Dieter Wessinghage

Dieter Wessinghage (* 16. August 1933 in Hagen; † 24. August 2025 in Landshut) war ein deutscher Orthopäde, Chirurg und Rheumatologe. Er war emeritierter Professor und Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg in Bad Abbach. Sein Neffe ist Thomas Wessinghage.

Leben

Dieter Wessinghage verlebte seine Kindheit in seiner Geburtsstadt und musste kriegsbedingt nach Herborn/Nassau umziehen. Er besuchte das Staatliche Realgymnasium Dillenburg und legte 1954 sein Abitur am Leibniz-Gymnasium in Dortmund ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre in Münster und dann Humanmedizin in Marburg, Würzburg und München. 1961 legte er sein medizinisches Staatsexamen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ab und promovierte dort auch.

1961 bis 1963 war er medizinischer Assistent am Hospital Zum Heiligen Geist in Hagen-Haspe in der Chirurgie bei Fritz Breuer und Kosta Aleksić sowie der Inneren Medizin bei Keitlinghaus. Seine dritte Station führte ihn nach Groß-Burgwedel zu Encker, 1963 erfolgte die Approbation.

In der Folge arbeitete er am Kreiskrankenhaus Kirchen/Sieg, in der Chirurgischen Universitätsklinik Mainz ab 1966 bei Fritz Kümmerle und in der Unfallchirurgie bei Carl-Heinrich Schweikert. Ab 1968 war Wessinghage federführend und verantwortlich für die Einführung rheumachirurgischer Eingriffe, den Kniegelenkersatz (Voll- und Schlittenprothese) sowie den Fingergelenkersatz nach Swanson. Bis 1978 arbeitete in der Orthopädie (u. a. am Universitätsklinikum Aachen bei Anton Hopf) und in der Handchirurgie (in Göteborg und Hamburg). Weitere Stationen waren die Rheumatologie in Wiesbaden und Bad Kreuznach, die Rheuma-Orthopädie und -Chirurgie in Vainio, Heinola (Reumasairala SF) und Zürich. 1972 ernannte man ihn zum Assistenz-Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im gleichen Jahr habilitierte Wessinghage dort an der medizinischen Fakultät im Fach Chirurgie unter Kümmerle; es folgte die Ernennung zum Oberarzt in der Unfallchirurgie. 1973 wurde er zum apl. Professor für Chirurgie der Med. Fakultät der Universität Mainz. Am 1. Oktober 1973 berief man ihn zum Chefarzt der neu gegründeten operativen, später I. Orthopädischen Klinik im „BRK-Rheuma-Zentrum Bad Abbach“, vorgesehen als „Orthopädische Universitätsklinik Regensburg“.

Von 1974 bis 1994 war er Ärztlicher Direktor des BRK-Rheumazentrums Bad Abbach. 1984 erfolgte eine zweite Habilitation auf Initiative der Staatssekretärin im Bayerischen Kultusministerium, Mathilde Berghofer-Weichner, durch die Naturwissenschaftliche Fakultät III der Uni Regensburg im Fach Klinische Anatomie an einem der Lehrstühle für Anatomie, vertreten durch Karl-Heinz Wrobel. 1996/1997 erfolgte die vertragliche Einbindung der Orthopädischen Klinik Bad Abbach als Orthopädische Universitätsklinik in die Universität Regensburg.

1973 habilitierte er zum dritten Mal an der medizinischen Fakultät der Uni Regensburg mit Erteilung der Lehrbefugnis für das Fach Orthopädie verbunden mit der Berufung zum Univ.-Prof., Lehrstuhlinhaber und Klinikdirektor.

Wessinghage starb am 24. August 2025 im Alter von 92 Jahren in Landshut.

Weitere Engagements, Aktivitäten im allgemeinen Interesse

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Todesanzeige in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. September 2025, S. 6.
Personendaten
NAME Wessinghage, Dieter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Orthopäde, Chirurg und Rheumatologe
GEBURTSDATUM 16. August 1933
GEBURTSORT Hagen
STERBEDATUM 24. August 2025
STERBEORT Landshut