| Cortona | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Toskana | |
| Provinz | Arezzo (AR) | |
| Koordinaten | 43° 16′ N, 11° 59′ O | |
| Höhe | 494 m s.l.m. | |
| Fläche | 342 km² | |
| Einwohner | 20.725 (31. Dez. 2025) | |
| Postleitzahl | 52044 | |
| Vorwahl | 0575 | |
| ISTAT-Nummer | 051017 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Cortonesi | |
| Schutzpatron | Margareta von Cortona, Santa Croce (14. September) | |
| Website | Cortona | |
Panorama von Cortona | ||
Cortona ist eine italienische Stadt mit 20.725 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) und liegt in der Provinz Arezzo der Region Toskana.

Cortona liegt nördlich des Trasimenischen Sees in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 282 GG. Die Provinzhauptstadt Arezzo liegt 24 km nordwestlich, die Regionalhauptstadt Florenz 80 km nordwestlich. Cortona liegt im Südosten der Provinz Arezzo. Im Süden grenzt der Ort an die Provinz Siena, im Osten an die Region Umbrien (Provinz Perugia).
Der Ort liegt im Chianatal (ital. Val di Chiana), der namensgebende Kanal durchfließt das Gemeindegebiet auf einer Länge von 10 km. Weitere wichtige Gewässer sind die Torrenti Mucchia (18 von 24 km im Gemeindegebiet) und Esse (alle 17 km im Gemeindegebiet), die dem Flusssystem des Arno angehören, sowie der Minimella (alle 7 km im Gemeindegebiet) und Seano (7 von 8 km im Gemeindegebiet), die dem Flusssystem des Tiber angehören.
Zu den Ortsteilen zählen Camucia-Monsigliolo (273 m, ca. 5500 Einwohner), Chianacce (285 m, ca. 115 Einwohner), Cignano (336 m, ca. 50 Einwohner), Col di Morro (680 m, ca. 30 Einwohner), Creti (273 m, ca. 70 Einwohner), Fratta-Santa Caterina (265 m, ca. 470 Einwohner), Fratticciola (278 m, ca. 100 Einwohner), Mercatale (309 m, ca. 415 Einwohner), Mezzavia, Montalla, Montecchio (283 m, ca. 400 Einwohner), Ossaia (292 m, ca. 230 Einwohner), Pierle (468 m, ca. 30 Einwohner), Pietraia, Poggioni, Riccio, Ronzano, Sant’Andrea di Sorbello, Sodo, Terontola (270 m, ca. 1600 Einwohner), Terontola Alta (314 m, ca. 200 Einwohner), Tornia und Torreone.
Die Nachbargemeinden sind Arezzo, Castiglion Fiorentino, Castiglione del Lago (PG), Città di Castello (PG), Foiano della Chiana, Lisciano Niccone (PG), Montepulciano (SI), Sinalunga (SI), Torrita di Siena (SI), Tuoro sul Trasimeno (PG) und Umbertide (PG).
Die Stadt wurde nach einer von Vergil überlieferten Legende vom Heros Korythos, welcher der Vater des troischen Dardanos gewesen sein soll, gegründet. Der römische Geschichtsschreiber Dionysios von Halikarnassos berichtet bezüglich der mythischen Frühzeit Cortonas, dass die Pelasger die Stadt den Umbrern entrissen und zu einer Festung ausgebaut hätten, von der aus sie ins übrige Etrurien vorgedrungen seien. Laut dem griechischen Historiker Theopomp sei der Troja-Held Odysseus in Cortona gestorben.
Abgesehen von diesen Fabeln über die Gründung und ältesten Beherrscher der Stadt überliefern die antiken Autoren einhellig, dass Cortona eine der ältesten und mächtigsten Städte der Etrusker war. Ihr etruskischer Name lautete Curtun. Noch heute zeugen die auf ca. 2 km erhaltenen, aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und später stammenden, aus groben Quadersteinblöcken bestehenden Ringmauern von ihrer einstigen Größe. In der Umgebung der Stadt sind einige große etruskische Hügelgräber (sog. Meloni) des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. erhalten. Dazu gehört der Tumulus Melone di Camucia, der Gold- und Bronzegegenstände, importierte griechische Keramik sowie lokale Impasto und Bucchero enthielt. Es wurden auch bedeutende etruskische Bronzearbeiten gefunden, u. a. der im 5. Jahrhundert v. Chr. hergestellte reliefverzierte Leuchter von Cortona. In den Kriegen der Römer gegen die Etrusker schloss Cortona gemeinsam mit zwei anderen mächtigen etruskischen Städten, Arretium (heute Arezzo) und Perusia (heute Perugia), 310 v. Chr. mit dem Konsul Quintus Fabius Maximus Rullianus einen 30-jährigen Waffenstillstand. Im 3. Jahrhundert v. Chr. fiel Cortona unter die Herrschaft der Römer.
Im zweiten Punischen Krieg durchzog das karthagische Heer unter Hannibal das Gebiet von Cortona auf seinem Marsch über den Apennin im März 217 v. Chr. und verheerte es; wenige Tage später gewann es die Schlacht am Trasimenischen See wenige Kilometer südöstlich der Stadt. 88 v. Chr. erhielt Cortona das römische Bürgerrecht. In der römischen Kaiserzeit wurde die Stadt der siebten Region Italiens zugerechnet und gehörte zur Tribus Stellatina. Doch wird Cortona ab der Periode der Kaiserzeit bis zum Ende der Antike fast nur noch in erhaltenen Inschriften erwähnt, die u. a. Magistrate der Stadt anführen.

