Charles Mopsik (geboren 2. September 1956 in Paris (12. Arrondissement); gestorben 13. Juni 2003 in Villejuif) war ein französischer Judaist, Autor und Übersetzer, der sich mit der Kabbala und der jüdischen Mystik beschäftigte und zu deren wissenschaftlicher Erforschung beitrug. Als Mitarbeiter des Centre national de la recherche scientifique (CNRS) förderte er maßgeblich die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der jüdischen Mystik in Frankreich und machte sie einem breiteren Publikum zugänglich.
Mopsik wurde 1956 im 12. Arrondissement von Paris als Sohn der sephardischen Jüdin Arlette Salfati (1927–1999) und des aschkenasischen Juden Adolphe Mopsik (1913–2002) geboren.
Mopsik gehörte zu den wichtigen Vertretern der Erneuerung der jüdischen Studien in Frankreich Ende der 1970er-Jahre, die auch philosophische Impulse setzte. 1979 gründete er beim Verlag Éditions Verdier die Buchreihe Les dix paroles (Die zehn Worte). Als erster Band erschien eine Ausgabe von Maimonides Führer der Unschlüssigen. Darauf folgte eine Übersetzung des aramäischen Textes des Buches Genesis (Bereschit, hebräisch בְּרֵאשִׁית ‚Im Anfang‘) aus dem Sefer ha-Sohar.
Mopsik war Schüler von Jean Zacklad, der ihn in die Kabbala einführte. Zacklad selbst war vom Rabbiner Levi Saadia Nahmani (1921–1995) in die kabbalistische Tradition eingeführt worden. Mopsik spezialisierte sich auf die Erforschung jüdischer mystagogischer und theurgischer Traditionen, die sich seit dem 12. und 13. Jahrhundert in Spanien und der Provence entwickelt hatten.
1987 promovierte Mopsik an der Universität Paris I im Fach Philosophie. Seine von Pierre Thillet, einem Spezialisten für die peripatetische Tradition, betreute Dissertation trug den Titel Recherches autour de la Lettre sur la sainteté. Sources, texte, influences (deutsch: Forschungen zum Brief über die Heiligkeit: Quellen, Text und Einflüsse).
Als Übersetzer, Historiker und Forscher trug Mopsik wesentlich zur Erforschung der Kabbala bei.
Er starb 2003 im Alter von 46 Jahren nach schwerer Krankheit. Nach seinem Tod wurde die „Association Charles Mopsik“gegründet, die sein Andenken bewahren und sein Werk fördern soll. Die „Association Charles-Mopsik“ wurde am 29. April 2004 in Paris angemeldet und am 12. Juni 2004 im „Journal officiel des associations et fondations d’entreprise“ veröffentlicht. Als Vereinssitz ist die Adresse von Aline Mopsik, geborene Halimi, der Witwe von Charles Mopsik, angegeben. Beide waren seit 1979 verheiratet. Gemeinsam mit Charles veröffentlichte sie 1996 das Jugendbuch L’homme qui ne mourut jamais und im Jahre 1997 wirkte sie an Les Visiteurs du ciel mit, insbesondere am Abschnitt über das Judentum. Zudem war sie zwischen 2001 und 2003 an audiovisuellen Dokumentationen über jüdische Mystik beteiligt. Das Paar hatte drei Kinder Milca (1983), Naomie (1985) und Hodia (1987).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mopsik, Charles |
| ALTERNATIVNAMEN | Mopsiq, Šarl; מופסיק, שרל hebräische Schreibweise |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Judaist, Übersetzer, Autor |
| GEBURTSDATUM | 2. September 1956 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 13. Juni 2003 |
| STERBEORT | Villejuif |