| Ceuta | |||||
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| Bezeichnungen | |||||
| spanisch: | Ciudad Autónoma de Ceuta | ||||
| Basisdaten | |||||
| Land: | |||||
| Fläche: | 18,5 km² | ||||
| Einwohner: | 83.595 (Stand: 2025) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 4519 Einw./km² | ||||
| Ausdehnung: | Nord–Süd: ca. 5 km West–Ost: ca. 8 km | ||||
| ISO-3166-2-Code: | ES-CE | ||||
| Website: | www.ceuta.es | ||||
| Politik und Verwaltung | |||||
| Autonomie seit: | 14. März 1995 | ||||
| Präsident: | Juan Jesús Vivas (PP) | ||||
| Vertretung in den Cortes Generales: |
Kongress: 1 Sitze Senat: 2 Sitze | ||||
| Karte | |||||
Ceuta (Aussprache [ˈθeu̯ta], arabisch سبتة, DMG Sabta; marokkanisches Tamazight ⵙⴰⴱⵜⴰ) ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste und der Straße von Gibraltar mit 83.595 Einwohnern (Stand: 2025). Seit 1995 haben Ceuta und Melilla innerhalb des spanischen Staates den Status einer autonomen Stadt (ciudad autónoma), der ihnen einige der Befugnisse einer autonomen Gemeinschaft verleiht.
Ceuta gehört als spanische Exklave zur Europäischen Union, nicht aber zur NATO und ist Gegenstand weiterer Sonderregelungen. Insbesondere ist es gemäß dem Unionszollkodex vom Zollgebiet der Union ausgenommen. In Ceuta als Exklave gelten außerdem nicht die Regelungen des Schengen-Raums. Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um illegale Einwanderung in die EU zu verhindern. Laut Artikel 41 des Schengener Grenzkodex besteht eine Sonderregelung: Bei der Ausreise in Richtung des spanischen Festlands oder in andere Schengen-Staaten auf den einzigen möglichen Wegen, dem See- oder Luftweg, werden Identitäts- und Dokumentenkontrollen durchgeführt. Eine eventuelle illegale Einreise in Ceuta ermöglicht also keine Weiterreise in den Schengen-Raum. Marokkanische Staatsangehörige, die nicht in den Provinzen Tétouan oder Nador wohnhaft sind und sich ausschließlich nach Ceuta begeben möchten, benötigen ein Visum, das auf das Gebiet der Stadt beschränkt ist und zu mehreren Ein- und Ausreisen berechtigen kann. Für die Exklave Melilla gelten vergleichbare Regeln.


Ceuta war seit dem Jahr 1415 zunächst in portugiesischem und später in spanischem Besitz; auch nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieb Ceuta (ebenso wie Melilla) spanisch. Von marokkanischer Seite wird der Gebietsanspruch auf die beiden Städte grundsätzlich betont, konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung wurden aber nicht unternommen.
Die 18,5 Quadratkilometer große spanische Exklave liegt auf der Spitze einer Halbinsel der westlichen Mittelmeerküste Marokkos. Das Gebiet hat eine Landgrenze mit Marokko und ist etwa 21 Kilometer Seeweg von der Iberischen Halbinsel entfernt. Die Fährverbindung nach Algeciras dauert ca. eine Stunde. Die nächste größere Stadt auf marokkanischem Boden ist das etwa 40 Kilometer südlich gelegene Tétouan.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1877 | ca. 10.500 |
| 1910 | ca. 24.000 |
| 1940 | ca. 59.000 |
| 1960 | 73.182 |
| 1970 | 67.187 |
| 1981 | 70.864 |
| 1991 | 73.208 |
| 2001 | 75.694 |
| 2011 | 82.376 |
| 2016 | 84.519 |
| 2025 | 83.595 |
Die erste Volkszählung fand 1877 statt.
Im Jahr 2006 war eine Hälfte der Einwohner christlichen, die andere Hälfte muslimischen Glaubens.

