Cisternino

Cisternino
Cisternino (Italien)
Cisternino (Italien)
Staat Italien
Region Apulien
Provinz Brindisi (BR)
Koordinaten 40° 45′ N, 17° 25′ OKoordinaten: 40° 45′ 0″ N, 17° 25′ 0″ O
Höhe 392 m s.l.m.
Fläche 54 km²
Einwohner 10.954 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 72014
Vorwahl 080
ISTAT-Nummer 074005
Bezeichnung der Bewohner Cistranesi
Schutzpatron San Quirico e Giulitta

Zentraler Platz Piazza Vittorio Emanuele
Typische Straße im Quartier Scheledo

Cisternino ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Brindisi in Apulien und Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia („Die schönsten Orte Italiens“).

Überblick

Cisternino mit 10.954 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) liegt am südöstlichen Ende der Landschaft Murgia. Die Nachbargemeinden sind Fasano, Locorotondo (BA), Martina Franca (TA) und Ostuni. Ortsteile (frazioni) sind: Caranna, Casalini, Marinelli und Sisto. Die Entfernung zur südöstlich gelegenen Provinzhauptstadt Brindisi beträgt etwa 50 km.

Cisternino befindet sich auf einem Hügel, etwa 394 Meter über dem Meeresspiegel, und bietet eine Panoramaaussicht auf das Valle d’Itria und die Adria. Sie gehört zur Weinregion Salento und liegt im Valle d’Itria, bekannt für seine Trulli (traditionelle Rundhäuser mit Kegeldächern) und Masserie (befestigte Bauernhöfe). Die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde produziert hauptsächlich Oliven, Wein und Weintrauben. Cisternino ist bekannt für die Herstellung der Orecchiette, einer Pasta-Art aus Vollkorn-Weizenmehl.

Bürgermeister ist Luca Convertini.

Geschichte

Funde belegen, dass die Gegend um Cisternino schon in der Altsteinzeit besiedelt war. Die Stadt selbst ist vermutlich eine Gründung der Messapier, die vor den Griechen und Römern im Salento beheimatet waren. Schon vor den Punischen Kriegen kam die Stadt unter dem Namen Sturnimum unter römische Herrschaft.

Der Name Cisturninum taucht zum ersten Mal 1180 in einem Privileg von Papst Alexander III. an den Bischof von Monopoli auf, zu dessen Sprengel der Ort gehörte. Die folgenden Jahrhunderte verliefen parallel zur Geschichte Apuliens bzw. des Königreichs Neapel. Sie brachten ständig wechselnde, in der Regel ausländische Herrschaften mit sich, darunter die Normannen (11.–12. Jahrhundert), die Staufer (12.–13. Jahrhundert), die Häuser Anjou (13.–15. Jahrhundert) und Aragón (15. – Anfang 18. Jahrhundert), die Habsburger (18. Jahrhundert) und – mit napoleonischer Unterbrechung – die Bourbonen (18.–19. Jahrhundert). Im Zuge des italienischen Freiheitskampfes konnte 1861 mit Gründung des Königreichs Italien die Fremdherrschaft nach vielen Jahrhunderten abgeschüttelt werden.

Santuario Maria de Bernis

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Der Bahnhof von Cisternino namens Cisternino Città liegt an der Bahnstrecke Martina Franca–Lecce und wird von der Regionalbahn Ferrovie del Sud Est (FSE) bedient. Es gibt regelmäßige Zugverbindungen von und nach Bari und Brindisi (je circa 40 Minuten).

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Flughafen Brindisi (BDS) und Flughafen Bari (BRI).

Partnerstadt

Es bestehen Städtepartnerschaften mit der Schweizer Stadt Kreuzlingen am Bodensee im Kanton Thurgau (2000) und mit Wolfach im Schwarzwald.

Persönlichkeiten

Sonstiges

Bei der 19. Staffel der Castingshow Deutschland sucht den Superstar wurde auf der Piazza Vittorio Emanuele ein Teil des sog. Auslands-Recalls gedreht und am 26. März 2022 erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Commons: Cisternino – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 9. September 2017 (italienisch).
  3. ↑ Walther Holtzmann: Italia Pontificia IX: Samnium - Apulia - Lucania. Berlin 1962, S. 377 Nr. 14
  4. ↑ Santuario della Madonna d’Ibernia – Cisternino (Br). In: Brundarte. 8. Januar 2023, abgerufen am 12. Oktober 2026 (italienisch).
  5. ↑ dsds Auslands-Recall 2022 in Apulien, online abgerufen am 29. März 2022 | 10:54 Uhr - online abrufbar