Der Verwaltungssitz des Neunkirchener Amtes befand sich in Neunkirchen am Brand. In der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts wurde für die Unterbringung der Verwaltung im Bereich des damaligen Klosterhofes ein Amtshaus errichtet.
Das für das Neunkirchener Amt zuständige Oberamt Marloffstein war eine Mittelbehörde, die ausschließlich repräsentative Tätigkeiten wahrnahm und weder Jurisdiktions- noch Verwaltungsaufgaben ausübte. Zu den repräsentativen Aufgaben zählten beispielsweise die Begrüßung von Gästen oder das Geleit von auswärtigen Standespersonen, die das Amtsgebiet durchreisten. Darüber hinaus nahm der Oberamtmann keinerlei Amtspflichten wahr. Er residierte im Amtsschloss von Marloffstein.
Vogteiamt
Das Vogteiamt Neunkirchen war eines der 54Vogteiämter des Hochstifts Bamberg. Sein Vogteibezirk umfasste folgende Dorfmarkungen und Ortschaften:
Das Centamt Neunkirchen war eines der 29Centämter des Hochstiftes Bamberg. Sein Hochgerichtsbezirk umfasste folgende Dorfmarkungen und Ortschaften:
Baad, Bräuningshof, Bremenhof (Ausübung der Vogtei durch das Landalmosenamt Nürnberg),, Dormitz, Ebersbach, Erleinhof, Ermreuth (Ausübung der DGH durch die Freiherrn von Künßberg), Gleisenhof (Limitierte Cent und Ausübung der DGH durch die Freiherrn von Künßberg), Großenbuch (Limitierte Cent und Ausübung der DGH durch die Freiherrn von Künßberg), Hetzles, Honings, Igelsdorf, Kleinsendelbach, Langenbruckermühle, Langensendelbach, Marloffstein, Minderleinsmühle (Ausübung der DGH durch die Freiherrn von Egloffstein-Kunreuth), Neubau, Neunkirchen am Brand, Neusleshof (Ausübung der Vogtei durch das Landalmosenamt Nürnberg), Pommer (Ausübung der DGH durch das Landalmosenamt Nürnberg), Poxdorf, Riegelsmühle, Rödlas, Saarmühle (Limitierte Cent der Freiherrn von Künßberg), Sendelbacher Mühle, Schellenberg, Schneckenhof (Ausübung der Vogtei durch das Landalmosenamt Nürnberg), Steinbach und Wellucken.
Steueramt
Das Steueramt Neunkirchen war eines der 46Steuerämter des Hochstiftes Bamberg. Der räumliche Zuständigkeitsbereich des Steueramtes war deckungsgleich mit dem des Neunkirchener Vogteiamtes.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Amtes für das Hochstift Bamberg war leicht unterdurchschnittlich, am Ende des 17.Jahrhunderts wurde es daher als Amt I. Klasse (von 5) geführt. Die Steuererträge des Steueramtes betrugen in der Amtszeit von Peter Philipp von Dernbach (1672–1683) durchschnittlich 3909 und in der Amtszeit von Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683–1693) nur noch 1907 Fränkische Gulden pro Jahr.
Kastenamt
Das Kastenamt Neunkirchen war eines der 24Kastenämter des Hochstiftes Bamberg.
Hermann Caspary:Staat, Finanzen, Wirtschaft und Heerwesen im Hochstift Bamberg (1672–1693). Selbstverlag des Historischen Vereins Bamberg, Bamberg 1976, ISBN 3-87735-083-6.
Claus Fackler:Stiftsadel und geistliche Territorien 1670–1803. Eos Verlag, 2007, ISBN 978-3-8306-7268-5.
Johann Georg Prändel:Die pfalzbairische Provinz in Schwaben, die beiden Fürstenthümer Bamberg und Würzburg, und das Herzogthum Berg enthaltend. In: Erdbeschreibung der gesammten pfalzbairischen Besitzungen: mit steter Hinsicht auf Topographie, Geschichte, physische Beschaffenheit, Land- und Staatswirthschaft. Uhlmannsche Buchhandlung, Amberg 1806.
Hochstift Bamberg (Hrsg.):Bamberger Hof-Staats- und Standskalender für das Jahr 1796. Bamberg 1796.
Herbert Popp, Klaus Bitzer, Halk Thomas Porada:Die Fränkische Schweiz. Hrsg.: Sebastian Lentz, Bernhard Müller (=Landschaften in Deutschland). Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar 2019, ISBN 978-3-412-51535-5.
Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.):Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (=Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5.
12Die Fränkische Schweiz. In: Landschaften in Deutschland. S.66, "Die territoriale Differenzierung der fränkischen Schweiz am Ende des Alten Reiches (1792)".
1234Bamberger Hof-Staats- und Standskalender für das Jahr 1796. S.152 (google.de[abgerufen am 31.Mai 2020]).
1234Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.):Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (=Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S.712.
↑Bamberger Hof-Staats- und Standskalender für das Jahr 1796. S.153 (google.de[abgerufen am 31.Mai 2020]).