| Dan Wesson Firearms | |
|---|---|
| Rechtsform | Tochtergesellschaft der CZ-Gruppe |
| Gründung | 1963 |
| Auflösung | 1996 |
| Auflösungsgrund | Unternehmensübernahme |
| Sitz | Norwich, |
| Branche | Waffenhersteller |
| Website | www.danwessonfirearms.com |
Dan Wesson Firearms war ein US-amerikanischer Waffenhersteller in Kansas City, der Faustfeuerwaffen entwickelt und hergestellt hat. Der tschechische Waffenhersteller Česká zbrojovka (Uherský Brod) hat Dan Wesson Firearms im Jahr 2005 übernommen und führt ihn als Teil der CZ (USA)-Unternehmensgruppe weiter.
Dan Wesson war der Rufname von Daniel B. Wesson II, dem Gründer des Unternehmens. Er war der Urenkel von Daniel Baird Wesson, einem der Gründer von Smith & Wesson (S & W), und lebte von 1916 bis 1978. Er arbeitete von 1938 bis 1963 bei S & W, betrieb aber auch gleichzeitig seit 1948 ein Werkzeugbauunternehmen. Als S & W im Jahr 1963 von der Familie verkauft wurde, trat er aus dem Unternehmen aus und widmete sich seinem eigenen Betrieb. Auch nach seinem Tod blieb der Name Dan Wesson als Markenname für die Waffen erhalten.
Während Daniel B. Wesson II der Gründer des Unternehmens war, zeigte sich Karl R. Lewis für die Entwicklung des Dan Wesson Revolvers verantwortlich, der Entwicklungsschwerpunkt war. Der Hauptteil der Patente kam von Karl Lewis, von dem Dan Wesson später die Nutzungsrechte übernommen hat. Insgesamt wurden von dem Unternehmen Dan Wesson selbst nur sieben Patente angemeldet.
Durch die Tatsache, dass die begeisterten Techniker immer wieder kaufmännische Aspekte verdrängten, war die Unternehmensgeschichte durch zahlreiche Probleme und Besitzerwechsel geprägt. Das führte dazu, dass die Produktion zeitweise eingestellt war, das Unternehmen brachlag und eine ungewisse Zukunft hatte.
| Zeitraum | Unternehmensname | Produktionsort | Bundesstaat (US) | Unternehmensleitung | Unternehmensinhaber | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1948–1963 | D. B. Wesson Inc. | Monson | Massachusetts | D. B. Wesson | D. B. Wesson | Werkzeugbau |
| 1963–1971 | Dan Wesson Arms Inc. | Monson | Massachusetts | D. B. Wesson | D. B. Wesson | viele Patente |
| 1971–1983 | Dan Wesson Arms Inc. | Monson | Massachusetts | Seth und Carol Wesson | Wesson Familie | viele Patente |
| 1983–1995 | Wesson Firearms Co. | Palmer | Massachusetts | Wesson | Wesson | Umzug |
| 1996–2005 | Wesson Firearms | Norwich | New York | Bob Serva | New York International Corp. | neue Produktion |
| 2005-aktuell | Wesson Firearms | Norwich | New York | Alice Poluchová | CZ-USA | Unternehmensübernahme |
CZ hat im Jahr 2005 das Unternehmen übernommen. Neue Produkte und auch Ersatzteile für alte Modelle waren weiterhin erhältlich; nach Europa wurden allerdings nur die auf der M1911 basierenden Pistolen importiert.



Das Unternehmen Dan Wesson Firearms hat im Verlauf der Unternehmensgeschichte diverse Waffen und Munition hergestellt. Waffen der Monson Produktion (siehe Unternehmensgeschichte) sind bereits Sammlerobjekte in den USA. Der europäische Bestand dieser Waffen ist sehr gering. Neben Revolvern wurden von Dan Wesson auch andere Waffen hergestellt, neue Kaliber und Revolver Munition entwickelt (siehe Liste von Handfeuerwaffen-Munitionsarten).
