| Daten | |
|---|---|
| Titel: | Der Hund des Generals |
| Gattung: | Drama |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Autor: | Heinar Kipphardt |
| Erscheinungsjahr: | 1957 als Erzählung,
1963 als Stücktext |
| Uraufführung: | 2.4.1962 |
| Ort der Uraufführung: | Münchner Kammerspiele (Regie: August Everding) |
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Der Hund des Generals ist ein Schauspiel von Heinar Kipphardt, welches sich mit dem Versuch der Ahndung von Wehrmachtsverbrechen beschäftigt. Dargestellt wird das Todeskommando eines 60-köpfigen Trupps an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs aus Sicht des einzigen Überlebenden und des befehlenden Generals und seine moralischen Verwicklungen.
Das dokumentarische Schauspiel Der Hund des Generals wirft die Frage nach Moral und Verantwortung von Militärangehörigen im NS-Staat anhand einer Verhandlung auf. Der General Rampf hat an der Dnepr-Front im Oktober 1943 nach einem Alltagsvorfall – der Soldat Pfeiffer hat den Hund des Generals, der ihn angefallen hatte, erschossen – einen rachsüchtigen Einsatzbefehl erteilt und eine ganze Kompanie absichtlich geopfert. Dafür soll Rampf im Nachkriegs-Deutschland vor einer Kommission verantwortlich gemacht werden. Der fügsame Staatsanwalt folgt jedoch der Argumentation des Generals a. D. vom vermeintlichen Befehlsnotstand und hält nicht einmal eine ergänzende Vor-Ort-Befragung des angereisten Zeugen Pfeiffer für erforderlich.
Erstmals setzte sich Kipphardt 1956 in der DDR in der Erzählung Der Hund des Generals, die zu Beginn des folgenden Jahres veröffentlicht wurde, intensiv mit dem Stoff der Aufklärung von Kriegsverbrechen auseinander. Wenige Jahre später entwickelte er auf Grundlage dieser Kurzgeschichte das gleichnamige dokumentarische Schauspiel, das August Everding am 2. April 1962 an den Münchner Kammerspielen uraufführte und das 1963 im Suhrkamp Verlag publiziert wurde.
Die Kritik wertete das Werk im Rahmen des damaligen bundesdeutschen Theaterlebens als mutigen und gelungenen Versuch der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Abrechnung mit dem Militär sowie einer korporatistischen Militärjustiz. Auch Joachim Kaiser würdigte in der Süddeutschen Zeitung einen „eindeutigen Uraufführungserfolg“, der allgemein bejubelt werde, hielt allerdings die „rein erzählenden Partien des Stückes“, die Kaiser auf Kipphardts ältere Erzählung Der Hund des Generals zurückführt, für die „eindrucksvollsten“. Das Stück trage im Übrigen „nicht aus, sondern stellt (nur?) einen Charakter dar. Das Gewicht seiner Taten und Untaten wird nie ganz deutlich. Nur im manchmal ergreifenden Leiden des Soldaten Pfeiffer hat es sich niedergeschlagen.“ Die erfolgreiche Münchner Uraufführung trug zu Kipphardts literarischem Durchbruch im westdeutschen Kulturbetrieb maßgeblich bei.
Noch im selben Jahr ließ Kipphardt eine Hörspielfassung von Der Hund des Generals folgen. Die Regie führte Peter Schulze-Rohr. Die Erstsendung fand am 16. November 1963 statt (Länge: rund 89 Minuten, Produktion: Südwestfunk (SWF), Bayerischer Rundfunk (BR)). Im April 1964 strahlte der Westdeutsche Rundfunk eine Fernsehfilm-Fassung aus (D 1964: Der Hund des Generals, Regie: Franz Peter Wirth, Produktion: ARD).