„Sieben Brüder“ war der antike Name des Bergmassivs Jebel Musa. Aus der Ortsbezeichnung „Zu den sieben Brüdern“ entstand als romanische Lehnübersetzung Ad Septem Fratres und daraus die Kurzformen Septem und später Septa. Daran angelehnt lautet der Name im Arabischen Sabta.

Die Geschichte der Stadt begann mit den Griechen. Es ist aber nicht gesichert, ob an der Stelle des heutigen Ceuta dauerhaft Siedlungen bestanden. Die Griechen nannten den Ort Επτά Αδέλφια Heptá Adélphia, deutsch ‚Sieben Brüder‘, was sich auf sieben Berge der Umgebung bezieht. Im Jahr 319 v. Chr. übernahmen die Karthager die Stadt.
Nach dem Zweiten Punischen Krieg wurde Ceuta als Septem Fratres römisch, und die Einwohner erhielten das römische Bürgerrecht. Ceutas strategische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs, und die Stadt wurde – neben dem konkurrierenden Tingis (= Tanger) – zur bedeutendsten der römischen Provinz Mauretania Tingitana.
Im Jahre 429 eroberten Vandalen die Stadt. 534 fiel sie an das Byzantinische Reich als Nachfolger des Römischen Reiches. 616 wurde sie von den Westgoten erobert. Im frühen 8. Jahrhundert soll in Ceuta möglicherweise noch ein byzantinischer Statthalter fungiert haben (siehe Julian), doch nahmen schließlich die Araber und die mit ihnen verbündeten Berberstämme die Stadt ein. In der Folgezeit (ca. 9.–11. Jahrhundert) unterstand Ceuta den spanischen Umayyaden als Teil des iberischen Al-Andalus sowie den berberischen Almoraviden, Almohaden und Meriniden (kurzzeitig auch den tunesischen Hafsiden).
Am 21. August 1415 eroberten die Truppen des portugiesischen Königs Johann I. in einer großangelegten Militäraktion die Stadt im Rahmen der Reconquista. Für Portugals Ambitionen, den Seeweg nach Indien zu finden, war der Ort strategisch eher unbedeutend.
1578 starb der junge König Sebastian I. von Portugal in der Schlacht von Alcácer-Quibir und blieb ohne direkte Nachkommen. Durch die damit verbundene Änderung der Erbfolge fiel Ceuta 1580 zusammen mit dem Mutterland an die spanische Krone (Personalunion).
1640 erklärte sich Portugal wieder für unabhängig, was heftigen politischen Streit auslöste. Nach zwei militärischen Niederlagen im Restaurationskrieg erkannte Spanien im Frieden von Lissabon (1668) die Unabhängigkeit Portugals an.
1668 wurden Ceuta und die Isla Perejil im Rahmen des Friedensvertrages von Lissabon von Portugal an Spanien abgetreten. Das Stadtwappen Ceutas blieb jedoch bis auf den heutigen Tag identisch mit dem Staatswappen Portugals.
Die heutigen Grenzen wurden 1860 nach dem Spanisch-Marokkanischen Krieg im Friedensvertrag von Tétouan festgelegt. Daher wurde Ceuta 1912 auch nicht Teil des spanischen Protektorats in Marokko, sondern blieb als Plaza de soberanía direkt der spanischen Regierung unterstellt. Da die Stadt nicht Teil des Protektorats war, blieb sie auch nach der marokkanischen Unabhängigkeit (1956) Teil von Spanien. Bis zum 14. März 1995 gehörte Ceuta zur Provinz Cádiz. Seither ist sie eine „autonome Stadt“ (Ciudad autónoma) und genießt ähnliche Rechte wie die autonomen Gemeinschaften des Mutterlandes. Letzteres gilt auch für Melilla.

Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern. 1995 wurde die Grenzanlage erweitert und 2005 der Zaun von drei auf sechs Meter erhöht. Die gesamte Anlage ist (Stand 2008) 24 km lang. Seit 2005 kam es immer wieder zu kritischen Situationen, bei denen große Menschengruppen versuchten, den Zaun zu überwinden. Mehrfach konnten dabei Hunderte bis Tausende Flüchtlinge die Grenzanlagen überwinden, wobei zumeist anschließend eine Abschiebung der Migranten zurück nach Marokko erfolgte. 2005 wurden fünf Menschen beim Versuch, die Absperrung zu überwinden, erschossen. Hierfür wiesen sich Marokko und Spanien gegenseitig die Verantwortung zu.