Besonders bekannt ist Dan Wesson durch seine Trommelrevolver, z. B. den Dan Wesson Model 44. Zwei Innovationen lassen Dan Wesson Revolver besonders hervorstechen:
DW-Patente für Revolver:
Lewis-Patente für Revolver:
| Zeitraum | Firmenname | Produktionsort | Staat | CEO | Owner | Notes |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1968–1978 | Dan Wesson Arms Inc. | Monson | Massachusetts | D. B. Wesson | D. B. Wesson | Neuentwicklung |
| 1978–1991 | Dan Wesson Arms Inc. | Monson | Massachusetts | verschieden | Verschiedene Besitzer | |
| 1991–1995 | Wesson Firearms Co. | Palmer | Massachusetts | Seth Wesson | Wesson Familie | |
| 1996–2005 | Wesson Firearms | Norwich | New York | Bob Serva | New York International Corp. | Neuer Fertigungsbetrieb |
| 2005–present | Wesson Firearms | Norwich | New York | Alice Poluchová | CZ-USA |
Daniel B. Wesson II arbeitete von 1938 bis 1963 bei Smith & Wesson. Er wollte die Revolver verbessern und vielseitiger machen, konnte die Firmenleitung aber nicht überzeugen. Nach dem Verkauf von Smith & Wesson an Bangor-Punta verließ er das Unternehmen und gründete 1968 seine eigene Firma: Dan Wesson Arms. Die Produktion und der Firmensitz befanden sich in einem alten Schulgebäude in Monson, Massachusetts.
Wesson kannte die flexiblen Waffendesigns von Karl Lewis, die dieser bei Browning entwickelt und später bei High Standard verbessert hatte. Die beiden schlossen einen Vertrag zur gemeinsamen Produktion. Wesson richtete die nötigen Maschinen ein und bat Lewis, erste Modelle für große Waffenmessen zu bauen. Währenddessen machte Wesson Werbung für die Firma und baute ein Verkaufs- und Vertriebsnetz auf.
Der neue Dan Wesson-Revolver erwies sich als äußerst präzise, doch der Verkauf blieb zunächst begrenzt – hauptsächlich wegen seines ungewöhnlichen Aussehens. Nachdem das Design überarbeitet wurde, um die Optik zu verbessern und kleinere Mängel zu beheben, stellte Wesson das überarbeitete Modell als „Model 15“ in den Kalibern .357 Magnum und .22 Long Rifle vor. Auch diese Version zeigte erneut die hohe Präzision des geschraubten Laufdesigns. Das Model 15 und sein Nachfolger, das Model 15-2, wurden bei Sportschützen und Jägern sehr beliebt.
1980 brachte Dan Wesson eine großrahmige Version im Kaliber .44 Magnum auf den Markt, die ebenfalls erfolgreich war – besonders bei Teilnehmern von IMSA-Wettbewerben im Metallsilhouettenschießen.
Die neuen Revolver konnten in Verarbeitung und Qualität mit den besten Modellen von Colt und Smith & Wesson mithalten. Sie wurden aus wärmebehandeltem, im Feingussverfahren hergestelltem 4140 Chrom-Molybdän-Stahl gefertigt und erhielten eine tiefblaue, hochglanzpolierte Oberfläche. Später bot Dan Wesson auch Revolver aus Edelstahl an. Die Läufe und Laufmäntel bestanden ebenfalls aus Chrom-Molybdän-Stahl.
Trotz des Erfolgs des überarbeiteten Designs und der neuen Kaliberangebote erlebte Dan Wesson Arms nach dem Tod von Wesson im Jahr 1978 erhebliche Umbrüche und Eigentümerwechsel. Die ursprüngliche Produktionsstätte in Monson sowie die Produktionsausrüstung waren veraltet, und die Herstellungskosten der Waffen schmälerten die Gewinne. Das Unternehmen meldete 1990 Insolvenz an. Die Firma wurde zunächst nach Palmer, Massachusetts verlegt und in Dan Wesson Firearms umbenannt. Im Jahr 1995 führten schlechte Verkaufszahlen zu einer weiteren Insolvenz, woraufhin Bob Serva das Unternehmen und dessen Vermögenswerte übernahm und die Firma nach Norwich, New York verlegte, wo sie sich derzeit befindet.
Um sein Produktangebot zu diversifizieren, brachte das Unternehmen eine beliebte Serie hochwertiger Pistolen vom Typ M1911A1 in verschiedenen Kalibern auf den Markt. Auch die Produktion der Dan-Wesson-Revolver wurde in begrenztem Umfang wieder aufgenommen, was jedoch eine erhebliche Investition in neue CNC-Werkzeugmaschinen und Ausrüstungen erforderte, um die veralteten und abgenutzten Maschinen zu ersetzen. Trotz gestiegener Verkaufszahlen geriet das Unternehmen weiterhin in finanzielle Schwierigkeiten und wurde im Jahr 2005 von der amerikanischen Niederlassung der CZ Group übernommen.