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Continental Army | |
|---|---|
Auswahl von Soldaten verschiedener Regimenter der Continental Army | |
| Aktiv | 15. Juni 1775 bis 2. Juni 1784 |
| Staat | |
| Kriege | Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg |
| Oberkommandierender | |
| General in Chief | George Washington |
| Stellvertreter | Artemas Ward |
| Generaladjutant | Horatio Gates |
| Ehemalige Kommandeure |
Generalinspekteur Friedrich Wilhelm von Steuben Quartiermeister Nathanael Greene |


Kontinentalarmee (englisch Continental Army, abgek. CA) war der Sammelbegriff für die unter einem vereinigten Oberkommando operierenden Aufgebote der Dreizehn Kolonien im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen das Königreich Großbritannien.
Die Armee wurde 1775 aufgestellt und stand unter dem Oberbefehl von General George Washington. Die Mannschaft wurde durch lokale Milizen und Freiwilligentruppen ergänzt, die entweder von den Kolonien oder vermögenden Privatpersonen aufgestellt wurden. Die Soldaten waren kaum ausgebildet, litten ständig Hunger und waren schlecht ausgerüstet. Die CA sollte für die bisher unorganisierten Milizen und Freiwilligenkontingente eine einheitliche Organisations- und Kommandostruktur bieten, obwohl sich die führenden Generäle oft uneins waren und ihre Autorität gegenseitig untergruben. Bemerkenswerterweise gewann Washingtons Armee nur drei von neun großen Schlachten, die er befehligte, oft musste er sich fluchtartig zurückziehen, um seine Armee zu retten. Einige Siege waren eher strategisch als militärisch von Bedeutung. Trotz all dieser Probleme formten Washington und seine Mitstreiter eine Streitmacht, die sich am Ende als bemerkenswert schlagkräftig und widerstandsfähig erweisen sollte. Historiker haben die Wahl und Überwachung seiner Generäle als positiv bewertet, auch die Aufrechterhaltung der Kampfmoral und dass er damit seine Soldaten unter widrigsten Umständen mehrere Jahre zusammenhalten konnte. Die enge Koordination Washingtons mit Gouverneuren und Milizoffizieren, seine guten Beziehungen zum Kongress und Organisation von Nachschub, Logistik und Ausbildung trugen letztendlich zum Erfolg der CA bei. Sie wurde Ende 1783 nach dem Frieden von Paris aus Kostengründen wieder aufgelöst. Ihr 1. und 2. Regiment bildeten 1792 zunächst die Legion of the United States, aus der schließlich die Regular Army, verteilt auf West Point und einigen Grenzposten, hervorging.
Der American Revolutionary War oder American War of Independence fand in der Zeit von 1775 bis 1783 statt. Er war der Höhepunkt und Abschluss der amerikanischen Sezessionsbewegung und mündete nach der Unabhängigkeitserklärung von 1776 und der Bildung einer Konföderation 1777 in die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Briten hielten zwar die meisten größeren Städte besetzt, aber ihr Versuch, die große Masse der Continentals zu einer Entscheidungsschlacht auf dem flachen Land zu stellen, glichen einem Wettlauf zwischen Hase und Igel. Zudem wurde die Kriegsführung zentral von London aus koordiniert und man war – in dieser Zeit der Segelschiffe – nicht flexibel genug, um auf eine geänderte Lage vor Ort rasch reagieren zu können. Wenn bei der britischen Regierung die Noten über das Kampfgeschehen in Amerika eintrafen, waren seit dem Abfassen der Dokumente schon wieder einige Wochen vergangen. Die britischen Befehlshaber erhielten dann ihre Befehle erst zwei bis drei Monate später um sie vor Ort in die Tat umzusetzen. Trotz dieser Widrigkeiten stand der Kontinentalarmee ein erfahrenes, gut organisiertes und ausgerüstetes Kontingent der britischen Krone mit Unterstützung deutscher Söldner und amerikanischer Loyalisten gegenüber. Den für die Unabhängigkeit kämpfenden Kräften gelang es aber, so lange einem vernichtenden Schlag der königlichen Truppen auszuweichen, bis nach und nach die diplomatisch gewonnene Unterstützung anderer Länder griff. Die Position der königlichen Armee verschlechterte sich durch Versorgungsschwierigkeiten und die Zerstreuung der Truppen in der Region zunehmend, sodass schließlich die Weiterführung des Krieges für Großbritannien aussichtslos wurde.



Am 9. Juni 1775 war – nach Auffassung der Delegierten des Kontinentalkongresses – die politische Einheit der Kolonien weitgehend hergestellt (die „zwölf Vereinigten Kolonien“), obwohl eine von ihnen, Georgia, noch gar nicht im Kongress vertreten war. Um den Bund zu stärken, übernahmen sie nun auf Veranlassung von John Adams den Oberbefehl über die in Cambridge stehenden Milizionäre. Am 14. Juni 1775 beschloss der Zweite Kontinentalkongress die Aufstellung einer Armee zur „gemeinsamen Verteidigung“ der Kolonien. Am 15. Juni beriet der Zweite Kontinentalkongress über die Wahl eines Oberkommandierenden für die neue „Kontinentalarmee“. Die Errichtung eines eigenen Imperiums lehnten die Amerikaner nicht ab, daher diese Namensgebung für den Kongress und die Armee. Die Patrioten planten sich zuerst Kanada, Florida und dann nach und nach den gesamten nordamerikanischen Kontinent einzuverleiben. Auf Vorschlag der Abgeordneten aus Neuengland nominierte Thomas Johnson einen ehemaligen Offizier der britischen Armee und angesehenes Mitglied der Pflanzeraristokratie Virginias, George Washington, für dieses Amt. Da die Neuengland-Staaten bisher die Hauptlast des Krieges getragen hatten, versuchte man mit dieser Entscheidung auch die – wesentlich wohlhabenderen – Kolonien im Süden noch mehr für die Idee der Unabhängigkeit von Großbritannien zu begeistern. Als wenig später der Präsident des Kontinentalkongresses John Hancock Washington, offiziell den Oberbefehl über die Streitkräfte anbot, nahm er das Amt an. Unverzüglich danach brach Washington nach Boston auf, wo ihm am 3. Juli 1775 in Cambridge das Kommando über sämtliche Kolonialmilizen übergeben wurde, die die in der Stadt befindliche britische Armee seit den Gefechten von Lexington und Concord, den ersten Kämpfen des Unabhängigkeitskrieges, belagerten. In einem Brief teilte er seiner Frau Martha seine Bedenken mit:
„Du darfst mir glauben, meine liebe Patsy, […] dass ich diesen Auftrag nicht gesucht, sondern alles in meiner Macht stehende getan habe, um ihm zu entgehen; nicht nur aus mangelnder Bereitschaft, Dich und die Familie zu verlassen, sondern auch aus dem Bewusstsein heraus, dass dies die Aufgabe ist, die meine Fähigkeiten übersteigt, und weil ich wusste, dass ich in einem Monat mit Dir daheim mehr wahres Glück finde, als ich draußen in der Welt auch nur im Entferntesten hoffen kann, und wenn ich siebenmal sieben Jahre bliebe. Da es aber eine Art Schicksal ist, das mir diesen Dienst in den Weg gelegt hat, hoffe ich, dass seine Erfüllung durch mich zu einem guten Zweck gereichen wird. […] Es war ganz unmöglich, die Aufgabe abzulehnen, ohne mich Vorwürfen auszusetzen, die mir zur Unehre gereicht und meine Freunde verletzt hätten.“
Washington war kein herausragender Stratege. Er sah es als seine wichtigste Aufgabe an, seine Truppen zusamenzuhalten und sie für den nächsten Kampf einsatzbereit zu machen. Wobei er gelegentlich in brenzligen Situationen die Gefahr ignorierte und eine große Tollkühnheit bewies. Die CA verkörperte die Rebellion, ohne sie gäbe es heute keine Vereinigten Staaten. Die ursprüngliche Armee bestand aus den 22.000 Mann der Bostoner Milizen und Minutemen, den 5.000 Milizionären um New York und den zusätzlichen Kompanien, die von Freiwilligen aus Neuengland gebildet wurden. Schon vor der Revolution mussten alle wehrfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren einer Miliz beitreten. Washington konnte mit den Männern aus Neuengland zunächst nicht viel anfangen, es schien ihm, als kämen sie aus einem anderen Land. Trotzdem musste er aus einem undisziplinierten Bürgerwehrhaufen rasch eine brauchbare Armee formen. Der General war zunächst von einer Streitmacht aus rund 20.000 Soldaten ausgegangen, vor Ort befinden sich aber nur etwa 14.000 kampftaugliche Männer. Zudem hatte man ihm 15 Tonnen Schießpulver zugesagt, tatsächlich verfügbar waren aber nur 5 Tonnen. Im August trafen noch 90 Mann aus Virginia, unter dem Kommando von Captain Daniel Morgan, im Lager vor Boston ein. Auch die übrigen Kolonien wie, Pennsylvania, Maine und Maryland begannen nun nach und nach ihre Kämpfer dorthin zu entsenden. Die mitgebrachten Gewehre waren den damals noch weitverbreiteten Glattrohrmusketen überlegen, denn ihre geriffelten Läufe versetzten die abgefeuerten Kugeln in Rotation, was sie viel treffsicherer machte. Ein britischer Offizier bezeichnete sie als: „...die weltführenden Hersteller von Witwen und Waisen...“. Diese Neuankömmlinge stammten meist aus den westlichen Grenzgebieten, drückten sich anders aus als die Neuengländer, trugen eine andere Kleidung und lehnten jede Form von Autorität ab. Nach 16 Jahren Zivilleben musste Washington zudem sein militärisches Wissen (meist mit Hilfe von Büchern) dringend auffrischen. Vom damaligen technischen Stand der Artillerie hatte er keine Ahnung, genau wie von der Anlage von Feldbefestigungen und der Logistik vor Ort. Wenn wichtige Entscheidungen anstanden, holte Washington immer zuerst den Rat seiner Generäle ein und tat dann das, was Nathaniel Greene ihm vorschlug.
Auch die britische Garnison in Boston wurde durch frisch eingetroffene Truppen erheblich verstärkt und zählte nun über 10.000 Mann. Ihre Generale William Howe, Henry Clinton und John Burgoyne trafen Ende Mai am Kriegsschauplatz ein und begannen zusammen mit General Thomas Gage, sofort Pläne zur Vertreibung der Rebellen aufzustellen und durchzuführen. Zugute kam ihnen auch, dass sich die indigenen Stämme im Grenzgebiet – so sie überhaupt in die Kämpfe eingriffen – an der Seite der Briten daran beteiligten. Im Gefühl der absoluten Sicherheit durch die Anwesenheit erfahrener Offiziere und Mannschaften und mehrerer Kriegsschiffe unter dem Kommando von Admiral Thomas Graves veröffentlichte der britische Gouverneur eine im provokanten Ton abgefasste Proklamation, rief das Kriegsrecht aus, prangerte die bewaffneten Bürger und ihre Helfershelfer als „Rebellen“ und „Meuchelmörder der Verfassung“ an und bot allen jenen die Begnadigung an, die erneut ihre Loyalität zur britischen Krone bekunden würden. Davon ausgenommen waren Samuel Adams und John Hancock, die ihrer angemessenen Strafe als Verräter zugeführt werden sollten. Diese Proklamation rief unter den Kolonisten große Empörung hervor. Abigail Adams schrieb daraufhin ihrem Gatten John:
„Alle geschichtlichen Aufzeichnungen können keine schwärzere Seite haben. Satan zeigte bei seiner Vertreibung aus den Regionen der Glückseligkeit weniger Bosheit. Der Vater der Lügen ist offensichtlich übertrumpft worden. Noch glauben wir, dass das die beste Proklamation ist, die du in Umlauf bringen konntest.“
Washington begann in diesem Jahr mit der Reorganisation der Armee und änderte die Kommando- und Einheitsstruktur, sowie die Anzahl der Soldaten pro Einheit, um die ursprünglichen Milizen und Freiwilligenkräfte in eine schlagkräftigere Organisation umzuwandeln. Die viel zu kurz angesetzte Dienstzeit machte ebenfalls Änderungen erforderlich, da sich die Soldaten vorher nur für ein Jahr verpflichteten und man bald erkannte, dass ein schnelles Ende des Krieges nicht in Sicht war. Nachdem Washington, der im Longfellow House in Cambridge residierte, die Briten nach neunmonatiger Belagerung am 17. März 1776 erfolgreich aus Boston vertreiben konnte, zog er mit dem Großteil der Kontinentalarmee nach New York, befestigte die Stadt und bezog in der Morris-Jumel Mansion im heutigen Washington Heights sein neues Hauptquartier. Am 4. Juli 1776 verabschiedete der Kontinentalkongress, die Volksvertretung der 13 Staaten Nordamerikas, die Unabhängigkeitserklärung und proklamierte dadurch die Loslösung von England und die Souveränität der „Vereinigten Staaten von Amerika“. Am 27. August 1776 verloren die Patrioten die Schlacht von Long Island auf dem Areal des heutigen Prospect Park. Nach der Landung britisch-hessischer Truppen bei Kips Bay kam es am 16. September 1776 zur Schlacht von Harlem Heights, die den ersten größeren Sieg der Amerikaner in diesem Krieg brachte. Nach ihrem Erfolg in der Schlacht von White Plains und der Schlacht von Fort Washington erlangten die britischen Truppen im Oktober 1776 jedoch die Kontrolle über die Halbinsel Manhattan in der New York Bay. In der Nacht des 26. Dezember 1776 ließ Washington die Truppen den Delaware River nach New Jersey überqueren, um in Trenton verschanzte hessische Söldner zu überrumpeln. Dieser erfolgreiche Überraschungsangriff stärkte erheblich die angeschlagene Moral der Patrioten. Bevor sie sich wieder in ihr Winterlager zurückzogen, ließ Washington in Erwartung eines britischen Gegenangriffs noch eine Verteidigungslinie bei Trenton errichten. Kämpfe fanden auch weit ab vom nordamerikanischen Kriegsschauplatz, auf See statt. Am 3. März 1776 besetzte die Kontinentalmarine die Insel New Providence auf den Bahamas. Amerikanische Schiffe kaperten britische Handels- und Kriegsschiffe im Atlantik und trugen nahe der Britischen Inseln einige Gefechte mit der Royal Navy aus.




Am 2. Januar 1777 kam es zur Zweiten Schlacht von Trenton, aus der sich Washingtons Armee bei Einbruch der Nacht wieder absetzen konnte und nach einem für sie überraschenden Manöver am darauffolgenden Tag die britischen Truppen bei Princeton schlagen konnte. Diese zogen sich nach drei verlorenen Gefechten nach New York zurück. Nach der Eskalation des Krieges infolge der amerikanischen Erfolge schickten die Briten weitere Verstärkungen nach Amerika. Dies veranlasste den amerikanischen Kongress, noch mehr Freiwillige anzuwerben. Der Kongress beschloss ein Bataillon Soldaten aus jeder Kolonie aufzustellen, um die bestehenden Truppen zu unterstützen. Washington nutzte im Verlauf der Revolution seine Armee, um hauptsächlich britische Kräfte im Zentrum der Kolonien zu binden. General Horatio Gates und der Milizenführer Benedict Arnold konnten dadurch die Schlacht von Saratoga 1777 für sich entscheiden und die Briten unter General Burgoyne zur Kapitulation zwingen, was indirekt zur französischen Anerkennung der späteren Vereinigten Staaten beitrug. Im September 1777 konnte Washington nach der Schlacht von Brandywine nicht verhindern, dass die Briten Philadelphia, die provisorische Hauptstadt der Dreizehn Kolonien, besetzten. Die Delegierten des Kontinentalkongresses mussten sich daraufhin nach York (Pennsylvania) absetzen. Washington scheiterte am 4. Oktober 1777 mit dem Versuch, die Besatzer wieder aus Philadelphia zu vertreiben (Schlacht von Germantown). Um nicht auch noch überrannt zu werden, zog er sich im Dezember 1777 in sein Winterlager bei Valley Forge (Pennsylvania) zurück, wo sich seine Männer von den zurückliegenden Kämpfen erholen sollten. Die Armee befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten Zustand. In diesem Kriegsjahr offenbarten sich zudem ihre Schwächen. Nicht nur der Mangel an Waffen und moderner Ausrüstung brachte sie mehr und mehr ins Hintertreffen. Viele ihrer Soldaten hatten nie zuvor jahrelang im Feld gestanden, die meisten von ihnen waren kleine Farmer, die dringend wieder zurück auf ihre Höfe mussten, um sie nach ihrer langen Abwesenheit wieder in Ordnung zu bringen. Ließ man sie ziehen, war es mehr als fraglich, ob sie sich dann im nächsten Jahr wieder zum Dienst meldeten. Abgesehen davon konnten die Kolonisten nur ihre guten Ortskenntnisse und Erfahrungen als Waldläufer zu ihrem Vorteil nutzen.
Im Winter 1778 zählte Washingtons Armee auf dem Papier 17.000 Mann, tatsächlich diensttauglich waren aber nur rund 5.000 Mann. Hunger und Krankheiten forderten regelmäßig ihre Opfer und trieben zahlreiche Kämpfer zur Desertion. Regimenter bestanden manchmal nur noch aus dreißig Mann, Kompanien aus einem Corporal. Die Soldaten litten in Valley Forge vor allem unter den feuchtkalten Witterungsbedingungen, unzureichender Winterkleidung und einer schlechten Versorgungslage. Mehrere tausend starben an Krankheiten wie Typhus, Dysenterie und Lungenentzündung oder sie erfroren einfach in ihren Zelten. Washington bemerkte hierzu folgendes:
„Den Kampf für die Freiheit haben wir mit jenen Mitteln schlecht vorbereitet begonnen, die zum Kriegführen notwendig sind, und wir vertrauten darauf, dass unser Patriotismus die Schwächen ausgleichen werden.“
Das änderte sich, als im Februar 1778 der tatkräftige und fähige Baron von Steuben Washington seine Dienste anbot. Er begann sogleich mit dem umfassenden Neuaufbau der Kontinentalarmee. Seine bald gut gedrillten und besser disziplinierten Soldaten konnten sich erstmals in der Schlacht von Monmouth beweisen, als sie die Nachhut der aus Philadelphia zurück nach New York beorderten britischen Armee angriffen. Das Gefecht endete jedoch vorzeitig, auch wegen des eigenmächtigen Rückzugbefehls von General Charles Lee, mit einem taktischen Sieg der Briten, denen so der geordnete Rückzug aus Pennsylvania gelang. Strategisch hatte die Schlacht jedoch einen ausgeglichenen Ausgang, da die Kontinentalarmee im Besitz der Staaten südlich New Yorks verblieb. Dank des Bündnisses, das 1778 mit Frankreich geschlossen wurde und dem sich später sowohl Spanien als auch die Vereinigten Niederlande anschlossen, griff die Continental Navy auch in der Karibik, an Europas Küsten und sogar vor Indien britische Schiffe und Häfen an. Diese Ausweitung des Konflikts war für die Kolonisten in Nordamerika von entscheidender Bedeutung, da die Briten deshalb gezwungen waren, bedeutende Ressourcen und Streitkräfte – anstatt in den amerikanischen Kolonien – woanders einzusetzen, was es wiederum der Kontinentalarmee ermöglichte, im Unabhängigkeitskrieg gegen das übermächtige Empire zu bestehen. Auch die Versorgungslage besserte sich zusehendes, da Washington beim Kongress die Ernennung von Nathaniel Greene, dem Offizier, dem er am meisten vertraute, zum Quartiermeister der Armee durchsetzte. Neue Rekruten, Genesende und zurückgekehrte Veteranen füllten die Reihen der angeschlagenen Armee wieder auf. Bis zum Frühjahr ließ die Gefahr einer Meuterei nach. Auch das Murren über Washingtons Führungsqualitäten verstummte. Ein in Deutsch verfasster Almanach, der in Lancaster herausgegeben wurde, bezeichnete ihn als „des Landes Vater“. Den Briten dämmerte nun, dass sie den Krieg in den nördlichen Kolonien nicht mehr gewinnen konnten, da ihnen die Unterstützung der Mehrheit der Bewohner fehlte. Daher konzentrierte sich London darauf, wenigstens die wertvollsten Gebiete zu halten und verlegten den Schwerpunkt des Krieges in den Süden.
Im Sommer 1779 ordnete Washington die Sullivan-Expedition zur Bekämpfung von Loyalisten und einigen Stämmen der Irokesen an und wies seine Soldaten dabei ausdrücklich an, hierfür auch die Taktik der verbrannten Erde anzuwenden.
1780 entsandte Frankreich, das im Februar 1778 die Unabhängigkeit der Dreizehn Kolonien anerkannt hatte und sich seitdem im Kriegszustand mit dem britischen Königreich befand, 6.000 Soldaten unter dem Kommando des Comte de Rochambeau, an die Ostküste Nordamerikas, die in Rhode Island an Land gingen.


1781 war der Kontinentalkongress bankrott und musste die Finanzierung der Armee drastisch kürzen. Außerdem sank die Unterstützung der Bevölkerung für den Krieg auf einen neuen Tiefpunkt. Die Desertionen gingen in hohem Tempo weiter und es kam vereinzelt unter den Soldaten zu Aufständen. Da der Kongress keine Steuern erheben, aber als Ausgleich Papiergeld drucken durfte, sank der Wert des Kontinentaldollars bald ins Bodenlose, da ihn die Kolonien mit ihrem viel zu geringen Goldreserven nicht ausreichend decken konnten. Gleichzeitig liefen viele dreijährige Dienstzeiten aus und die Soldaten drohten zu meutern, wenn sie nicht endlich angemessen bezahlt wurden. Washington konnte die meisten Revolten zwar wieder beruhigen, aber der Kongress beschloss dennoch, die Finanzierung der Armee einzustellen und legte die finanzielle Hauptlast auf die Mitgliedsstaaten, die nun für den Sold ihrer Soldaten selbst aufkommen mussten. Im August 1781 vereinigte sich die französische Expeditionsstreitmacht mit der Kontinentalarmee. La Fayettes Kundschafter hatten bald herausgefunden, dass die britischen Truppen sich aus Yorktown absetzen wollten, daraufhin schlossen die Alliierten den Ort ein. Da ein Flottenverband unter Admiral François Joseph Paul de Grasse auch die Küste blockierte und britische Entsatzschiffe abwehren konnte, gelang es, die Armee von General Charles Cornwallis festzunageln (Schlacht von Yorktown) und kurze Zeit danach zur Kapitulation zu zwingen. Das bedeutete das Ende der britischen Versuche, die Revolutionäre mit militärischen Mitteln zu besiegen. Da aber zu diesem Zeitpunkt noch starke britische Besatzungen in den Städten New York, Savannah und Charleston lagen, musste Washington weiterhin auf der Hut sein.
Das Ausbleiben einer entscheidenden Schlacht, der Abzug der französischen Truppen und der lange nicht ausbezahlte Sold verschlechterten jedoch die Stimmung unter den Soldaten bis hin zur Gefahr des Ausbruchs einer Meuterei, in der auch ein höherer Offizier, Major John Armstrong junior, verwickelt gewesen sein soll. Durch eine am 15. März 1783 gehaltene, flammende Rede an seine Offiziere, in der er ihre uneingeschränkte Loyalität zum Kongress der seit 1781 bestehenden amerikanischen Konföderation einforderte, konnte Washington die Newburgh-Krise wieder entschärfen.
Im Vertrag von Paris im September 1783 musste London die volle Unabhängigkeit der neu gegründeten Vereinigten Staaten anerkennen. Washington entließ daraufhin seine Soldaten ins Zivilleben und verabschiedete sich am 4. Dezember 1783 von seinen Offizieren in Fraunces Tavern. Am 23. Dezember trat er vor dem Kontinentalkongress auch als Oberkommandierender der Kontinentalarmee zurück. Kurz vor seinem Abschied rief Washington die Bundesstaaten auf, gemeinsam eine starke Zentralregierung zu bilden. Nach dem Ende des Krieges wurde die Armee, mit Beschluss des Kongresses, aufgelöst, man konnte jedoch die Veteranen nicht auszahlen, denn der neue Staatenbund hatte im Laufe des Krieges rund 42 Millionen Dollar an Schulden angehäuft, der Kongress war aber noch immer nicht dazu ermächtigt, eigene Steuern zu erheben. Seine Zahlungsaufforderungen an die Einzelstaaten wurden von diesen geflissentlich ignoriert. Die ehemaligen Offiziere der Kontinentalarmee bildeten im Mai 1783 die Gesellschaft von Cincinnati und wählten George Washington zu ihrem Präsidenten. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode 1799 inne. Sie ist immer noch aktiv und wird durch die Nachkommen der Offiziere der damaligen Einheiten sowie durch Frankreich vertreten.
Der Krieg endete offiziell am 14. Januar 1784, als der Kongress den in Paris unterzeichneten Friedensvertrag ratifizierte. Washington plädierte für die Beibehaltung einer stehenden Armee, der Staatsmilizen, der Arsenale und die Gründung einer Militärakademie, was jedoch vom Kongress zunächst noch abgelehnt wurde. Allmählich löste sich die CA auf. Washington versuchte den Kongress dazu zu bewegen, wenigstens drei Monatssolde in bar an die Soldaten auszubezahlen. Stattdessen erhielten die Veteranen sogenannte Abrechnungszertifikate, vage Versprechungen auf eine ungewisse Zukunft. Ein Soldat, Joseph Plumb Martin schrieb hierzu: „Manche Soldaten gingen noch am letzten Tag der Pflicht nach Hause. Andere blieben, bis sie ihre Abrechnungszertifikate erhielten. Sie verkauften sie um sich anständige Kleidung zu beschaffen um in Würde die Heimreise bestreiten zu können. Und bei ihrer Ankunft unter Freunden einigermaßen wie sie selbst zu erscheinen. Zu jenen gehörte ich. Nachdem das Land den letzten Tropfen Dienst aus den armen Soldaten herausgepresst hatte, schickte man uns fort wie alte Schindmähren.“
Die Kontinentalarmee wurde jedoch nur zum Teil abgerüstet. Am 3. Juni 1784 beschloss der Kongress die Aufstellung des ersten Regiments der Regular Army, aus der wenig später die United States Army hervorging.
Der Kontinentalkongress erkannte – trotz aller Vorbehalte der Abgeordneten gegen ein stehendes Heer – die absolute Notwendigkeit einer gut organisierten und ausgerüsteten Streitmacht. Sie sollte dazu dienen, die oft eigenständig operierenden bewaffneten Kräfte der Kolonisten besser zu koordinieren und damit noch schlagkräftiger zu machen. Am 14. Juni 1775 beschloss der Zweite Kontinentalkongress in Philadelphia, eine gemeinsame Armee aufzustellen. Dazu gehörte auch die Eingliederung der New York Milicia, die zu diesem Zeitpunkt Boston belagerte. Der Kontinentalkongress genehmigte die Aushebung von Truppen in allen Kolonien, um die Truppen aus Neuengland zu ergänzen, die zu dieser Zeit den Großteil der Streitkräfte ausmachten. Jede von ihnen wurde eine bestimmte Quote an Regimentern zugewiesen, um so die Lasten gerechter zu verteilen.

