielt Tony Todd den Candyman alias Daniel Robitaille. Brian King spielt den Galeriebesitzer Clive Privler.
Gedreht wurde der Film im Sommer und Herbst 2019 in Chicago. Als Kameramann fungierte John Guleserian.
Die Filmmusik komponierte Robert A. A. Lowe. Das erste Musikstück des Soundtrack-Albums, Rows and Towers, geschrieben von Lowe, wurde Mitte August 2021 von Waxwork Records veröffentlicht. Das Soundtrack-Album mit insgesamt 34 Musikstücken wurde zum US-Kinostart von Waxwork Records als Download und auf Vinyl veröffentlicht. Lowes Arbeit befand sich auf einer Shortlist in der Kategorie Beste Filmmusik bei der Oscarverleihung 2022.
Auf dem Filmplakat wird Candyman von hinten mit dem Haken an der rechten Hand, gekleidet in seinem Mantel mit Lammfellbesatz gezeigt. Der Name der Titelfigur wird fünfmal untereinander aufgeführt. Der erste Trailer wurde Ende Februar 2020 vorgestellt. Der Film sollte ursprünglich am 12. Juni 2020 in den USA sowie im Vereinigten Königreich starten und am 18. Juni 2020 in die deutschen Kinos kommen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Starttermin mehrmals verschoben. Zuerst auf Oktober 2020 verlegt, wurde der Start in Deutschland auf den 26. August 2021 verschoben. Der US-amerikanische Kinostart erfolgte am darauffolgenden Tag. Am 6. Januar 2022 veröffentlichte Universal Pictures Candyman ungekürzt in 4K-UHD, Blu-ray und DVD.
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Hannes Maurer im Auftrag der Interopa Film.
| Yahya Abdul-Mateen II | Colman Domingo | Teyonah Parris | Nathan Stewart-Jarrett |
| Rolle | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Anthony McCoy | Yahya Abdul-Mateen II | Jan-David Rönfeldt |
| Brianna Cartwright | Teyonah Parris | Anne Helm |
| Troy Cartwright | Nathan Stewart-Jarrett | Julien Haggège |
| William Burke | Colman Domingo | Oliver Stritzel |
| Anne-Marie McCoy | Vanessa A. Williams | Anke Reitzenstein |
| Annika | Breanna Lind | Christina Wöllner |
| Billy | Rodney L Jones III | Finn Posthumus |
| Boof | Malic White | Julia Bautz |
| Clive Privler | Brian King | Tobias Nath |
| Candyman / Daniel Robitaille | Tony Todd | Frank Glaubrecht |
| Danielle Harrington | Christiana Clark | Heide Domanowski |
| Detective Lipez | Mark Montgomery | Wolfgang Wagner |
| Finley Stephens | Rebecca Spence | Gundi Eberhard |
| Jack Hyde | Torrey Hanson | Michael Pan |
| Jameson | Carl Clemons-Hopkins | Peter Sura |
| Grady Smith | Kyle Kaminsky | |
| Jerrika | Miriam Moss | Alice Bauer |
In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht. In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.
Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf 77,4 Millionen US-Dollar.
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 84 % |
| Metacritic (Metascore) | 72/100 |
Die Filmkritikerin Antje Wessels schrieb 2021, es sei dem Film anzumerken, dass der deutlich genreerfahrenere Jordan Peele als kreativer Berater zur Seite stand – nicht nur wegen der Vermengung eines klassischen Horrorplots mit einer politischen und einer Black-Community-Botschaft, sondern auch stilistisch. Man habe das Gefühl, dass kein visuelles oder erzählerisches Detail ohne Grund existiere: Von den kreativen Rückblenden im Stil eines Schattentheaters, in denen das Thema ‚Schwarz und Weiß‘ auf den Punkt gebracht werde, über die Spiegelsymbolik der gegenteilige Seite in einem selbst bis hin zur Frage, ob Candyman nun eine Fortsetzung oder ein Remake sei, füge sich alles wie ein Puzzlestück in die Inszenierung. Vordergründig handle es sich um einen waschechten Horrorfilm, der sich seines Ursprungs als Slasher bewusst sei, doch anders als das Horrorkino der 1980er Jahre funktioniere er nicht nach einer Abzählreimdramaturgie, bei der sich die Mordreihenfolge erahnen lasse, sondern entwerfe für jeden Mord ein eigenes Setting, etabliere neue Figuren und rechtfertige das breitgefächerte Feld möglicher Opfer über die mediale Ausbreitung der Legende. Der aufstrebender Künstler als Hauptfigur und die an Stillleben erinnernden Kameraaufnahmen hätten nicht nur Auswirkungen auf die Filmstilistik, sondern rechtfertigten auch die sukzessive Verbreitung des Candyman-Fluchs. In seiner stilistisch herausragenden Mischung aus abgebrühtem Killerfilm, Rassismusanklage und Psychodrama um einen von seiner Muse vereinnahmten Künstler sei Candyman einer der besten Filme des Jahres und der Startschuss für die Karriere der Regisseurin DaCosta.
epd Film schreibt, den Machern des Films gelinge es vor allem, clever und stimmig die Konventionen des Horrorgenres nur gerade so weit zu bedienen, dass sowohl genug Raum für Überraschungen als auch für eine komplexe Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Gentrifizierung, Polizeigewalt oder systemischem Rassismus bleibe. Obendrein sei DaCosta und ihrem Kameramann John Guleserian ein Film gelungen, der auch visuell ambitionierter daherkomme als andere Genrevertreter. Auch Abdul-Mateen II in seiner ersten Hauptrolle sei ein hervorragender Grund, sich den Film anzusehen, so Heidmann.
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