Chris Regn

Chris Regn in Die schwebenden Schwergewichte, Performance mit Muda Mathis und Sus Zwick (2013)

Chris Regn (* 4. Oktober 1964 in Nürnberg) ist eine in der Schweiz und Deutschland ansässige Konzeptkünstlerin und Aktivistin.

Leben und Werk

Chris Regn lebt in Basel und Hamburg als Künstlerin, Kuratorin, Archivarin und Lehrende. Sie arbeitet als Künstlerin kollektiv und prozessorientiert mit den Medien Zeichnung, Video, Aktion, Song, Performance und Interviews. Chris Regn schloss 2005 ihr Meisterstudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit dem Projekt Meisterwerke ab.

Ihre Arbeit versteht sie vor dem Hintergrund der Videoarchive und Sammlungen von Bildwechsel, dem Dachverband für Frauen/Medien/Kultur in Hamburg, den sie mitträgt. Sie bezieht sich als Konzeptkünstlerin mit Recherchen, Aktionen, Präsentationen und Videos auf das Potential von Repräsentationen und Künstlerbildern.

1978 bildete eine kollektive Gruppenstruktur die Basis, im Frauenzentrum Nürnberg in gemeinsamen Aktionen politisch aktiv und künstlerisch produktiv zu werden. Ziel war es, politische Veränderungen zu bewirken und Lebensbedingungen neu zu gestalten. Dabei spielte die Auseinandersetzung mit künstlerischen Prozessen anderer Künstlerinnen eine wichtige Rolle. So wurde 1981 das Künstlerinnenarchiv Nürnberg gegründet. Mit seiner Vielzahl an Büchern, Interviews und Video-Dokumenten wurde es zum Wissensfundus für weiteres künstlerisches Arbeiten. Unter dem Pseudonym Helga Broll führte sie eine virtuelle Galerie, die während der Art Basel im Jahr 2000 als künstlerisches Projekt gegründet wurde. Von 2008 bis 2020 koordiniert sie das Programm im Kaskadenkondensator Basel, Projektraum für aktuelle Kunst und Performance.

Chris Regn und Dorothea Schürch in der Show Let’s sing, Arbeiterin*

Sie arbeitet mit verschiedenen Performance- und Künstlerinnengruppen wie Evi, Nic und C, Les Reines Prochaines oder Tischgespräche. Im Jahr 2015 gründete sie nach einem Recherche-Performanceprojekt nach langen Diskussionen mit Akteuren aus der ganzen Schweiz zusammen mit Andrea Saemann PANCH, das Performance Netzwerk Schweiz. In Zusammenarbeiten mit Andrea Saemann wie Performance Saga, Interviews mit Pionierinnen der Performance-Kunst, Einfach sagen, einer Theaterproduktion zu Überlieferungskulturen zwischen dem deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm und den performativen Salons der Marie-Jeanne L’Héritier, und das Konzil zur Situation der Schweizer Performanceszene, interessiert sie sich für die Organisation und die Kontexte von Erinnerung und die Reaktualisierung von Ereignissen. Mit verschiedenen Künstlerinnen entwickelt sie Video-, Performance- und Bühnenprogramme, wie zum Beispiel für die Grenzgemeinde Gottlieben Die Gottlieber Revue, die Bühnenproduktion Let’s sing Arbeiterin* und Alte Tiere hochgestapelt, letzteres eine Produktion des Theaters Basel.

Im Sommer 2022 kuratierten Muda Mathis, Chris Regn, Andrea Saemann und Lena Eriksson die Ausstellung Bang Bang – Translokale Performance Geschichten im Museum Tinguely.

Sie gibt mit Lena Eriksson und Nicole Boillat unregelmäßig die Kopierschrift KAP heraus. Seit 2021 ist sie Verlegerin bei Existenz und Produkt, einem Verlag für Künstlerinnen von Iris Ganz, Nicole Boillat, Chris Regn und Lena Eriksson. Dort erschien unter anderem im Jahr 2022 begleitend zum Ausstellungsprojekt Bang Bang – translokale Performancegeschichten im Museum Tinguely in Basel die Zeitschrift Megazin mit sieben Ausgaben.

