Drolerie

Drolerien an der Kathedrale Notre-Dame de Paris
Drolerie am Turm der St.-Jakobs-Kirche in Brünn
Zungezeigender Blecker am Stadtturm in Buchen (Odenwald)

Eine Drolerie (französisch drôle „drollig, komisch, lustig“) in der mittelalterlichen Kunst ist eine derb-lustige, grotesk überzeichnete Darstellung von Menschen, Fabelwesen und Tieren.

Bildende Kunst

Drolerien finden sich sowohl in der Buchmalerei als auch in der plastischen Kunst. Auf dem Papier waren Drolerien eine Art mittelalterlicher Karikaturen. Die heute bekanntesten Drolerien finden sich an gotischen Kirchen, wo sie öfter als Wasserspeier am Rand des Daches fungieren oder in den Miserikordien von Chorgestühlen ihr Unwesen treiben. Als Halbplastik ausgeführte Drolerien werden auch als Maskaron (Fratzenkopf) bezeichnet.

Als deutsche Bezeichnung für solche Figuren gibt es Blecker (das sind solche, die etwas entblößen, vor allem ihr Hinterteil) und Zanner (das sind solche, die ihre Zähne blecken oder Grimassen schneiden).

Literatur

Die Bezeichnung Drolerie wird gelegentlich auch für literarische Groteskformen (Unsinnsgedichte, Fatrasien etc.) verwendet.

Siehe auch

Literatur

Commons: Drolerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Drolerie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ DWB Bd. 2, Sp. 88. Siehe auch die Fastnachtsfigur des Buchener Bleckers
  2. ↑ DWB Bd. 31, Sp. 257
  3. ↑ Christa Unzner-Fischer: Dunkel war’s, der Mond schien helle. Verwunderliche Drolerien. Altberliner Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-357-00147-0