Schwanow

Schwanow
Koordinaten: 53° 3′ N, 12° 52′ OKoordinaten: 53° 2′ 31″ N, 12° 51′ 35″ O
Höhe: 69 m
Fläche: 4,6 km²
Einwohner: 124 (31. Aug. 2026)
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 16837
Vorwahl: 033931
Das ehemalige Schul- und Bethaus, heute Gemeindehaus (2020)
Das ehemalige Schul- und Bethaus, heute Gemeindehaus (2020)

Schwanow ist ein Ortsteil der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Schwanow. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.

Der Ort liegt südwestlich der Altstadt von Rheinsberg an der Kreisstraße K 6813. Östlich des Ortes erstreckt sich außerhalb der Gemarkung das 978 ha große Naturschutzgebiet Rheinsberger Rhin und Hellberge, das vom 129 km langen Rhin durchflossen wird, und noch weiter östlich verläuft die B 122. Südwestlich erstrecken sich auf dem Gebiet der Stadt Neuruppin der 1,2 km² große Zermützel- und der 1,24 km² große Tornowsee.

Geschichte

Auf einer Anhöhe etwa 1 km südwestlich des heutigen Dorfes gefundene slawische und frühdeutsche Scherben stammen von dem einst hier befindlichem alten Dorf Schwanow, welches 1524 erstmals als "Swanow" erwähnt wurde. Es existierte zu dieser Zeit nicht mehr. Im Landregister von 1525, in welchem für den neuen Landesherren, den Kurfürsten von Brandenburg, die Verhältnisse in der neugewonnenen Herrschaft Ruppin erfasst wurden, wird "Schwano" als wüste Feldmark bezeichnet, welche zur Hälfte dem Amt Alt Ruppin, zur anderen dem v. Lohe zu Wustrau gehörte. Letztgenannter war auch Besitzer des benachbartem, damals ebenfalls wüsten Braunsberg, nach dessen Wiederbesiedlung auch die Äcker von Schwanow genutzt worden sein dürften. 1574 hatte hingegen der Schulze von Zechow Land auf der Feldmark Schwanow, des Weiteren 8 Bauern und 1 Koss aus Zechow zusammen 29 Plätze Heuerland zu insgesamt 60 Scheffel Roggensaat. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Feldmark vollständig bewaldet. Bauliche Reste des alten Dorfes waren aber noch 1723 sichtbar.

1723 ging der Lohesche Anteil an von Rohr zu Ganzer über. Es wurde beim König die Errichtung einer Meierei beantragt, aber erst 1753 genehmigt. Eine zu diesem Zweck erfolgte Vermessung ergab eine Fläche von 1898 Morgen (a 180 Quadratruten) Land, von denen die neue Siedlung 140 Morgen als Holzung erhalten sollte, 106 Morgen erhielt das Dorf Zechow. ein damals bestehender, schon 1725 so benannter „Teerofen auf dem Schwanow“, der sich aber auf der Feldmark Fristow befand, nutzte fast 89 Morgen Heuerland auf Schwanow, außerdem bestand eine Ziegelei. 1754 wurden dann vier Bauern aus Mecklenburg und zwei aus Sachsen angesiedelt, jeder erhielt 82 Morgen Acker und 2 Morgen Wiesen. Des Weiteren wurden 11 ebenfalls neu angesiedelte Kossäten (mit einer Ausnahme alles Mecklenburger) mit je 15 Morgen Ackerland ausgestattet. Von Rohr erwarb nun auch die andere Hälfte der Feldmark zur Erbpacht. Für das Gut hatte er die besseren Böden eingeteilt, so konnte er für dessen Bewirtschaftung auf die Arbeitskraft der in Armut lebenden Bauern zurückgreifen. 1789 erwarb Oberamtmann Rogge das Gut, 1794 von Levetzow.

1800 gab es in Schwanow 6 Ganz- und 11 Halbbauern, 2 Büdner, 1 Radmacher und 9 Einlieger. Insgesamt wurden 23 Feuerstellen gezählt, einschließlich dem Gut. Zum Dorf gehörten 70 Morgen Holz und eine Windmühle.

Am 26. Oktober 2003 kam der Ort im Rahmen der Gemeindegebietsreform des Landes Brandenburg zur Stadt Rheinsberg.

Baudenkmale

In der Liste der Baudenkmale in Rheinsberg sind für Schwanow drei Baudenkmale aufgeführt, darunter

Naturdenkmale

In der Liste der Naturdenkmale in Rheinsberg ist für Schwanow die 1978 unter Schutz gestellte Linde (Tilia sp.), Schwanower Dorfstraße 44, als einziges Naturdenkmal aufgeführt.

Commons: Schwanow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemarkung Schwanow, Stadt Rheinsberg. In: GEOindex. Abgerufen im Oktober 2026.
  2. ↑ Rheinsberg – aktuelle Einwohnerzahlen. Gemeinde Rheinsberg, abgerufen im Oktober 2026.
  3. ↑ Erwähnung als Ortsteil der Stadt Rheinsberg im Kommunalverzeichnis des Landes Brandenburg; abgerufen am 1. Mai 2026
  4. ↑ Brandenburgische Kommunalverfassung - BbgKVerf; Abschnitt 2, Ortsteile In: bravors.brandenburg.de.
  5. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 8,47 MB) § 4. In: Webauftritt. Stadt Rheinsberg, abgerufen im Oktober 2026.
  6. ↑ (Lage)
  7. ↑ Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Ostprignitz-Ruppin (PDF). Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum