Cassen

Cassen
Cassen (Frankreich)
Cassen (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Landes (40)
Arrondissement Dax
Kanton Coteau de Chalosse
Gemeindeverband Terres de Chalosse
Koordinaten 43° 46′ N, 0° 52′ WKoordinaten: 43° 46′ N, 0° 52′ W
Höhe 15–65 m
Fläche 5,97 km²
Einwohner 624 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 105 Einw./km²
Postleitzahl 40380
INSEE-Code
Website www.cassen.fr

Pfarrkirche Saint-Martin

Cassen ist eine französische Gemeinde mit 624 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Dax und zum Kanton Coteau de Chalosse.

Der Name ist eine Ableitung des gascognischen Worts casse (deutsch Eichen).

Die Einwohner werden Cassenois und Cassenoises genannt.

Geographie

Die Gemeinde Cassen liegt ca. 20 Kilometer ostnordöstlich von Dax in der Landschaft Chalosse in der historischen Provinz Gascogne.

Umgeben wird Cassen von den Nachbargemeinden:

Saint-Jean-de-Lier Vicq-d’Auribat Onard
Louer Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Geours-d’Auribat
Gamarde-les-Bains

Cassen liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Einer seiner Nebenflüsse, der Louts, markiert die Grenze zur südlichen Nachbargemeinde Gamarde-les-Bains.

Geschichte

Der Fund von Armbändern aus Bronze, Pfeilspitzen aus Feuerstein und Kratzern im 19. Jahrhundert lässt eine Besiedelung des Landstrichs bereits in der Jungsteinzeit annehmen. Der Erdwall im Viertel Beylenx lässt auf eine frühere, mittelalterliche Motte schließen. 1243 kaufte der englische König Heinrich III. die Rechte über das Auribat vom Vicomte von Tartas, dem ersten Grundherrn von Cassen. Zu dieser Zeit gehörte Cassen zum Erzpriestertum von Laurède und zur Bailliage von Auribat. Die Vicomtes von Tartas behielten bestimmte Teile des Landes bis 1308, als Arnaud-Raymond de Tartas sie an seinen Schwiegervater, Amanieu VII. d’Albret, verkaufte. Die Plantagenets ihrerseits übergaben ihren Teil der Grundherrschaft vom Auribat an den Sohn Bernard Aiz V. d’Albret im Jahre 1340 als Belohnung für seine Dienste gegen den französischen König in der Frühzeit des Hundertjährigen Krieges. Das Auribat wurde ein Baronat.

Die Auseinandersetzungen über das Herzogtum zwischen dem Königreich England und der französischen Krone reihten sich bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts, dem Ende des Hundertjährigen Krieges, aneinander. In der Folgezeit standen sich in den Hugenottenkriegen protestantische und katholische Parteien gegenüber und sorgten für zahlreiche Zerstörungen in dieser Region, die nahe am Béarn liegt. Im August 1569 plünderten protestantische Truppen die Kirche von Cassen und steckten sie in Brand. Mit der Herrschaft des französischen Königs Heinrich IV. und seinem Edikt von Nantes 1598 kehrte für Cassen und seine Nachbardörfer der Friede ein. Im Jahre 1651 übergab König Ludwig XIV. das Herzogtum d’Albret an Frédéric-Maurice de La Tour d’Auvergne, dem Herzog von Bouillon, dessen Nachkommen die letzten Grundherren von Auribat bis zur Französischen Revolution sein sollten.

Das 18. Jahrhundert wurde durch einen Streit mit Vicq-d’Auribat über den Besitz und über die Rechte an zwei Ländereien bestimmt, das für eine Viehweide vorgesehen waren. Am 18. Januar 1859 wurde der Konflikt mit einer Teilung des umstrittenen Landes beigelegt. Im 18. Jahrhundert hielt der Mais Einzug in die Landwirtschaft und wurde Basisernährung für das Vieh, und die Menschen begannen, daraus ihr Brot zu backen. Der Mais wurde zum Hauptanbauprodukt, als der Weinbau fast vollständig mit dem Aufkommen des Mehltaus ab 1855 verschwand.

Einwohnerentwicklung

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen ersten Höchststand von rund 525. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1960er Jahren auf 335 Einwohner, bevor eine zeitweise starke Wachstumsphase einsetzte, die bis heute andauert.

Jahr196219681975198219901999200620102023
Einwohner361335342375339372446573624
EinwohnerJahr3003504004505005506001750180018501900195020002050Cassen
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Handel und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Der Tourismus wird unterstützt durch mehrere Ferienwohnungen, einem Campingplatz, zwei Ferienanlagen und mehrere Gästezimmer.

Landwirtschaft Fors...IndustrieBaugewe...Handel Trans...Öffentliche Verwaltung...Landwirtschaft Forstwirtschaft FischereiIndustrieBaugewerbeHandel Transport sonstige DienstleistungenÖffentliche Verwaltung Lehre Gesundheit Sozialwesen
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015
Gesamt = 104

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 47 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.

Sport und Freizeit

Drei Rundwege mit Längen von 6 km, 8,7 km und 12 km führen durch das Gebiet der Gemeinde.

Verkehr

Cassen ist erreichbar über die Routes départementales 10, 341 und 405.

Commons: Cassen (Landes) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Cassen. Conseil régional d’Aquitaine, archiviert vom Original am 9. September 2016; abgerufen am 10. Januar 2018 (französisch).
  2. ↑ Landes. habitants.fr, abgerufen am 16. Januar 2018 (französisch).
  3. ↑ Ma commune : Cassen. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 16. Januar 2018 (französisch).
  4. 1 2 3 Hervé Coudroy: Seconde partie : Cassen sous l’Ancien Régime (1180-1789). (PDF) Hervé Coudroy, abgerufen am 13. Dezember 2018 (französisch).
  5. ↑ Hervé Coudroy: Cassen en Auribat - Des origines à 1939. (PDF) Hervé Coudroy, abgerufen am 13. Dezember 2018 (französisch).
  6. ↑ Notice Communale Cassen. EHESS, abgerufen am 16. Januar 2018 (französisch).
  7. ↑ Populations légales 2006 Commune de Cassen (40068). INSEE, abgerufen am 24. Januar 2018 (französisch).
  8. ↑ Populations légales 2015 Commune de Cassen (40068). INSEE, abgerufen am 16. Januar 2018 (französisch).
  9. ↑ L’église. Gemeinde Cassen, abgerufen am 13. Dezember 2018 (französisch).
  10. ↑ Eglise Saint-Pierre. Observatoire du patrimoine religieux, abgerufen am 13. Dezember 2018 (französisch).
  11. ↑ Hébergement de tourisme. Gemeinde Cassen, abgerufen am 13. Dezember 2018 (französisch).
  12. ↑ Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Cassen (40068). INSEE, abgerufen am 24. Januar 2018 (französisch).
  13. ↑ École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, archiviert vom Original am 21. Februar 2018; abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. ↑ Circuits de randonnées. Gemeinde Cassen, abgerufen am 13. Dezember 2018 (französisch).