Am 6. Februar 2014 schoss die Guardia Civil mit Gummigeschossen auf Menschen aus Subsahara-Afrika, als sie schwimmend den Strand von Tarajal zu erreichen versuchten. Infolgedessen ertranken 14 Personen. Die spanische Regierung räumte zwar ein, dass Gummigeschosse eingesetzt worden seien, bestritt aber einen Zusammenhang mit den Todesfällen. Im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 geriet Ceuta zunehmend in den Fokus der internationalen Politik, da Migranten aus Afrika in großer Zahl versuchten, die Grenzzäune um die Stadt zu überwinden, um ein Aufenthaltsrecht in der Europäischen Union zu erlangen.
Im Mai 2021 gelangten Tausende Flüchtlinge nach Ceuta, indem sie durch das Meer schwammen. Zuvor hatten stets marokkanische Polizisten die Wassergrenze bewacht. Der Rückzug der marokkanischen Sicherheitskräfte wurde offenbar von Marokkos König Mohammed VI. angeordnet, der die Migrationspolitik offenbar regelmäßig benutzt, um Druck auf Spanien und Europa auszuüben.
2021 wurden rund 55 marokkanische Minderjährige ohne individuelles Asylverfahren direkt nach Marokko zurückgeschickt. Dieses Verfahren war nach Auffassung eines spanischen Gerichts illegal, das daraufhin die Verantwortlichen der Regionalregierung mit einer mehrjährigen Ämtersperre belegte.
Ende Juli 2026 schwammen erneut innerhalb weniger Tage zahlreiche Migranten von der marokkanischen Seite nach Ceuta. Die meisten kamen am 30. Juli. Der Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte am 31. Juli mittags, es seien inzwischen 60.000 Menschen von Marokko nach Ceuta gelangt. Das spanische Innenministerium nannte später eine etwas niedrigere Zahl von etwa 50.000. Zeitweise brach die Grenzkontrolle wegen Überlastung zusammen, die Aufnahmezentren waren überfüllt. Regionalpräsident Vivas hatte nach eigenen Angaben bereits mehrere Tage zuvor die Zentralregierung vor einem Einreisestrom nach Ceuta gewarnt und sie aufgerufen, aus Gründen der nationalen Sicherheit den Notstand zu verhängen. Außerdem bat er um die Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und der Armee. Die Ausrufung eines nationalen Notstands lehnte Madrid ab, entsandte aber Armeeeinheiten nach Ceuta. Auch Spezialeinheiten der Polizei wurden aufgestockt, um der Guardia Civil zu helfen, die Sicherheit in der Stadt aufrechtzuerhalten. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte ebenfalls die Bereitschaft, Spanien unter anderem durch Frontex zu unterstützen.
Eine mögliche Erklärung für die Entwicklung im Sommer 2026 war ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli. Wer beim Versuch, Ceuta schwimmend zu erreichen, im Meer aufgegriffen wird, darf demnach nicht unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden, sondern es muss ein reguläres ausländerrechtliches Verfahren erfolgen. Unmittelbare Abschiebungen ohne Verfahren sind nur erlaubt, wenn Migranten Absperrungen an der Grenze überwunden haben. Das spanische Innenministerium warf Schleusernetzwerken vor, das Urteil auszunutzen. Politische Beobachter vermuteten, Marokko habe die Situation mehr oder weniger absichtlich herbeigeführt als Reaktion auf einen Staatsbesuch des spanischen Ministerpräsidenten Sánchez im mit Marokko verfeindeten Algerien am 20. Juli 2026.
Marokko und Spanien vereinbarten, die illegal eingedrungenen Migranten so schnell wie möglich zurückzuschicken. Am Abend des 31. Juli verlautbarte das spanische Innenministerium, es befänden sich nur noch 1.700 der etwa 50.000 nach Ceuta gekommenen Migranten dort, bis 18 Uhr habe es mehr als 48.300 Abreisen gegeben. Wegen der kaum vorhandenen Aussichten auf eine Weiterreise nach Europa sowie wegen fehlender Versorgung seien sie freiwillig zurückgekehrt. EU-Migrationskommissar Brunner sagte am 1. August: „Keine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland überschritten.“ Am 6. August erklärte Regionalpräsident Vivas im spanischen Fernsehen, 72.000 Migranten seien wieder nach Marokko zurückgekehrt, die Lage in der Stadt sei aber nach wie vor „am absoluten Limit“. Ministerpräsident Sánchez kündigte die Anbringung von Bojen im Meer vor der Wellenbrechermole von Ceuta an. Damit werde eine sichtbare physische Sperre im Wasser geschaffen, die dem Urteil des Obersten Gerichtshofs entsprechend künftig wieder Sofortrückführungen direkt ab der Grenze ermögliche. Mindestens 100 Menschen sollen beim Weg übers Meer ums Leben gekommen sein. Am 9. August versammelten sich Tausende Einwohner aller Religionsgruppen der Stadt an der Plaza de la Constitución, um gegen die schwierige Lage vor Ort zu demonstrieren, indem sie u. a. skandierten: „Es reicht!“, „Sánchez Rücktritt!“ und „Ceuta ergibt sich nicht!“. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft UGT.
Zwei Wochen nach Beginn der Krise sprachen spanische Regierungsvertreter von 5.000 noch verbleibenden Migranten, der Regionalpräsident von Ceuta von bis zu 12.000. Darunter waren Minderjährige und Personen aus Konfliktzonen auf der Suche nach politischem Asyl. Angesichts falscher Gerüchte über eine angeblich zum 15. August zu erwartenden Grenzöffnung setzte Spanien Hunderte Sicherheitskräfte und das Militär ein. Im Zuge der illegalen Einreisewelle kam es auch zu sexuellen Übergriffen von Marokkanern auf Migrantinnen, die von den örtlichen Gerichten bereits verurteilt wurden, sowie zu Massenschlägereien mit Messern und Stöcken, bei denen in einem Fall die Einwohner intervenieren mussten, um einen Lynchmord zu verhindern.
Seit 1995 hat Ceuta den Status einer „autonomen Stadt“ (ciudad autónoma), der ihr einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht.
Alcalde-presidente der „autonomen Stadt“ ist seit 2001 Juan Jesús Vivas (PP).
Die Asamblea de Ceuta hat 25 Mitglieder, zuletzt wird 2025 gewählt. Als Vertretung in den Cortes Generales hat Ceuta im Kongress 1 Sitz, im Senat 2 Sitze.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige im Primärsektor sind die Fischzucht in Aquakulturen und die Fischverarbeitung – Landwirtschaft gibt es auf dem Gebiet der Exklave nicht. In der Vergangenheit spielte auch der Bausektor eine bedeutende Rolle, doch seit etlichen Jahren stagniert das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und damit auch die Bauindustrie. Vom Freihafen aus werden vor allem in der Umgebung von Tétouan weiterverarbeitete Nordseekrabben sowie Fisch und Obst exportiert. Der grenzüberschreitende Handel sowie finanzielle Transfers vom spanischen Festland oder der restlichen EU sind weitere wirtschaftliche Stützen der Stadt. Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist der Euro, doch werden in vielen Geschäften auch marokkanische Dirhams sowie Britische Pfund, US-Dollar u. ä. angenommen.
Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Ceuta einen Index von 97 (EU-27:100) (2006). Im Jahr 2025 betrug die Arbeitslosenquote 24,3 % und gehört damit zu den höchsten innerhalb der Europäischen Union.
Bis 1958 besaß Ceuta mit der Bahnstrecke Ceuta–Tétouan eine Bahnverbindung nach Marokko.
Das historische Zentrum von Ceuta wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingelistet.




Söhne und Töchter der Stadt:
Koordinaten: 35° 53′ N, 5° 18′ W