Performances, Präsentationen und Ausstellungen (Auswahl)

Kuratorien

Publikationen

Videointerviews (Auswahl)

Künstlerinnengruppen (Auswahl)

Ehrungen, Stipendien, Preise (Auswahl)

Medienresonanz

Commons: Chris Regn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Artist's Window: Alias. In: dock-basel.ch. 2018, archiviert vom Original am 29. September 2019; abgerufen am 23. August 2026.
  2. ↑ Ulrike Bergemann: Chris Regn – Meisterwerke. In: swiki.hfbk-hamburg.de. HfbK Hamburg, 7. Juli 2005, abgerufen am 23. August 2026.
  3. ↑ Andrea Saemann und Chris Regn: bildwechsel/Künstlerinnenarchiv und generation gap. In: performancechronikbasel.ch. Abgerufen am 23. August 2026.
  4. ↑ Doro Wiese: Mit seismographischen Störungen leben. In: Die Tageszeitung: taz. 9. August 2004, ISSN 0931-9085, S. 23 (taz.de [abgerufen am 5. November 2019]).
  5. ↑ Andrea Saemann im Gespräch mit Chris Regn: bildwechsel/Künstlerinnenarchiv und generation gap. Performance Chronik Basel, archiviert vom Original am 6. März 2016; abgerufen am 26. März 2024.
  6. ↑ Galerie Helga Broll. In: galerie-broll.com. Chris Regn, abgerufen am 23. August 2026.
  7. ↑ Anita Hugi: Neuland Magazin Nr. 22. Corinne Buchser, Bianca Dugaro, Lena Eriksson, Anita Hugi, Judith Stofer, abgerufen am 11. März 2017.
  8. ↑ PANCH
  9. ↑ Verena Kuni: Eine Saga von realer Gegenwart. In: Schweizer Kunstverein (Hrsg.): Kunstbulletin. 11 000 Exemplare Auflage. Band 11 2007. Zürich.
  10. ↑ Fredi Bosshard: Performance-Saga «Einfach sagen». In: woz.ch. 17. Februar 2012, abgerufen am 23. August 2026.
  11. ↑ Konzil. In: kasko.ch. Kaskadenkondensator, abgerufen am 23. August 2026.
  12. ↑ Kristin Schmidt: Gottlieben wird tschechisch. Abgerufen am 3. März 2019.
  13. ↑ Les Reines Prochaines auf der Höhe ihrer Kunst. Abgerufen am 3. März 2019 (Schweizer Hochdeutsch).
  14. ↑ Dominique Spirgi: Hinreissende Audienz bei den unverwüstlichen Königinnen. In: Stadtschreiber. 24. Januar 2019, abgerufen am 3. März 2019 (deutsch).
  15. ↑ Badische Zeitung: Seit 30 Jahren im Kommen – Theater – Badische Zeitung. Abgerufen am 3. März 2019.
  16. ↑ BANG BANG – translokale Performance Geschichte:n. Abgerufen am 3. November 2022.
  17. ↑ Bang Bang im Museum Tinguely. Abgerufen am 3. November 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  18. ↑ Jules Pelta Feldman: Looking at the moon: Davide-Christelle Sanvee and the embodiment of Swiss performance history. In: Performance: Conservation, Materiality, Knowledge. 4. August 2022, abgerufen am 4. November 2022 (englisch).
  19. ↑ Existenz und Produkt. In: Existenz und Produkt. Abgerufen am 17. September 2023 (Schweizer Hochdeutsch).
  20. ↑ Impressum. In: Nicole Boillat, Lena Eriksson, Iris Ganz und Chris Regn (Hrsg.): Megazin. Das Zine zur Ausstellung Bang Bang – Museum Tinguely, Basel 2022. 1 Saga. Existenz und Produkt, Basel 2022, ISBN 978-3-907364-01-7, S. 30.
  21. ↑ Megazine 1-7. Abgerufen am 26. Oktober 2023 (deutsch).
  22. ↑ Sarina Scheidegger: BerichtVomKonzil.m4v. 24. Februar 2014, abgerufen am 4. Februar 2018.
  23. ↑ Chris Regn: Die heilige Christine und andere Frauen die sich weggeworfen haben. In: kasko.ch. Kaskadenkondensator, abgerufen am 23. August 2026.
  24. ↑ Kristin Schmidt: Gottlieben wird tschechisch. Abgerufen am 3. März 2019.
  25. ↑ Die Gottlieber Revue. Abgerufen am 4. Februar 2018 (englisch).
  26. ↑ Vegane Oper Luzern. In: Collections. Mediathek FHNW Basel, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  27. ↑ PPP Progr Performance Plattform: 'übers Kuratieren – ein saisonales Kunstlied' Chris Regn kuratiert Andrea Saemann. 27. September 2017, abgerufen am 4. Februar 2018.
  28. ↑ «Oceanic Issues – Mensajes Oceánicos». In: mediathek.hgk.fhnw.ch. Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, abgerufen am 23. August 2026.
  29. ↑ Badische Zeitung: Seit 30 Jahren im Kommen – Theater – Badische Zeitung. Abgerufen am 3. März 2019.
  30. ↑ Dominique Spirgi: Hinreissende Audienz bei den unverwüstlichen Königinnen. In: Stadtschreiber. 24. Januar 2019, abgerufen am 3. März 2019 (deutsch).
  31. 1 2 Les Reines Prochaines auf der Höhe ihrer Kunst. Abgerufen am 3. März 2019 (Schweizer Hochdeutsch).
  32. ↑ Sus Zwick: Let’s Sing Arbeiterin*. 2. Februar 2019, abgerufen am 3. März 2019.
  33. ↑ far° festival des arts vivants Nyon – artists’ collective – Perf en bref The interviews. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  34. ↑ Deutschlandfunk Kultur: Les Reines Prochaines: Echte Uraufführung in Basel „Alte Tiere Hochgestapelt“. In: deutschlandfunkkultur.de. 3. Dezember 2020, abgerufen am 23. August 2026.
  35. ↑ Annette Mahro: Theater: Ein Silberstreif am Horizont. In: badische-zeitung.de. 7. Dezember 2020, abgerufen am 23. August 2026.
  36. ↑ Absurd: Grosses Theater für nur 15 Zuschauer. Abgerufen am 15. Dezember 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  37. ↑ Online Doce en Diciembre Ozeanische Sache – Mensajes Oceánicos. In: kasko.ch. Kaskadenkondensator, abgerufen am 23. August 2026.
  38. ↑ ApresPerf. In: ApresPerf. Abgerufen am 18. August 2023 (Schweizer Hochdeutsch).
  39. ↑ «Annäherung in Raum und Zeit ermöglicht Reflexion und Vergegenwärtigung». In: artofintervention.ch. Swiss Center for Social Research, 13. Juni 2022, abgerufen am 23. August 2026.
  40. ↑ 11 akustische Portraits. In: S11. Abgerufen am 26. Oktober 2023.
  41. ↑ point de vue: ELF AKUSTISCHE PORTRAITS in der Villa Renata, Basel. 18. März 2022, abgerufen am 26. Oktober 2023.
  42. ↑ o.T. Raum für aktuelle Kunst: Chris Regn singt das Kunstlied, 12.02.2022, 16:00. Abgerufen am 26. Oktober 2023 (deutsch).
  43. ↑ Vom gemeinsamen Weinen beim Schneiden der Zwiebeln. Abgerufen am 17. August 2023.
  44. ↑ Artyści. Abgerufen am 26. Oktober 2023 (polnisch).
  45. ↑ Doce en Diciembre – Edição Brasil na Casa França-Brasil. In: rotacult.com.br. 25. September 2023, abgerufen am 23. August 2026 (bretonisch).
  46. ↑ 2024. 16. Mai 2024, abgerufen am 29. März 2025 (französisch).
  47. ↑ ∑ SUMME auf Radio X. Abgerufen am 31. Oktober 2024.
  48. ↑ zephir.ch: The Art of Intervention. Abgerufen am 26. Oktober 2023.
  49. ↑ Erstes Manifest. In: xcult.org. Abgerufen am 23. August 2026.
  50. ↑ Performancepreis Schweiz. Abgerufen am 28. September 2019 (deutsch).
  51. ↑ Vergänglich, aber lebendig und aktuell. Abgerufen am 5. November 2019 (Schweizer Hochdeutsch).
  52. ↑ Dreissig Jahre Les Reines Prochaines: Gemeinsam geht es immer noch besser. 6. Februar 2019, abgerufen am 9. Februar 2020.