Die Ausgangslage für einen Krieg gegen das British Empire war für die rund 2,5 Millionen Siedler mehr als ungünstig: Weder kampferfahrene Männer noch finanzielle Mittel und Kriegsmaterial waren in ausreichender Menge vorhanden. Die demokratische Theorie konterkarierte zudem oft die militärische Praxis in den amerikanischen Kolonien. Die Vorbehalte gegen reguläres Militär waren bei den republikanischen Politikern groß. Man benötigte eine stehende Armee einerseits zur Erstreitung und Absicherung der Unabhängigkeit, andererseits aber befürchtete man, dass sie danach zu einer ernsten Gefahr für die neu gewonnene Freiheit werden könnte. Viele setzten zudem die eigenen Soldaten mit den britischen Rotröcken gleich. Diese Ängste flossen u. a. auch in die Virginia Bill of Rights (Artikel 13) ein:
„Eine wohlgeordnete Miliz, aus der Masse des Volkes gebildet und im Waffendienst geübt, ist der geeignete, natürliche und sichere Schutz eines freien Staates; stehende Heere sollen in Friedenszeiten als der Freiheit gefährlich vermieden werden; auf alle Fälle soll das Militär der Zivilgewalt streng untergeordnet und von dieser beherrscht werden.“
Man war daher stets bemüht, den führenden Militärs die Suprematie des Kongresses und der Zivilregierungen spüren zu lassen, um sie so gegeneinander ausspielen zu können. Dies sollte verhindern, dass einer von ihnen in Versuchung kam, die gesamte Macht an sich zu reißen. Dennoch, Anfang 1777 gelangen die Abgeordneten des Kongresses zur Überzeugung, dass sie in Kriegsfragen selten schnell genug entscheiden können. Man übertrug daher Washington für 6 Monate den uneingeschränkten Oberbefehl und bevollmächtigt ihn, Loyalisten ohne Prozess zu inhaftieren. Manche befürchteten, das bei all dieser Machtfülle bald wieder eine Diktatur drohe. General Nathaniel Greene meinte hierzu:
„Ich kann kein Übel für den Staat darin erkennen, dass er diese Zuständigkeiten an den Oberbefehlshaber überträgt. Weder gab es je einen vertrauenswürdigeren Mann, noch einen dringenderen Ruf danach.“
Als klar wurde, dass London die Unabhängigkeitsbestrebungen nicht akzeptieren würde, verlängerte der Kongress die Einberufungsfristen und forderte die Mitgliedsstaaten auf, Regimenter im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsanzahl bereitzustellen. Auch das rigide Autonomieverständnis der Einzelstaaten behinderte Aufstellung und Unterhalt der Armee erheblich. Ob sie die vom Kongress angeforderten Truppenkontingente stellten, blieb ihnen überlassen. Die Abgeordneten hatten keine rechtliche Handhabe, sie dazu zu zwingen, und der Kongress selbst durfte keine Truppen ausheben. Da die Kolonien auch ihren Zahlungsverpflichtungen nur widerwillig oder gar nicht nachkamen, musste man zum Ausgleich Papiergeld (Kontinental-Dollar) drucken, was aber im großen Stil gefälscht wurde und so die Inflation immer mehr anheizte. Die Versorgung der Soldaten mit ausreichend Nachschub wurde dadurch erheblich erschwert, da man die benötigten Güter nicht einfach von der Bevölkerung requirieren konnte. Es fehlte somit stets an genügend Proviant, Medikamenten, Kleidung und vor allem Munition. Die einheimische Waffenproduktion konnte den Bedarf nicht einmal annähernd decken und die Hilfslieferungen aus dem verbündeten Frankreich wurden nicht selten von der britischen Blockadeflotte abgefangen. Zudem waren Betrügereien, Korruption und Misswirtschaft in der Armee weit verbreitet.
Die erste Welle der Freiwilligen bestand größtenteils aus neuenglischen Handwerkern und Farmern, die Besitz hatten, ihre Steuern zahlten und meist einer geregelten Arbeit nachgingen, aber nach einem Jahr wieder nach Hause zurückkehrten. Die zweite Welle bestand vor allem aus bettelarmen Habenichtsen. Arbeits- und Landlose, Zweit- oder Drittgeborene ohne Aussicht je etwas zu erben. Schuldner und britische Deserteure, Landarbeiter, davongelaufene Lehrlinge, sowie abgeurteilte Verbrecher die als Entschädigung für den Dienst in der Armee zumindest auf ihre Begnadigung hoffen durften. Dazu kamen noch irische Einwanderer und vor allem viele aus den deutschen Staaten die aber oft kein Wort Englisch sprachen. John Adams sorgte sich, dass wohl nur: „... die Schlimmsten, die Faulsten, die Unbeherrschtesten und die Wertlosesten...“ für mehr als ein Jahr zu gewinnen sein dürften. Mit großen Versprechungen alleine konnte man diesen Krieg aber unmöglich gewinnen. Also gingen einige Kolonien zur „Wehrpflicht per Zufall“ über. Man bestimmte die Namen der neuen Rekruten einfach per Los, Verheiratete wurden ausgenommen, wer Geld hatte, konnte einen Ersatzmann stellen. Einige Orte kauften sich durch eine Einmalzahlung an ihre Nachbargemeinden von der Wehrpflicht frei. In South Carolina warb man ganz offen um „Landstreicher und liederliche Herumlungerer“ für den Kriegsdienst.
Am 14. Juni 1775 hob man zunächst zehn Kompanien für Landoperationen aus. General Washingtons Streitmacht bestand nun aus etwa 15.000 Mann zusammengewürfelter und disziplinloser Milizionäre sowie Angehörigen von Bürgerwehren, die größtenteils aus Neuengland, Pennsylvania, Maryland und Virginia stammten und in drei Divisionen, sechs Brigaden und achtunddreißig Regimenter zusammengefasst wurden. Eine einheitliche Bewaffnung existierte nicht. Was unmittelbar zur Verfügung stand, war zum großen Teil schon veraltet, auch Kanonen waren Mangelware. Die wichtigste Aufgabenstellung war es nun, daraus eine halbwegs einsatzfähige Armee zu formen und mit ihr so lange die Briten hinzuhalten, bis sie erschöpft oder entnervt aufgaben. Es existierten jedoch noch keine festgelegten Regeln für eine zentrale Befehlsstruktur, für den Nachschub der Truppen, für den Transport oder für andere der unzähligen Aufgaben, die für das Funktionieren einer Armee erforderlich sind. Da die Nachrichtenübermittlung am Ende des 18. Jahrhunderts noch sehr langsam war, dauerte es dementsprechend lange, alle erforderlichen Genehmigungen vom Kontinentalkongress einzuholen. Unter diesen Bedingungen erschien der Widerstand gegen die gut organisierte britische Armee zunächst als fast unlösbare Aufgabe. General Washington war, wie viele Soldaten der Kontinentalarmee, ein Veteran des jüngsten Franzosen- und Indianerkriegs, sodass er nicht nur Kriegserfahrung hatte, sondern auch mit britischer Taktik und deren Doktrin vertraut war. Der Kontinentalkongress ernannte zudem Brigade general Horatio Gates zum Generaladjutanten der Armee.
Dies erwies sich für die noch in den Kinderschuhen steckende CA als von unschätzbarem Wert. Er und General Charles Lee besaßen Kampferfahrung aus ihrer Zeit in der britischen Armee. Gates baute in weiterer Folge eine Militäradministration auf und half, die unterschiedlichen Organisationsstrukturen der Kolonialregimenter zu vereinheitlichen. Der Deutsche Friedrich Wilhelm von Steuben reformierte wenig später ziemlich rasch Organisation und Ausbildung der Kolonisten, während der Franzose Pierre Augustin Caron de Beaumarchais die Bewaffnung entscheidend verbessern konnte. Ein britischer Offizier, Lieutenant Colonel William Harcourt, beschrieb 1777 die amerikanischen Soldaten folgendermaßen: „Auch wenn die Rebellen von Präzision Ordnung, generell von den Grundsätzen der Truppenbewegung offensichtlich keine Ahnung haben, so besitzen sie doch andere Eigenschaften guter Soldaten. Sie sind äußerst listig, sehr fleißig und immer bereit ihren Vorteil zu nutzen. Zwar pflegte man in unseren Reihen von ihnen nur in den verächtlichsten Tönen zu sprechen, mittlerweile sind sie jedoch eine vorzügliche Armee.“
Im Laufe des Krieges dienten etwa 231.000 Mann in der Kontinentalarmee, obwohl nur rund 48.000 zum selben Zeitpunkt und nie mehr als 13.000 Soldaten in einer Schlacht eingesetzt wurden. Die Kolonialmilizen umfassten etwa 145.000 Mann. Frankreich operierte ab 1779 – bis zum Ende des Krieges – mit rund 12.000 Soldaten in Nordamerika. Sie hatte von Anfang an auch Soldaten verschiedener Ethnien in ihrem Bestand, darunter Afroamerikaner und amerikanische Ureinwohner wie z. B. den Catawba-Indianer Peter Harris. Für eine kurze Zeitperiode bestanden fast 10 % der Armee aus schwarzen Soldaten. Dies war das letzte Mal vor dem Koreakrieg, dass eine US-Armee farbige (Kampf-)Einheiten im großen Stil in ihre Reihen integriert hatte. Darüber hinaus meldeten während des gesamten Krieges Männer aus verschiedenen europäischen Nationen freiwillig zum Dienst in der CA. George Washington befehligte während des gesamten Krieges die Hauptmacht der Kontinentalarmee. Daneben gab es aber noch zwei kleinere Armeen. Die unter dem Befehl von Brigade General Horatio Gates stehende wurde im nördlichen Departement – am erfolgreichsten während des Saratoga-Feldzugs – und im südlichen Departement, zuerst bei Charleston, später bei Camden eingesetzt. Eine weitere stand unter dem Kommando von Brigade General Nathanael Green. Die letzten Einheiten der Kontinentalarmee wurden (offiziell) am 20. Juni 1784 aufgestellt. Darüber hinaus existierten auch eigenständige Kampfgruppen, die auf den nördlichen und südlichen Kriegsschauplätzen operierten.

Frauen wie Deborah Sampson, Anna Maria Lane, Mary Ludwig Hayes und Margaret Corbin nahmen die Versprechungen der Revolution (Freiheit und Selbstbestimmung) wortwörtlich, sie ließen sich unter Falschnamen anwerben und kämpften sehr engagiert und tapfer für die amerikanische Sache. Sie demonstrierten damit auch ihren Patriotismus, indem sie sich den Männern im Kampf anschlossen. Sampson war die einzige, der später für ihren Dienst eine Veteranenrente zuerkannt wurde, Corbin diente als Vorbild für die Molly-Pitcher-Legende. Die „offizielle“ Ausnahme waren die Wasserträgerinnen bei der Artillerie: Die Kanonenrohre mussten nach jedem Abfeuern ausgespült werden, um Funken zu löschen und Rückstände des Schießpulvers zu entfernen. Erst danach konnte das Geschütz wieder abgefeuert werden. Wie viele insgesamt an den Kämpfen teilnahmen ist unbekannt. Wurde aber eine von ihnen enttarnt, demütigte man sie dafür in aller Öffentlichkeit. In einem Brief von 1778 schildert ein amerikanischer Offizier, William Barton, wie eine Frau, die sich als Mann verkleidet in die Kontinentalarmee eingeschrieben hatte bestraft wurde. Sie wurde nicht einfach entlassen, sondern als Abschreckung und zur Belustigung der Soldaten durch das Lager getrieben, während die Regimentskapelle dazu den „Whore’s March“ intonierte. In einigen Fällen band man das Opfer dafür halbnackt an einen Karren. Als die Armee in Valley Forge überwinterte hielten sich auch bis zu 400 Frauen im Lager auf. Auf beiden Seiten zogen sie, wie die Marketender des Dreißigjährigen Krieges, mit den Soldaten durchs Land.
Lange hielt man sie in der Forschung fast ausschließlich für Prostituierte, aber unter ihnen waren auch viele Soldatenfrauen samt deren Nachwuchs, Wäscherinnen, Näherinnen oder Krankenschwestern (camp followers), aber auch Prostituierte. Einige wurden gegen ihren Willen zu diesem unsteten Leben gezwungen, da ihr Zuhause zerstört worden war, viele konnten auch ihre Familien nicht alleine ernähren und der Tross bot ihnen wenigstens ein gewisses Maß an Sicherheit, obwohl sie in der Lagerorganisation nicht viel mitzureden hatten. Ihnen oblag die tägliche Hausarbeit, die Aufsicht über die Kinder und vor allem die Krankenpflege. Dennoch war Washington über den Zustrom von so vielen Frauen verärgert und erklärte in seiner General-Order vom August 1777, dass „...die Vielzahl der Frauen, insbesondere die Schwangeren und Mütter, ein Hindernis für jede Bewegung darstellt...“. In Washingtons Befehlen wurden die Marketenderinnen als Soldaten eingestuft, und er äußerte den Wunsch, die Frauen mit den „Sergeanten der Kompanien“ bekannt zu machen, damit diese ihnen alle bezughabenden Befehle erläuterten. Später beklagte sich der General auch darüber, dass die hohe Anzahl der Frauen und Kinder in den Lagern der New Yorker Regimenter ihm nur die Wahl ließ, entweder das neue Rationierungssystem zu umgehen oder die überzähligen Angehörigen aus dem Lager zu werfen. Da man aber befürchtete, dass ihre Männer dann ebenfalls die Armee verlassen würden, ordnete er schließlich an, dass die Marketenderinnen weiterhin Armeerationen beziehen durften, da sie nun mal „ein notwendiges Übel“ aber dafür eine unverzichtbare Stütze des Lagerlebens waren.





Armeekommando und -verwaltung waren in regionalen Departements organisiert. Ihre Kommandeure wurden vom Kontinentalkongress ernannt.
Hierzu wurden vier Major Generals:
und acht Brigade Generals ernannt:
Etwas später stieß auch noch James Mitchell Varnum zu ihnen hinzu. Major General Artemas Ward war der stellvertretende Befehlshaber und Benjamin Lincoln sein Adjutant. Richard Gridley wurde das Kommando über das Artillerie-Korps und das Amt des Chefmilitäringenieurs übertragen, assistiert durch Henry Knox, der zuvor in Boston eine Artilleriekompanie befehligt hatte. Bei der Auswahl seiner Unterführer und Stabsoffiziere legte Washington besonderen Wert auf die Organisationsfähigkeiten, scheute sich jedoch nicht, in derartigen Fragen an Männer wie Major General und Generalinspekteur Friedrich Wilhelm von Steuben, Major General und Chefmilitäringenieur Richard Gridley, Brigade General Horatio Gates oder seinen Stellvertretender zu delegieren, und er förderte junge Offiziere wie Henry Dearborn, Henry Lee oder Anthony Wayne, die sich bei kleineren taktischen Operationen bewährt hatten. George Washington organisierte seine Armee auf der Grundlage der britischen Regularien; Daher wurde sie in sechs Brigaden mit etwa 2.400 Mann unterteilt. Jede Brigade bestand aus fünf oder sechs Regimentern, wobei jedes Regiment aus – durchschnittlich – 470 Mann bestand. Ein Regiment wurde in Bataillone unterteilt, die wiederum in Kompanien aufgeteilt wurden. Die Kompanien bestanden generell aus 40 Privates, 3 Corporals, einem Ensign (oder einem 2nd Lieutenant), kommandiert von einem 1st Lieutenant und einem Captain.
Kompanie- und Regimentsgrößen variierten während des Krieges, aber es wurden auch verschiedentlich Versuche unternommen, einheitliche Standards durchzusetzen. Mit Einheiten aus anderen Landesteilen vermischt zu werden oder auch nur Befehle von deren Offizieren zu befolgen, wurde von den Soldaten strikt abgelehnt. Dadurch kam es zu einer gewissen – für den Kampf kontraproduktiven – Konkurrenz bzw. bei jeder Gelegenheit zu Reibereien und Prügeleien zwischen den Soldaten der einzelnen Kolonien. Meutereien wurden niedergeschlagen, indem man z. B. Truppen aus Pennsylvania gegen die aus Connecticut aufmarschieren ließ. Fahnenflucht war an der Tagesordnung. Ihr Oberbefehlshaber General George Washington war daher gezwungen,
„…die eine Hälfte der Armee einzusetzen, um die andere wieder einzufangen.“, wie er später niederschrieb.


