Gemeindevorstand vor der Fusion am 2.April 2017Blick auf Claro mit der zum Kloster führenden SeilbahnKloster Santa Maria AssuntaWerner Friedli (Fotograf): Kloster Santa Maria Assunta, historisches Luftbild (1953)Ehemalige Station Claro
Das Dorf liegt am linken Ufer des Tessins, an der Kantonsstrasse Biasca–Bellinzona. Zu Claro gehören auch die Fraktionen Scubiago, Dun, Brégh, Cassero und Torascia.
Geschichte
Claro wurde erstmals 1120 als locus Clari erwähnt, als die damaligen Besitzer, niedere Vasallen des Erzbischofs von Mailand, ihre Güter an dessen Domkapitel abtraten. Die Besiedlung des Gemeindegebiets geht jedoch, wie archäologische Gräberfunde belegen, bis in die Bronzezeit zurück.
Aus der Zeit des späten 11. und des späten 12. Jahrhunderts sind je ein Verwaltungsgebäude der Mailänder und der Locarneser erhalten, die damals in Claro Zehntenrechte besassen. Zwischen 1402 und 1422 sowie von 1449 bis 1798 stand der Ort unter der gemeinen Herrschaft der Urkantone Uri, Schwyz und Nidwalden (Landvogtei Riviera). 1803 kam er an den neugegründeten Kanton Tessin. 1874 erhielt Claro eine (mittlerweile geschlossene) Bahnstation der Gotthardbahn.
2017 wurde Claro nach Bellinzona eingemeindet. Es bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.
Bevölkerung
Claro: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2016
Jahr
Einwohner
1600
857
1683
1.000
1719
784
1769
801
1799
808
1808
858
1824
901
1836
1.057
1850
962
1860
899
1870
997
1880
1.140
1888
986
1900
920
1910
912
1920
872
1930
889
1941
859
1950
934
1960
963
1970
1.143
1980
1.287
1990
1.591
1991
1.644
1992
1.690
1993
1.730
1994
1.775
1995
1.852
1996
1.923
1997
2.020
1998
2.040
1999
2.080
2000
2.152
2001
2.198
2002
2.251
2003
2.257
2004
2.315
2005
2.370
2006
2.427
2007
2.479
2008
2.521
2009
2.570
2010
2.613
2011
2.638
2012
2.709
2013
2.753
2014
2.807
2015
2.826
2016
2.921
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024
Die Pfarrkirche Santi Rocco e Sebastiano im Ortsteil Brégh stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert und weist im Innern prächtige Stuckverzierungen auf.
Auf einem Felsplateau oberhalb des Ortes, auf 621 Meter Höhe, thront das 1490 gegründete und im 17. Jahrhundert erweiterte Benediktinerinnenkloster Santa Maria Assunta. Die rund ein Dutzend Nonnen zählende Gemeinschaft lebt in Klausur. Das Kloster ist über eine Forststrasse, eine Luftseilbahn oder einen alten Saumpfad erreichbar. Das Gesamtbild der Bauten ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.
Die Kirche Santi Nazario e Celso im Ortsteil Scubiago wurde 1207 erstmals erwähnt und im 16. und 17. Jahrhundert vollständig umgebaut. Im Innern finden sich Reste von Fresken aus der Renaissance und dem 17. Jahrhundert.
Die Friedhofskirche San Lorenzo im Ortsteil Cassero ist ein einschiffiger Barockbau mit einem romanischen Turm aus dem 11. Jahrhundert.
Reste dreier mittelalterlicher Befestigungsanlagen: Cortauro im Ortsteil Dun (gegen 1200), sogenanntes Castello deí Magoria im Ortsteil Matro (Ende 13. Jahrhundert?) und Spuren einer Burg oberhalb der Kapelle Sankt Ambrogio.
Sport
Football Club Claro
Persönlichkeiten
Ubertino da Gnosca (* um 1330 in Gnosca, erwähnt ab 1362 in Claro; † vor 1407 in Claro); Einnehmer der Zehnten, die der Capitanei von Locarno und der Domkirche Mailand zustanden
Federico Marioni (* 23. Juni 1866 in Claro; † 28. Februar 1938 in Mailand), Vater von Mario Marioni, Grafiker, Lithograph, Graveur
Alberto Totti (* 23. Juni 1903 in Claro; † 23. März 1947 in Bellinzona), Rechtsanwalt, Richter, Journalist des Il Lavoro, Gemeindepräsident von Claro
Mario Marioni (* 2. September 1910 in Mailand; † 18. März 1987 in Mendrisio, Bürger von Claro), Sohn des Federico, Maler, Kupferstecher, Illustrator
Renato Agostinetti (* 3. August 1938 in Claro; † 10. September 2024 in Bellinzona), Sekundarlehrer, Schauspieler, Kabarettist, Friedensrichter in Riviera TI
↑Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S.249.
↑Kunstführer durch die Schweiz. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. GSK, Bern 2005, S.502.
123Kunstführer durch die Schweiz. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. GSK, Bern 2005, S.503.
↑Monastero di Santa Maria (Claro).In:Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS.Bundesamt für Kultur BAK,2008,abgerufen am 4.April 2025(italienisch).