École polytechnique fédérale de Lausanne

École polytechnique fédérale de Lausanne
(EPFL, ETH Lausanne)
Gründung 1969
Trägerschaft Bund
Ort Ecublens VD, Schweiz
Président Anna Fontcuberta i Morral
Studierende 11'134 (2018)
Mitarbeiter 5'713 VZÄ
davon Professoren 319 VZÄ
Jahresetat 943 Mio. CHF, davon 271 Mio. CHF Drittmittel
Netzwerke CESAER, CLUSTER, IAU, Swissuniversities, TIME
Website epfl.ch
Eidgenössische Technische Hochschulen und Forschungsanstalten
Écoles polytechniques fédérales
Politecnici federali
Scolas politecnicas federalas

Ordentliches Budget 2024 (CHF Mio.)


ETH-Bereich

2'748


Hochschulen


1'366
742


Forschungsanstalten


328
63
117
64

Luftaufnahme der EPFL, links im Vordergrund das Kongresszentrum

Die École polytechnique fédérale de Lausanne (französisch, kurz EPFL, gebräuchlich auch in anderen Sprachen; deutsch Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (ETHL, nicht gebräuchlich), italienisch Politecnico federale di Losanna (PFL, nicht gebräuchlich), und rätoromanisch Scola politecnica federala Losanna (SPFL, nicht gebräuchlich)) ist eine technisch-naturwissenschaftliche Universität in Lausanne, Schweiz. Der Campus befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Ecublens in unmittelbarer Nähe des Genfersees, er schliesst direkt an den Campus der Universität Lausanne an – zusammengenommen ist der Campus Lausanne das grösste Bildungs- und Forschungszentrum der Schweiz.

Die EPFL ist in sieben Fakultäten gegliedert und bietet 13 Bachelor-Studiengänge und 26 Master-Studiengänge an. 319 Professoren VZÄ und über 1800 Doktoranden sind für die EPFL tätig. Zum Stand Ende 2017 waren 10'686 Studenten eingeschrieben. Präsident war seit 2000 der Neurowissenschaftler Patrick Aebischer, von 1. Januar 2017 bis Ende Dezember 2024 hatte Martin Vetterli das Amt inne. Die EPFL ist eingebunden in den ETH-Bereich des Bundes, der neben der EPFL die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich sowie vier Forschungsanstalten (PSI, WSL, Empa und Eawag) umfasst.

Geschichte

Gegründet wurde sie 1853 als Privatschule nach dem Prinzip der Pariser École centrale unter dem Namen École spéciale de Lausanne von Louis Rivier, Jean Gay, Pierre-Joseph und Jules Marguet. 1869 wurde sie die technische Abteilung der öffentlichen Académie de Lausanne. Als letztere reorganisiert wurde und 1890 den Universitätsstatus erhielt, änderte sich der Name der technischen Fakultät in École d’ingénieurs de l’Université de Lausanne. 1946 wurde sie auf den Namen École polytechnique de l’Université de Lausanne (EPUL) umgetauft.

Im Jahre 1969 erfolgte die Trennung der EPUL von der Universität Lausanne. Die EPUL wurde eine eidgenössische Institution unter dem heutigen Namen und hat sich mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) zusammengeschlossen. Diese beiden eidgenössischen Hochschulen werden direkt vom Bund kontrolliert und finanziert, im Gegensatz zu allen anderen Schweizer Universitäten, die den Kantonen unterstellt sind.

Zur Erforschung der Kernfusion wurde 1992 der Kernfusionsreaktor Tokamak à configuration variable (TCV) in Betrieb genommen.

Die Schule

Es sind mehr als 100 Nationalitäten vertreten; mehr als 50 % des Lehrkörpers ist ausländischer Herkunft.

Die Schule ist in sieben Fakultäten aufgeteilt:

Die EPFL bietet eine Fülle von Vereinsaktivitäten und Sportangeboten an. Dank den mehr als 70 Vereinigungen aller Art können die Studenten neben den fachlichen auch soziale Kompetenzen erwerben.

Studienbedingungen

Standort

Ab 1943 lag die Schule im ehemaligen Hotel Savoy an der Avenue de Cour Nr. 29–33 in Lausanne. 1971 begannen die Bauarbeiten für die neuen Gebäude am Standort Dorigny in Ecublens, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität Lausanne. Die Einweihung der ersten Gebäude der EPFL in Dorigny fand 1978 statt.

