
Divya Dwivedi (Hindi दिव्या द्विवेदी; * um 1981 in Allahabad, Indien) ist eine indische Philosophin und Autorin. Sie wurde vor allem nach einem Fernsehauftritt zum 150-jährigen Geburtstag Gandhis und wegen ihrer als Ko-Autorin veröffentlichten Biografie über den international als Helden Anerkannten bekannt, in der sie die These vertrat, dass Hinduismus keine ewige, perfekte Religion darstelle, sondern aus der Geschichte hervorgehe. Sie löste weitreichende Empörung über alle medialen Kanäle aus.
Divya Dwivedi studierte nach ihrer Kindheit in Allahabad (ab 2018: Prayagraj) vom Bachelor über den Master bis zum Doktorgrad an der University of Delhi. Ab 2003 war sie Assistenzprofessorin in verschiedenen Abteilungen der Universität: bis 2004 am St. Stephen’s College, von 2011 bis 2012 in der Englischen Fakultät und wechselte dann in die Fakultät der Geistes- und Naturwissenschaften.
2019 war sie Ko-Autorin der Biographie über Gandhi Gandhi and Philosophy: On Theological Anti-Politics (indische Ausgabe, die englische Ausgabe erschien Ende 2018). Die Autoren zeichneten darin das Bild von Gandhi als erstklassigen Politiker und Taktiker, der das mächtige Großbritannien in die Knie zwang. Sie zeigten, dass er eine Haltung der Gewaltfreiheit mit indischen Konzepten (Satyagraha, Brahmacharya) vertrat, die sie „Hypophysik“ nannten und die Gandhi durch seine intelligente Verschmelzung von Theorien von Wissenschaftlern wie Euklid, Newton und Darwin lebte. Im selben Jahr folgte das Interview bei Neu-Delhi-Television (NDTV) zum 150-jährigen Geburtstag Ghandis, welches weitreichende Empörung über alle medialen Kanäle auslöste.
Divya Dwivedi arbeitete 2020 zunächst als außerordentliche Professorin und ab 2025 als Professorin für Philosophie und Literatur am Indian Institute of Technology Delhi.
2024 veröffentlichte sie Indian Philosophy, Indian Revolution: On Caste and Politics als Ko-Autorin, worin sie sie Notwendigkeit einer revolutionären Transformation des indischen Kastensystems deutlich macht. Es wird von anderen Intellektuellen ihres Fachgebiets wie Žižek als ein Buch gelobt, das von jedem gelesen werden solle, der verstehen wolle, auf welchen Abgrund unsere gesamte Welt zusteuere.
Dwivedi hat die mehrsprachige, internationale Online-Plattform Philosophy World Democracy gemeinsam mit Intellektuellen wie Achille Mbembe mitbegründet und ist die Herausgeberin. Neben akademischen Publikationen veröffentlichte sie regelmäßig in Zeitschriften und Zeitungen wie Esprit, Mediapart, Libération oder Le Monde zum Thema Politik und Philosophie. Dwivedi arbeitet in verschiedenen, teils globalen Organisationen wie der Forschergemeinschaft International Society for the Study of Narrative (seit 2022), dem Institute of Global Value Inquiry, dem The Cartography of the Political Novel in Europe, dem von der UNESCO geförderten Projekt mit der Zeitschrift Humanities Arts and Society mit und ist geladenes Mitglied beim Netzwerk weiblicher Philosophen (Women Philosopher’s Network) der UNESCO.
Divya Dwivedi vertritt in ihrem Buch Gandhi and Philosophy: On Theological Anti-Politics und in Auftritten – im Gegensatz zur indischen Tradition – die These, dass Hinduismus keine ewige, perfekte Religion darstelle, sondern den Parametern der Geschichte folge. Nach einem Fernsehinterview bei Neu-Delhi-Television (NDTV) von 2019 zum 150-jährigen Geburtstag Ghandis löste sie deshalb und weil sie weiter fortfuhr, dass Hinduismus eine Erfindung des 20. Jahrhunderts sei, weitreichende Empörung über alle medialen Kanäle aus. Tatsächlich versuchte sie sich vor allem gegen das Kastensystem, gegen Ausbeutung und Unterdrückung auszusprechen. Sie meinte, dass der Begriff des Hindus bis zum 19. Jahrhundert nicht mit Religion verbunden gewesen sei, sondern ein Sammelbegriff für Nicht-Christen und Nicht-Moslems, womit sie mit anderen Wissenschaftlern übereinstimme. Europäische Indologen hätten den Begriff zu der Zeit eingeführt, aber sich nur auf schriftliche Texte bezogen, die zu dem Zeitpunkt von lese- und schreibkundigen oberen Schichten gestammt hätten. Sie beruft sich darauf, dass die historischen Prozesse gut dokumentiert seien. Dwivedi meinte, sie sei schockierter über das Unwissen der Leute gewesen, die sie medial bedrohten als durch die Bedrohungen selbst. Zusätzlich forderte sie die Abschaffung von Kasten, was zu medialen Proteststürmen und Todesdrohungen führte. Auch im französischen Fernsehen trat sie anlässlich des G20-Gipfels 2023 erneut mit der gleichen Wirkung auf, als sie ein Indien der Zukunft ohne Hinduismus ansprach. Sie stellte darin das Indien der Vergangenheit mit radikalisierten Kastenoberen, die die Mehrheitsgesellschaft unterdrückt hatten, einem Indien der Zukunft mit gleichwertigem Ansatz und ohne Hinduismus gegenüber. Zwar gäbe es dieses Indien noch nicht: es warte aber darauf, sich der Welt zu präsentieren.
Dwivedi arbeitet universitär unter anderem am Bereich der Entstehung von Literatur, der Form von Recht, postkolonialen Arten von Rassismus, politischen Konzepten und ist Expertin für M. K. Gandhi und Jean-Luc Nancy.

Dwivedi will mittels Philosophie eine mit Politik verknüpfte Freiheit unterstützen, bei der Rassismus aller Art und die indische Kastenordnung verringert wird. Sie will die auf alte Traditionen beruhende Geschichtsschreibung auch im Bereich der Philosophiegeschichte ändern.
Sie steht dafür ein, dass Menschen nach den Erfahrungen der Covid-Pandemie aus ihrer Passivität treten und, statt sich in rein regional-kulturellen Themen zu verlieren, gemeinsam und aktiv an einer demokratischen Zukunft der einen Welt arbeiten.
Sie vertritt die Haltung, dass das Blicken auf den besonderen Beitrag von weiblichen Philosophen nicht nützlich sei, da es immer eine Einschränkung auf die speziellen Handlungs- und Denkmuster dieser Gruppe mit sich bringe, sondern man Philosophie eher im Sinne der Hebammenkunst von Sokrates verstehen solle, die versucht, Freiheit von Konventionen, Zwängen und Traditionen zu erzielen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dwivedi, Divya |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Philosophin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | um 1981 |
| GEBURTSORT | Allahabad, seit 2018 Prayagraj, Indien |