| Chorulla Chorula | ||
|---|---|---|
| ? Hilfe zu Wappen |
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Krapkowice | |
| Gmina: | Gogolin | |
| Geographische Lage: | 50° 32′ N, 17° 57′ O | |
| Höhe: | 160 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 612 (2011) | |
| Postleitzahl: | 47-316 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OKR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 423 Opole–Kędzierzyn-Koźle | |
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Chorulla (polnisch Chorula []) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Gogolin im Powiat Krapkowicki der Woiwodschaft Opole in Polen.

Das Angerdorf Chorulla liegt acht Kilometer nordwestlich von Gogolin, acht Kilometer nördlich von Krapkowice (Krappitz) und 15 Kilometer südlich von Opole in der Schlesischen Tiefebene am rechten Ufer der Oder.
Nachbarorte von Chorulla sind im Norden Konty (Kąty Opolskie), im Osten Goradze (Górażdże) und im Süden Mallnie (Malnia). Auf der gegenüberliegenden Oderseite liegt Dąbrówka Górna (Dombrowka a./Oder).


Bereits in der Mittelsteinzeit, die etwa um 4000 v. Chr. endet, siedelten bei Chorulla Menschen, wie reichhaltige Funde von Steingeräten beweisen. Für die Jüngere Steinzeit bis etwa 2000 v. Chr. sind zwar Werkzeuge als Beweise menschlicher Behausungen bisher nicht gefunden worden, aber etliche Siedlungsplätze. Von 1200 bis 600 v. Chr. siedelten bei Chorulla die sogenannten Illyrer – so genannt wegen ihrer rassischen Verwandtschaft mit den gleichzeitig in Illyrien lebenden Völkern.
Um 400 n. Chr. begann die Besiedlung des späteren Herzogtums Oberschlesien durch die Germanen, die dem Volksstamm der Vandalen angehörten. Von 400 bis 600 n. Chr. lebten diese Völker auch in der Gegend von Chorulla, was durch reichhaltige Funde nachgewiesen ist. Nach der allgemeinen historischen Annahme müssten nun von etwa 600 an slawische Funde nachweisbar sein, doch ist dies in ganz Oberschlesien nicht der Fall. Tatsächlich gibt es slawische Funde erst ab dem 9. Jahrhundert, und diese sind seit etwa 1100 stark untermischt mit germanischen Fundstücken. Im 14. Jahrhundert waren bereits deutsche Töpferwaren in Chorulla im Gebrauch, wie einige gefundene Scherben beweisen.
Erst ab dem 13. Jahrhundert gibt es zu den Besitzern des Dorfes Chorulla einige erste urkundliche Nachweise, wobei die jeweiligen Besitzer sich üblicherweise nach ihrem Besitz nannten bzw. genannt wurden:
Etwas zusammenhängender wird die Geschichte Chorullas ab dem 20. Oktober 1476. Denn an diesem Tag kaufte Girzick Dobirswicz (Georg von Dobschütz), der erste in direkter Linie nachweisbare Ahnherr der noch heute bestehenden Herren von Dobschütz, gemäß einer zu Oppeln ausgefertigten Urkunde (Quelle: Schirnding) von den Gläubigern des verstorbenen Mikolasch Chorula (siehe oben: 1447) dessen hinterlassenen Besitz zu Chorula. Es ist also anzunehmen, dass Girzick von seinem Vater Hannos von der Chorula (siehe oben: 1447) nach dessen Tod einen Anteil des Dorfes Chorulla geerbt hatte und nun am 20. Oktober 1476 einen anderen Anteil Chorullas nach dem Tod seines Onkels Mikolasch, Bruder des Hannos, dessen Gläubigern abkaufen konnte, um Dorf und Gut Chorulla wieder zum Großteil zu besitzen.
Nach Girzicks Tod im Jahr 1525 erbte dessen ältester Sohn Ladislaus Dorf und Gut und besaß dies bis zu seinem Tod im Jahr 1550. Zuvor hatten Bruder Matthus (Matthias) und Schwester Margaretha im Juni 1525 auf ihren Erbteil verzichtet. Der jüngere Bruder Nikolaus verkaufte seinen eigenen Erbteil erst 1538 an den erstgeborenen Ladislaus.

Ladislaus’ andere beiden Brüder Friedrich und Paul Chorula kauften zusammen 1526 selbst einen Anteil von Chorulla von Herzog Johann II. von Oppeln und 1529 noch dazu das Vorwerk Chorulla. Waren dies nun die restlichen Anteile, die damals Girzick und später seinem Sohn Ladislaus noch gefehlt hatten? Friedrich und Paul blieben beide anscheinend ohne Nachkommen, so dass diese Anteile nach ihrem Tod an ihren Neffen Georg gefallen sein dürften, der dann endlich Chorulla zu 100 % besessen haben dürfte. Dieser Georg, Ladislaus ältester Sohn und Girzicks Enkel, hielt Chorulla seit der Erbschaft in 1525 bis zu seinem Lebensende im Jahr 1574 und vererbte Dorf und Gut wiederum weiter an seinen ältesten Sohn Ladislaus. Zuletzt erbte 1614 dessen erstgeborener Sohn Johann (Hans) Georg den alten Familienbesitz. Erst dieser Johann Georg von Dobschütz verkaufte am 4. November 1636 Dorf und Gut Chorulla für 9000 Taler an Balzer Larisch den Jüngeren (Quelle: Schirnding). Chorula war also mindestens von etwa 1450 bis 1636 der Familienbesitz dieser Dobschütz-Linie und deshalb machten sie traditionsgemäß Chorulla ab etwa 1530 auch zum eigenen Familiennamen; man nannte sich bis zum endgültigen Verkauf des Besitzes Chorula – selbst wenn man nicht selbst, sondern z. B. der Bruder der alleinige Besitzer war. Erst nach dem Verkauf (1636) gebrauchte man wieder den ursprünglichen Familiennamen von Dobschütz in unterschiedlichen phonetischen Schreibweisen.