Seither sind zahlreiche Neubauten auf dem Campus Lausanne hinzugekommen, so auch das unter der Leitung des japanischen Architekturbüros SANAA errichtete Rolex Learning Center, das nach dem Hauptsponsor Rolex benannt wurde. Der derzeit letzte ist ein 2014 fertiggestelltes Kongresszentrum für bis zu 3000 Personen, welches auch 344 Studentenzimmer und Geschäfte umfasst.

Rankings

Im Leiden-Ranking 2008 belegte die EPFL innerhalb Europas den 3. Platz, damit den ersten innerhalb Kontinentaleuropas.

Im Shanghai-Ranking 2009 im Feld ENG (Academic Ranking of World Universities in the field «Engineering/Technology and Computer Sciences») belegte sie weltweit den 15. Platz und damit zusammen mit der University of Cambridge den 1. Platz ausserhalb der USA (2. Platz ausserhalb der USA im Jahr 2008).

Im Subject-Ranking Computer Science belegte sie 2009 innerhalb Europas den 3. Platz.

In der Rangliste von The Times Higher Education Supplement 2012 lag die EPFL weltweit auf dem 40. Platz (Platz 50 im Jahr 2008) und damit innerhalb Europas auf dem 8. Rang.

Times Higher Education bewertet darüber hinaus jährlich die weltweit 150 besten Universitäten, die vor weniger als 50 Jahren gegründet wurden. Mit dem Ranking will das Magazin einen Blick «auf die aufsteigenden Sterne mit grossem Potenzial» eröffnen. In dieser Rangliste des Jahres 2016 liegt die EPFL auf dem 1. Platz.

In der Ausgabe für 2021 des QS World University Ranking der Top 100 Global Universities steht sie weltweit an Stelle 14 und damit in ganz Europa an Stelle 6.

Wissenschaftliche Partner

Persönlichkeiten

André Borschberg

Vereinigungen

Studierendenverband AGEPoly

Die AGEPoly ist der Verband der Studierenden der EPFL in Lausanne. Die Studentenschaft wurde im Jahre 1951 unter dem Namen AGEPUL (Association Générale des Étudiants de l’École Polytechnique Universitaire de Lausanne) gegründet. Seit 1964 trägt sie ihren aktuellen Namen. Zusammengesetzt ist die AGEPoly aus dem Vorstand, dem sechs bis zehn Studenten angehören, den zugeordneten drei Polen, welche zugleich die Hauptaufgaben sind (Service, Animation & Sport, Studentenvertretung), sowie den etwa zwanzig Kommissionen.

Die AGEPoly war Gründungsmitglied des mittlerweile wieder aufgelösten Verbandes der Schweizerischen Hochschulstudierendenschaften (VSH) und ist seit 2008 Mitglied des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS).

Alumniorganisation A3-EPFL

Die A3-EPFL (früher AEPFL für Association Amicale des Anciens Élèves de l’École Polytechnique Fédérale de Lausanne) ist der Verband der EPFL-Absolventen (Absolventen, Master, Promovierte, Nachdiplomstudien). Ihre Ziele sind die Förderung der Zusammengehörigkeit ehemaliger Absolventen, ihre Vertretung bei der EPFL und das Pflegen der Beziehungen zur Schule.

Angebote:

Die Regionalsektionen (Genf, Waadtland-Wallis, Ostschweiz und Bern-Neuenburg-Freiburg-Jura) organisieren zahlreiche Veranstaltungen (technische oder kulturelle Besuche, Konferenzen, Business-Lunches, Apéros, gemütliche Treffs usw.). Diese Zusammenkünfte erlauben es den Teilnehmern, ihr privates und berufliches Netzwerk zu vergrössern.

Forum EPFL

Das Forum EPFL ist die Studentenvereinigung der EPFL, die für die Organisation des Forums EPFL zuständig ist. Die Gruppe besteht 2009 aus 18 Personen. Das im Jahr 1982 gegründete Forum ist seit je eine bevorzugte Austausch- und Begegnungsplattform für die universitären und beruflichen Gemeinschaften. Seine Aufgabe ist es, die Rekrutierung und berufliche Eingliederung der Studienabgänger zu unterstützen. Heute zählt das Forum EPFL zum wichtigsten Rekrutierungsanlass der Schweiz und zu einem der grössten in Europa.