Im 11. und 12. Jahrhundert trug Cortona häufig Konflikte mit Perugia aus. Ebenso hatte es oft Streitigkeiten mit den Bischöfen von Arezzo, da diese Cortonas Territorium ihrer weltlichen Herrschaft unterstellen wollten. Im 13. Jahrhundert wurde Cortona eine autonome Gemeinde. Nun übten die urbanen Klassen die Vorherrschaft aus; die Vertreter der ländlichen Bevölkerung wurden nach 1250 aus den Räten ausgeschlossen. Streitkräfte von Arezzo plünderten Cortona im Jahr 1258, doch erholte es sich wieder. 1325 wurde die Stadt durch den Papst Johannes XXII. zum Bischofssitz erhoben und erhielt erweiterte Stadtrechte. Gleichzeitig übernahm Ranieri Casali die Signoria in Cortona und verteidigte die Autonomie der Stadt gegen die Expansionsbestrebungen von Florenz, Siena und Arezzo. Die Familie der Casali übte nun rund 80 Jahre lang die Herrschaft über Cortona aus. 1409 fiel die Stadt an Ladislaus von Neapel, der sie zwei Jahre später an Florenz abtrat. Nach einer längeren Friedensperiode wurde Cortona 1529 von Truppen des Papstes Clemens VII. und des Kaisers Karl V. belagert. Mit dem Aufstieg der Medici erhielt es durch die Errichtung der Festung Girifalco eine größere militärisch-strategische Bedeutung. Vom 13. bis zum 17. Jahrhundert blühten Kunst und Kultur in der Stadt. Im Zuge der italienischen Einigungsbestrebungen fiel Cortona 1860 an das Königreich Italien.
Die fast 300 Jahre alte Accademia Etrusca bestimmte über Jahrhunderte das gesellschaftliche und geistige Leben der Stadt. Die Accademia betreibt die Biblioteca del Comune e dell’Accademia Etrusca und das Museo dell’Accademia Etrusca. 1992 wurde in der Località Le Piagge die Tabula Cortonensis entdeckt.

Der Dom von Cortona Mariä Himmelfahrt (Concattedrale di Santa Maria Assunta) steht auf den Resten eines antiken Tempels und ist erstmals im 11. Jahrhundert als Pfarrkirche erwähnt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde er nach Plänen von Giuliano da Sangallo im Renaissancestil umgebaut. 1507 wurde er Kathedrale des 1325 gegründeten Bistums Cortona (vorher San Vincenzo am Rand der Stadt), 1986 Konkathedrale des Bistums Arezzo-Cortona-Sansepolcro. Die im Kern romanische Kirche ist äußerlich eher unscheinbar, wurde im Inneren jedoch ab Mitte des 15. Jahrhunderts in eleganten Renaissanceformen umgestaltet, später teilweise barockisiert.


