Daoulas

Daoulas
Daoulaz
Daoulas (Frankreich)
Daoulas (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Bretagne
Département (Nr.) Finistère (29)
Arrondissement Brest
Kanton Pont-de-Buis-lès-Quimerch
Gemeindeverband Pays de Landerneau-Daoulas
Koordinaten 48° 22′ N, 4° 16′ WKoordinaten: 48° 22′ N, 4° 16′ W
Höhe 0–97 m
Fläche 5,42 km²
Einwohner 1.864 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 344 Einw./km²
Postleitzahl 29460
INSEE-Code
Website daoulas.bzh

Bürgermeisteramt (Mairie)

Daoulas (bretonisch Daoulaz) ist eine französische Gemeinde im Département Finistère im Westen der Bretagne mit 1864 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023). Sie gehört zum Arrondissement Brest und ist Mitglied im Gemeindeverband Communauté d’agglomération du pays de Landerneau-Daoulas. Die Bewohner werden Daoulasiens und Daoulasiennes genannt.

Geografie

Hafen von Doulas
Bodennutzung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Daoulas befindet sich im hintersten Ende der Rade de Brest in der historischen Landschaft der Cornouaille, etwa 17 Kilometer südöstlich von Brest. Die Gemeinde befindet sich im Regionalen Naturpark Armorique am Zusammenfluss der Flüsschen Mignonne und Lézuzan, die als Trichtermündung unter dem Namen Daoulas in der Bucht von Brest in den Atlantik münden.

Das Gebiet von Daoulas ist Teil des Natura-2000-Schutzgebiets „Rade de Brest, estuaire de l’Aulne“ (FR5300046), des Natura-2000-Schutzgebiets „Rade de Brest : Baie de Daoulas, Anse de Poulmic“ (FR5310071) und von der ZNIEFF-Naturzone „Baie de Daoulas - Anse de Poulmic - Éstuaires de la rivière du Faou et de de l’Aulne“ (530030193). Fast drei Viertel der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt (Grünland oder Kulturboden), fast ein Viertel ist von urbanisierten Zonen belegt, nur 4,5 % sind bewaldet, vor allem entlang der Flussläufe Mignonne und Lézuzan.

Umgeben wird Daoulas von den vier Nachbargemeinden:

Dirinon Saint-Urbain
Rade de Brest Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Irvillac
Logonna-Daoulas

Geschichte

Daoulas kommt aus dem bretonischen „daou“ (zwei) und „glas“ oder „las“ (Strom). Einer Legende zufolge gründete Jaoua, ein Mönch, der den Mord an den Mönchen Tadec und Judulus durch den Seigneur von Faou überlebte, im Jahr 690 ein Kloster. Die Überlieferung berichtet weiter, dass es der Herr von Faou selbst war, der im 6. Jahrhundert das einfache Kloster „Mouster Daou-las“ als Sühne für seine Morde gründete. Dieses Kloster wurde offenbar im Jahr 1101 vom Orden des Heiligen Augustinus übernommen.

Um 1167 wird die Existenz einer Abtei (abbatia de Doulas, 1173) an der Stelle des ursprünglichen Klosters belegt, das von den Normannen verwüstet wurde. Diese Abtei wurde 1173 zugunsten des Ordens der Regularkanoniker von Saint-Augustin von Guiomarc'h, Vicomte von Léon, und Nobile, seiner Frau, gegründet. Einige Historiker behaupten, dass die Abtei Daoulas im Jahr 1125 gegründet wurde und dass die Abteikirche von 1167 bis 1173 erbaut wurde (gleiches Datum wie der Bau der Burg Daoulas).

Die mächtige Familie Léon gründete in Daoulas eine Herrschaft, die seit dem 12. Jahrhundert bekannt ist. Die Vizegrafen von Léon errichteten dort 1173 eine Burg (Castrum de Doulas), die 1472 von den Engländern zerstört wurde. Ab 1363 ging die Kastellanei von Daoulas durch Heirat und Erbschaft an das Haus Rohan über. Am 31. Oktober 1527, nach dem Tod von Jacques de Rohan, war sein „bewegliches Vermögen dazu bestimmt, die Beerdigung zu bezahlen, die Schulden des Verstorbenen zu begleichen und La Garnache und Daoulas zu befreien“. In einem Geständnis von Léon vom 8. August 1642 wird die Burgruine von Daoulas erwähnt.

Die Pfarrei Daoulas, die rund um die Burg und die Abtei entstand, war früher vom Bistum Cornouaille abhängig. Die Abtei wurde 1692 oder 1713 dem Priesterseminar Brest übergeben.

Wir begegnen den folgenden Formen: „Abbatia, castrum de Doulas“ (im Jahr 1173), „par. castri de Doulas“ (1186), „Daoulas“ (1218), „Douglasium“ (13. Jahrhundert), „Doulas“ (um 1330 und 1393).

Bevölkerungsentwicklung

Jahr196219681975198219901999200620132020
Einwohner111710221046140116401794174317681833
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

Weitere Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Die autobahnähnliche Route nationale 165 von Brest nach Nantes mit einer Anschlussstelle in Daoulas durchquert das Gemeindegebiet. Die Departementsstraße 770, die ehemalige Route nationale 170, von Brignogan-Plages nach Quimper durchquert das Gemeindegebiet von Nord nach Süd und verbindet es im Norden mit Landerneau.

Busse von drei Linien der regionalen Transportgesellschaft BreizhGo bedienen Haltestellen in Daoulas und verbinden die Gemeinde mit Brest, Landerneau, Dirinon und Le Faou.

Literatur

Commons: Daoulas – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Biodiversité dans les territoires - Daoulas. Inventaire national du patrimoine naturel (INPN), abgerufen am 24. Februar 2024 (französisch).
  2. ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, abgerufen am 24. Februar 2024 (französisch).
  3. ↑ ETYMOLOGIE et HISTOIRE de DAOULAS. infobretagne.com, abgerufen am 24. Februar 2024 (französisch).
  4. ↑ Ancienne abbaye in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. ↑ Cloître, abbaye Notre-Dame de Daoulas (Daoulas) in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. ↑ Chapelle Sainte-Anne in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. ↑ Cimetière in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. ↑ Chapelle et fontaine Notre-Dame des Fontaines in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  9. ↑ BreizhGo - Le réseau de transport. (PDF) BreizhGo, archiviert vom Original am 26. Februar 2024; abgerufen am 24. Februar 2024 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.