Dierberg Stadt Rheinsberg | |
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| Koordinaten: | 53° 1′ N, 12° 58′ O |
| Höhe: | 76 m |
| Fläche: | 13,43 km² |
| Einwohner: | 284 (31. Aug. 2026) |
| Bevölkerungsdichte: | 21 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 |
| Postleitzahl: | 16835 |
Dierberg ist ein Ortsteil der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Dierberg. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.
Dierberg, ein regelmäßig angelegtes Straßendorf, wird von der Straße Lindow-Rheinsberg durchschnitten. Ein Abzweig im Dorf führt außerdem nach Neuruppin.

In der Dierberger Flur wurden aus der Jungsteinzeit stammende Werkzeuge und Tonscherben gefunden. In der Nähe der Fundstelle wurde eine slawische Siedlung mit Herdstellen entdeckt. Zu den hier geborgenen Keramiken gehörte auch das Bodenstück eines Gefäßes mit Bodenzeichen.
Das mittelalterliche Dorf (Dyreberghe 1422) gehörte seit dem 14. Jahrhundert zur hier reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin der Grafen von Lindow-Ruppin. Vor 1423 war es in den Besitz des Klosters Lindow gelangt. Dies bewahrte Dierberg nicht vor Überfällen Stargarder Ritter (1422, 1423) oder Adliger aus der Gegend von Lychen (1438), letztere raubten den Bauern Ochsen, Schafe, Schweine, Pferde, Kühe und Armbrüste. 1422 wird der Ort Dyreberghe genannt. 1515 Dyrbergh, 1525 Tirbergk, 1540 Derberge, Derberch, 1572 Dierberge. Dem Namen nach rechnete man mit wilden Tieren.
1525 gelangte Dierberg nach dem Aussterben der Grafenfamilie zum Kurfürstentum Brandenburg. 1540 wird der Ort erstmals näher beschrieben, demnach gab es einen Schulzen, einen Krüger, 21 Bauern, drei Kossäten, einen Hirten und den im folgenden Jahr nochmals erwähnten Pachtschäfer der Jungfrauen zu Lindow "im Diependael." 1541 wurde das Kloster aufgrund der Reformation in ein Stift umgewandelt, während dessen Land dem kurfürstlichen Amt Lindow untertan wurde. 1574 werden registriert: ein Schulze, neun Dreihüfner (darunter der Krüger), 12 Zweihüfner, vier Kössäten. Einige Bauern und Kossäten nutzten auch Heuerland und Wiesen auf den wüsten Feldmarken Hindenberg, Königstedt (heute Wolfsruh), Rheinshagen und Schulzendorf, der Schulze desgleichen auf Köpernitz, er hatte auch das Recht auf Holzgewinnung in diesem Gebiet. Der Pfarrer besaß zwei Hufen Land in Dierberg und einen auf Rheinshagen sowie Heuerland auf Hindenberg. Auch der Küster besaß etwas Land. Im Jahre 1624 war das Dorf gewachsen auf nunmehr 23 Hüfner und sieben Kossäten, daneben gab es einen Schäfer, einen Hirten und ein Laufschmied. Die Feldmark umfasste 60 Hufen, von denen zwei dem Pfarrer gehörten.
Dierberg hatte auch im Dreißigjährigen Krieg schwere Verluste erlitten. Laut Landesvisitation von 1652 waren 15 von 22 Bauernhöfe und zwei von vier Kossätenstellen verlassen. 1687 waren immer noch drei von 10 Dreihüfner, 10 von 12 Zweihüfner und zwei von vier Kossätenstellen unbesetzt. Nach dem alten Kataster fehlten weitere drei Kossätenstellen, von denen aber vor Ort Niemand wusste. Die wüsten Höfe konnten die Bauern mit Erlaubnis des Amtes nutzen. Der Dorfschäfer und ein Tagelöhner waren weitere Bewohner. Der Acker wird als "mittelmäßig und meist bewachsen" geschildert, auch die Viehzucht fand keine gute Weide vor. Zumindest gab es "sattsam Brennholz." vier wüste Zweihüfnerhöfe wurden 1699 aufgeteilt: Aus sechs Zweihüfnerstellen wurden Dreihüfnerhöfe, ein Kossät erhielt zwei Hufen und stieg zum Bauern auf. 1719 waren 19 Hüfner, zwei Kossäten einen Wohnschmied, einen Schäfer, einen Stuthirt und ein weiterer "alter Mann mit Vieh" in Dierberg ansässig. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren alle Bauerngehöfte wieder bewohnt.
Von 1904 bis zum 22. Mai 1993 besaß der Ort einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Löwenberg–Flecken Zechlin.
Am 26. Oktober 2003 kam der Ort im Rahmen der Gemeindegebietsreform des Landes Brandenburg zur Stadt Rheinsberg.
In der Liste der Baudenkmale in Rheinsberg sind für Dierberg zwölf Baudenkmale aufgeführt, darunter