Cenarchaeum

Cenarchaeum

„Ca. C. symbiosum“ (mit einer fluoreszierend markierten DNA-Sonde hellgrün gefärbt) mit Schwamm-Wirt; rot: umgebende Bakterien, die sich ebenfalls im Wirtsgewebe des Schwamms befinden.

Systematik
Reich: TACK-Superphylum (Thermoproteati)
Stamm: Thermoproteota
Klasse: „Thaumarchaeen“ (Nitrososphaeria)
Ordnung: Nitrosopumilales
Familie: Nitrosopumilaceae
Gattung: Cenarchaeum
Wissenschaftlicher Name
„Candidatus Cenarchaeum“
DeLong & Preston 1996
Der Schwamm Axinella polypoides aus derselben Gattung wie A. mexicana, der Wirt von „Ca. C. symbiosum“

„Candidatus Cenarchaeum“ ist eine monotypische Kandidatengattung von Archaeen in der Familie Nitrosopumilaceae Klasse Nitrososphaeria („Thaumarchaeen“).

Die Taxonomie des National Center for Biotechnology Information (NCBI) stellt die Gattung in eine eigene Familie „Ca. Cenarchaeaceae“, und diese in die eigene Ordnung „Ca. Cenarchaeales“ eines Phylums Nitrososphaerota (früher „Thaumarchaeota“).

Abgesehen davon ist die Zugehörigkeit zum Reich Thermoproteati (früher „TACK-Superphylum“) unbestritten.

Die Gattung gilt derzeit (Mitte Juli 2025) als monotypisch, einzige Art (Spezies) ist „Ca. Cenarchaeum symbiosum“; die Genome Taxonomy Database (GTDB) stellt derzeit allerdings noch eine einzige weitere Spezies mit der provisorischen Bezeichnung Cenarchaeum sp958295735 aus der Metagenomik gegenüber (weitere Arten aus der Metagenomik werden dort inzwischen in eine eigene Gattung gestellt).

Der marinen Archaeen der Spezies „Ca. Cenarchaeaceae symbiosum“ sind psychrophil (kälteliebend) und leben in Meeresschwämmen, die Art wurde zuerst als ein wichtiger symbiotischer Mikroorganismus (Endosymbiont) im Schwamm Axinella mexicana gefunden. Die Art wurde in geringeren Mengen in den Weltmeeren ubiquitär nachgewiesen, ist aber in einigen Gattungen von Meeresschwämmen eines der häufigsten Mitglieder ihres Mikrobioms. Genom-Sequenz und Diversität der Art bzw. Gattung wurden eingehend untersucht, dazu gehören ihre spezifischen Stoffwechselprodukte und ihre Rolle bei der Ammoniakoxidation gefunden wurden.

Genom

Die Länge des Genoms von „Ca. C. symbiosum“ wird auf 2,02 Millionen Basenpaare (bp) geschätzt, mit einer voraussichtlichen Anzahl von 2011 Genen.

Ökologie

A. mexicana, Detailaufnahme

„Ca. Cenarchaeum symbiosum“ ist ein psychrophiler (kälteliebender) Organismus, der in der Lage ist, bei niedrigen Temperaturen zu überleben und sich zu vermehren; diese liegen die normalerweise zwischen 7 und 19 °C. „Ca. C. symbiosum“ geht eine symbiotische Beziehung mit bestimmten Schwammarten ein, die in der Regel in einer Tiefe von 10–20 Metern leben, typischerweise der Küste Kaliforniens.

Artenliste

Der Schwamm Agelas oroides, Wirt für „C. sp958295735“

Die gegenwärtig akzeptierte Taxonomie basiert auf der List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN), sowie dem National Center for Biotechnology Information (NCBI), mit Ergänzungen gemäß der Genome Taxonomy Database (GTDB) und der Global Biodiversity Information Facility (GBIF) – Stand 20. Juli 2025:

Gattung „Ca. Cenarchaeum“ DeLong & Preston 1996(L,N,G)

Verschiebungen in die Gattung mit provisorischer Bezeichnung JAHRAL01 (innerhalb der Familie, nach der GTDB):


(G) – Genome Taxonomy Database
(I) – Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
(L) – List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (DSMZ)
(N) – Taxonomie des National Center for Biotechnology Information

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 LPSN: Genus "Candidatus Cenarchaeum" DeLong and Preston 1996.
  2. 1 2 3 4 5 GTDB: Cenarchaeum.
  3. 1 2 3 4 5 See the NCBI webpage on Cenarchaeum. Data extracted from the NCBI taxonomy resources. National Center for Biotechnology Information, abgerufen am 19. März 2007 (englisch).
  4. 1 2 Christina M. Preston, Ke Ying Wu, Tadeusz F. Molinski, Edward F. DeLong: A psychrophilic crenarchaeon inhabits a marine sponge: Cenarchaeum symbiosum gen. nov., sp. nov. In: PNAS. 93. Jahrgang, Nr. 13, 25. Juni 1996, S. 6241–6246, doi:10.1073/pnas.93.13.6241, PMID 8692799, PMC 39006 (freier Volltext), bibcode:1996PNAS...93.6241P (englisch).
  5. ↑ Cenarchaeum symbiosum (Cenarchaeum symbiosum) Genome Browser Gateway. In: Genome Browser Gateway. Archiviert vom Original am 24. März 2012; abgerufen am 25. Mai 2011 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. 1 2 GBIF: Cenarchaeum Preston, Wu, Molinski & De Long, 1996.
  7. ↑ Bettina Glasl, Heidi M. Luter, Katarina Damjanovic, Katharina Kitzinger, Anna J. Mueller, Leonie Mahler, Joan Pamela Engelberts, Laura Rix, Jay T. Osvatic, Bela Hausmann, Joana Séneca, Holger Daims, Petra Pjevac, Michael Wagner: Co-occurring nitrifying symbiont lineages are vertically inherited and widespread in marine sponges. In: The ISME Journal Band 18, Nr. 1, 8. Januar 2024, S. wrae069; doi:10.1093/ismejo/wrae069, PMC 11812461 (freier Volltext), PMID 38676557 (englisch).
  8. 1 2 3 NCBI Genome assembly: GCA_958295735.1. BioSample: SAMEA112878459.