Claude Gilli

Claude Gilli 2013, während der Entstehung der monumentalen Skulptur für den Skulpturenpark von Al Maaden, Marrakesch, Marokko

Claude (Jean-Claude) Gilli (* 15. September 1938 in Nizza; † 28. Juni 2015 ebenda) war ein französischer Objektkünstler, Maler und Bildhauer. Er gilt als einer der zentralen Vertreter der École de Nice.

Leben

Claude Gilli wurde am 15. September 1938 in Nizza geboren und entstammte einer alteingesessenen Familie aus Nizza. Von 1955 bis 1960 studierte er an der École des Arts décoratifs in Nizza. Bereits 1955 begann er, von Nicolas de Staël inspiriert, mit der Anfertigung von Papiercollagen. Anfang der 1960er Jahre fand er Zugang zur künstlerischen Bewegung des Nouveau Réalisme und der École de Nice. Damit stand er unter dem Einfluss der Werke von Yves Klein, François Dufrêne, Daniel Spoerri, César, Martial Raysse, Ben, Arman, Jean-Claude Farhi, Albert Chubac, Paul-Armand Gette und Robert Malaval. Gilli stellte gemeinsam mit mehreren vor allem in Nizza wirkenden Künstlern aus. Claude Gilli lebte und arbeitete in Nizza und Paris. Er starb am 28. Juni 2015 in Nizza.

Werk

Sein Œuvre konzentriert sich vor allem auf Assemblagen, Objekte, Akkumulationen, Skulpturen und Mixed-Media-Arbeiten. In einer frühen Phase gestaltete er Exvotos, die aus in Schaukästen angeordneten Assemblagen aus Fundobjekten, Fotografien, Pin-up-Material, Zeichnungen und Konsumgegenständen bestanden. Dabei bediente er sich häufig Elementen der Pop Art. Ab Mitte der 1960er Jahre entstanden Arbeiten im Stil des Combine Painting: Kompositionen aus Holzteilen, Plexiglas, Farbmaterial, Malerei und Objekten, in denen Gilli bildhauerische Strukturen und Maltechniken zu einem gemeinsamen Kunstobjekt verband.

Ab etwa 1970 integrierte Claude Gilli Schalen- und Weichtiere, insbesondere Schnecken, in sein künstlerisches Schaffen. Er aquarellierte oder acrylierte deren Kriechspuren oder fertigte bemalte Abdrücke von Schalen bzw. Gehäusen an. Seit 1985 arbeitete Claude Gilli vorwiegend mit Metall (Stahl, Eisen) und schuf abstrakt-symbolistische bzw. organoid-stilisierte Skulpturen, die er meist flächig mit kräftigen Farben bemalte und teilweise mit Bolzen verschraubte. Zu seinen Themen zählten Naturformen wie Landschaften und Bäume, Menschen und Stillleben. Er erhielt auch öffentliche Aufträge für Stahlskulpturen, unter anderem für den Palais des congrès Acropolis in Nizza und das Ministère de l’Économie et des Finances in Paris-Bercy.

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

Literatur

Commons: Claude Gilli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006. Pris 2006.
  2. 1 2 Claude Gilli – Galerie Loft. Abgerufen am 19. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. 1 2 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2009.
Personendaten
NAME Gilli, Claude
ALTERNATIVNAMEN Gilli, Jean-Claude
KURZBESCHREIBUNG französischer Objektkünstler, Maler und Bildhauer
GEBURTSDATUM 15. September 1938
GEBURTSORT Nizza
STERBEDATUM 28. Juni 2015
STERBEORT Nizza