Dar Erenga

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Dar Erenga
Basisdaten
Staat:  Sudan
Bundesstaat: Gharb Darfur
Distrikte: Kulbus, Sirba
Koordinaten: 13° 42′ N, 22° 27′ E



Dar Erenga (arabisch دار أرنقا) ist eine historische und administrative Region im Bundesstaat Gharb Darfur im Sudan. Das Gebiet erstreckt sich hauptsächlich über den heutigen Distrikt Kulbus sowie über einen Teil des Distrikts Sirba. Das Territorium liegt entlang der tschadisch-sudanesischen Grenze und bildet die traditionelle Heimat des Volkes der Erenga.

Geographie

Dar Erenga liegt nördlich von Dar Masalit, südlich von Dar Qimr und südwestlich von Dar Jebel. Die Region umfasst wichtige Zentren wie Kulbus und Sirba und ist ein integraler Bestandteil der geographischen Umwelt der Region.

Die einheimische Bevölkerung ist hauptsächlich von den Wasserressourcen saisonaler Wadis abhängig, insbesondere dem Wadi Kaja im Osten und dem Wadi Asunga im Westen.

Ethnische Zusammensetzung

Die Geschichte und die Sozialstruktur von Dar Erenga basieren auf einer Konföderation eng miteinander verbundener ethnischer Gruppen, darunter die Awra (Oro), die Asungor (Sungor), die Mararit, die Girga, die Dula und die Shali. Historisch wurde das Gebiet am östlichen Ufer des Wadi Kaja als „Dar Shali“ bezeichnet, bevor es vollständig in die heutige Geographie von Dar Erenga integriert wurde.

Geschichte

Ende des 19. Jahrhunderts, während der Herrschaft von Sultan Abukr Ismail (ca. 1889–1905), wurde Dar Erenga administrativ in den Einflussbereich des Sultanats der Masalit eingegliedert. Das Territorium wird auch in historischen Studien über die Struktur lokaler Sultanate im Westsudan erwähnt.

Die territorialen Grenzen der Region wurden im Rahmen der britisch-französischen Grenzabkommen von 1919 (Milner-Berthelot-Konvention) international anerkannt. Im Jahr 1953 wurde das Gebiet im Rahmen des anglo-ägyptischen Abkommens über die Selbstverwaltung des Sudan offiziell dem Wahlkreis „Masalit North“ zugeordnet.

Verwaltungseinheiten

  • Verwaltungseinheit Kandebi
  • Verwaltungseinheit Abu Suruj
  • Verwaltungseinheit Seref Jidad
  • Verwaltungseinheit Bir Saliba

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ H. A. MacMichael: Darfur Linguistics. In: Sudan Notes and Records. Band 3, Nr. 3, 1920, S. 197–216 (englisch, sudanmemory.org).
  2. ↑ Lidwien Kapteijns: Mahdisme et tradition au Dar For: Histoire des Massalit 1870–1930. Éditions L'Harmattan, 2006, ISBN 978-2-296-01618-7, S. 45–50 (französisch).
  3. ↑ The Masalit Sultanate. Sudan Notes and Records, 1924, abgerufen am 31. Oktober 2026.
  4. ↑ R. Davies: The Masalit Sultanate. In: Sudan Notes and Records. Band 7, Nr. 2, 1924, S. 49–62 (englisch, sudanmemory.org).
  5. ↑ Lidwien Kapteijns: Map: Le Sultanat Massalit vers 1900. In: Mahdisme et tradition au Dar For: Histoire des Massalit 1870–1930. E.J. Brill, 1985 (französisch, pageplace.de [PDF]).
  6. ↑ Lidwien Kapteijns: Mahdisme et tradition au Dar For: Histoire des Massalit 1870–1930. Éditions L'Harmattan, 2006, ISBN 978-2-296-01618-7, S. 33–38 (französisch, pageplace.de [PDF]).
  7. ↑ Lidwien Kapteijns: Mahdisme et tradition au Dar For: Histoire des Massalit 1870–1930. Éditions L'Harmattan, 2006, ISBN 978-2-296-01618-7, S. 26 (französisch, pageplace.de [PDF]).
  8. ↑ Lidwien Kapteijns: The Emergence of a Sudanese State: Dar Masalit, 1874–1905. In: The International Journal of African Historical Studies. Band 16, Nr. 4, 1983, S. 601–612 (englisch).
  9. ↑ Helen Young, Osman Abdul Monium, Yacob Aklilu, Rebecca Dale: Dar Fur – Livelihoods Under Siege: The Masalit and Girnir Sultanates. Feinstein International Famine Center, Tufts University, 2005, S. 176 (englisch, sudanarchive.net).
  10. ↑ Treaty Series No. 6 (1921): Convention between the United Kingdom and France respecting Boundary Delimitation in West Africa (1919). Foreign, Commonwealth & Development Office (UK), 1921 (englisch, gov.uk [PDF]).
  11. ↑ Agreement between the Government of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and the Egyptian Government concerning Self-Government and Self-Determination for the Sudan. Foreign Office (UK), Kairo 12. Februar 1953, S. 37 (englisch, gov.uk [PDF]).