Dieter Michel

Dieter Michel (* 17. März 1940 in Lengenfeld; † 28. Dezember 2020 in Leipzig) war ein deutscher Physiker und Experte für Kernspinresonanzspektroskopie.

Leben

Michel besuchte die Schule in Lengenfeld und Auerbach und war nach dem Abitur 1958 als Arbeiter in den VEB Naben- und Kupplungswerke Reichenbach tätig. Von 1959 bis 1964 studierte er Physik an der Universität Leipzig und promovierte 1968 bei Harry Pfeifer mit einer Arbeit zur Untersuchung der molekularen Dynamik adsorbierter Moleküle mittels systematischer Relaxationsanalyse. 1974 wurde er mit einer Arbeit über die elektronische Struktur adsorbierter Moleküle zum Dr. sc. nat. promoviert. 1976/77 war er sechs Monate Gastwissenschaftler an der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau.

1980 wurde Michel Hochschuldozent, 1988 außerordentlicher Professor und 1992 Universitätsprofessor für Experimentalphysik an der Universität Leipzig. 2005 trat er in den Ruhestand.

Dieter Michel war kirchlich engagiert und spielte Orgel und Klavier.

Wirken

Michels Forschungsinteresse galt der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), einem Gebiet auf dem Leipzig zu seiner Zeit führend war. Er untersuchte das mikrodynamische Verhalten und die Struktur adsorbierter Moleküle und erforschte kritische Erscheinungen an Phasenübergängen. Michel veröffentlichte mehrere Lehrbücher zur Kernspinresonanzspektroskopie und war Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs 294 „Moleküle in Wechselwirkung mit Grenzflächen“ (1997–2002). Auf seine Initiative hin wurde in Leipzig ein Zentrum für Magnetische Resonanz errichtet.

Von 1994 bis 1996 war er Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften, von 1998 bis 2006 Vorsitzender des Verwaltungsrats des Studentenwerks und von 2001 bis 2005 der Haushaltskommission der Universität Leipzig. Seine Tätigkeit als Mitglied der Universitätskommission zur Erforschung der Geschichte der Leipziger Universität anlässlich ihrer 600-Jahr-Feier mündete in ein gemeinsam mit Bodo Geyer herausgegebenes dreibändiges Werk zur Geschichte der Physik in Leipzig.

1997 wurde er ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, von 2008 bis 2011 war er Sekretär der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. 2001 verlieh ihm die Staatliche Universität St. Petersburg ein Ehrendoktorat.

Schriften

Einzelnachweise

  1. 1 2 Jörg Kärger: Nachruf: Dieter Michel (1940 – 2020). In: Nachrichten aus der Chemie. Band 69, Nr. 5, Mai 2021, ISSN 1439-9598, S. 93–93, doi:10.1002/nadc.20214111488.
  2. 1 2 3 4 Jahrbuch 2019–2020 / Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. In: Jahrbuch ... / Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Nr. 2019–2020, 11. August 2021, ISSN 0080-5262 (Online [abgerufen am 14. Mai 2026]).
  3. 1 2 Christoph Jacobi, Marius Grundmann: Herr Dieter Michel. In: Universität Leipzig. 5. Januar 2021, abgerufen am 14. Mai 2026.
Personendaten
NAME Michel, Dieter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Physiker
GEBURTSDATUM 17. März 1940
GEBURTSORT Lengenfeld
STERBEDATUM 28. Dezember 2020
STERBEORT Leipzig