| Desulfococcaceae | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Desulfococcaceae | ||||||||||||
| Waite et al. 2020 |
Die Desulfococcaceae sind innerhalb der taxonomischen Systematik eine Familie von Bakterien. Die Arten zählen zu den dissimilatorischen sulfatreduzierenden Mikroorganismen, sie führen die Desulfurikation durch. Dabei werden Schwefelverbindungen, wie beispielsweise Sulfat (Anion der Schwefelsäure), zu Sulfid bzw. Schwefelwasserstoff reduziert. Es handelt sich um eine anaerobe Atmung. Anstatt wie bei der „normalen“ Atmung Sauerstoff, werden hierbei die Schwefelverbindungen als Elektronenakzeptoren genutzt. Als Elektronenspender (Donator) und Kohlenstoffquelle können je nach Art verschiedenen Verbindungen genutzt werden, wie beispielsweise Formiat und höhere Monocarbonsäuren, Lactat und Alkohole. Im Juli 2026 waren zwei Gattungen innerhalb dieser Familie eingeordnet: Desulfonema und Desulfococcus.
Die Zellen sind oval bis zitronenförmig und kommen einzeln, paarweise oder als mehrzellige Filamente vor. Gram-negativ. Endosporen werden nicht beobachtet. Die Fortbewegung beschränkt sich auf gleitende Bewegung (engl.: gliding motility) bei Desulfonema, andere Vertreter sind unbeweglich. Desulfonema bildet einreihige, vielzellige, bewegliche Filamente, während die Zellen von Desulfococcus kugelförmig (Kokken) oder zitronenförmig sind.

Einfache organische Verbindungen wie Formiat, Fettsäuren, Mono- und Dicarbonsäuren oder bei einigen Arten auch aromatische Verbindungen dienen als einzige Elektronendonatoren und Kohlenstoffquellen und werden über den anaeroben C1- Weg (Kohlenmonoxid-Dehydrogenase [CODH] oder oxidative Wood-Ljungdahl-Weg) vollständig zu CO2 oxidiert. Sulfat und häufig auch Sulfit und Thiosulfat dienen als terminale Elektronenakzeptoren und werden zu Sulfid reduziert. Chemolithoautotrophes Wachstum auf H2 und CO2 ist bei einigen Vertretern von Desulfonema möglich. Die Fermentation organischer Verbindungen ist auf die Gattung Desulfococcus beschränkt.
Da die organischen Verbindungen zu CO2 oxidiert werden, handelt es sich um eine vollständige Oxidation. Neben Desulfonema und Desulfococcus zählen hierzu beispielsweise noch Arten von Desulfobacter und Desulfobacterium. Hierbei sind Enzyme tätig, die vom reduktiven Acetyl-CoA Weg (der oxidative Wood-Ljungdahl-Weg) bekannt sind. Diese Arten können das Acetyl-CoA, welches durch den Abbau von Fettsäuren durch β-Oxidation gebildet wird, vollständig zu CO2 verstoffwechseln. Bei einer unvollständigen Oxidation wird dem hingegen Acetat als Endprodukt gebildet. Diese Stoffwechselvariante findet man beispielsweise bei Desulfobulbus, Desulfomicrobium, Desulfotomaculum und Desulfovibrio.
Die Familie Desulfococcaceae umfasst die zwei Gattungen Desulfococcus und Desulfonema. Die Familie wurde im Jahr 2020 von Waite et al. aufgestellt. Ursprünglich wurden die Gattungen Desulfococcus und Desulfonema der Familie Desulfobacteraceae innerhalb der Ordnung Desulfobacterales zugeordnet.
Es folgt eine Liste der Gattungen und Arten: