Christian August Thon

Christian August Thon (* 1. Januar 1755 in Kaltensundheim; † 19. Februar 1829 in Eisenach) war ein deutscher Jurist, Beamter und Politiker.

Herkunft

Christian August Thon war der älteste Sohn von Heinrich Christian Kaspar Thon (* 20. April 1730 in Ostheim vor der Rhön; † 10. November 1807 ebenda), Hofrat und Amtmann des Justizamtes Lichtenberg, dessen jüngster Bruder Johann Carl Salomo Thon (1751–1830) war. Seine Mutter war Julia Christina Regina Heuchelin (* 16. April 1728 in Kaltensundheim; † 17. März 1795 in Ostheim vor der Rhön), eine Tochter des Amts- und Polizeikommissars Heuchelin.
Seine Geschwister waren:

Leben

Christian August Thon besuchte ab 1767 das königliche Pädagogium in Halle, dort schloss er eine lebenslange Freundschaft mit dem späteren Direktor und Kanzler der Universität Halle, August Hermann Niemeyer.

1771 begann Christian August Thon sein Jura-Studium an der Universität Halle, kehrte aber bereits 1772 wieder nach Hause zurück und erhielt mit anderen angehenden Juristen Unterricht bei seinem Vater. Anschließend besuchte er ab 1773 die Universität Jena und promovierte 1775.

1776 kehrte er in seine Heimat zurück und erhielt am 9. Mai 1777 das Prädikat als Hofadvokat. Auf Einladung arbeitete er dann einige Jahre beim Hofrat und ritterschaftlichen Konsulenten Johann Christoph Brenner (1733–1798) in Schweinfurt. 1783 übernahm er als Assistent des Ministerpräsidenten und Ritterhauptmanns Freiherr Friedrich Carl von Lichtenstein (1722–1790) in Gotha die Stelle eines ritterschaftlichen Sekretärs. Daraufhin rief ihn sein Landesherr Ernst II. in das Regierungskollegium in Weimar als Assessor; diesem Ruf folgte er jedoch nicht, weil ihm eine lukrativere Stelle in Aussicht gestellt, diese aber doch nicht realisiert wurde. 1788 bewarb er sich um eine Stelle im Regierungskollegium in Eisenach. Dort war durch den Tod des Hof- und Regierungsrates Johann August von Hellfeld eine Vakanz entstanden, und Christian August Thon wurde mit Dekret vom 27. August 1788 zum Regierungsrat in Eisenach ernannt. Am 16. Juli 1791 folgte die Beförderung zum Hofrat. Am 11. Juni 1802 wurde er zum wirklich Geheimen Assistenzrat mit Sitz und Stimme im Geheimen Konsilium von Sachsen-Weimar-Eisenach in Weimar ernannt. Weil er jedoch in die Heimat zurückkehren wollte, nutzte er die Gelegenheit, die sich durch den Tod des Geheimrats und Vizekanzlers Johann Ludwig Freiherr von Mauchenheim genannt von Bechtolsheim (1725–1806) bot: Am 12. September 1806 wurde er zum Vizekanzler und zum Oberkonsistorial-Direktor in Eisenach ernannt. Als die Stelle des Kanzlers und Chef des Regierungskollegium frei wurde, rückte er als Nachfolger am 7. September 1814 nach, gleichzeitig wurde er Chef der Landespolizei-Direktion, hierfür wurden seine Aufgaben als Oberkonsistorialrat an seinen Onkel, den Geheimrat Johann Carl Salomo Thon (1752–1830) übergeben. Am 3. September 1825 erhielt Christian August Thon anlässlich des Regierungs-Jubiläums die Ernennung zum Geheimrat.

Familie

Er verehelichte sich am 26. Juli 1791 in Eisenach mit Christina Barbara Caroline Eichel (* 4. September 1769 in Eisenach; † 9. November 1857 ebenda), Tochter des Kaufmanns Johann Benjamin Eichel in Eisenach. Die drei Söhne aus der Ehe:

Auszeichnungen

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Heinz-Jürgen Thon 2006, S. 55ff.
  2. ↑ Georg Philipp Friedrich Thon. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. 12. Jg., 1834. Weimar 1836, S. 423–428. Zum Studium eingeschrieben als „Georg Phil. Fr. Thon“ am 29. Oktober 1779 (Matrikel der Universität Jena 1764–1801, S. 63r). Zum Jahr 1831 pensioniert (Großherzogl. S. Weimar-Eisenachʼsches Regierungs-Blatt vom 29. Oktober 1830, S. 113).
  3. ↑ Carl Christian Freiherr von Thon Dittmer. In: Neuer Nekrolog der Deutschen 9. Jg., 1831. Ilmenau 1833, S. 710–713. Zum Studium eingeschrieben als „Carl Chri. Thon“ am 23. Oktober 1780 (Matrikel der Universität Jena 1764–1801, S. 66v).
  4. ↑ später „Carl Michael“ genannt; Geheeb, Christian Theodor Friedrich. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. ↑ Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 10. September 1788, S. 289.
  6. ↑ Weimarisches Wochenblatt vom 20. September 1806, S. 317.
  7. ↑ Weimarisches Wochenblatt vom 13. September 1814, S. 365.
  8. ↑ Großherzogl. S.Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt vom 9. September 1825, S. 66.
  9. ↑ Staats-Handbuch für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach 1846, S. 74f.
  10. ↑ Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach vom 23. März 1848, S. 35; vgl. Ernst Huhn: Das Großherzogtum Sachsen in der Bewegung der Jahre 1848–49. I. Teil. In: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde Neue Folge 27. Band, 1927, S. 221–349; hier: S. 261f.
  11. ↑ Marko Kreutzmann: Die höheren Beamten des Deutschen Zollvereins. Eine bürokratische Funktionselite zwischen einzelstaatlichen Interessen und zwischenstaatlicher Integration (1834–1871). Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-36005-7, S. 291f.
  12. ↑ Weimarisches Wochenblatt vom 6. Februar 1816, S. 41.
  13. ↑ Grosherzogl. S. Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt vom 24. Juli 1818, S. 46.
Personendaten
NAME Thon, Christian August
ALTERNATIVNAMEN Thon, Christianus Augustus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist, Beamter und Politiker
GEBURTSDATUM 1. Januar 1755
GEBURTSORT Kaltensundheim
STERBEDATUM 19. Februar 1829
STERBEORT Eisenach