Duppacher Drees

Duppacher Drees (2017)

Der Duppacher Drees ist eine gefasste Mineralquelle nordwestlich von Duppach im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Die Quelle liegt im Naturschutzgebiet Duppacher Maar, im deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel und im Natur- und Geopark Vulkaneifel.

Lage und Geologie

Als „Drees“ werden in der Vulkaneifel insbesondere natürliche kohlendioxidreiche Mineralquellen bezeichnet. Der Duppacher Drees liegt auf etwa 476 Metern Höhe nordwestlich des Ortskerns von Duppach im Bereich des verlandeten Duppacher Maares. Das rund 67 Hektar große Naturschutzgebiet Duppacher Maar mit dem durch den Maarvulkanismus entstandenen Explosionstrichter mit Schlackentuffen, Basaltstrom und Mineralquelle wurde 1983 unter Schutz gestellt.

Das Quellwasser tritt aus Sand- und Siltsteinschichten des Unterdevons aus. Es ist vergleichsweise stark mineralisiert und besitzt einen hohen Gehalt an Kohlenstoffdioxid. Die kohlendioxidreichen Mineralwässer der Eifel stehen mit dem Aufstieg von CO₂ aus dem oberen Erdmantel und der unteren Erdkruste im tiefreichenden Störungs- und Kluftsystemen im Untergrund des Rheinischen Schiefergebirges in Verbindung, die als Aufstiegswege dienen. In Oberflächennähe löst sich das Kohlenstoffdioxid im Grundwasser; das kohlensäurehaltige Wasser reagiert mit den durchströmten Gesteinen und nimmt dabei Mineralstoffe auf. Der Duppacher Drees liegt unmittelbar außerhalb der mitteldevonischen Kalk- und Dolomitvorkommen auf unterdevonischen Sand- und Schiefergesteinen. Van Overmeeren führt darauf unter anderem den im Vergleich zu Mineralquellen innerhalb der Kalkgebiete der Helenenquelle bei Gerolstein geringeren Anteil von Calcium zurück.

Das Gebiet liegt in einer Grundwasserentlastungszone, in der Grundwasser und gelöstes Gas aufsteigen. In der Umgebung des Duppacher Dreeses treten weitere kohlendioxidhaltige Wässer und Gase aus. Bei einer Kartierung im Jahr 1999 wurden Gasaustritte in einem nahe gelegenen Fischweiher sowie ein als „Alter Drees“ bezeichneter versumpfter Mineralwasseraustritt ohne oberirdischen Abfluss dokumentiert. Van Overmeeren vermutet einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Lage der Quelle und der Struktur des Duppacher Maares. Demnach können das kohlensäurehaltige Mineralwasser und das CO2 entlang derselben Störungen aufsteigen, die zuvor dem Magma als Aufstiegswege dienten, im oberflächennahen Bereich kommen möglicherweise während der Maarbildung entstandene Randstörungen hinzu.

Quellwasser

Das Wasser des Duppacher Dreeses wird als eisenhaltiger Natrium-Erdalkali-Hydrogencarbonat-Säuerling klassifiziert. Die Quelltemperatur wird mit etwa 9,8 °C angegeben. Das Wasser ist insgesamt stark mineralisiert und besitzt durch seinen Gehalt an gelöstem Natriumchlorid einen leicht salzigen Geschmack. Eine veröffentlichte Analyse nach Langguth & Plum (1984) ergab Konzentrationen von 219 mg/l Natrium, 13,7 mg/l Kalium, 238,5 mg/l Calcium, 160,5 mg/l Magnesium und 5,5 mg/l Eisen. Der Hydrogencarbonatgehalt betrug 2050 mg/l, der Chloridgehalt 11,2 mg/l und der Gehalt an gelöstem Kohlenstoffdioxid 3551 mg/l. Für die untersuchte Probe wurde ein pH-Wert von 6,1 angegeben. Van Overmeeren gibt auf Grundlage älterer Analysedaten einen Gesamtgehalt gelöster Stoffe von rund 2700 mg/l und etwa 3550 mg/l freies CO2 an und ordnet es dem Calcium-Magnesium-Natrium-Hydrogencarbonat-Typ (Ca-Mg-Na-HCO3, Typ 2) zu.