Vereinigung für nachhaltige Entwicklung UniPoly

UniPoly ist die Studentenvereinigung der EPFL und der Universität Lausanne für nachhaltige Entwicklung. Mit mehr als 50 Studenten machen sie sich für die Sensibilisierung der nachhaltigen Entwicklung in der ganzen Westschweiz stark.

Seit 2005 verteilt UniPoly den Gratisprospekt Astuces Durables zu elf Themen (Wasser, Transport, Ernährung, Abfall, fairer Handel, Medikamente und Kosmetika, elektrische Geräte, Putzmittel, elektrische Haushaltsgeräte, Heizung und Elektrizität, Einkauf) und schlägt einfache alltagstaugliche Massnahmen zum nachhaltigen Konsum vor.

UniPoly ist Teil der World Student Community for Sustainable Development, eines internationalen Netzwerks von Studentenvereinigungen für nachhaltige Entwicklung, bestehend aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, dem Massachusetts Institute of Technology und den Universitäten von Tokio, Regina, Chalmers, St. Petersburg und Yaoundé.

Fotos

Siehe auch

Commons: École Polytechnique Fédérale de Lausanne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ EPFL History. EPFL.
  2. ↑ Presidency. EPFL.
  3. 1 2 3 Key figures (Memento vom 11. Juli 2019 im Internet Archive). EPFL. Neuausgabe 2021: EPFL en chiffres.
  4. ↑ List of IAU Members. In: iau-aiu.net. International Association of Universities, abgerufen am 18. August 2019 (englisch).
  5. ↑ Mitglieder. In: swissuniversities.ch. swissuniversities, 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juli 2019; abgerufen am 31. August 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Budgetbericht des ETH-Rats für den ETH-Bereich 2024, auf https://ethrat.ch/de/news-berichte/budgetbericht
  7. ↑ ETHL in der Onlineausgabe des Duden, Abruf im September 2018, vgl. auch SR 414.110.422.3 in dt. Sprache.
  8. ↑ SR 414.110.422.3 in ital. Sprache
  9. ↑ Chanzlia chantunala GR, servetsch da translaziuns, 2007-06-25 in TERMDAT
  10. ↑ EPFL Jahresbericht 2017. (PDF) Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. November 2018. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  11. ↑ Bundesrat wählt Martin Vetterli zum Präsidenten der EPFL. In: admin.ch. Bundesrat, 24. Februar 2016, abgerufen am 29. Februar 2016.
  12. 1 2 Absolvent der École centrale de Paris im Jahr 1843
  13. ↑ Architekturbüro SANAA. In: archINFORM; abgerufen am 14. Dezember 2009.
  14. ↑ Site des Learning Center
  15. ↑ Conference Center auf epfl.ch (Memento vom 26. April 2013 im Internet Archive)
  16. ↑ Times Higher Education World University Ranking 2012
  17. ↑ Academic Ranking of World Universities in Engineering/Technology and Computer Sciences - 2009 (Memento vom 4. November 2009 im Internet Archive)
  18. ↑ Academic Ranking of World Universities in Computer Science - 2009 (Memento vom 1. November 2009 im Internet Archive)
  19. ↑ Site von The Times Higher Education Supplement
  20. ↑ Site von The Times Higher Education Supplement
  21. ↑ The World's Top 100 Universities 2021
  22. ↑ TOP500-Liste – November 2006 (1–100) / TOP500 Supercomputing Sites
  23. ↑ Welcome to Nokia Research Center (Memento vom 11. Juni 2008 im Internet Archive) auf research.nokia.com (engl.)
  24. ↑ Site von AGEPoly
  25. ↑ Site des VSH (Memento vom 18. Mai 2008 im Internet Archive)
  26. ↑ Protokoll der 148. Delegiertenversammlung des VSS in Lausanne (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2024. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  27. ↑ Website von A3-EPFL
  28. ↑ Site des Centre de Carrière
  29. ↑ Website des Forum EPFL
  30. ↑ Site von UniPoly
  31. ↑ Site der wscsd

Koordinaten: 46° 31′ 13″ N, 6° 33′ 56″ O; CH1903: 533004 / 152482