
Die Debit-Hose (persisch شلوار دبیت, Schalwār-Debit) ist die weite schwarze Hose, die traditionell von den Männern der Bachtiaren im Zagros-Gebirge im Westen des Irans getragen wird. Ihren Namen hat sie von Debit, dem schwarzen Baumwollstoff, aus dem sie genäht wird. Der Ethnologe Jean-Pierre Digard bezeichnet die Hose als das markanteste Stück der bachtiarischen Männertracht; sie diene als Erkennungszeichen der Stammeszugehörigkeit. Weite Hosen gehörten bereits im 19. Jahrhundert zur Männertracht der Bachtiaren und wurden damals von westlichen Reisenden beschrieben.
Debit ist der Name eines festen, verhältnismäßig dicken Baumwollstoffs, meist in Dunkelbraun oder Schwarz. Er wird im Iran für Kleiderfutter, Bettdeckenbezüge und die Hosen der Bachtiaren verwendet. Die Herkunft des Stoffnamens ist ungeklärt. Der feinste und am meisten geschätzte Debit war früher importierte Ware: Einige iranische Quellen bezeichnen ihn als englischen Stoff gleichen Namens, andere als russisches Textil. Die bekannteste hochwertige Sorte, Debit-e Hādsch Ali Akbari, wurde von dem Kaufmann Hadsch Ali Akbar bestellt. Hochwertiger Debit wird heute nicht mehr aus England eingeführt, sondern in Fabriken in Isfahan hergestellt oder aus Indien importiert.
In der Fachliteratur wird die Hose auch tombūn oder šawlār-gošād („weite Hose“) genannt.

Die Hose ist schwarz und sehr weit geschnitten; ihr Beinumfang beträgt etwa 120 cm. Ihr auffälligstes Merkmal ist die sehr weite Beinöffnung, die meist mehr als 50 cm breit ist. Weitere Merkmale:
Die Hose wird von einem Ledergürtel oder einer breiten, gerollten weißen Stoffschärpe (šāl) gehalten. In den Falten der Schärpe trägt man traditionell nützliche Gegenstände wie Pfeife und Messer. Den Gürtel tragen die Männer auf zwei Arten:
Die bekannteste und am meisten geschätzte Sorte des Stoffes ist Debit-e Hādsch Ali Akbari, benannt nach dem Kaufmann Hadsch Ali Akbar, der den Stoff bestellte. Ihre Qualität beruht auf ihrer Farbechtheit und Weichheit. Weitere Handelssorten sind:

Die Hose gehört zusammen mit folgenden Stücken zur vollständigen Männertracht der Bachtiaren:
Die Männer tragen die Hose auch zu einem Sakko.
Digard berichtet 1992 von zwei Bräuchen, die zeigen, wie eng die Hose mit der Stammesidentität verbunden ist:
Weite Hosen gehörten bereits im 19. Jahrhundert zur Männertracht der Bachtiaren. Belegt ist dies in den Berichten westlicher Reisender, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert das Gebiet der Bachtiaren besuchten:
Auch der bachtiarische Stammesführer Sardar Asad beschrieb die Kleidung des Stammes in seiner Geschichte der Bachtiaren. An einer Stelle zitiert er den britischen Offizier Colonel Bell, der die bachtiarischen Männer mit weiten Hosen, einem Patronengurt um die Hüfte und einem Martini-Henry-Gewehr auf der Schulter beschreibt.
Ähnliche Hosen trugen auch benachbarte Stämme im Südwesten Irans. Im 19. Jahrhundert trugen einfache Männer der Kaschgai weit geschnittene Hosen (tonbān), um 1900 weite schwarze, an der Taille gefältelte Hosen.
Der Vergleich mit den Berichten der Reisenden zeigt, dass sich die grundlegende Männertracht der Bachtiaren im 20. Jahrhundert erheblich verändert hat. Die wichtigsten Veränderungen gingen auf die Kleidungsreformen unter Reza Schah (1925–1941) zurück. Im Zuge dieser Reformen mussten die bachtiarischen Männer statt ihrer traditionellen Kleidung westliche Anzüge und den Pahlavi-Hut tragen. Nachdem der iranische Staatsapparat im Zweiten Weltkrieg zerfallen war, kehrten die meisten Bachtiaren zu ihrer traditionellen Lebensweise zurück.
Im späten 20. Jahrhundert blieb die Hose das markanteste Stück der bachtiarischen Männertracht und ein Kennzeichen der Stammesidentität. Die heute dazu getragene Tschogha ist dagegen jünger: Nach Digard verbreitete sie sich wahrscheinlich erst in den 1940er Jahren von Luristan aus unter den Bachtiaren und ersetzte dort den Qaba (Mantel).