Bei wöchentlichen Messungen im Jahr 1999 lag die Schüttung des Duppacher Dreeses überwiegend bei etwa 3 bis 4 Litern pro Minute und zeigte im Jahresverlauf vergleichsweise geringe Schwankungen. Da die Quellfassung gegenüber dem Boden des Pavillons vertieft liegt, kann sich das gegenüber Luft dichtere Kohlenstoffdioxid bei windstillen Verhältnissen in diesem Bereich ansammeln, sodass eine in die Brunnenfassung gehaltene Kerze erlöschen kann.

Quellfassung und Erschließung

Pavillon des Duppacher Dreeses (2017)

Der Quellbereich ist gefasst und von einem großen Pavillon überdacht. Die Quelle ist frei zugänglich und wurde traditionell auch von der örtlichen Bevölkerung zur Gewinnung von Mineralwasser für den Hausgebrauch genutzt. Am 28. Januar 2016 wurde am Duppacher Drees eine dreisprachige Geotafel in deutscher, englischer und niederländischer Sprache eingeweiht. Sie war die erste Informationstafel in der Region, die nach der Anerkennung der Vulkaneifel als UNESCO Global Geopark mit dem entsprechenden UNESCO-Logo ausgestattet wurde.

Der Duppacher Drees liegt am Geo-Rundweg „Vulkane, Maare und Dreese (Süd)“, der geologische Erscheinungen im Gebiet von Duppach und Steffeln miteinander verbindet. Zu den nahe gelegenen Stationen gehören der Aueler Drees, das Eichholzmaar, der Steffelner Drees und der Vulkangarten Steffeln.

Belege

  1. 1 2 3 4 5 6 Duppacher Drees. Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH, abgerufen am 29. August 2026.
  2. ↑ Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet „Duppacher Maar“ Landkreis Daun vom 10. November 1983. (PDF) Land Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. August 2026.
  3. 1 2 3 Franz May: Säuerlinge der Vulkaneifel und der Südeifel. In: Mainzer geowissenschaftliche Mitteilungen. Band 31, 2002, S. 7–58, doi:10.23689/fidgeo-5740 (geo-leo.de).
  4. 1 2 Franz May: Alteration of Wall Rocks by CO2-Rich Water Ascending in Fault Zones: Natural Analogues for Reactions Induced by CO2 Migrating along Faults in Siliciclastic Reservoir and Cap Rocks. In: Oil & Gas Science and Technology – Revue de l’IFP. Band 60, Nr. 1, 2005, S. 19–32, doi:10.2516/ogst:2005003.
  5. 1 2 3 4 Ronnie van Overmeeren: Vulkanisme en CO2 in de Eifel – Geologische (wandel)excursies. (PDF) Universiteit Utrecht / CATO2, 2014, abgerufen am 29. August 2026.
  6. ↑ J. Van Daele, H. Ferket: CO2-seeps around Duppach. (PDF) In: GeoConnect³d. Flemish Planning Bureau for the Environment and Spatial Development, 2021, abgerufen am 30. August 2026.
  7. ↑ Bewirtschaftungsplan BWP-2011-08-N – Teil A: Grundlagen. (PDF) Land Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. August 2026.
  8. ↑ Neue Infotafel am Duppacher Drees. Naturpark Nordeifel e. V., 2016, abgerufen am 29. August 2026.
  9. ↑ Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH: Dreese. Mineralwasser- und Kohlensäurequellen der Vulkaneifel. Hrsg.: Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH. 2025 (geopark-vulkaneifel.de [PDF]).
Commons: Duppacher Drees – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 50° 15′ 49,7″ N, 6° 33′ 5,6″ O