| Craugastor gulosus | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Craugastor gulosus | ||||||||||||
| (Cope, 1875) |
Craugastor gulosus, auf Englisch als Montane Broad-headed Litter Frog bezeichnet, ist eine Art innerhalb der Familie der Craugastoridae (Craugastoridae) und gehört zur Gattung Craugastor. Die Art kommt in Costa Rica und Panama vor. Ein etablierter deutscher Name ist für diese Art nicht dokumentiert.
Die Art gilt als vom Aussterben bedroht und wurde zuletzt 2006 in Panama nachgewiesen. In Costa Rica gibt es seit dem 19. Jahrhundert keine Nachweise mehr, und die Art gilt dort als möglicherweise ausgestorben. Die Wiederentdeckung dieser Art im Jahr 1976 zeigte, dass es sich um einen weitgehend montanen Frosch handelt, der ein offensichtlich kleines Verbreitungsgebiet im Grenzgebiet von Costa Rica und Panama besetzt.
Die Kopf-Rumpf-Länge (SVL) beträgt bei Männchen bis zu 60 mm und bei Weibchen bis zu 103 mm. Weibchen sind somit sehr groß und stellen mit die größte Art der Craugastor-Artenserie dar.
Die Art hat einen robusten Körperbau mit einem relativ breiten Kopf, dessen Breite 39 bis 55 % der SVL beträgt. Paarige frontoparietale Kämme sind bei adulten Tieren extern als Schädelgrate sichtbar. Die Bauchseite ist glatt. Die Schnauze ist in der Dorsalansicht abgerundet. Das Trommelfell ist in beiden Geschlechtern differenziert, aber Männchen besitzen keine Stimmritzen und keine Nuptialpolster. Die Haftscheiben sind klein, ein innerer Tarsalfalz und Plantartuberkel fehlen, und die Zehen sind nicht mit Schwimmhäuten versehen.
Hinter jedem Auge befindet sich eine ausgeprägte supratympanale Hautfalte, die sich über das Trommelfell in Richtung Mundwinkel zieht und das kleine Trommelfell meist von unten durch dunkle Zeichnungen begrenzt wird. Die Iris ist dunkelbraun bis nahezu schwarz, die Pupille horizontal-elliptisch. Unter jedem Auge findet sich in der Regel ein dunkler, unregelmäßiger Fleck. Die Oberlippe zeigt einen schmutzig-weißen bis cremefarbenen Streifen, der häufig mit dunklen Flecken gezeichnet ist.
Die Färbung ist variabel, aber die meisten Individuen haben dunkle Retikulationen, die gelbe, orange oder rote Flecken auf dem Bauch und den ventralen Gliedmaßenoberflächen einschließen. Die Bauchseite ist schmutzig-weiß und mit braunen oder beigen Flecken oder Marmorierungen gezeichnet. Bei adulten Tieren kann der Rücken gelegentlich vereinzelte flache Warzen aufweisen. Männchen haben meist diskrete dunkle Flecken auf dem Rücken, während Weibchen tendenziell einheitlich gefärbt sind.
Nicht ausgewachsene Tiere unterscheiden sich in Färbung und Hauttextur deutlich von adulten Tieren: Ihr Rücken ist mit vielen kleinen, weißgespitzten Pusteln bedeckt und hellbraun gesprenkelt.
Craugastor gulosus ähnelt im Gesamterscheinungsbild Kröten, besitzt jedoch keine paarigen Parotoiddrüsen, wie sie bei echten Kröten der Gattungen Incilius, Rhaebo und Rhinella vorkommen.
Craugastor megacephalus ist morphologisch ähnlich, weist jedoch deutliche Kiele auf dem Rücken auf.
Strabomantis bufoniformis unterscheidet sich durch seine höckerige Haut, deutliche Tuberkel auf den Oberlidern sowie Schwimmhäute zwischen den Zehen.
Craugastor gulosus kommt in der südlichen Cordillera de Talamanca von Costa Rica und im westlichen Panama vor. Die Art wurde in Höhenlagen zwischen 910 und 1.900 m über dem Meeresspiegel nachgewiesen. Leenders (2016) gibt den Höhenbereich mit 790 bis 1.873 m an.
Nach Angaben von Map of Life beträgt die Verbreitungsgröße (Range size) 1.874 km², während die gesamte geeignete Habitatfläche 2.257 km² umfasst.
Die Art wurde aus den Schutzgebieten Parque Internacional La Amistad in Costa Rica und Panama sowie der Reserva Forestal Fortuna in Panama nachgewiesen.
Craugastor gulosus ist eine terrestrische Art, die die Laubstreu auf dem Waldboden in vorgebirgigen tropischen Regenwäldern bewohnt. Die Art kommt in feuchten, ungestörten Wäldern mittlerer und höherer Lagen vor. Es wird angenommen, dass die Art sich durch direkte Entwicklung fortpflanzt, bei der die Jungtiere ohne freies Kaulquappen-Stadium aus den Eiern schlüpfen.
Craugastor gulosus ist nachtaktiv und ernährt sich als Ansitzjäger: Die Tiere verbringen die meiste Zeit am Eingang ihres Baus und warten auf geeignete Beute, die in Schlagdistanz gerät; vermutlich werden dabei relativ große Beutetiere erbeutet. Die kryptische Lebensweise der Art sowie die schwer zugänglichen Habitate erklären möglicherweise ihre scheinbare Seltenheit.