Zwei Monate nach dem Desaster bei Germantown rückte die Armee ins Winterlager von Valley Forge ein. Zu diesem Zeitpunkt war dem Kongress, Washington und vielen hohen Offizieren längst klar geworden, dass sie vor allem ihre Ausbildungs- und Disziplinprobleme lösen mussten, um weiter gegen die Briten bestehen zu können. Der Kongress hatte kurz zuvor Thomas Conway zum Generalinspekteur der Armee ernannt, um diese Angelegenheiten zu überwachen. Doch Conway war ein Intrigant, der bei Washington und dem Kongress rasch in Ungnade fiel und sich schließlich als Fehlbesetzung erwies. Für seinen neuen Generalinspekteur benötigte Washington unbedingt einen ausgewiesenen Militärexperten.
Die chaotischen Zustände, die der aus Preußen stammende Hauptmann Baron Friedrich Wilhelm von Steuben Steuben bei seiner Ankunft im Februar 1778 in Valley Forge vorfand machten ihn fassungslos. Die Latrinen waren oft direkt neben den Mannschaftsküchen ausgehoben worden, überall lagen verwesende Pferdekadaver herum, für dessen Beseitigung sich niemand zuständig fühlte. Ein einheitliches Disziplinar- oder Dienstreglement existierte nicht. Manche Soldaten wussten nicht einmal wie man in einer geraden Linie steht oder sich in einer Kolone bewegt. Ein weiteres Problem bestand darin, dass nur wenige Regimenter die Waffenübungen gemeinsam durchführten. Die Exerziermethoden lagen in der Verantwortung der Regimentskommandeure, die dafür die Reglements der britischen Armee oder die diversen Traktate für die Kolonialmilizen heranzogen. Da der Drill der Soldaten weder einheitlich praktiziert, geschweige den durchgesetzt wurden, wies jedes Regiment naturgemäß auch unterschiedliche Kompetenzniveaus auf. Steuben beklagte später:
„Jeder Oberst führte die Übungen seines Regiments nach seinen eigenen Vorstellungen oder nach den Schriften jenes Militärtheoretikers, der ihm gerade in die Hände gefallen war“, und: „Marsch- und Manöverschritte waren so unterschiedlich wie die Farbe unserer Uniformen.“
Über die Handhabung der Bajonette bemerkte er, süffisant dass die meisten Soldaten, im Gegensatz zu den Briten, die dies sehr erfolgreich taten, sie nicht für den Kampf benutzten, sondern damit ihre Rationen über den Feuer brieten, da sie in ihrem richtigen Gebrauch nie ausgebildet worden waren. Teils aufgrund dieser Diskrepanzen in Drill und Kampffertigkeiten scheiterte der amerikanische Angriff bei Germantown Court House. Im Ansatz ging Washingtons Plan zwar auf, viele Einheiten kämpften mit bewundernswerter Geschicklichkeit, andere jedoch weniger. Soldaten verirrten sich auf dem Anmarsch zum Schlachtfeld, einige setzten ihre Angriffe nicht fort, Lücken taten sich in den Linien auf, dichter Nebel und der Pulverdampf verstärkten die Verwirrung, die Brigaden kollidierten im allgemeinen Chaos miteinander und beschossen sich gegenseitig. Im Gegensatz dazu hielten die britischen Truppen dem Druck viel besser stand und starteten einen gut koordinierten Gegenangriff.
Steuben scheute sich nicht, im Unterschied zu den europäischen Offizieren, sich auch selbst die Hände schmutzig zu machen. Steuben hatte anfangs weder einen Offiziersrang noch eine Führungsposition inne und verbrachte seine ersten Wochen in Valley Forge damit, das Lager zu durchstreifen und die Soldaten mit Hilfe eines Dolmetschers gründlich zu befragen (er selbst beherrschte das Englische nicht). Schnell erkannte er, dass in der Kontinentalarmee vor allem auf Eigeninitiative und Flexibilität gesetzt wurde, im Gegensatz zu den Briten, und dass ein amerikanischer Soldat seinem Anführer nur aus Respekt und nicht aus blindem Gehorsam folgte. Er verstand, dass die britischen Methoden für Drill und Disziplin, die in den alten europäischen Klassenhierarchien wurzelten, hier niemals zufriedenstellend funktionieren würden. Ein weiteres Problem der Kontinentalarmee war, dass die meisten Offiziere den Drill und Durchsetzung der Disziplin – nach britischer Art – den Sergeanten überließen. Die Männer lachten anfangs noch über ihn, was ihnen aber bald vergehen sollte. Seine forcierte Neuausbildung der Truppen gilt als einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg der Amerikaner im Unabhängigkeitskrieg, da es ihm relativ rasch gelang, einen untereinander tief zerstrittenen, chaotischen und militärisch noch immer weitgehend unerfahrenen Freischärlerhaufen in eine schlagkräftige Armee nach preussischen Vorbild umzuwandeln. Statt seine Anweisungen nur an die ihm untergebenen Offiziere weiterzugeben, wie es in Europa üblich war, drillte er die Männer von Anfang an selbst. Steuben verfasste hierfür zuerst eine Dienstordnung, die sog. „Regulations for the Order and Discipline of the Troops of the United States“, die sich eng am königlich preußischen Militärgesetz und Exerzierreglement orientierte, aber in einigen Punkten von ihm modifiziert und den örtlichen Gepflogenheiten angepasst wurde. Es behielt bis 1814 seine Gültigkeit.
Jeden Morgen stand Steuben in seiner blitzblanken Uniform im Schlamm des Exerzierplatzes und bleute seinen Männern die Grundprinzipien des preussischen Kriegshandwerks ein. Aus hundert von ihm ausgewählten Kämpfern, plus fünfzig Mann aus Washingtons Leibgarde, stellte er zunächst eine „Musterkompanie“ zusammen, die er mit einem Sprachengemisch aus Deutsch und Französisch – was zumindest die meisten Offiziere verstanden – täglich zwölf Stunden trainierte. War ein Manöver nicht zu seiner Zufriedenheit ausgeführt worden, begann er zuerst auf Deutsch zu fluchen, dann auf Französisch und schließlich tat er es in beiden Sprachen zugleich. Dann rief er seinen Adjudanten zu: „Kommt her und flucht für mich auf Englisch! Diese Kerle tun nicht was ich ihnen befehle!“ Seine schriftlichen Anordnungen brachte er ausschließlich in französisch aufs Papier. Ein Schreiber und zwei Adjutanten Washingtons übersetzten dann jede Nacht diese Dokumente ins englische. Steuben verstand den Charakter seiner Leute (im Gegensatz zu vielen europäischen Offizieren), er begriff, dass ein amerikanischer Soldat nicht für einen Herrscher kämpfen wollte, sondern für eine Idee. Und sie folgten nur einem Anführer, der bereit war neben ihnen in die Schlacht zu ziehen und nicht nur aus sicherer Entfernung seine Befehle erteilte.
Nach abgeschlossener Ausbildung wurden diese 150 Männer selbst zu Ausbildern, von denen jeder einzelne wiederum hundert andere drillte und so die Regimenter schrittweise und systematisch auf Vordermann brachte. Man nannte diese Vorgangsweise „Kaskadensystem“, eine Kettenreaktionskompetenz die schon innerhalb von zwei Monaten die ganze Armee durchlaufen hatte. Dem Baron gelang es, seinen „Sansculotten“, wie er sie nannte, nicht nur relativ rasch den Kampf mit dem Bajonett und das Marschieren im Gleichschritt (75 Schritte/Minute im Marschformation, 120 Schritte im Laufschritt) und Schießen auf Kommando einzudrillen, sondern auch die Kampfmoral (mit den Fähigkeiten wächst auch die Moral) und den Teamgeist zu stärken. Steuben legte auch großen Wert darauf, seinen Soldaten die Bedeutung ihrer Aufgaben zu erklären, was ihnen half, die die Prinzipien der „preußischen Exerzierübung“ schnell zu begreifen. Steuben schrieb hierzu später in einem Brief:
„Das Wesen dieser Nation ist nicht mit der von unserer zu vergleichen. In Preußen, Österreich oder Frankreich sagst du zu einem Soldaten: Mach das! Und er tut es. Hier bin ich gezwungen zu sagen: Aus diesem Grund solltest du dies tun. Dann erst tut er es. Und sechs ausländische Offiziere machen mir (aufgrund ihrer adeligen Herkunft) hier mehr zu schaffen als zweihundert amerikanische.“
Obwohl die Ausbildung auch die „Handübung“ für den Umgang mit Musketen und Bajonetten umfasste, lag sein Hauptaugenmerk auf dem Manövrieren im Schlachtfeld. Steuben schuf auch die Grundlagen der Unteroffiziersstukturen die bis heute in der US-Army ihre Gültigkeit haben. Er organisierte daneben auch das Lager in Valley Forge völlig neu und führte vor allem strenge Hygienestandarts ein, die die Todesrate unter den Soldaten bald drastisch absenkte. Der von seinen Leistungen äußerst beeindruckte Washington beförderte ihn deswegen bald danach zum Major General und schließlich im Mai 1778 zum neuen Generalinspekteur der amerikanischen Truppen. In den darauffolgenden Jahren gelang es ihm, die Zahl der voll ausgebildeten Soldaten kontinuierlich zu steigern. In den einzelnen Gefechten trugen zudem immer wieder die von ihm befehligten Einheiten maßgeblich zum Erfolg bei. Seine taktischen Anweisungen bildeten 1778 die Grundlage für den Sieg der Amerikaner in der Schlacht von Monmouth, dem Wendepunkt des Krieges. Bei Yorktown konnte Washington 1781 ca. 5850 voll ausgebildete Kontinentalarmisten ins Feld führen und Steuben leistete als Kommandeur der 3rd Division einmal mehr einen bedeutenden Beitrag zum endgültigen Sieg über die Briten. Er diente Washington zeitweilig auch als Generalstabschef. Der Baron erhielt für seinen Dienst in der Kontinentalarmee nie einen regulären Sold, sondern wurde erst nach Ende des Krieges mit Landschenkungen und Geldzahlungen dafür entschädigt.

Die Armeeführung hatte während des gesamten Krieges mit massiven Geldproblemen zu kämpfen. Die CA litt chronisch an Unterfinanzierung, weshalb die Offiziere und Soldaten monate- oder jahrelang keinen Sold sahen und ihnen stattdessen Schuldscheine ausgestellt wurden. Der Kontinentalkongress verfügte über keine substantiellen Gold- oder Silberreserven und durfte keine eigenen Steuern erheben, um die Armee aus eigener Tasche bezahlen zu können. Eine der wichtigsten Finanzquellen der Revolution war die Verschuldung. Die wichtigsten Geldgeber waren reiche Kaufleute, Pflanzer und Farmer. Eine riskante Spekulation für diese Leute, den die Rückzahlung und Zinsen hingen davon ab dass die Patrioten den Krieg auch tatsächlich gewannen. Nur so konnte der Kongress den Krieg auch längerfristig finanzieren. Damit entstand eine Klasse amerikanischer Kreditgeber die großes Interesse an einer handlungsfähigen Regierung hatte, den nur die konnte die Begleichung aller Schulden und die Berücksichtigung ihrer Interessen garantieren. Oft musste sich Washington in prekärer Lage an einen seiner engsten Freunde, Robert Morris (Finance of the Revolution), den reichsten Mann in den Kolonien, wenden. Dieser hatte wiederholt sein eigenes Kapital eingesetzt um der CA finanziell unter die Arme zu greifen. Zugleich nutzte er öffentliche Mittel für Spekulationsgeschäfte und hatte mit Staatsaufträgen Millionen verdient. Morris war ein klassischer Kriegsunternehmer, der ohne Skrupel private Interessen mit denen der Revolution vermischte. Aber ohne ihn wäre es vermutlich nie zur Staatsgründung gekommem, da er der Armeeführung mehrmals Geld vorschoss, dass er sich u. a. vom spanischen Hof lieh. George Washington erkannte die Gefahr und bemerkte hierzu:
"Sollen wir endlich die Beute unserer eigenen Gewinnsucht werden? Gott möge es verhüten. Unsere Sache ist heilig, sie ist die Sache der ganzen Menschheit. Die Gefahr, welche ihr droht, entspringt in unserer Mitte."
Deshalb war man auch gezwungen ungedecktes Papiergeld (Kontinental-Dollar) zu drucken, die man (nach Kriegsende) gegen Münzgeld oder Waren eintauschen sollte. Der CD$ verlor im Laufe des Krieges rasch an Kaufkraft, sodass der Sold zwar nominell gleich hoch blieb, die CD$ praktisch aber nahezu wertlos waren. Bis 1781 entsprachen 150 CD$ nur noch einem Silberdollar. Der monatliche Sold eines Private reichte am Ende nicht einmal mehr für ein Abendessen aus. 1781 musste Morris, die Kontinentalarmee fast alleine finanzieren. Er arbeitete nun offiziell als Finanzbeauftragter (Superintendent of Finance) der Regierung. Nur mit dem von ihm gewährten neuen Krediten konnte man den Krieg weiterführen. Die Kontinentalarmee erhielt nun endlich ausreichend Nachschub und in den folgenden drei Jahren finanzierte Morris quasi die amerikanische Revolution aus eigener Tasche. Seine "Morris-Notes" (Schuldscheine) wurden innerhalb der Armee zum allgemein anerkannten Zahlungsmittel.
General George Washington erhielt für seinen Dienst in der Kontinentalarmee keinen regulären Sold. Bei seiner Ernennung lehnte er den ihm hiefür angebotenen 500 CD$ pro Monat ab. Stattdessen wurde eine Vereinbarung geschlossen, dass ihm lediglich seine täglichen Ausgaben erstattet werden sollten. Nach Ende des Krieges reichte Washington ein sorgfältig geführtes Haushaltsbuch beim Kongress ein, die Gesamtsumme seiner Auslagen belief sich demnach auf 160.074 CD$. Je nach historischer Berechnungsmethode und Währungsbasis (unter Berücksichtigung von Inflation und dem damaligen Wert von Kontinental-Dollar zum Goldpreis) entsprach dies einem heutigen Gegenwert von mehreren Millionen US-Dollar. Darunter fielen vor allem die Haushaltskosten für sein Hauptquartier, sowie Zahlungen für Botendienste und sein Spionagenetzwerk. Da der Kongress meistens nicht liquid war, streckte Washington erhebliche Summen aus seinem Privatvermögen vor, um die Soldaten zu bezahlen, damit ihm diese nicht wieder in Scharen davonliefen.
Den übrigen Generälen der Kontinentalarmee stand laut Beschluss des Kontinentalkongresses vom 16. Juni 1775 folgendes monatliches Grundgehalt zu:
Bei der Anwerbung wurde jedem Soldaten eine einmalige Prämie von 10 CD$ oder einer Landzuteilung, sowie regelmäßiger Sold versprochen. Die meisten Rekruten verpflichteten sich für drei Jahre. Für eine Verpflichtung über die gesamte Dauer des Krieges wurden die Anwerbeprämie auf 20 CD$ erhöht. Nach Dienstsende sollten die Veteranen als Draufgabe noch ein 40 ha großes Landstück in den westlichen Indianerterritorien erhalten. Den Soldaten wurde damit etwas in Aussicht gestellt, dass man noch gar nicht besass, bzw. von den Indigenen geraubt hatte. Findige Betrüger ließen sich in die Truppenlisten eintragen, kassierten das Handgeld, desertierten anschließend über die Grenze und ließen sich in einem anderen Staat erneut anwerben. Eng mit dem Sold- und Prämiensystem verbunden war die Rationsregelung. Während einem einfachen Soldaten eine Tagesration (drei Mahlzeiten) zustand, erhielten die Offiziere Zusatzrationen. So sah beispielsweise die vom Kongress am 22. April 1782 festgelegte Skala folgende Zuteilungen vor:
Der Kontinentalkongress beschloss am 12. September 1775, die Rationen für die Armee festzulegen. Die – am 4. November endgültig festgelegte – Quote für die Rationszuteilung umfasste:
"Art und Menge der folgenden Lebensmittel: 1 Pfund Rindfleisch, oder 1/2 Pfund Schweinefleisch oder 1 Pfund Salzfisch pro Tag; 1 Pfund Brot oder Mehl pro Tag; 3 Pints Erbsen oder Bohnen pro Woche oder eine entsprechende Menge Gemüse (1 Dollar pro Scheffel Erbsen oder Bohnen); 1 Pint Milch pro Mann und Tag (oder 1,72 Dollar); 1/2 Pint Reis oder 1 Pint Maismehl pro Mann und Woche; 1 Quart Bier oder Apfelwein pro Mann und Tag oder 9 Gallonen Melasse pro Kompanie von 100 Mann und Woche; 3 Pfund Kerzen für 100 Mann und Woche für die Wachen. 24 Pfund [weiche] Seife oder 8 Pfund harte Seife für 100 Männer pro Woche."
Nachfolgend die Aufstellungen des monatlichen Solds für Offiziere und Soldaten, wie sie durch die Resolution des Kongresses vom 27. Mai 1778 festgelegt wurden, diese Richtsätze galten bis zum Ende des Krieges.
| Kavallerie | |||
|---|---|---|---|
| Rang | pro Monat in Dollar | Rang | pro Monat in Dollar |
| Colonel | 93¾ | Quartermaster Sergeant | 15 |
| Lieutenant Colonel | 75 | Sergeant | 15 |
| Major | 60 | Trumpet Major | 11 |
| Captain | 50 | Trumpeter | 10 |
| Lieutenant | 33+1⁄3 | Corporal | 10 |
| Cornet | 26+2⁄3 | Dragoon | 8+1⁄3 |
| Surgeon | 60 | Saddler | 10 |
| Surgeon's Mate | 40 | Farrier | 10 |
| Riding Master | 33+1⁄3 | ||
zusätzlich zu ihrem Sold als Linienoffiziere. | |||
| Quelle: | |||
| Infanterie | |||
|---|---|---|---|
| Rang | pro Monat in Dollar | Rang | pro Monat in Dollar |
| Colonel | 75 | Sergeant Major | 10 |
| Lieutenant Colonel | 60 | Quartermaster Sergeant | 10 |
| Major | 50 | Sergeant | 10 |
| Captain | 40 | Drum Major | 9+1⁄2 |
| Captain Lieutenant | 26+2⁄3 | Fife Major | 9 |
| Lieutenant | 26+2⁄3 | Drummer, Fifer | 7+1⁄2 |
| Ensign | 20 | Corporal | 7+1⁄2 |
| Surgeon | 60 | Private | 6+2⁄3 |
| Surgeon's Mate | 40 | ||
zusätzlich zu ihrem Sold als Linienoffiziere. | |||
| Quelle: | |||
| Artillerie | |||
|---|---|---|---|
| Rang | pro Monat in Dollar | Rang | pro Monat in Dollar |
| Colonel | 100 | Sergeant Major | 1123/90 |
| Lieutenant Colonel | 75 | Quartermaster Sergeant | 1123/90 |
| Major | 62+1⁄2 | Drum Major | 1033/90 |
| Captain | 50 | Fife Major | 1033/90 |
| Captain Lieutenant | 33+1⁄3 | Sergeant | 10 |
| First Lieutenant | 33+1⁄3 | Bombardier | 9 |
| Second Lieutenant | 33+1⁄3 | Corporal | 9 |
| Surgeon | 75 | Gunner | 8+2⁄3 |
| Surgeon's Mate | 50 | Drummers, Fifers | 8+2⁄3 |
| Matross | 8+2⁄3 | ||
zusätzlich zu ihrem Sold als Linienoffiziere. | |||
| Quelle: | |||
Wie bei jeder Schlacht musste der Brigadekommandeur, bevor eine Brigade aus vier Regimentern aus der Marschkolonne aufmarschieren konnte, das Schlachtfeld begutachten und klare Befehle zur Bildung einer Schlachtlinie erteilen. Anschließend mussten alle acht Züge jedes Regiments zweimal in der korrekten Reihenfolge wenden – insgesamt 64 Bewegungen –, um eine Linie zu bilden. Hauptleute, Leutnants und Sergeanten sorgten für eine korrekte Ausrichtung der Reihen und die perfekte Synchronisation der Soldaten. Der Übergang von der Kolonne zur Linie war jedoch nur ein Manöver – die Regimenter mussten auch schräg marschieren können, Gegenmärsche ausführen, die Front wechseln und viele weitere Manöver mit mehreren Komponenten durchführen. Dies alles auf einem Schlachtfeld, das oft mit Hindernissen wie Wäldern, Zäunen und Farmen gespikt war. Im 18. Jahrhundert marschierten die Kontrahenten auf dem Schlachtfeld zunächst aufeinander zu, in der Regel in drei Reihen. War die gegnerische Schützenlinie in Schussweite, wurde der Befehl zum Anhalten gegeben, die Waffen zu präsentieren, eine Salve abzufeuern, hinter die zweite Reihe zurückzutreten und sofort wieder nachzuladen. Sobald die Soldaten in Schlachtordnung standen, waren alleine fünfzehn Handgriffe nötig, um ihre Steinschlossgewehre zu spannen und zu laden, und zwei weitere, um sie auf Befehl geschlossen abzufeuern. Viele Soldaten stopften sich vor einen Kampfeinsatz die Musketenkugeln auch in den Mund um schneller laden zu können. Diese Routine das war auf dem Exerzierplatz nur sehr schwer zu erlernen. Die Waffe musste zudem inmitten von Pulverdampf, Lärm und dem Chaos des Gefechts korrekt bedient werden, wenn feindliche Musketen- und Kanonenkugeln auf einem zuflogen und die Konzentration der Soldaten hart auf die Probe stellten. Nur ständiges Exerzieren ermöglichte es den Soldaten, diese Manöver jedes Mal auf dieselbe Weise und ohne nachzudenken auszuführen, insbesondere unter Beschuss. Nach mehreren Gewehrsalven gewann eine Seite die Oberhand und man begann mit aufgepflanztem Bajonett die Distanz zum Feind weiter zu verringern um den Gegner im Nahkampf mit Säbel, Bajonett und Gewehrkolben niederzumachen. Dies war notwendig, da die Unzuverlässigkeit der damaligen Glattrohrmusketen, die nur auf etwa 50 Meter treffgenau waren, eine kurze Distanz zur feindlichen Linie erforderte. Infolgedessen waren Feuergeschwindigkeit und diszipliniertes Vorrücken in enger Formation für den damaligen Kampfstil unabdinglich, wobei konzentriertes, gut gezieltes Feuer und daran anschließende Bajonettangriffe meist den Ausgang einer Schlacht entschieden. Zahlenmäßig stets unterlegen, stellte sich die Kontinentalarmee nur dann dem Gegner, wenn eine offene Feldschlacht unvermeidlich bzw. die Voraussetzungen dafür günstig waren. Durch ständige Raids auf die Nachschublinien des Feindes schafften die amerikanischen Truppen so die Grundlagen für ihren späteren Sieg im Unabhängigkeitskrieg. General Washington tauschte dabei Raum gegen Zeit; wenn es nötig war, zog er sich angesichts eines überlegenen britischen Kontingentes meist wieder zurück; um stattdessen isolierte Außenposten oder einzeln marschierende Abteilungen anzugreifen, wenn dies erfolgversprechend war. Diese Zermürbungsstrategie sollte den viel besser ausgerüsteten Gegner durch Terrorangriffe und ständige Nadelstiche schrittweise demoralisieren, indem man den Krieg soweit verlängerte, bis er für London zu kostspielig wurde.

Die Unterstützung Frankreichs war für den amerikanischen Sieg im Unabhängigkeitskrieg ausschlaggebend. Primär finanzierte Paris zunächst den Krieg und lieferte dringend benötigten Nachschub. Später stellte man auch Landstreitkräfte und Kriegsschiffe für die Kämpfe ab. Besonders der Einsatz der französischen Marine sollte schließlich das Blatt zu Gunsten der Revolutionäre wenden. Amerikanische Freibeuter unterstützten zwar ebenfalls die Kriegsanstrengungen, doch nur wenige ihrer Schiffe konnten es mit denen der Royal Navy aufnehmen. Eine größere Flottenoperation der Continental Navy war deswegen ausgeschlossen, hierzu war nur die französische Flotte in der Lage. Der Pariser Hof war dennoch mehr an Westindien interessiert als an der Unterstützung Washingtons, doch selbst dies war für die Amerikaner noch von Vorteil. Durch die Intervention der Franzosen konnten die Briten ihre Streitkräfte nicht alleine auf die Niederwerfung der Continental Army konzentrieren. Die französischen Truppen und vor allem ihre Marine spielten in der Schlacht von Yorktown eine kriegsentscheidende Rolle.
Spanien war zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges schon eine im Niedergang begriffene europäische Macht. Es verfügte jedoch noch über seine Kolonien in Mittel- und Südamerika sowie über ein schlagkräftiges Heer und Marine. Zudem regierten seit 1700 in Madrid die Bourbonen. Dies bedeutete, dass Frankreich und Spanien natürliche Verbündete waren. Spanien war zwar (noch) nicht bereit, die Vereinigten Staaten anzuerkennen, wollten aber – wie die Franzosen – an England verlorene Gebiete wieder zurückgewinnen. Spanien unterstützte daher die amerikanische Sache ebenfalls finanziell und mit Nachschubgütern. Besonders ihre Kolonie auf Kuba leistete bei der Versorgung der Amerikaner wertvolle Dienste. Ab 1779 warf auch Spanien seine Armee und Marine in den Kampf und ging gegen die britischen Truppen am unteren Mississippi vor. Dabei konnte Florida den Briten wieder abgenommen und besetzt werden, nebenbei sicherte man damit auch die Nachschublinien der Continental Army. Washington hätte dafür weder die Streitkräfte noch die nötigen Ressourcen aufbringen können.

Spione wurden im Laufe des Krieges von beiden Seiten eingesetzt. Männer und Frauen riskierten ihr Leben, um wichtige Informationen zu sammeln und diese an das Oberkommando weiterzugeben. Der Culper Ring war eine Spionageorganisation um Benjamin Tallmadge die direkt Washington unterstand und 1778 gegründet wurde. Der Ring hatte die Aufgabe, das britisch kontrollierte New York City auszukundschaften und über die dortigen militärischen Aktivitäten zu berichten. Der Culper Ring war in den Jahren zwischen 1778 und 1781 aktiv. Nathan Hale, der von den Briten später inhaftiert und hingerichtet wurde, zählt zu den bekanntesten der amerikanischen Spione. Hale und Tallmadge waren enge Freunde und studierten in Yale. Im Gegenzug wurde ein britischer Offizier, John André, der mit General Benedict Arnold zusammenarbeitete, von den Amerikanern enttarnt und aufgehängt. James A. Lafayette, ein ehemaliger Sklave, gelang es sich ins Hauptquartier von General Cornwallis einzuschleichen. Dort hatte er direkten Zugang zum Schriftverkehr mit dem britischen Kriegsministerium, seine Berichte trugen entscheidend zum Sieg der Amerikaner und Franzosen in der Schlacht von Yorktown bei. Auch viele Frauen wie z. B. Ann Bates (Philadelphia), Emily Geiger (South Carolina) und Lydia Barrington Darragh (Philadelphia), betätigten sich als Spione, sie nutzten ihre relativ große Bewegungsfreiheit, um mit für Washington bestimmte Geheimnachrichten durch die feindlichen Linien zu schmuggeln.




Die Kontinentalarmee zog anfangs ohne nennenswerte Kavalleriekontingente in den Kampf. Mehrere Kolonien hatten aber schon im Rahmen ihrer Milizen Reitereinheiten aufgestellt. Der Einsatz von Kavallerie variierte je nach Region, im Großen und Ganzen wurden die zahlenmäßig kleinen Reitereinheiten zur Aufklärung, für Überfälle oder zur Unterstützung der Infanterie eingesetzt. Die Briten verließen sich bei der Feindaufklärung aber zunehmend auf ihre leichte Infanterie. Ein großes Problem für die Amerikaner war der Mangel an kriegstauglichen Pferden, wie es besonders im Sommer 1777 der Fall war. Während des Philadelphia-Feldzugs starben beim Seetransport von New York zur Chesapeake Bay eine große Anzahl von ihnen oder waren danach wegen Krankheiten nicht mehr einsatzfähig. Die Kavalleristen trugen mehrere Pistolen, einen Säbel und eine Karabinermuskete. Zudem trugen die Reiter oft Lederhelme und modifizierte Uniformen, die der berittenen Kriegsführung förderlich waren.
Virginia wurde zum Schauplatz der größten Kavallerieschlacht des Krieges. Am 3. Oktober 1781 setze sich ein britischer Fouragetrupp von Gloucester Point aus in Marsch, um Nahrungsmittel für das von Amerikanern und Franzosen belagerte Yorktown zu requirieren. Eskortiert von der Kavallerie der British Legion unter Lieutenant Colonel Banastre Tarleton stießen sie kurz danach auf französische Kavallerie unter Colonel Armand Louis de Gontaut. Letzterer ließ seine Reiter sofort energisch angreifen, durchbrach bald darauf die Reihen der Loyalistenkavallerie und trieb sie unter schweren Verlusten zurück.
Zwei amerikanische Reiteroffiziere, waren am Ende des Krieges besonders populär geworden. Im Sommer 1777 traf ein junger polnischer Adliger, Casimir Pulaski in Amerika ein und schrieb an General Washington:
„Ich kam hierher, wo die Freiheit verteidigt wird, um ihr zu dienen und für sie zu leben oder zu sterben.“
Als Freiwilliger bekleidete Pulaski zunächst keinen militärischen Rang, machte sich aber rasch einen Namen als wagemutiger und mitreißender Anführer. Im Frühjahr 1778 erhielt Pulaski die Erlaubnis, eine Legion aus Kavallerie und leichter Infanterie in der Stärke von etwa 300 Mann aufzustellen. Er übernahm dann in mehreren Gefechten in New Jersey das Kommando, bevor er nach Süden in Marsch gesetzt wurde, um dort die Briten zu bekämpfen. Während der französisch-amerikanischen Belagerung von Savannah im Jahr 1779 kommandierte Pulaski – schon im Rang eines Generals – die alliierte Kavallerie. Am 9. Oktober wurde er jedoch durch eine britische Kartätsche tödlich verwundet. Der „Vater der amerikanischen Kavallerie“, wie er später genannt wurde, erlag zwei Tage später seinen schweren Verletzungen.
Der zweite Offizier war Lieutenant Colonel Henry Lee. Er war Mitglied einer einflussreichen Familie aus Virginia, befehligte zu Anfang des Krieges eine Dragonereinheit und wurde 1778 zum Kommandeur der 2nd Partisan Legion gewählt. Wie Pulaski wurde Lee ebenfalls in den Süden entsandt, wo er gegen Tarletons Loyalisten vorgehen sollten. Am Ende des Krieges galt „Light Horse Harry“ als einer der besten Kavallerieoffiziere der Kontinentalarmee und war auch zu einem engen Vertrauten Washingtons in Strategiefragen geworden.
1776 wurde das erste Dragonerregiment rekrutiert. Die Dragoner hatten ihre Wurzeln im 17. Jahrhundert, wo sie als eine Art berittener Infanterie eingesetzt wurden. Sie waren mit kurzläufigen Musketen bewaffnet, stiegen für den Kampf von ihren Pferden ab und erwiesen sich speziell bei den Einsätzen in Nordamerika als sehr nützlich. Zur Zeit der amerikanischen Revolution waren die britischen Dragoner mit Karabinern und Säbeln bewaffnet, um auch vom Pferderücken aus kämpfen zu können. Diese sehr mobilen Einheiten waren ideal zum Auskundschaften des Terrains und für Plänkeleien mit dem Feind geeignet. Die amerikanischen Kavallerieeinheiten entwickelten sich im Laufe des Krieges von kleinen Spähtrupps zu sehr effektiven und beweglichen Kampfgruppen. Man griff hierbei auch auf Husareneinheiten zurück. Schnelle Kavallerieattacken mit Säbeln und Pistolen erwiesen sich als besonders effektiv, wie General William Washingtons Dragoner 1781 in der Schlacht von Cowpens eindrucksvoll bewiesen. Obwohl die Reitertruppen nie entscheidend zum Sieg in den großen Schlachten beitragen konnten, waren sie dennoch als schnelle Eingreiftruppe bald ein unverzichtbarer Bestandteil von Washingtons Armee. Bis 1777 dienten vier Dragoner-Regimenter in der Continental Army.
Beide Seiten setzten auch sogenannte Legionen ein, diese waren sehr mobil und vielfältig einsetzbar. Zusätzlich wurden eine weitere Reihe von gemischten Einheiten, die sog. „Partisan Legions“, aufgestellt. Wie ihre loyalistischen Gegenstücke bestanden die Legionen aus Kavallerie- und Infanteriekompanien, die besonders in der Hit-and-Run-Kriegsführung sehr erfahren waren. Ihr Einsatz auf beiden Seiten war eine Reaktion auf das für Reiter oft schwierige Gelände in den nordamerikanischen Kolonien. Ein Großteil der Kämpfe spielte sich anfänglich im Norden ab, wo in ihren waldreichen und hügeligen Landschaften die klassischen, breit gefächerten Kavallerieattacken nicht möglich waren. Als sich der Konflikt auch in den Süden ausbreitete, stieg der Bedarf an Reitern noch weiter an. Dort bewährten sich vor allem die Partisan Legions. Die Kavallerie war besonders für die dortigen Feldzüge von Bedeutung, da im Guerillakrieg Geschwindigkeit und hohe Beweglichkeit gefragt waren, und auch kleine Abteilungen ein riesiges Gebiet bestreifen konnten.


Die Fußtruppen der Kontinentalarmee bestanden ausschließlich aus Freiwilligen, die für ein bis drei Jahre eingezogen wurden. Die Soldaten sollten mindestens 16 Jahre alt sein, um sich ohne Zustimmung ihrer Eltern melden zu können. Die meisten ließen sich anwerben, da ihnen dafür ein angemessener Lohn, Kleidung, Nahrung und Gesundheitsversorgung in Aussicht gestellt wurde. Ein Private (Gefreiter) der Kontinentalarmee erhielt 6,25 Dollar im Monat. Die Einzelstaaten boten häufig auch noch andere Zuwendungen an, wie z. B. Einberufungsprämien, Landzuteilungen o. a., um die Rekrutierungszahlen zu erhöhen. Zu Beginn des Krieges waren die Einberufungszeiten noch kurz, da die Kongressabgeordneten nicht wollten, dass sich diese Streitmacht zu einer stehenden Armee entwickelte. Dieser Umstand erwies sich aber insbesondere im Winter 1776–1777 als Problem, und schließlich wurden längere Dienstzeiten zur Regel. Kämpfer für die Kontinentalarmee wurden ansonsten nach dem Muster der britisch-königlichen Armee angeworben. Das Rekrutierungsreservoir war jedoch beschränkt, da sich ein Drittel der Bevölkerung der Kolonien zu den Loyalisten zählte. Um den Dienst attraktiver zu machen, wurde der Sold hauptsächlich durch Auszahlung mit diesem – weitgehend wertlosen – Papiergeld erhöht, sowie eine menschenwürdige Behandlung und eine gewisse (allerdings nicht allzu weit gehende) Gleichsetzung mit den Offizieren in Aussicht gestellt.
Die Offiziere sowohl der Kontinentalarmee als auch der Milizen lebten in der Regel auf dem Land, hatten einem ausgeprägten Sinn für Ehre und Status gepaart mit dem festen Willen, sich der britischen Krone zu widersetzen. Die gewöhnlichen (weißen) Soldaten waren unterschiedlicher Herkunft. Sie waren kleine Farmer, Fischer, Arbeiter oder stammten aus Minderheitengruppen (vor allem Iren und Deutsche). Meist motivierte sie nur die Zahlung eines Handgeldes dazu, sich freiwillig zur Armee zu melden; außerdem wurden ihnen bei ihrer Anwerbung regelmäßiger Sold, die Stellung von Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung versprochen. Hinzu kam die Aussicht auf Zuteilung eines Stück Lands nach dem Ende des Krieges. In der Regel waren sie disziplinlos, widerspenstig und meuterten ohne zu zögern, wenn die Vertragsbedingungen ihrer Ansicht nach nicht erfüllt würden. Mehr als ein Viertel der Armee bestand aus irischen Einwanderern, viele von ihnen waren gerade erst in Amerika angekommen und waren deswegen vor allem an einer regelmäßig bezahlten Beschäftigung interessiert.




Gängige Arten von Feldartillerie des Unabhängigkeitskrieges waren 3-, 6- und 18-Pfünder-Geschütze, größere Kanonen und Mörser, die großkalibrige Geschosse im Steilfeuer auf ihre Ziele schleuderten, wurden häufig für Belagerungen eingesetzt. Haubitzen mit kürzeren Läufen und größeren Kalibern im Vergleich zu den Feldkanonen wurden ebenfalls von beiden Seiten eingesetzt. Obwohl die britischen als auch die amerikanischen Streitkräfte eine relativ große Anzahl von Artillerie einsetzten, spielte sie auf dem Schlachtfeld meist nur eine unterstützende Rolle und besaß noch nicht die Kadenz und Durchschlagskraft der Artillerie im späteren Sezessionskrieg.
1777, als die Kontinentalarmee in ihren Winterquartieren bei Morristown lagerte, kehrte der Gründer der amerikanischen Artillerie, Henry Knox, nach Massachusetts zurück, um die Leistungsfähigkeit seiner Artillerie weiter zu verbessern. Er stellte ein weiteres Bataillon auf und gründete das Arsenal in Springfield, bevor er im Frühjahr wieder zur Armee zurückkehrte. Springfield blieb für den Rest des Krieges eine wertvolle Quelle von Waffen und Munition. In Pluckemin (bei Bedminster, New Jersey) gründete er die erste Kriegsschule der Kontinentalarmee für Artillerie- und Offiziersausbildung. Während im Dezember 1778 die Hauptmasse der Kontinentalarmee im nahe gelegenen Middlebrook lagerte, lagerte ein Teil der Artillerie in Pluckemin. Die Trennung der Infanterie von der Artillerie gab General Henry Knox die Möglichkeit, seine Ideen umzusetzen, die er zur Verbesserung der Kampffähigkeit der Kontinentalarmee entwickelt hatte. Auf dem Gelände entstand ein weitläufiges Akademiegebäude sowie Kasernen, Offiziersunterkünfte und Waffenschmieden. Neben dem Betrieb der Kriegsschule führte man dort auch die Wartung und Reparaturen an den Geschützen durch. Diese Einrichtung war der Vorläufer der United States Military Academy in West Point (New York). Dort verbrachte Knox bis zum Sommer 1779 die meiste Zeit damit, unter schwierigsten Bedingungen mehr als 1.000 Soldaten auszubilden.
Daneben unternahm Knox im Auftrag Washingtons auch mehrere Reisen in die nördlichen Staaten, um neue Rekruten und Vorräte für die Armee zu organisieren. 1781 marschierte Knox mit der Armee nach Süden und nahm an der entscheidenden Schlacht von Yorktown teil. Vor Yorktown leitete er die Aufstellung der Artillerie. Sein enger Freund, Major General François-Jean Marquis de Chastellux, schrieb hierzu über Knox:
„Wir können die Intelligenz und Aktivität nicht genug bewundern, mit der er an verschiedenen Orten mehr als dreißig Stück sammelte und zu den Batterien transportierte …“, und „nur die Hälfte wurde gesagt, um sein militärisches Genie zu preisen“.
Washington lobte sowohl Knox als auch den französischen Artilleriekommandeur ausdrücklich für ihre herausragende Rolle bei der Belagerung und empfahl dem Kongress, Knox zu befördern. Er wurde daraufhin am 22. März 1782 zum Major General befördert; der jüngste Offizier dieses Rangs in der Armee.
Danach wurde die Continental Artillery in folgenden Einheiten neu organisiert:

Das „Flying Camp“ (FC) hatte das französische Camp Volant zum Vorbild. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um das Konzept einer temporären schnellen Eingreiftruppe aus Kavallerie und Infanterie. Sie sollte die eigenen Truppen decken und die Briten in ständiger Alarmbereitschaft halten. Ihre Mission war es, sich über das Land zu verteilen und britische Rotröcke sowie hessische Söldner überall dort, wo es möglich war, mit Überraschungsangriffen zu bedrohen. Das FC diente als strategische Reserve, bewachte Nachschublinien, unterdrückte loyalistische Aktivitäten und unterstützte die Gefechte in New York und New Jersey. Im Frühjahr 1776 musste Washington New Jersey und New York, gegen britische Angriffe verteidigen. Die Kontinentalarmee war aufgrund ihrer geringen Mannschaftsstärke, mangelnder Disziplin, der kurzen Dienstzeiten und die Weigerung der Soldaten, fernab ihrer Heimatregion zu dienen, dieser Aufgabe nicht gewachsen. Washington plante daher eine mobile Streitmacht aus drei Milizkontingenten aufzustellen. Sein Vorschlag wurde am 3. Juni 1776 vom Kongress genehmigt. Major General William Alexander wurde zu deren Kommandeur ernannt und das Hauptquartier in Perth Amboy, New Jersey, eingerichtet. Von den dafür vorgesehenen 10.000 Soldaten sollten
gestellt werden. Den Freiwilligen des FC wurde eine Prämie für ihr Engagement versprochen, sie waren jedoch schlecht bezahlt und auch nur unzureichend mit Nachschub versorgt. Der Kongress verlangte, dass man sie auf Staatskosten mit Waffen und Ausrüstung ausstatten sollte. Ihre Bewaffnung bestand daher aus einem Sammelsurium von Vogelflinten, Jagdgewehren, englischen Musketen und deren lokal hergestellten Kopien. Viele waren nicht einmal mit Bajonetten ausgestattet. Dem Flying Camp wurden auch keine Uniformen zur Verfügung gestellt. Ende Juli 1776 empfahl General Washington, stattdessen Jagdhemden und -hosen an einige FC-Regimenter auszugeben die dem Feind Angst einjagen sollten. Viele hatten sich aber nur für den kurzfristigen Schutz ihrer engeren Heimat zum FC gemeldet. Sie weigerten sich daher strikt, dem Befehl zum Abmarsch Richtung Long Island Folge zu leisten, da sie es für unzumutbar hielten, sie zu so einem weiten Marsch aufzufordern. Berichten zufolge musste ein Colonel seine Männer erst anflehen sich doch endlich in Bewegung zu setzen, um New York in der Schlacht von Long Island gegen die größte Invasionsstreitmacht zu verteidigen, die die westliche Hemisphäre bis dahin gesehen hatte. Die Rekruten des FC waren aber darauf kaum vorbereitet. Sie wurden auf Long Island in harte Rückzugsgefechte mit den Briten und Hessen verwickelt, die Überlebenden mussten schließlich im Schutz der Dunkelheit nach Manhattan evakuiert werden. Begleitet von 400 Soldaten des Flying Camps überquerte Washington in der Weihnachtsnacht 1776 den Delaware, um eine in Trenton einquartierte Einheit hessischer Söldner zu überrumpeln. Insgesamt verkörperte das FC die improvisierten frühen amerikanischen Streitkräfte, die vor allem mit Nachschubmangel und Desertationen zu kämpfen hatte, was schließlich auch zur Auflösung des FC im November 1776 führte, da die Dienstzeiten ihrer Soldaten ausliefen und längerfristige Einberufungen im Fokus standen. Später wurden einigen Veteranen die Erhöhung ihrer Pension mit der Begründung verweigert, dass das Flying Camp nicht Teil der Kontinentalarmee gewesen sei.
Das Sanitätswesen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775–1783) war noch äußerst primitiv und stets chronisch unterversorgt. Der Kontinentalkongress gründete hierfür zwar am 27. Juli 1775 das „Army Medical Department“, um wenigstens rudimentär zentral gesteuerte Strukturen aufzubauen, es litt jedoch ständig unter Geldmangel. Krankheiten forderten weit mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen. Infektionskrankheiten wie Pocken, Ruhr, Typhus, Lungenentzündung und Gelbfieber verursachten rund 90 % aller Todesfälle unter den amerikanischen Soldaten. Die Feldärzte (camp doctors) mussten häufig Amputationen vornehmen, besonders in den Wintermonaten wegen zu weit fortgeschrittener Erfrierungen an den Gliedmaßen. Die Einrichtung von Behelfslazaretten in Kirchen oder Wohnhäusern war oft improvisiert und begünstigte, mangels Sauberkeit und Unkenntnis in der richtigen Wundbehandlung, den Ausbruch von verheerenden Epidemien. Es fehlte während des ganzen Krieges an gut ausgebildeten Feldärzten, chirurgischem Besteck, Verbandszeug und wirksamen Medikamenten. Ein großes Problem in der CA war der wiederholte Ausbruch der Pocken, da die Amerikaner – im Gegensatz zu den Briten – noch keine breitgefächerte Immunität gegen diese Virenstämme entwickelt hatten. General Washington ordnete, trotz anfänglich großer Skepsis, ab 1777 die damals riskante, aber meist erfolgreiche Variolation (Vorgänger der klassischen Impfung) für alle Rekruten an, um so seine Armee vor dem endgültigen Zusammenbruch zu bewahren. Dies bedeutete aber, dass die damit behandelten Soldaten für mehrere Wochen nicht fronttauglich waren. Historiker halten dies dennoch für seine wichtigste militärische Entscheidung.
In Yellow Springs (am Pickering Creek nahe Valley Forge) errichtete die Kontinentalarmee, unter der Leitung des deutschstämmigen Arztes Bodo Otto, das erste (und einzige) amerikanische Militärhospital des Krieges (Washington Hall). Dort konnte man durch systematische Belüftung und gründliche Reinigungsmaßnahmen die Sterberate unter den Soldaten bald drastisch senken. Bodo praktizierte die Isolation der Patienten, um so die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, was zu jener Zeit als völlig neu galt. Seine Maßnahmen umfassten auch die Bereitstellung von täglich zubereiteten warmen Essen, das regelmäßige Händewaschen und Verbrennen der Kleidung verstorbener Soldaten, um die rasche Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Diese Praktiken galten damals als bahnbrechend und trugen wesentlich zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in der CA bei. Otto gilt bis heute als wegweisender Pionier der amerikanischen Militärmedizin. 1777 beauftragte der Kontinentalkongress ihn auch mit dem Aufbau eines Krankenhauses in Trenton (New Jersey), um die lebenswichtige Massen-Impfung der Soldaten gegen die Pocken durchzuführen. Die Einrichtung eines Kräutergartens in Yellow Springs zur Herstellung von Heilmitteln war ein weiterer innovativer Ansatz, der die medizinische Versorgung der Revolutionsarmee unterstützte. Da die Kontinentalarmee immer wieder von Epidemien heimgesucht wurde, warb General Washington sowohl innerhalb als auch außerhalb der Lager nach Frauen, die als Krankenschwestern arbeiten wollten. 1777 genehmigte der Kongress, dass Krankenschwestern der Kontinentalarmee acht CD$ pro Monat erhielten. Der Dienst als Krankenschwester war besonders unangenehm, denn die Pflege der Kranken bedeutete, sich selbst der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen.
1783 wurde das Sanitätsressort trotzdem wieder aufgelöst. Obwohl viele Ärzte für ihren Armeedienst nicht bezahlt wurden, sahen sie ihn als Chance, sich später im Zivilleben als Professionisten der Feldchirurgie zu etablieren. Frauen, die u. a. als Heilerinnen tätig waren, waren jedoch aus dieser Institution ausgeschlossen, was jedoch den Verlust einer wertvollen Wissensressource bedeutete. Abigail Hartman Rice und Christina Hench, waren eine der wenigen namentlich bekannten Frauen, die in Chester Springs als Krankenschwestern arbeiteten. Zwischen 1784 und 1799 dienten aber auch weiterhin Ärzte in den Regimentern und Kommandostellen der Armee, ohne dass für sie Dienstvorschriften oder andere diesbezügliche Regelungen erlassen wurden. 1799 schuf der Kongress schließlich die gesetzliche Grundlage für eine zentral gesteuerte Sanitätsorganisation mit einer festgesetzten Zahl von Feldärzten, die unter dem Kommando eines „Generalarztes“ standen.



Zu Beginn des Krieges meldeten sich viele freie Schwarze freiwillig zum Dienst in der Kontinentalarmee, wurden aber abgelehnt da man einen Sklavenaufstand befürchtete. Später, als die Zahl der weißen Freiwilligen abnahm, boten einige Kolonien kampfwilligen Sklaven die Freiheit an. Schätzungsweise 7.000 Afroamerikaner traten daraufhin in der Continental Army ein. Von Anfang an umwarben auch die Briten die Sklaven, indem sie ihnen die Freiheit versprachen, obwohl dies nie die offizielle Regierungslinie war, sondern auf eine Initiative lokaler Kommandanten zurückging. Etwa 20.000 Afroamerikaner standen deshalb auf der Seite der Briten, wohl wissend, dass sich ihr Status nicht ändern würde, wenn die Separatisten siegen sollten. Wenn es einen Punkt gab, in dem sich die Kolonisten einig waren, dann war es der Ausschluss der Mehrheit der Afroamerikaner vom Kriegsdienst. Im Wesentlichen waren es zwei Gründe, die ihnen nicht gestatteten, sich den Milizverbänden anzuschließen.
Die Sklaverei war ein großes Dilemma der amerikanischen Revolution und das war den daran Beteiligten auch bewusst. Einige der führenden Köpfe der Unabhängigkeitsbewegung waren selbst Sklavenhalter, darunter George Washington, James Madison und Thomas Jefferson. Besonders bei den Kongressdelegierten aus dem Süden war der Widerstand gegen den Einsatz Schwarzer als Soldaten groß. Sie waren für die Plantagenwirtschaft der Kolonisten ein wichtiger Produktionsfaktor. Zudem befürchtete man (nicht zu Unrecht), dass bewaffnete Sklaven sich schließlich gegen ihre Herren wenden würden. Generell wurde auch angezweifelt, dass sie so tapfer wie Weiße kämpfen würden und daher wohl eher nutzlos für die Sache der Kolonisten seien. Trotzdem ging man davon aus, dass der Wunsch nach Unabhängigkeit von Großbritannien auch bei der schwarzen (und indigenen) Bevölkerungsgruppe vorhanden sei. Dass langfristig ohne ihre Hilfe der Krieg nicht gewonnen werden konnte, war den Protagonisten der Revolution trotzdem von Anfang an klar. 1775 bemerkte George Washington, dass derjenige die ersten Erfolge erzielen würde, dem es gelang, sie am schnellsten zu bewaffnen. Deshalb kamen im Unabhängigkeitskrieg sehr bald auch farbige Freiwillige auf beiden Seiten zum Einsatz. Nach den großen Verlusten im Winter 1777/1778 forderte General Varnum den Kontinentalkongress auf, für eine breitere Unterstützung der Armee zu sorgen. Angesichts des Mangels an geeigneten Soldaten schlug Varnum vor, auch Schwarze und Indigene anzuwerben. Er und Nathaniel Greene überzeugten schließlich auch den noch äußerst skeptischen Washington, der den Armeeeinsatz von Schwarzen von Anfang an ablehnte, von dieser Notwendigkeit. Danach reiste Varnum nach Rhode Island, um die dortige Regierung und die Sklavenhalter zu überreden, ihre Schwarzen der Armee zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Regierung von Rhode Island ihre Zustimmung zum Aufbau einer schwarzen Einheit – bestehend aus ehemaligen Sklaven – erteilt hatte, wurde eine Truppe von etwa 225 Männern aufgestellt die unter den Befehl von Colonel Christopher Greene stand. Die Sklavenhalter wurden von der Regierung entschädigt. Da dies die einzige Einheit war, die komplett aus Schwarzen bestand, wurde sie als „Black Regiment“ bekannt.
Es wurden zunächst nur wenige von ihnen eingezogen und vorsorglich auf mehrheitlich weiße Regimenter verteilt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl meldeten sich in den amerikanischen Kolonien sogar mehr Schwarze zu den Waffen als Weiße. Sie hofften damit vor allem, ihre Freiheit und endlich mehr Bürgerrechte zu erlangen. Dies auch deshalb, da sie dadurch den direkten Herrschaftsbereich ihrer Eigentümer verlassen konnten, und damit der erste Schritt in diese Richtung getan war. Nach der Schlacht von Yorktown berichtete der aus der Pfalz stammende Söldner Georg Daniel Flohr, dass die Mehrheit der dort Gefallenen „Mohren“ wären. Ein anderer Augenzeuge, Baron Ludwig von Closen, schätzte, dass sich jeder vierte amerikanische Soldat aus dem schwarzen Bevölkerungsanteil rekrutierte. Am 10. Juli 1775 befahl George Washington jedoch, die Rekrutierung von Afroamerikanern vorläufig wieder zu stoppen; am 12. November desselben Jahres verbot er den Schwarzen, in die Kontinentalarmee einzutreten. Trotz dieser Maßnahmen war bis zu diesem Zeitpunkt denjenigen, die schon einige Zeit in ihr gedient hatten, erlaubt worden zu bleiben. Im gleichen Jahr erklärte Lord Dunmore, der britische Gouverneur von Virginia, selbst ein Sklavenhalter, in seiner als Dunmores Proklamation bekannt gewordenen Verlautbarung alle diejenigen Schwarzen für frei, die in sein „äthiopisches Regiment“ eintraten. Auf ihren Uniformen war sogar der Slogan „Liberty to Slaves“ aufgenäht. Er selbst ließ später keinen einzigen seiner Sklaven frei. Washington nahm daraufhin im Dezember seine Order wieder zurück und wies seine Werber an, jeden Schwarzen anzunehmen, der für ihn kämpfen wollte. Dies geschah zum Teil aus schierer Not, zum Teil wegen des Protestes von schwarzen Veteranen und deren Vorgesetzten. Washington schrieb hierzu an den Kongress „Es wurde mir zugetragen, dass die freien Schwarzen, die in dieser Armee gedient haben, sehr enttäuscht über ihre Entlassung waren. Von nun an dürfen sie sich wieder verpflichten.“ Washington dachte anfangs noch wie ein Plantagenbesitzer, war aber dann doch fähig zur Selbstkorrektur.
Auch der Landgraf von Hessen-Kassel, Friedrich II. warb nach den ersten großen Verlusten vermehrt Farbige als Söldner an. Die Proklamation Dunmores erwies sich letztendlich als fataler Bumerang. In den südlichen Kolonien wurde sie allgemein als Aufruf zu Sklavenaufständen aufgefasst und trieb auch die bis dahin noch unentschlossenen Sklavenhalter in das Lager der Aufständischen. Edward Rutledge aus South Carolina notierte hierzu folgendes: „Meiner Meinung nach hat Lord Dunmore's Proklamation mehr zum endgültigen Bruch zwischen Großbritannien und den Kolonien beigetragen als alles andere.“ Gegen Ende des Krieges dienten in der Kontinentalarmee rund 5000 schwarze Soldaten. Sogar in Georgia dienten Schwarze in der Armee. Die einen freiwillig, andere wurden zwangsweise eingezogen, z. B. als Ersatz für ihre weißen Besitzer. Nur Connecticut und Rhode Island versprachen ihren schwarzen Soldaten nach dem Krieg die Freiheit.
Auf beiden Seiten wurden sie dennoch – trotz ihrer großen Einsatzbereitschaft – als Menschen zweiter Klasse behandelt. Lord Cornwallis pflegte z. B. „seine Neger“ nur zusammen mit dem Pferdebestand aufzuzählen. Hauptsächlich wurden sie als Trommler und Pfeifer, beim Tross oder zur Nachrichtenübermittlung verwendet. Über die schwarzen Soldaten in seiner Massachusetts Brigade bemerkte hingegen der amerikanische General John Thomas, dass:
„…wir hier einige Neger haben, aber ich betrachte sie als gleichwertig mit meinen anderen Männern, bei der Arbeit und im Einsatz“ und dass „…viele von ihnen sich als sehr mutig erwiesen haben.“
Zu besonderer Berühmtheit gelangten:
Bei Letzteren handelte es sich um einen ehemaligen Sklaven der nach seiner Flucht von einer Quäkerfarm am Navesink River in New Jersey mit britischer Hilfe eine 800 Mann starke Guerillatruppe rekrutierte. Tye galt im Kampf als furchtlos und besaß ein umfassendes Wissen über das lokale Terrain. Wegen seiner Führungsqualitäten ernannte man ihm zum Colonel ehrenhalber und übertrug ihm das Kommando über den o. g. Kampfverband, die sog. „Black Brigade“, mit der er von einer Festung auf der Halbinsel Sandy Hook aus in den Regionen um New York und New Jersey – speziell unter den Patrioten und Sklavenbesitzern – Angst und Schrecken verbreitete. Titus Cornelius wurde 1780 im Kampf getötet.
Der Historiker Alan Gilbert ist der Ansicht, dass die Briten den Krieg vielleicht doch noch für sich entschieden hätten, wenn sie alle Schwarze in den amerikanischen Kolonien – ohne Ausnahme – für immer frei erklärt hätten. Im Umkehrschluss hätten auch die Kolonisten die Kämpfe damit wohl wesentlich schneller zu ihren Gunsten beenden können. Diejenigen, die auf Seiten der Amerikaner gekämpft hatten, erlangten in der Mehrzahl tatsächlich ihre Freiheit. Dennoch war es ihnen aber nicht gestattet, in die neu gegründete US-Army einzutreten. Die meisten Schwarzen, die für die Briten gekämpft hatten, mussten hingegen das Land in Richtung Kanada oder Großbritannien verlassen, wo sie zwar ebenfalls frei waren, aber danach meist ein Leben in großer Armut führten. Ein Korps aus Trommlern schiffte sich mit den Söldnern des Generals Friedrich Adolf Riedesel nach Deutschland ein. Teilweise wurden sie auch wieder ihren loyalistischen Besitzern ausgeliefert, die nach Gründung der Vereinigten Staaten in die Karibik auswanderten. Aber selbst danach war die persönliche Freiheit und das Recht auf den Militärdienst nur auf diejenigen Bundesstaaten beschränkt, die die Sklaverei schon während der Revolution oder kurz danach abgeschafft hatten.
Im Jahr 1763 erließen die Briten eine Proklamation, die es den Kolonisten verbot, das Land der amerikanischen Ureinwohner zu besiedeln. Aus diesem Grund, gepaart mit mehreren anderen wirtschaftlichen und politischen Gründen, stellten sich viele amerikanische Ureinwohner, darunter vier der sechs Stämme der Irokesen-Föderation, bei Ausbruch des Krieges auf die Seite der Briten, darunter auch der Mohawk-Chief Joseph Brant (Thayendanegea), der es in der British Army bis zum Captain bringen sollte. Die meisten indigenen Nationen versuchten, neutral zu bleiben, oder sympathisierten mit den Briten, mit denen sie wichtige Handelsbeziehungen und Schutzbündnisse unterhielten. Einige Stämme, darunter die Oneidas, Tuscaroras und Stockbridge-Munsees entschieden sich, für Washington zu kämpfen. Der General stellte beim Kongress einen offiziellen Antrag, Freiwillige in die Armee aufnehmen zu dürfen und begann mit ihrer Anwerbung, während die Abgeordneten noch darüber berieten. Die Stockbridge-Indianer im Westen von Massachusetts, eine Flüchtlingsgemeinschaft von Mohikanern, Housaton und Wappingern, kämpften während der Amerikanischen Revolution tapfer für die Sache der Unabhängigkeit. Oneidas nahmen als Späher, Spione und Soldaten an einigen Schlachten teil und leisteten hierzu ebenfalls einen wichtigen Beitrag. Ihre Wahl wurde durch die Nähe zu den größeren Städten, die Beziehungen zu christlichen Missionaren und den Wunsch, ihr Stammland wieder zurückzugewinnen oder zu schützen, beeinflusst. Nach dem amerikanischen Sieg verloren die indigenen Nationen die Verbindung zu ihren europäischen Verbündeten und mussten den landhungrigen Vereinigten Staaten alleine entgegentreten. Der Ausgang der Amerikanischen Revolution bedeutete daher für die Zukunft der östlichen Indianerstämme längerfristig eine Katastrophe. Die Stämme der Irokesen-Föderation erlitten – zusammen mit anderen amerikanischen Ureinwohnern – im Unabhängigkeitskrieg große Verluste. Durch interne Kämpfe und Krankheiten zusätzlich geschwächt, wurden sie noch dazu im 1783 unterzeichneten Vertrag von Paris von den USA nicht als eigenständige Ethnie anerkannt. Verträge, die vor dem Krieg mit den Briten geschlossen wurden, wurden von den US-Amerikanern geflissentlich ignoriert. Die Kriegsjahre, daran anschließende blutige Konflikte und die Expansion der Weißen führten beinahe zur Auslöschung der östlichen Indigenenstämme.


Ausländische Freiwillige kämpften auf beiden Seiten. In den Reihen der Briten kämpften sowohl loyale Indianerstämme als auch Truppenkontingente aus verschiedenen deutschen Fürstentümern (bezeichnet als Hessians). Die amerikanischen Patrioten wurden von einer Koalition europäischer Mächte unterstützt, zu der Frankreich, Spanien, die Vereinigten Niederlande und Offiziere verschiedenster europäischer Nationen gehörten.
Der schillerndste von ihnen, der französische Adelige Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette, schiffte sich an der Spitze einer von ihm angeworbenen Truppe nach Amerika ein, um dort für die amerikanische Unabhängigkeit und seine mit der Aufklärung verbundenen Ideale zu kämpfen. Am 13. Juni 1777 ging er nördlich von Charleston an Land und bot Washington unentgeltlich seine Dienste an. Durch einen Sonderbeschluss des Kongresses wurde er am 31. Juli zum Offizier der Kontinentalarmee im Rang eines Major General ernannt. 1778 verbündeten sich Frankreich und die dreizehn Kolonien gegen Großbritannien, daraufhin erklärte London auch Frankreich den Krieg. La Fayette kehrte 1779 für sechs Monate nach Frankreich zurück, um Militär- und Finanzmittel für die Amerikaner zu beschaffen. 1780 begab er sich an Bord der Hermione und war nach seiner Rückkehr führend am Virginia-Feldzug beteiligt. Dieser endete 1781 mit der Kapitulation der Briten bei Yorktown.
Der aus Polen stammende Tadeusz Kościuszko betrat 1776 in Philadelphia amerikanischen Boden und wurde bald danach zum Colonel im Pionierkorps der Kontinentalarmee ernannt. Er entwarf u. a. die Wehranlagen von Fort Billingsport und Fort Mercer am Ufer des Delaware River bei Philadelphia. Kościuszko hatte 1777 das Kommando bei der Errichtung verschiedener Forts und befestigter Militärcamps an der kanadischen Grenze. Im gleichen Jahr nahm er an der Schlacht von Ticonderoga und der Schlacht von Saratoga teil. Zum amerikanischen Sieg in der Schlacht von Saratoga, die als Wendepunkt im Unabhängigkeitskrieg gilt, sollen die von Kościuszko auf der Anhöhe Bemis Heights errichteten Befestigungen wesentlich beigetragen haben. So hielt der Historiker Edward Channing hierzu fest:
„Das Verdienst für Saratoga gebührt Horatio Gates, und mit ihm Daniel Morgan, Benjamin Lincoln und Tadeusz Kościuszko“.
Vom 26. März 1778 bis in den Sommer 1780 befestigte Kościuszko West Point am Hudson River. Dave Richard Palmer, ein späterer Superintendent der US Military Academy beschrieb es als eine Festung, die ihrer Zeit weit voraus gewesen sei. Nach Abschluss der Arbeiten in West Point wurde Kościuszko (mit einem Brief Washingtons vom 3. August 1780) auf die südlichen Kriegsschauplätze beordert und zum Generalingenieur für den Süden ernannt. Kościuszkos Geniearbeiten, insbesondere der Bau von Flachbooten, spielten eine bedeutende Rolle in den Feldzügen der „Southern Army“ unter General Nathanael Greene, in denen die Briten schließlich in der Schlacht bei Yorktown besiegt wurden. Seit 1779 bis zum Ende des Unabhängigkeitskriegs war Kościuszko als Ordonnanz Agrippa Hull aus Northampton (Massachusetts) (1759–1848) beigestellt. Der Kongress der Vereinigten Staaten verlieh Kościuszko 1783 den Rang eines Brigade General und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Im selben Jahr wurde er Gründungsmitglied der Society of the Cincinnati, einem von amerikanischen Offizieren gegründeten Orden, der nach Lucius Quinctius Cincinnatus als Musterbeispiel republikanischer Tugenden benannt ist.
Die amerikanischen Soldaten ausreichend einzukleiden und auszurüsten war stets eine schwierige Aufgabe. Verantwortlich hiefür war als Generalkommissar der Intendantur James Mease, ein Kaufmann aus Philadelphia. Mease arbeitete beim Einkauf von Rohstoffen für Uniformen und Schuhe mit staatlichen Agenten zusammen. 1778 mussten jedoch er und sein Stellvertreter wegen der Vorlage von gefälschten Abrechnungen ihres Amtes enthoben werden. Deswegen waren die Soldaten der Kontinentalarmee anfangs nur mangelhaft eingekleidet, hatten nur wenige Decken und oft nicht einmal Schuhe. Diese Probleme waren aber nicht immer die Folge von Materialmangel, sondern vielmehr von dilettantischer Organisation und fehlenden Transportmöglichkeiten. Diesbezügliche Hilfe kam vor allem aus Frankreich, und für den Rest des Krieges stammten die meisten Kleidungslieferungen aus Übersee.
Nach Beginn des Unabhängigkeitskrieges musste der Kontinentalkongress auch eine einheitliche Farbe für die Uniformen der neuen Armee festzulegen. Die Wahl der Abgeordneten fiel, weil dieses Stoffmaterial in den Kolonien am ehesten verfügbar war, auf Braun, aber diese Farbe konnte sich bei der Truppe nie wirklich durchsetzen. 1775 gestattete der pragmatische Washington seinen Kommandeuren zunächst, ihre Soldaten und Offiziere nach ihren eigenen Vorstellungen einzukleiden. Das ernüchternde Ergebnis war ein recht buntes Erscheinungsbild der ersten amerikanischen Armee. Einige der Offiziere wählten sogar rote Röcke, die aber auch von den britischen Soldaten getragen wurden. Washington befahl daraufhin, sie entweder in braun umzufärben oder im Einsatz nur unter einem Obergewand zu tragen, da sie im Nahkampf mit den britischen „Rotröcken“ ansonsten nur tödliche Verwirrung stiften würden. Die meisten der Offiziere bevorzugten aber von Anfang an das Blau für ihre Waffenröcke, und 1778 erklärten sich auch die unteren Chargen der Armee geschlossen dafür. Der Kongress erteilte daraufhin Washington das alleinige Privileg, das Uniformdesign für die Kontinentalarmee zu bestimmen, das dann auch 1779 in der Armee offiziell eingeführt wurde. Es bestand im Wesentlichen aus einem blauen Waffenrock, dessen Aufschläge und Innenfutter mit roten oder weißen Stoff (gelb für Offiziere) ausgeschlagen waren. Diese Farbkombination ermöglichte im Gefecht auch eine klare Unterscheidung von den britischen Soldaten. Die jeweilige Farbe gab die Waffengattung vor, bei der der Soldat diente. Infanterieeinheiten trugen weiße Aufschläge, die der Artillerie rote. Dennoch konnten nicht alle amerikanischen Soldaten sofort damit ausgestattet werden, da die hierfür geeigneten Stoffe im Land knapp waren. Deshalb wurden auch die alten Röcke noch etwas länger weiterverwendet. Im Juli 1778 wurde sogar eine Lotterie abgehalten, um zu entscheiden, wie der Uniformnachschub unter der Infanterie verteilt werden sollten. Letztere wurde in zwei Durchgängen abgehalten und von Washingtons Adjutanten überwacht. Die besagte Lieferung umfasste braune und blaue Uniformen, die später als „Lottery Coats“ bezeichnet wurden.
Die Verteilung der Waffenröcke gestaltete sich wie folgt:
Scharfschützen, Marines und Rangers waren in Grün gekleidet, das sich auch hervorragend zur Tarnung eignete, die roten Uniformen ihrer Gegner waren deshalb für sie leichte Ziele. Die Marinesoldaten trugen zum Schutz zusätzlich einen Lederkragen. Der Begriff „Ledernacken“ für die heutigen US-Marines geht auf diesen Kragen zurück. Die Independent companies wurden von vermögenden Privatiers aufgestellt, die in der Regel auch die Uniformen stellten und deren Farben selbst bestimmten. Als die amerikanischen Streitkräfte an Zahl zunahmen, wuchs damit aber auch die Vielfalt an Stilen und Formen von Kopfbedeckungen, Gamaschen und Halbgamaschen. Viele Uniformbestandteile stammten auch aus gekaperten oder beschlagnahmten britischen Beständen. Die Spanier erbeuteten bei einem Seegefecht z. B. 3.000 Uniformen, die später von ihnen an die Kontinentalarmee abgegeben wurden, zwei amerikanische Schiffe unter dem Kommando von Captain John Paul Jones und Captain Hoysteed Hacker liefen am 13. November 1776 unbemerkt in den Hafen von Narragansett und enterten den britischen Versorger Mellish (Captain Joseph Stevenson). Die Mellish war ursprünglich auf dem Weg von Liverpool nach Quebec, sie hatte u. a. 10.000 Winteruniformen an Bord, die für die britischen Truppen von General John Burgoyne bestimmt waren. Auch die Uniformen aus ihren Laderäumen fanden bald den Weg in die Depots der Kontinentalarmee. 20 Dollar wurden jedem Rekruten, der seine eigene Ausrüstung mitbrachte, als Prämie ausgezahlt, vorausgesetzt, dass diese nachweislich schon vorher im Besitz des Soldaten war. Dazu zählten: 2 Leinenhemden, 2 Paar Wickelgamaschen, Leder- oder Wollweste, 1 Paar Reithosen, Hut oder Ledermütze, 2 Hemden, 2 Paar Hosen und 2 Paar Schuhe. Der offizielle Regimentsrock musste im Einsatz zwingend getragen werden, auch in den warmen Jahreszeiten. Optional waren aber auch gefärbte, selbstgesponnene Leinenröcke erlaubt.

Standardmäßig (ab 1778) waren die Continentals im Feld mit einem Dreispitz als Kopfbedeckung, Leinenhemd und Weste, Hosen, einer ledernen Patronentasche, Schnallenschuhe, einem Waffenrock (in den jeweiligen Regimentsfarben), einer Wasserflasche, Brotbeutel, einem Bajonett mit Trageschlinge und der Brown Bess Muskete ausgerüstet. Am Rücken trug man entweder einen Tornister oder einen simplen Rucksack, auf dem eine zusammengerollte Decke festgezurrt war. In der Decke wurde auch die Wechselkleidung aufbewahrt. Zudem musste der Soldat noch den Proviant für mindestens drei Tage mitschleppen. Viele Schuhe waren nicht als linkes bzw. rechtes Exemplar angefertigt worden, da sie möglichst problemlos an beide Füße passen sollten. Als auch Stiefel angeliefert wurden, wurden diese ausschließlich an die Kavallerie ausgegeben. Die meisten Soldaten trugen deshalb Mokassins oder was auch immer gerade verfügbar war. An Gewehren kamen anfangs hauptsächlich Jagdgewehre (New England Muskete) zum Einsatz, die man ansonsten zur Erlegung von Geflügel benutzte. Die Milizionäre waren verpflichtet ihre eigenen Waffen plus 20 Musketenkugeln zum Dienst mitzubringen, ihr Gewehr sollte zudem mindestens 3½ Fuß lang sein. Die Läufe mussten etwas länger sein als die die der britischen Brown Bess, da das Schießpulver der Amerikaner meist von geringerer Qualität war und nicht sofort zündete. Da es sich auch nicht um Standardwaffen handelte, mussten die Kugeln genau auf die jeweilige Waffe, bzw. ihr Kaliber, abgestimmt sein. Das Schießpulver wurde in einem beidseitig verschließbaren Rinderhorn und die Kugeln ihn lose am Körper hängenden Ledertaschen aufbewahrt. Wer eine Patronentasche hatte, führte darin vorab abgedrehte Ladungen, d. h. Schießpulver und Musketenkugel, umhüllt von in einer Papierrolle, mit sich, was im Kampf die Ladezeit erheblich beschleunigte.
Zu Kriegsbeginn 1775 gab es in Amerika nur wenige Fabriken, die Waffen herstellen konnten – geschweige denn in den Mengen, die nötig waren, um eine ganze Armee über mehrere Jahre zu versorgen. Auf dem Höhepunkt des Krieges dienten 50.000 Mann in der Kontinentalarmee, zudem kämpften an die 30.000 Milizionäre für die amerikanische Sache. Um sie gegen die gut ausgerüsteten Linienregimenter der Briten zu bewaffnen, bezog man Waffen aus mehreren Quellen. Schon vor den Auseinandersetzungen von Lexington und Concord 1775 begannen die Patrioten angesichts der zunehmenden Spannungen, heimlich Depots anzulegen und britische Waffen aus Lagern, Provinzmagazinen und von Versorgungsschiffen zu entwenden. Waffen, die man im Feld erbeutet hatte, wurden an Kontinental- und Milizstruppen ausgegeben. Um die Truppen besser zu versorgen, gründete der Kongress auch eigene Waffenfabriken, Arsenale und Versorgungslager und bezahlte Hunderte von Handwerkern für die Reparatur und Herstellung von Waffen und Ausrüstung für die Kontinentalarmee. Immer mehr Werkstätten produzierten daraufhin Waffen um die hohe Nachfrage zu decken. Eigene Musketen wurden in Manufakturen in und um Fredericksburg (Virginia) hergestellt. Französische Rampart-Musketen, Modell 1717, wurden zwischen 1776 und 1780 importiert und im Arsenal in Springfield (Massachusetts), für den Einsatz modifiziert. Die überwiegende Mehrheit der amerikanischen Gewehrproduktion wurde von Büchsenmachern in Pennsylvania, insbesondere in der Region um Lancaster, bewerkstelligt. All diese Maßnahmen konnten die amerikanischen Truppen jedoch nicht über einen längeren Zeitraum versorgen. Der Erfolg der Revolution hing letztendlich von den Kontingenten ab, die Frankreich und Spanien zur Verfügung stellen konnten. Waffen- und Munitionslieferungen aus Frankreich trafen ab 1776 ein und dauerten bis zum Kriegsende an. Neben der Bereitstellung von einer Million Livres für die Lieferungen französischer Waffen durch die Roderique Hortalez and Company (RHC), lieferte Spanien über Agenten in New Orleans Schießpulver und noch andere militärische Güter. Die RHC (spanisch Roderique Hortalez et Cie.) war eine Scheinunternehmen, das im Mai 1776 von Frankreich und Spanien gegründet wurde, um den Patrioten diskret die dringend benötigte Waffenhilfe zukommen zu lassen. Geleitet wurde das Handelsunternehmen vom französischen Dramatiker, Erfinder und Geheimagenten Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, tatkräftig unterstützt vom französischen Außenminister Charles Gravier, Comte de Vergennes. Über das Netz der RHC gelieferte Waffen und Ausrüstung ermöglichte 1777 den Sieg in der Schlacht von Saratoga.



Das Leben in den Lagern der Kontinentalarmee war für gewöhnlich entbehrungsreich, orchestriert von strengen Tagesabläufen, spartanischen Lebensbedingungen und ständiger Arbeit. Die Soldaten hausten in beengten Keilzelten aus Segeltuch oder in notdürftig zusammengezimmerten Blockhütten und mussten – wegen des ständig unzureichenden Nachschubs – mit kargen Rationen auskommen. Die Offiziere erkannten bald die Notwendigkeit eines gut organisierten Lagerlebens. Baron von Steubens erste Amtshandlung war die Umstrukturierung der Lager nach den Standards europäischer Armeen. In Valley Forge waren die Zelte willkürlich aufgestellt worden. Von Steuben ordnete an, die Küchen auf der einen Seite des Lagers (bergauf) und die Latrinen auf der anderen Seite (bergab) zu platzieren. Schon diese simple Anordnung reduzierte die Ausbreitung von Infektionskrankheiten unter den Mannschaften drastisch. Obwohl dies heute als selbstverständlich erscheint, war die Wirkung von Mikroben und Bakterien damals noch völlig unbekannt, und nur jemand mit jahrzehntelanger militärischer Erfahrung konnte eine solche Entscheidung treffen. Diese Umstrukturierungsmaßnahmen dienten aber auch zur Disziplinierung der Soldaten. Man platzierte die Generalsunterkünfte an einem Ende des Lagers, die Offiziere mittleren Ranges in der Mitte und danach die der einfachen Soldaten. Dies verdeutlichte jedem die Rangordnung in der Armee, erhöhte die Disziplin und verbesserte die interne Kommunikation. Wenn die Soldaten lernten, sich im Lager an einen strengen Aufgabenkatalog zu halten, waren Feld- und Waffenübungen zur Vorbereitung auf die Schlacht die natürliche Folge. Disziplin, Routine und Einhaltung der Befehlskette waren die Zutaten, die im Laufe der Zeit die ungeordneten Milizhaufen zu einer schlagkräftigen Armee formten. Der Soldat sollte seinen Tag auf keinen Fall in Müßiggang verbringen. Uniformen und Waffen mussten vor den Appellen in Ordnung gebracht werden. Der Tag im Lager begann mit Sonnenaufgang und dem Weckruf, oder früher, wenn eine Übung anstand. Nicht selten war der genaue Zeitpunkt der Morgendämmerung unbekannt, und die Männer wurden noch im Dunkeln geweckt. Der Tag begann erst, wenn ein Wachposten tausend Meter weit sehen konnte. Farmer die es nicht gewohnt waren sich täglich zu rasieren, wurden angewiesen dies schon am Vorabend zu tun. Die Feldflaschen sollten ebenfalls schon am Vortag aufgefüllt werden, insbesondere wenn ein längerer Marsch oder ein Angriff zu erwarten war. Zu Beginn des Krieges konnten für die Kontinentalarmee nur wenige Uniformen ausgegeben werden. Trotzdem wurden die Männer angewiesen, ihre Kleidung, auch wenn es nur mehr Lumpen waren, regelmäßig zu reinigen, um wenigstens den Schein eines gepflegten Äußeren zu wahren. Das Lagerleben war aber nicht ausschließlich durch Exerzieren, dem Wachdienst oder dem Kochen bestimmt. Viele weitere Aufgaben hielten die Soldaten auf Trab: Holz hacken, Feuer machen, Unterkünfte reparieren, Waffen reinigen, die Offiziere bedienen (was im Lager von Valley Forge per Order eingestellt wurde), neue Latrinen ausheben, Wege durchs Dickicht zu schlagen, um den Holztransport zu erleichtern, die Pferde auf der Weide bewachen oder Musketenkugeln gießen. Viel Zeit verbrachte man auch mit Tauschhandel mit Indianern oder der Zivilbevölkerung. Viele Soldaten nutzten ihre karge Freizeit, um sich auf den Farmen in der Gegend gegen Essen zu verdingen. Ein Großteil ihrer Lagerzeit verbrachten die Soldaten jedoch mit Wachdiensten. Die Lager waren im Wesentlichen mit Kleinstädten zu vergleichen, maßgeblich für ihr Funktionieren waren auch die „camp-followers“ – Zivilisten (unter ihnen vor allem Frauen), die für die Soldaten kochten, wuschen (was für die Hygiene und die Vorbeugung ansteckender Krankheiten in den Lagern unerlässlich war) und sie bei Krankheit oder Verwundung pflegten. Auch die Ehefrauen hochrangiger Offiziere, darunter Martha Washington, lebten mit ihren Männern in den Winterlagern. Obwohl sie eine große Hilfe im militärischen Alltag waren, wurden die Marketenderinnen oft angefeindet, da für sie ein Teil der ohnehin knappen Ressourcen abgezweigt werden mussten und für ihre Dienste auch nach marktüblichen Preisen bezahlt wurden. Obwohl Washington sie mitunter als Hindernis für die Kriegsanstrengungen betrachtete, spielten die Frauen, die die Kontinentalarmee begleiteten, immer eine wichtige Rolle im täglichen Lagerleben.
Unter normalen Umständen stand einem amerikanischen Soldaten die nachfolgend angeführte Tagesration zu:
Die Zuteilung der Rationen konnte jedoch in Bezug auf ihre Größe und Zusammensetzung sehr unregelmäßig ausfallen und hing oft vom Wetter, den Straßenverhältnissen und der Jahreszeit ab. Die Soldaten nutzten daher jede freie Minute, um nach etwas essbaren zu suchen, da sie oft nur einen kleinen Teil ihrer täglichen Ration zugeteilt bekamen. Wurzelgemüse oder zerstoßener Mais, den man während des Wachdienstes oder auf dem Marsch in der Umgebung sammelte, wurde zu einer Art Grundnahrungsmittel.
Die Gesamtzahl der amerikanischen Kriegsopfer stellt sich wie folgt dar:
Zu Anfang des Unabhängigkeitskriegs trugen Offiziere und Unteroffiziere der CA zunächst Schärpen, Kokarden und Schulterklappen in verschiedenen Farben als provisorische Rangabzeichen, wie Washington 1775 notierte:
„Da die Kontinentalarmee 1775 leider keine Uniformen hatte und es deswegen viele Unannehmlichkeiten gab, weil Offiziere nicht von einfachen Soldaten unterschieden werden konnten, ist es wünschenswert, dass umgehend ein Auszeichnungssystem eingeführt wird; zum Beispiel, dass die Feldoffiziere rote oder rosafarbene Kokarden an ihren Hüten tragen, die Hauptleute gelbe oder hellbraune und die Unteroffiziere grüne.“
Ab 1776 sollten Hauptleute hellbraune oder weiße Kokarden tragen. Fünf Jahre später wurde bei der Truppe die einheitliche, blau-weiß-rote Uniform mit einer schwarz-weißen Kokarde für alle Ränge eingeführt. Offiziere der CA trugen zusätzlich silberne oder goldene Insignien. Für Offiziere wurden per Generalorder vom 18. Juni 1780 zwei Metall-Epauletten eingeführt. Für die beiden Unteroffiziersränge, Sergeant und Corporal, war seit der Generalorder vom 23. Juli 1775 eine Stoff-Epaulette vorgeschrieben. Am Ende des Krieges kam noch der Rang des Sergeant Major hinzu, der an zwei Stoff-Epauletten zu erkennen war. Anzahl, Position und Farbe für Unteroffiziersepauletten wurden danach noch mehrmals geändert.
| Commander-in-Chief | General Officers | Field Officers | Junior Officers | Non-Commissioned Officers | Enlisted | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dienstrang | General | Major general | Brigadier general | Aide-de-camp | Colonel | Lieutenant colonel | Major | Captain | Lieutenant, | Cornet, Ensign | Sergeant Major | Sergeant | Corporal | Private | |
| Kokarde am Hut | |||||||||||||||
| linke und rechte Schulter | linke und rechte Schulter | linke und rechte Schulter | linke und rechte Schulter | linke und rechte Schulter mit Silber- oder Goldborten am Waffenrock |
linke und rechte Schulter | linke und rechte Schulter | rechte Schulter | linke Schulter | linke Schulter | linke und rechte Schulter | rechte Schulter | rechte Schulter | |||
| Epauletten | |||||||||||||||