
Als Disteln werden allgemeinsprachlich mit Stacheln bewehrte, ein- oder mehrjährige krautige Pflanzen bezeichnet, die zu den Korbblütlern (Asteraceae) zählen.
Innerhalb dieser Gruppe werden mitunter die eigentlichen Disteln abgegrenzt, die entweder zur Gattung der Ringdisteln zählen oder den Kratzdisteln zugeordnet werden.

Die Bezeichnung „Distel“ wird über althochdeutsch „thistil[a]“ auf eine erschlossene urgermanische Bezeichnung für krautige, stachelige Pflanzen, „*þihstila-“, zurückgeführt (vgl. z. B. das englische Wort „thistle“), deren indogermanische Wurzel zum Bedeutungsbereich „spitz“ und „stechen“ gehört.

Distel ist (wie früher gleichbedeutend lateinisch cardo, auch cardus und carduus) in der Botanik kein eindeutiger Name, sondern ein Sammelname und Namensbestandteil bei verschiedenen Arten und Gattungen der Carduoideae, einer Unterfamilie der Korbblütler:
Wegen ihres ähnlichen Habitus werden auch die Gänsedisteln (Sonchus), die Karden (Dipsacus, insbesondere die Wilde Karde), der Mannstreu (Eryngium, insbesondere Feld-Mannstreu und Stranddistel) und die Kardendisteln (Morina) umgangssprachlich gelegentlich als Disteln bezeichnet.
Einige Distelsorten sind essbar und werden gekocht oder gedünstet als Wildgemüse oder auch roh als Wildkräuter verwendet, wie z. B. die Kohldistel.

Bereits in der antiken griechischen Architektur wurden Akanthus-Ornamente verwendet, die sich vom Stil her an Akanthusgewächsen orientieren, die aufgrund ihrer Stacheln oft zu den Disteln gezählt werden. Die Ornamente finden sich typischerweise an Säulenabschlüsse, Giebel, Portalen oder Laibungen von Türen oder Fenstern.
Es gibt zahlreiche Darstellungen von Disteln in der Kunst, wie beispielsweise die Distel des französischen Malers Édouard Manet (1832–1883).
Die Distel ist zudem in der Heraldik eine gemeine Figur und gehört wie die heraldische Rose und Lilie zu den bekanntesten Wappenblumen. So gelten Disteln als Nationalblumen Schottlands. Sie finden sich sowohl in der Wappenzier Schottlands als auch beim Distelorden. Die Distel findet sich im Emblem der Nationalmannschaften im Cricket, Fußball und Rugby Union. Zudem benennen sich viele Sportvereine Schottlands nach den Disteln; bekanntester Vertreter ist Partick Thistle. Die Distel ist auch ein Emblem der Encyclopædia Britannica, die aus Edinburgh stammt (siehe hierzu auch: Distel (Heraldik)).

“It’s the flowret the proud eagle greets in his flight,
as he covers the sun with the wings of his might.
It’s the flowret that laughs at the storm as it blows,
for the stronger the tempest, the greener it grows!”