Chantal Leblanc

Chantal Leblanc (* 2. Februar 1945 in Lille; † 30. April 2015 in Abbeville) war eine französische Politikerin der Parti communiste français (PCF). Von 1978 bis 1981 gehörte sie als Abgeordnete des Départements Somme der französischen Nationalversammlung an und saß dort in der kommunistischen Fraktion.

Politischer Aufstieg und Nationalversammlung

Leblancs parlamentarisches Mandat begann am 19. März 1978 und endete am 22. Mai 1981; sie gehörte damit der sechsten Legislaturperiode der Fünften Republik an. Über ihre eigentliche Mandatszeit hinaus blieb besonders ein Vorgang aus dem Jahr 1978 in Erinnerung, als sie als kommunistische Abgeordnete das Tragen einer Hose im Plenarsaal durchsetzte. Bis dahin hatten Saaldiener der Nationalversammlung für sich in Anspruch genommen, weiblichen Abgeordneten im Kontext des Pariser Hosenverbots Hosen untersagen zu können; Leblanc setzte sich über diese Praxis hinweg und trug 1978 als erste Abgeordnete dort eine Hose. Der Vorgang wurde später als Teil der breiteren Geschichte verstanden, in der sich der Hosenanzug für Frauen von einem gesellschaftlich und politisch umkämpften Kleidungsstück zu selbstverständlicher Alltags- und Berufskleidung entwickelte.

Kommunal- und Regionalpolitik

Nach ihrer Zeit in der Nationalversammlung blieb Leblanc in der Politik der Picardie und in Abbeville aktiv. Bei den Kantonalwahlen 1994 trat sie im Kanton Abbeville-Sud für die PCF an; sie war zu diesem Zeitpunkt zugleich als Regionalrätin und stellvertretende Bürgermeisterin tätig. Im ersten Wahlgang erhielt sie dort 1.069 Stimmen und lag damit hinter dem sozialistischen Amtsinhaber Guy Dovergne. Ihre politische Bedeutung auf regionaler Ebene zeigte sich erneut nach den Regionalwahlen von 1998, als die Sozialistische Partei der PCF die Präsidentschaft der Picardie mit Leblanc als vorgesehener Kandidatin anbot. Der Vorschlag stand im Zusammenhang mit Verhandlungen innerhalb der pluralen Linken über die Verteilung regionaler Führungsämter nach den Wahlen.

Öffentliche Wahrnehmung und Erinnerung

Leblanc starb am 30. April 2015 im Alter von 70 Jahren in Abbeville. In einem Nachruf bezeichnete der Courrier picard die frühere Abgeordnete als „Porte-parole des sans“, womit ihre Wahrnehmung als Fürsprecherin gesellschaftlich benachteiligter Menschen zusammengefasst wurde. In Abbeville trägt ein Platz ihren Namen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Chantal Leblanc. In: Assemblée nationale. Abgerufen am 13. September 2026 (französisch).
  2. 1 2 3 Comment le pantalon a pris le pouvoir. In: Le Point. 19. August 2010, abgerufen am 13. September 2026 (französisch).
  3. 1 2 3 Résultats du premier tour des élections cantonales Somme (23). In: Le Monde. 22. März 1994, abgerufen am 13. September 2026 (französisch).
  4. 1 2 Régions, la bataille des présidences : Le PS définit sa stratégie. In: La Dépêche du Midi. 18. März 1998, abgerufen am 13. September 2026 (französisch).
  5. ↑ PICARDIE MARITIME « Porte-parole des sans », l’ex-députée Chantal Leblanc est décédée. In: Courrier picard. 1. Mai 2015, abgerufen am 13. September 2026 (französisch).
  6. ↑ Quartier Soleil Levant Bouleaux Platanes. In: Ville d’Abbeville. Abgerufen am 13. September 2026 (französisch).
Personendaten
NAME Leblanc, Chantal
KURZBESCHREIBUNG französische Politikerin der Parti communiste français (PCF)
GEBURTSDATUM 2. Februar 1945
GEBURTSORT Lille
STERBEDATUM 30. April 2015
STERBEORT Abbeville