| Film | |
| Titel | DEFA 70 |
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| Produktionsland | DDR |
| Erscheinungsjahr | 1967 |
| Länge | 33 Minuten |
| Produktionsunternehmen | DEFA-Studio für Spielfilme, KAG „Heinrich Greif“ |
| Stab | |
| Regie | Werner Bergmann |
| Drehbuch | Werner Bergmann |
| Musik | Gerhard Siebholz |
| Kamera |
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| Schnitt | Helga Krause |
| Besetzung | |
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DEFA 70 ist ein Kurzspielfilm von Werner Bergmann von 1965, der 1967 in die Kinos kam. Er war der erste DEFA-Film in 70-mm-Technik und war im Stile der damaligen experimentierfreudigen Gegenwartsfilme gestaltet.
Zwei Männer fahren mit ihrem roten Oldtimer Dixi 3/15 DA durch die DDR und überholen auf ihrem Weg eine junge Frau, der sie nachsehen. Deshalb achten sie nicht auf die Straße und fahren dabei ein Loch in einen Reifen. Während sie das Rad wechseln, hat diese sie eingeholt und bittet darum mitgenommen zu werden. Die Fahrt führt die drei durch das Elbsandsteingebirge, wo sie an einem Aussichtspunkt auf der Bastei mit Blick auf die Elbe, eine Rast einlegen.
Auf dem weiteren Weg erleiden sie wieder eine Reifenpanne. Während die beiden Männer auslosen wollen, wer den Reifen zur Reparatur bringt, ist das Mädchen mit diesem bereits auf dem Weg in den nächsten Ort. Dort rollt das Rad auf einem Rummel gegen eine Achterbahn, die dadurch in Betrieb gesetzt wird und das Mädchen mitfahren kann. Gegen Abend findet sich jemand, der das Rad repariert, während die beiden Männer sich die Zeit mit Orchestermusik vertreiben.
Dann sehen sie das Mädchen plötzlich in Warnemünde an der Ostsee, wo gerade eine Eisenbahnfähre aus Gedser ankommt. Auf der Mole gesellt sie sich zu einer Gruppe tanzender junger Leute, die aber abrupt mit dem Tanz aufhört, als Frank Schöbel beginnt einen Schlager zu singen. Auf ihrem weiteren Weg beobachtet sie Pferde auf einer Koppel und sogar eine Flugreise ist noch zu sehen. Nach dem Besuch einer Bar und eines Konzerts mit Vera Oelschlegel landet sie in einem Schloss, in dem es sogar spukt.
Mitten in der Nacht kommt das Mädchen wieder mit dem reparierten Reifen zurück zum Auto und die beiden Männer müssen feststellen, dass sie das ganze nur in ihrer Phantasie gesehen haben.
Der Kameramann Werner Bergmann hatte 1963/1964 den Film Der geteilte Himmel von Konrad Wolf mit seiner experimentierfreudigen Kameratechnik zu einem großen Erfolg gemacht, der auch als Vorbild für weitere innovative Spielfilme junger Filmemacher in den folgenden Monaten wurde (die dann bald danach 1965 beim Kahlschlagplenum verboten wurden).
DEFA 70 war der erste Film, in dem Werner Bergmann als Regisseur die 70-mm-Technik im neu entwickelten Format DEFA-70 ausprobierte. Die Aufnahmen fanden 1965, noch vor dem Kahlschlagsplenum statt. Sie erlaubten beeindruckende Naturaufnahmen vom Elbsandsteingebirge und der Ostsee mit Sonnenuntergang, einige andere Szenen waren farblich getönte Schwarzweißaufnahmen. Der Film war im Stil der damaligen experimentierfreudigen „Gegenwartsfilme“ gestaltet, teilweise ohne durchgehende Handlung, mit Impressionen und plötzlichen Ortswechseln, nach dem Vorbild der französischen Nouvelle Vague. Die Texte für die Lieder mit Frank Schöbel und Vera Oelschlegel schrieben Wolfgang Brandenstein sowie die bekannten Schriftsteller Sarah und Rainer Kirsch.
Der Film konnte wegen der neuen Technik nur in fünf Kinos der DDR gezeigt werden. Er wurde am 3. März 1967 erstmals im Kino Schauburg in Leipzig aufgeführt. In späteren Jahren gab es kaum weitere Aufführungen, wegen der schwierigen technischen Vorführmöglichkeiten. Die DEFA Filmwelt hat den Film auf youtube zum Ansehen bereitgestellt.
Die Zeitschrift Filmspiegel jubelte nach der Erstaufführung: Ja zum Experiment. Die Tageszeitung Neue Zeit meinte:
„Das ist ein halbstündiges Filmragout ohne durchgehende Handlung, aus Episoden und Impressionen zusammengesetzt, inhaltlich belanglos, dafür interessant als technischer Versuch.“
Die DEFA-Stiftung lobte später besonders die technischen Besonderheiten des Films.
„Nachtaufnahmen zeigen sich in einem beeindruckenden Grundton. Die Illusion des "absoluten Dabeiseins" dominiert, auch erreicht durch die originelle Erprobung des Tricks, der Farbgebung und des Stereotons.“