Es gibt in Cortona zwei typische Renaissance-Kirchen, die zwei verschiedene Bauprinzipien veranschaulichen. Santa Maria Nuova von 1554 ist eine Kirche auf quadratischem Grundriss, die im Norden außerhalb der Stadtmauern liegt. Die Renaissance hatte im Kirchenbau das Ideal des Zentralbaus wieder aufgegriffen. Diese Kirche bietet eine einfache Version eines Zentralbaus.
Südlich der Stadtmauer liegt die Madonna del Calcinaio, das bedeutendste Kunstwerk Cortonas. Sie wurde von 1484 bis 1515 von Francesco di Giorgio Martini (1439–1502) wegen eines angeblich wundertätig gewordenen Marienbildes gebaut. Dieses Bild befand sich ursprünglich an den Wänden einer Kalkgrube, eines calcinaio, daher der Name; heute ist es über dem Hochaltar in den Tabernakel eingefügt. In Fällen wie hier, wo es in der Renaissance trotz des Zentralbau-Ideals zu einem Langhaus gekommen ist, wurde meistens der Ostteil des Baues zu einem solchen Zentralbau gemacht, der dann mit einer mächtigen Kuppel bekrönt wurde – ähnlich dem Florentiner Dom.
Von außen sieht die Kirche unscheinbar aus, innen ist sie aufwändig restauriert worden. Die Kirche hat ungewöhnlich hohe Gewölbe. Auch hier sind die entscheidenden Merkmale der Renaissance-Architektur zu erkennen: klare, geometrische Formen, Kombination von Rechteckformen mit Rundbögen und Kreisen, antikisierende Giebelfenster, Betonung der flachen Wände, die ganz in Weiß gehalten sind.
Die Basilika ist der Margareta von Cortona geweiht und wurde 1856 von Enrico Presenti begonnen. 1876 übernahm Mariano Falcini die Bauleitung. Fertiggestellt wurde sie 1897 von Giuseppe Castellucci. Die Basilika wurde über einem älteren Kirchengebäude aus dem 13./14. Jahrhundert erstellt, wobei das zentrale Gebäude erhalten blieb. Dieses wiederum entstand aus einem Oratorium, das aus der Zelle der Heiligen Margareta entstand. In dieser starb sie 1297. Der Campanile stammt aus dem Jahr 1650. Im Inneren befindet sich das Werk Immacolata concezione von Francesco Vanni.

Die Festung, auch Fortezza Medicea, di Cortona oder Rocca genannt, liegt am höchsten Punkt von Cortona. Sie wurde erstmals 1258 schriftlich erwähnt, als Arezzo die Herrschaft im Ort übernahm. Weitere Ausbauten fanden unter der Signoria dei Casali und durch Siena statt, bis 1411 Florenz und die Medici die Oberhand über die Stadt gewannen. Unter Cosimo de’ Medici wurde die Festung abermals verstärkt. Architekten waren Gabrio Serbelloni und Francesco Laparelli. Die Befestigungsanlage besteht aus den vier Bastionen Bastione Sant’Egidio, Bastione San Giusto, Bastione Santa Maria Nuova, Bastione Santa Margherita und dem Maschio (Mastio; Hauptturm).
Die auch Castello di Pierle genannte Burg liegt auf der Umbrien zugewandten Seite nahe der Ortsgrenze zu Lisciano Niccone. Sie ist eine Burgruine am Monte Maestrino, die seit dem 11. Jahrhundert den Grafen Del Monte gehörte. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert von Bernabò Visconti den Oddi aus Perugia als Lehnswesen überlassen und dann von den Casali erworben. Francesco Casali erneuerte die Burg 1371, die allerdings 1587 auf Weisung von Ferdinando I. de’ Medici zerstört wurde. Sie ist heute als guterhaltene Ruine noch sichtbar und wird derzeit renoviert. Der Eingang zur Burg erfolgte früher über eine Zugbrücke. Die Burg hatte früher zwei Türme, von welchen nur der Nordturm erhalten ist. Der Palast der Burg war 28 Meter hoch und hatte sieben Geschosse, wobei das erste, dritte und fünfte mit Gewölben errichtet wurden und die anderen vier Geschosse mit Holzdecken. Heute sind neben dem Nordturm, dem Palast, das Pförtnerhaus, die Nuten der Zugbrücke und zwei Türme und Wehrmauern mit Schießscharten noch sichtbar.
Die Stadtmauer der Etrusker aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. hatte eine Länge von 2 km, wovon manche Teilstücke von der mittelalterlichen Stadtmauer genutzt werden. Sie hat eine Länge von ca. 3 km und folgende sieben Stadttore:
Cortona unterhält mit folgenden Städten Gemeindepartnerschaften: