| Cassine | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Piemont | |
| Provinz | Alessandria (AL) | |
| Koordinaten | 44° 45′ N, 8° 32′ O | |
| Höhe | 190 m s.l.m. | |
| Fläche | 33,53 km² | |
| Einwohner | 2.811 (31. Dez. 2025) | |
| Fraktionen | Caranzano, Gavonata und Sant’Andrea | |
| Postleitzahl | 15016 | |
| Vorwahl | 0144 | |
| ISTAT-Nummer | 006043 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Cassinesi | |
| Schutzpatron | San Giacomo | |
| Website | www.comune.cassine.al.it | |
Cassine (piemontesisch Cassèini) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit 2811 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).
Die Gemeinde Cassine liegt 20 km südwestlich der Provinzhauptstadt Alessandria auf 190 m s.l.m. am orographisch rechten Ufer des Flusses Bormida. Mit den drei Fraktionen Caranzano, Gavonata und Sant’Andrea umfasst sie eine Fläche von 33,53 km².
Die Nachbargemeinden sind Alice Bel Colle, Castelnuovo Bormida, Gamalero, Maranzana, Mombaruzzo, Ricaldone, Rivalta Bormida, Sezzadio und Strevi.
Das Toponym ist in der Form Cassinae erstmals seit 991 belegt. Neben dem Plural taucht in seltenen Fällen auch der Singular als Caxina, in der Bedeutung eines Bauernhofes oder Weingutes, auf. Die letztere Variante ist nach Dante Olivieri im örtlichen Dialekt noch gebräuchlich. Auf die Variante Cassinum wird dagegen nur sporadisch zurückgegriffen.


In vorrömischer Zeit war die Gegend vom ligurischen Stamm Statielli besiedelt. Nach ihrer Niederwerfung durch die Römer im Jahr 173 v. Chr. wurde die Gegend um Cassine dem Municipium Aquae Statiellae angegliedert.
Als der Ort im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, war er ein Lehen des Bischofs von Acqui. Noch im 11. Jahrhundert bestätigten die Kaiser Heinrich II. und Heinrich III. den bischöflichen Besitz. 1164 belehnte Kaiser Friedrich I. Barbarossa den Markgrafen von Monferrat, Wilhelm V., mit Cassine, was aber nicht nur auf den Widerstand der Einwohner stieß, sondern auch auf den der dem Lombardenbund angehörenden Stadt Alessandria. Erst ein 1199 abgeschlossener Frieden beendete den Streit.
Nachdem Cassine dem Bündnis zwischen dem Markgrafen von Monferrat und der Republik Genua beitrat, wurde der Ort 1231 wurde von Soldaten der Stadt Alessandria gebrandschatzt. Sechs Jahre später mussten die Einwohner Alessandria gegenüber einen jährlichen Tribut zahlen. 1404 wurde die Siedlung von Facino Cane de Casale besetzt und 1451 folgte die Belagerung des mittlerweile befestigen Ortes durch den Markgrafen von Monferrat. 1556 wurde Cassine von den Truppen Karl V. und 1644 von den Franzosen besetzt. Im Jahr 1707 wurde es, wie viele andere Orte in der Gegend, den Herrschaftsgebieten der Savoyer angegliedert.
Cassine hat seit 1857 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Alessandria-San Giuseppe di Cairo. Der gemeinsame Bahnhof der Fraktionen Caranzano und Sant’Andrea wurde 2003 stillgelegt.

Im September findet seit 1991 in der Stadt das bekanntes mittelalterliches Kostümfest (Festa medioevale) statt.
In Cassine werden Reben für den Dolcetto d’Acqui, einen Rotwein mit DOC Status angebaut. Die Beeren der Rebsorten Spätburgunder und/oder Chardonnay dürfen zum Schaumwein Alta Langa verarbeitet werden. Die Muskateller-Rebe für den Asti Spumante, einen süßen DOCG-Schaumwein mit geringem Alkoholgehalt sowie für den Stillwein Moscato d’Asti wird hier ebenfalls angebaut. Aus der Rebsorte Brachetto wird der liebliche Schaumwein Brachetto d’Acqui hergestellt. In Cassine werden auch Reben der Sorte Barbera für den Barbera d’Asti, einen Rotwein mit DOCG Status angebaut.