Dellmensingen

Dellmensingen
Stadt Erbach
Ehemaliges Gemeindewappen von Dellmensingen
Koordinaten: 48° 18′ N, 9° 54′ OKoordinaten: 48° 18′ 4″ N, 9° 54′ 7″ O
Höhe: 486 m
Einwohner: 2700 (2002)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 89155
Vorwahl: 07305
Luftbild von Dellmensingen (1983)
Luftbild von Dellmensingen (1983)
Ortsansicht von Dellmensingen

Dellmensingen ist ein Stadtteil von Erbach im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg, rund drei Kilometer südlich der Kernstadt.

Geschichte

Im 5. Jahrhundert entstand Dellmensingen durch Ansiedlungen auf dem heutigen Gebiet und wurde 1092 erstmals urkundlich erwähnt, jedoch schon 1246 im Kampf um Ulm niedergebrannt. 1607 erfolgte der Bau der unteren Burg, zwischen 1711 und 1712 folgte die Kirche. Die Habsburger mussten sich Anfang des 19. Jahrhunderts aus dieser Region zurückziehen und Württemberg schloss mit den Franzosen ein Bündnis, woraufhin Dellmensingen 1805 zunächst an Bayern kam und durch den Grenzvertrag zwischen Bayern und Württemberg 1810 an das Königreich Württemberg, wo es dem Oberamt Wiblingen unterstellt wurde.

Etwa hundert Jahre nach dem Abriss der unteren Burg 1802 wurde die erste stromerzeugende Turbine 1904 in Gang gesetzt und der Ort 1908 erstmals mit 13 Lampen erleuchtet. Kurze Zeit später folgten 1910 die Errichtung eines Bahnhaltepunkts und 1912 die Aufstockung des Kirchturms auf 42 m Höhe. Ende des Ersten Weltkriegs 1918 waren 37 Dellmensinger gefallen.

In den folgenden Jahren wuchs der Stadtteil weiter und so erfolgte 1921 die Gründung der Volksbühne Dellmensingen, und des Sportvereins Dellmensingen, 1930 der Bau eines zweiten Schulhauses und 1933 der des Wasserturms und mehrerer Wasserleitungen.

Während des Dritten Reichs gab es von Februar bis August 1942 ein jüdisches Zwangsaltersheim mit 128 Juden aus Württemberg (meist aus Stuttgart). Diese wurden jedoch im September allesamt nach Theresienstadt deportiert. Nach Eintreffen der ersten Ostflüchtlinge 1943 wurde am 17. Dezember 1944 Ulm bombardiert und das Landratsamt Ulm wurde im Zuge dessen nach Dellmensingen verlagert. Am 23. April 1945 erreichten französische Truppen Dellmensingen, der Krieg brachte insgesamt 70 Gefallene und 23 (noch) vermisste Dellmensinger mit sich.

1955 kaufte die Gemeinde die obere Burg, bevor sie am 1. Juli 1974 in die Stadt Erbach (Donau) eingemeindet wurde.

Bevölkerungsentwicklung

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand bis 1970 und ohne die heute dazugehörigen Ortsteile. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen mit Archivierungen des LEO-BW Online-Informationssystems für Baden-Württemberg.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr1852187118801890190019101925193319391950195619611970
Einwohner8608588848757938309019239531448148015641810

Sehenswürdigkeiten

Infrastruktur

Masten von im Umspannwerk Dellmensingen endenden 380-kV- und 220-kV-Leitungen

Energie

Dellmensingen ist Standort eines großen 380-kV-/110-kV-Umspannwerks, das von TransnetBW betrieben wird.

Öffentlicher Personenverkehr

Mit der Stadtbus-Linie 12 ist Dellmensingen halbstündlich (sonntags stündlich) an den Stadtverkehr Ulm/Neu-Ulm angebunden. Ab 2027 ist von der Stadt Ulm der Wegfall des Halts in Dellmensingen geplant.

Außerdem ist Dellmensingen an das Busnetz des Donau-Iller-Nahverkehrsverbund angeschlossen über die Linien 212 (Dellmensingen–Achstetten–Laupheim), 232 (Stadtverkehr Erbach–Dellmensingen–Ersingen) und 239 (Schülerverkehr Erbach). Werktags hält die Linie 21 (Ehingen–Ulm) abends in Dellmensingen als Bedarfshalt.

Bildung

Sport- und Kulturvereine

Persönlichkeiten

Commons: Dellmensingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ https://www.emporis.com/buildings/1581958/sankt-kosmas-und-damian-dellmensingen-erbach-germany
  2. ↑ Alfrefd Scherer in: Dellmensingen 1092 1992, 1. Auflage. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1992, ISBN 3-88 294-181-2. S. 523.
  3. ↑ Franz und Joachim Müller in: Dellmensingen 1092 1992, 1. Auflage. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1992, ISBN 3-88 294-181-2. S. 523.
  4. ↑ Rosemarie Hanesch in: Dellmensingen 1092 1992, 1. Auflage. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1992, ISBN 3-88 294-181-2. S. 365.
  5. ↑ Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-138-9, S. 291f.
  6. ↑ Michael Koch: Schloss Dellmensingen 1942: ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg. 1. Auflage. Museum zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim 2020, ISBN 978-3-00-066266-9.
  7. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 543 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  8. ↑ Baden-Württemberg – Bevölkerungsentwicklung Dellmensingen von 1852 bis 1970
  9. ↑ Internetpräsenz des Schlosses Dellmensingen (Memento des Originals vom 2. August 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. ↑ Schloss Dellmensingen erstrahlt in neuem Glanz – Schwäbische Zeitung
  11. ↑ Max Ferstl, Elisa Schwarz, Lorenz Mehrlich: Endstation, bitte alle aussteigen. In: Süddeutsche Zeitung. 5. Juni 2024, abgerufen am 20. Juli 2026.
  12. ↑ Gesamtnetzplan der DING (Stand 14. Dezember 2025)
  13. ↑ Fahrplantabellen. Donau-Iller-Nahverkehrsverbund GmbH, abgerufen am 20. Juli 2026.
  14. ↑ Fahrplan Linie 21 der DING (Stand 14. Dezember 2025)

Literatur