Clotilde Vautier

Clotilde Vautier (* 17. September 1939 in Cherbourg; † 10. März 1968 in Rennes) war eine französische Malerin.

Leben

Clotilde Vautier wuchs als jüngstes von drei Kindern in einer katholisch geprägten Familie auf. Ihr Vater war Marineoffizier. 1957 legte sie das Abitur im Fach Philosophie mit Auszeichnung ab und begann 1958 ein Studium an der Kunsthochschule von Le Mans (École supérieure des beaux-arts du Mans).

1959 kam sie nach Rennes, wo sie an der regionalen Kunsthochschule (École régionale des beaux-arts de Rennes) aufgenommen wurde, um das diplôme national vorzubereiten. Dieses erhielt sie im Juli 1962 in Paris mit dem zweiten Platz, unter anderem mit ihrem Gemälde La Loge de la comédienne. In Rennes lernte sie den aus Madrid stammenden Maler Antonio Otero kennen, den sie 1962 heiratete, sowie dessen Bruder Mariano Otero. Beide sind Söhne des spanischen Schriftstellers und Journalisten Antonio Otero Seco, der 1947 vor dem Franco-Regime ins Exil floh. Er lebte als spanischer Republikaner in Rennes und bildete an der philologischen Fakultät eine ganze Generation von Spanischlehrern aus.

Vautier interessierte sich stark für das Theater. Ihre Abschlussarbeit widmete sie dem von Guy Parigot geleiteten Centre dramatique de l’Ouest in Rennes, mit einer Serie von Lavierungen unter dem Titel Avant la comédie au centre dramatique de l’Ouest.

Im November 1961 gründete sie gemeinsam mit den Brüdern Otero das Künstlerkollektiv Atelier des Trois, das in mehreren Galerien in Rennes ausstellte. Sie zeigte auch Einzelausstellungen und gewann mehrere Preise. In Paris wurde man auf sie aufmerksam, die Galerie Bernheim-Jeune nahm einige ihrer Gemälde auf. Im August 1962 wurde ihre ältere Tochter, die Schauspielerin Isabel Otero (Mutter der Schauspielerin Ana Girardot), geboren; in den Zeichnungen erscheint sie unter dem Namen Carina. Im Dezember 1963 folgte die zweite Tochter, die Regisseurin Mariana Otero, die die Geschichte ihrer Mutter in dem Dokumentarfilm Histoire d’un secret (2003) erzählt.

Die Jahre 1964 bis 1967 waren von ernsten materiellen Schwierigkeiten, aber auch von großer Schaffenskraft geprägt.

Clotilde Vautier starb am 10. März 1968 im Alter von 28 Jahren in Rennes während ihrer letzten Ausstellung an einer Sepsis infolge einer illegalen Abtreibung. Sie hinterließ ein Werk von etwa 150 Zeichnungen und 90 Gemälden, in dem sich ein später Einfluss des Kubismus zeigt. Beigesetzt wurde sie auf dem Friedhof von Tribehou. Im Juli 2002 wurde der Verein Association des amis du peintre Clotilde Vautier gegründet.

Werke in öffentlichen Sammlungen

Spanien

Frankreich

Ausstellungen

Auszeichnungen

Ehrungen

Literatur

Film

Einzelnachweise

  1. ↑ Aufbewahrt im Archiv der Kunsthochschule Rennes.
  2. ↑ Isabel Otero : son hommage bouleversant à sa mère, morte à 28 ans des suites d’un avortement clandestin. In: Voici. Abgerufen am 3. Oktober 2026 (französisch).
  3. ↑ Histoire d’un secret de Mariana Otero (Film documentaire) : la critique. In: Télérama. Abgerufen am 3. Oktober 2026 (französisch).
  4. ↑ Xavière Gauthier: Paroles d’avortées. Quand l’avortement était clandestin. Éditions de La Martinière, Paris 2004; zitiert in: Cahiers du Genre, Nr. 40, 2006, S. 240–241.
  5. ↑ Laurence Imbernon: Bulletin d’information de la vie de l’Association des Amis du musée des beaux-arts de Rennes, Nr. 20, 4. Quartal 2015.
  6. ↑ Ouest-France, 29. September 2013.
Personendaten
NAME Vautier, Clotilde
KURZBESCHREIBUNG französische Malerin
GEBURTSDATUM 17. September 1939
GEBURTSORT Cherbourg
STERBEDATUM 10. März 1968
STERBEORT Rennes