Die Art toleriert Habitatstörungen wahrscheinlich nicht. Die Rufe sind unbekannt.
Craugastor gulosus wird von der IUCN auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als „vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered, CR) unter dem Kriterium D geführt. Die Bewertung erfolgte am 11. September 2019 und wurde 2020 veröffentlicht. Der Populationstrend ist unbekannt.
Begründet wird diese Einstufung damit, dass sich diese Art nicht von einem drastischen Populationsrückgang erholt hat, der sich aus dem offensichtlichen Verschwinden der Population ableiten lässt, möglicherweise aufgrund von Chytridiomykose oder einer Kombination von Faktoren. Angesichts der jüngsten Untersuchungen und des Fehlens von Nachweisen, abgesehen von einem im Jahr 2006, wird davon ausgegangen, dass die Population sehr klein ist. Die geschätzte Anzahl adulter Tiere beträgt 0 bis 49 Individuen.
Die Art ist generell selten.
In Costa Rica gibt es keine Informationen über diese Art, nachdem sie im 19. Jahrhundert gesammelt wurde, trotz Sampling-Expeditionen innerhalb von Talamanca in den Jahren 2007 und 2015–2016. In Costa Rica gilt Craugastor gulosus als möglicherweise ausgestorben (Possibly Extinct).
In Panama gab es mehrere neuere Bemühungen, Amphibien innerhalb des Verbreitungsgebiets dieser Art zu erfassen, aber sie wurde nicht gefunden. Im Jahr 2015 konnte eine Untersuchung innerhalb ihres panamaischen Verbreitungsgebiets die Art nicht nachweisen.
Das letzte Mal, dass diese Art in Panama beobachtet wurde, war im Jahr 2006, wobei ein Hubschrauber zu einem entlegenen Gebiet innerhalb des Parque Internacional La Amistad genutzt wurde. Niemand ist seit 2006 zu diesem Standort zurückgekehrt, sodass der Status dieser Subpopulation unbekannt ist. Es ist wahrscheinlich, dass die Population in geringen Zahlen überlebt hat, möglicherweise weniger als 50 adulte Individuen. Leenders (2016) weist darauf hin, dass neuere Sichtungen in Panama darauf hindeuten, dass die Art möglicherweise auch in Costa Rica noch überlebt.
Diese Art scheint in Costa Rica und Panama rapide und dramatische Rückgänge erlitten zu haben, einschließlich Verschwinden in ungestörten Habitaten, was mit Chytridiomykose in Verbindung gebracht wurde, wie bei vielen anderen montanen, bachgebundenen Arten in Mesoamerika beobachtet. Der Klimawandel oder die synergistischen Effekte mehrerer Faktoren könnten eine Rolle bei den Rückgängen gespielt haben.
Es findet ein genereller Habitatverlust in Teilen des panamaischen Verbreitungsgebiets statt, hauptsächlich durch klein- und großflächige Landwirtschaft, Viehzucht und Holzeinschlag. Subpopulationen, die in den 1970er und 1980er Jahren im Río Chiriquí Valley in Panama entdeckt wurden, könnten durch den Bau des Fortuna-Staudamms beeinträchtigt worden sein. Ein anhaltender Rückgang in Fläche, Ausdehnung und Qualität des Lebensraums findet statt.
Die Art wurde in dem Schutzgebiet Parque Internacional La Amistad in Costa Rica und Panama sowie der Reserva Forestal Fortuna in Panama nachgewiesen.
Nach Angaben von Map of Life liegt der Protection Score bei 92,4 %, was bedeutet, dass das Schutzziel weitgehend erreicht ist.
Angesichts der Bedrohungen durch Chytridiomykose und Klimawandel müssten möglicherweise einige Individuen die Grundlage für die Etablierung einer Ex-situ-Population bilden, falls welche in der Wildnis gefunden werden sollten.
Weitere Untersuchungen sind im gesamten Verbreitungsgebiet erforderlich, um festzustellen, ob die Art überlebt oder ausgestorben ist.
Nach Daten von Map of Life liegt der Species Habitat Score (SHS) bei 98,6 (2023), was auf eine nahezu perfekt stabile Habitatqualität und -konnektivität hinweist. Projektionen bis 2070 zeigen einen moderaten zukünftigen Habitatverlust auf etwa 1.603 km².
Die Art wurde im Jahr 1875 von Edward Drinker Cope als Lithodytes gulosus erstmals beschrieben. Sie wurde später von Noble (1918) in die Synonymie von Hylodes rugosus Peters, 1874, und von Lynch (1975) in die Synonymie von Eleutherodactylus biporcatus gestellt.
Savage und Myers (2002) entfernten die Art aus der Synonymie von E. biporcatus und etablierten sie als eigenständige Art. Die Wiederentdeckung dieser Art im Jahr 1976 zeigte, dass es sich um einen weitgehend montanen Frosch handelt, der ein offensichtlich kleines Verbreitungsgebiet im Grenzgebiet von Costa Rica und Panama besetzt.
Crawford und Smith (2005) transferierten die Art in die Gattung Craugastor, was 2006 von Frost et al. formalisiert wurde.
Hedges, Duellman und Heinicke (2008) etablierten die Craugastor gulosus-Artenserie, deren Namensgeber diese Art ist. Die Serie umfasst fünf Arten: Craugastor aphanus, C. gulosus, C. megacephalus, C. opimus und C. rugosus.
Folgende Synonyme sind bekannt: