| Caproni Ca.111 | |
|---|---|
Caproni Ca.111 | |
| Typ | Aufklärungsflugzeug, Leichter Bomber |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Caproni |
| Erstflug | 1. Februar 1932 |
| Indienststellung | 1932 |
| Produktionszeit | 1932 bis 1936 |
| Stückzahl | 154 |
Die Caproni Ca.111 war ein zu Beginn der 1930er Jahre in Italien entwickeltes, dreisitziges Aufklärungs- und leichtes Bombenflugzeug. Die Maschine flog erstmals 1932 und blieb teils bis in die 1940er Jahre hinein im Einsatz. Hauptnutzer war die Regia Aeronautica, einige Maschinen wurden aber auch nach China und nach Peru exportiert.
Die Caproni Ca.111 war aus der dreimotorigen Caproni Ca.101 heraus und durch den Caproni-Ingenieur Rodolfo Verduzio ab 1931 entwickelt worden. Die Maschine war ein Schulterdecker mit einer Spannweite von 19,68 Meter, wobei es sich um eine durchgehende Metallrahmenkonstruktion handelte. Die Tragflächen, das Rumpfsegment und die Steuerflächen bestanden aus diesem Metallrahmen, welcher stoffbespannt war; lediglich Teile sowie die Cockpitpartien waren seitlich mit Holz verkleidet. Diese Stahlrahmenkonstruktion ging auch in das nicht einziehbare und aerodynamisch verkleidete Fahrwerk über, welches mit einem komplexen System aus Verstrebungen gegeneinander, gegen die Tragfläche und gegen den Rumpf abgestrebt war.
Eine Besonderheit war, dass Verduzios Entwicklung im Gegensatz zur Ca.101 mit nur einem Motor auskommen sollte, was zunächst vor dem Hintergrund der Zuverlässigkeit der Motoren zur damaligen Zeit und der Leistungsdaten zu gewissen Bedenken geführt hatte. Aus diesem Grund wurde, anstatt den vergleichsweise schwachen 200-PS-Motoren der Ca.101, ein leistungsstärkerer 18-Zylinder-Flugzeugmotor von Isotta Fraschini (Isotta Fraschini Asso 750 R.C.35) mit Turbolader als Antrieb ausgewählt. Der Motor erwies sich als gute Wahl und er entwickelte auf 3500 Metern Höhe eine Leistung von etwa 860 PS (630 kW), was der Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von 277 km/h ermöglichte. Das Flugzeug galt als robust, konnte von einfachen Graspisten aus operieren und war im Unterhalt vergleichsweise günstig.
Die Maschinen verfügten über eine Defensivbewaffnung, welche aus drei bis vier Maschinengewehren von Breda-SAFAT im Kaliber 7,7 mm bestand. Ein Maschinengewehr befand sich dabei auf dem Rumpfrücken, zwei weitere waren in Seitenluken jeweils auf den Rumpfseiten installiert. Teils wurde ein viertes MG in einer Bodenöffnung mitgeführt, das nach schräg unten feuern konnte. Im Einsatz als Bomber konnte die Ca.111 bis zu 600 Kilogramm an Abwurflasten tragen, häufig sechs 100-Kilogramm-Bomben oder beispielsweise auch 15 24-Kilogramm-Bomben. Wahlweise konnten auch Brandbomben in Wurfkästen (unter anderem 144 Brandbomben zu je zwei Kilogramm) oder Giftgas-Bomben eingesetzt werden.

Der Erstflug der Ca.111 fand am 1. Februar 1932 statt. Da die Testflüge gute Ergebnisse zeigten, lief die Serienfertigung bereits im Sommer 1932 an. Die ersten Einheiten, die das neue Modell erhielten, waren die 146. und 183. Staffel (Squadriglia) der 85. Seeaufklärungsgruppe (85° Gruppo Autonomo Osservazione Marittima), die jeweils sechs Maschinen flogen.
Etwa 80 Maschinen kamen während des Abessinienkrieges, einem Angriffskrieg, welcher mit dem Angriff Italiens auf das Kaiserreich Abessinien im Oktober 1935 begonnen hatte, zum Einsatz. Unter anderem flog das in Mogadischu (Italienisch-Somaliland) stationierte 7. Bomber-Geschwader (7º Stormo Bombardamento Terrestre) diesen Typ während des Krieges. Die Flugzeuge dienten dabei vor allem als Aufklärer, Transporter und als leichte Bomber. In der letztgenannten Funktion wurden durch die Ca.111 auch Bomben mit Senfgas gegen die äthiopischen Truppen eingesetzt. Mindestens zwei Ca.111 gingen während des Krieges durch das Abwehrfeuer äthiopischer Infanterie vom Boden aus verloren. (Insgesamt betrachtet waren die italienischen Flugzeugverluste in Abessinien jedoch sehr niedrig.)
Obwohl von einem Einsatz des Flugzeuges im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939), in welchen Italien stark involviert war (siehe Corpo Truppe Volontarie), wegen der als zu gering erachteten Geschwindigkeit abgesehen wurde – die Produktion war bereits im Sommer 1936 zugunsten modernerer Modelle nach der Fertigung von 154 Exemplaren (davon zwei Prototypen) eingestellt worden –, blieb die Ca.111 noch im Zweiten Weltkrieg beziehungsweise bis in die frühen 1940er Jahre hinein bei den italienischen Besatzungstruppen auf der Balkanhalbinsel als Transport- und Verbindungsflugzeug im Einsatz.
Darüber hinaus wurde die Ca.111 auch ins Ausland verkauft. So wurden mindestens zwölf Maschinen in den Jahren 1934/35 an Peru geliefert; vermutlich sechs oder sieben (?) weitere Exemplare gingen um 1935 an die Republik China beziehungsweise die Kuomintang. Die letztgenannten Maschinen kamen während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges (ab 1937) zum Einsatz, aber ihre Spur verlor sich in den Kriegswirren rasch. Die peruanischen Flugzeuge sollen hingegen teils bis ins Jahr 1944 genutzt worden sein.
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Besatzung | 3 |
| Passagiere | bis zu 7 (nur Zivilversion Ca.140) |
| Länge | 15,47 m |
| Spannweite | 19,68 m |
| Höhe | 3,75 m |
| Flügelfläche | 61,48 m² |
| Flügelstreckung | 6,3 |
| Leermasse | 3418 kg |
| max. Startmasse | 5418 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 277 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | 245 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 6700 m |
| Reichweite | 2250 km |
| Triebwerke | 1 × 18-Zylinder-Reihenmotor Isotta Fraschini Asso 750 R.C.35 mit 630 kW (ca. 860 PS) (in 3500 Metern Höhe) |
| Bewaffnung | bis zu 4 × 7,7-mm-Breda-SAFAT-Maschinengewehre bis zu 600 Kilogramm Bombenlast |