Cresciano

Cresciano
Wappen von Cresciano
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Rivieraw
Kreis: Kreis Riviera
Gemeinde: Rivierai2
Postleitzahl: 6705
frühere BFS-Nr.: 5283
Koordinaten: 720816 / 126543Koordinaten: 46° 16′ 46″ N, 9° 0′ 22″ O; CH1903: 720816 / 126543
Höhe: 259 m ü. M.
Höhenbereich: 244–2726 m ü. M.
Fläche: 17,21 km²
Einwohner: 723 (31. Dezember 2016)
Einwohnerdichte: 42 Einw. pro km²
Website: www.comuneriviera.ch
Bahnhof Osogna-Cresciano
Bahnhof Osogna-Cresciano
Karte
Cresciano (Schweiz)
Cresciano (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 2. April 2017
Werner Friedli (Fotograf): Cresciano, historisches Luftbild (1964)
Bahnhof Cresciano, historisches Bild
Val Cresciano (Hinterer Teil)
Infanteriebunker Cava Serta A 8131
Cresciano Granit

Cresciano ist ein Dorf in der Gemeinde Riviera, Bezirk Riviera, im Schweizer Kanton Tessin. Cresciano war eine selbständige politische Gemeinde, bis es am 2. April 2017 mit den damaligen Gemeinden Iragna, Lodrino und Osogna zur neuen Gemeinde Riviera fusionierte.

Geografie

Das Dorf liegt auf dem Talboden des Rivieratals am östlichen Ufer des Flusses Ticino etwa 10 km nördlich der Kantonshauptstadt Bellinzona.

Geschichte

Das Dorf ist erstmals 978 als Cressianicum erwähnt. Im sogenannten Ladrital wurden 1874–1875 Gegenstände aus der Bronzezeit gefunden. 978 bestätigte Kaiser Otto II. (HRR) der Abtei San Pietro in Ciel d’Oro von Pavia deren Besitzungen in Cresciano. 1261 bildete das Dorf eine vicinia; es gehörte zur Gastaldia von Claro TI. 1355 und 1467 war es dem Podestà von Claro unterstellt, aber 1333 war es in kirchlicher und ziviler Hinsicht selbständig.

Im Jahr 1356 liess der Erzbischof von Mailand, Giovanni Visconti, von den Domherren von Mailand das Lehen von Cresciano seinem Neffen Bernabò übertragen. Am 19. November 1434 befreite der Herzog Filippo Maria Visconti Cresciano von seiner Steuerpflicht gegenüber Bellinzona und gewährte ihm 1450 die zivile Selbständigkeit.

Am 2. April 2017 wurde Cresciano nach Riviera eingemeindet. Es bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bevölkerung

Cresciano: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2016
Jahr  Einwohner
1600
  
250
1683
  
223
1719
  
188
1769
  
154
1799
  
157
1808
  
151
1824
  
206
1836
  
227
1850
  
282
1860
  
319
1870
  
341
1880
  
386
1888
  
421
1900
  
595
1910
  
548
1920
  
511
1930
  
522
1941
  
474
1950
  
499
1960
  
521
1970
  
606
1980
  
468
1990
  
536
1991
  
559
1992
  
571
1993
  
566
1994
  
608
1995
  
625
1996
  
594
1997
  
579
1998
  
582
1999
  
594
2000
  
600
2001
  
582
2002
  
610
2003
  
597
2004
  
593
2005
  
614
2006
  
578
2007
  
613
2008
  
620
2009
  
626
2010
  
637
2011
  
640
2012
  
640
2013
  
663
2014
  
676
2015
  
699
2016
  
723
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024

Wirtschaft

Eine bedeutende Rolle im wirtschaftlichen Leben Crescianos und seiner Nachbarorte spielen seit etwa 1880 die Granitsteinbrüche und die Anlagen zur Sand- und Kiesgewinnung am Fluss Tessin. Diese Steinbrüche waren während der Blütezeit des Granitabbaus Ende des 19. und im 20. Jahrhundert eine wichtige Einnahmequelle.

Verkehr und Infrastruktur

Bahnverkehr

Cresciano verfügt über den historischen Bahnhof Osogna-Cresciano, der 1882 erbaut wurde und zur Gotthardbahn gehört. Der Bahnhof liegt an der strategisch wichtigen Gotthard-Südrampe und ist Teil der historischen Bahninfrastruktur im Tessin.

Öffentlicher Verkehr

Die Buslinie 221 stellt die wichtigste öffentliche Verkehrsverbindung dar und verkehrt auf der Strecke Bellinzona – Claro – Osogna – Biasca mit mehreren Haltestellen in Cresciano.

Straßenverkehr

Cresciano ist über die A2-Autobahn (Gotthard-Route) gut erreichbar und liegt an der historischen Gotthard-Verkehrsachse.

Sehenswürdigkeiten

Sport

Bouldern

Cresciano ist bei Sportkletterern aus der ganzen Welt bekannt. Neben dem Magic Wood in Ausserferrera und Chironico ist es eines der Topspots für Boulderer in der Schweiz. Aufgrund der Gesteinsbeschaffenheit des lokalen Gneis sind die Klettereien meist technisch herausfordernd.

Schwierige Probleme

In Cresciano wurden unter anderem folgende schwierigen Bouldern-Probleme erstbegangen:

Fussball

  • FC Juventus Cresciano

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Cresciano – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Patriziato di Cresciano (mit Foto). In: patriziatocresciano.ch
  2. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 14. Juni 2026.
  3. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 14. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  4. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 14. Juni 2026.
  5. ↑ Cresciano. Abgerufen am 1. Juli 2025.
  6. ↑ Gemeinde Riviera, Kanton Tessin. Abgerufen am 1. Juli 2025.
  7. ↑ Olivier Tanner: Gotthardbahn Luzern / Zug – Chiasso • Schienenverkehr-Schweiz.ch. Abgerufen am 1. Juli 2025 (deutsch).
  8. 1 2 Gotthardbahn (Zürich/Göschenen, 1882). Abgerufen am 1. Juli 2025.
  9. ↑ Virgilio Gilardoni, 1967, S. 318–319.
  10. 1 2 3 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 68–69.
  11. ↑ Bernasconi Reusser, 2010, S. 241.
  12. ↑ Franco Binda: Il mistero delle incisioni, Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 61.
  13. ↑ Football Club Juventus Cresciano. In: chalcio.com/tag, abgerufen am 13. Juli 2024 (italienisch; mit Fotos)
  14. ↑ Fabrizio Panzera: Camillo Jelmini. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 7. Februar 2007, abgerufen am 25. März 2020.
  15. ↑ Renata Scapozza auf uovodiluc.ch (italienisch)
  16. ↑ Renata L. Scapozza. In: Sikart