Eberau

Marktgemeinde
Eberau
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Eberau
Eberau (Österreich)
Eberau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 30,75 km²
Koordinaten: 47° 6′ N, 16° 28′ OKoordinaten: 47° 6′ 24″ N, 16° 27′ 39″ O
Höhe: 215 m ü. A.
Einwohner: 904 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 29 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 7521, 7522
Gemeindekennziffer: 1 04 03
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Marktstraße 27
7521 Eberau im Burgenland
Website: www.eberau.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Pree (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
11
4
11 4 
Insgesamt 15 Sitze
  • ÖVP: 11
  • SPÖUA: 4
Lage von Eberau im Bezirk Güssing
Lage der Gemeinde Eberau im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)BildeinBocksdorfBurgauberg-NeudaubergEberauGerersdorf-SulzGroßmürbischGüssingGüttenbachHackerberg (Güssing)HeiligenbrunnHeugrabenInzenhofKleinmürbischKukmirnMoschendorfNeuberg im BurgenlandNeustift bei GüssingOlbendorfOllersdorf im BurgenlandRauchwartRohr im BurgenlandSankt Michael im BurgenlandStegersbachStinatzStremTobajTschanigrabenWörterbergBurgenland
Lage der Gemeinde Eberau im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
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Schloss Eberau
Schloss Eberau
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Eberau (ungarisch Monyorókerék, kroatisch Eberava) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Güssing, Burgenland, mit 904 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Etwa 1,5 % davon gehören der Volksgruppe der Burgenland-Ungarn an. Die Gemeinde ist Teil des Naturparks in der Weinidylle.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südosten des Burgenlandes im Südburgenländischen Hügel- und Terrassenland. Sie grenzt im Osten an Ungarn, mit dem sich die Gemeinde auch ca. 12 km Grenzverlauf teilt. Etwa 16 km südwestlich liegt der Bezirksvorort Güssing, ungefähr 22 km nordöstlich die ungarische Komitatsstadt Szombathely mit ca. 80.000 Einwohnern. Die Gemeinde liegt im Tal der Pinka, im sogenannten Pinkaboden, zwischen dem Moschendorfer Wald im Westen und dem Wald von Szentpéterfa im Osten.

Über die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, 37 Prozent sind bewaldet. Es gibt 70 Hektar Weingärten und 50 Hektar Gärten.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

  • Eberau (ung.: Monyorókerék, kroat.: Eberava) (383)
  • Gaas (ung.: Pinkakertes, kroat.: Kerteš) (268)
  • Kroatisch Ehrensdorf (ung.: Horváthásos, kroat.: Hrvatski Hašaš) (63)
  • Kulm im Burgenland (ung.: Kólom, kroat.: Kulma) (115)
  • Winten (ung.: Pinkatófalu, kroat.: Faluba) (75)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eberau, Gaas, Kroatisch Ehrensdorf, Kulm und Winten.

Nachbargemeinden

Tobaj Deutsch Schützen-Eisenberg

(Bezirk Oberwart)

Bildein
Strem Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Szentpéterfa (Ungarn)
Moschendorf

Geschichte

Archäologische Funde belegen eine menschliche Bau- und Siedlungstätigkeit im unteren Pinkatal vor ca. 7.500 Jahren. Später, zur Zeit des Römischen Reiches war die Gegend Teil der Provinz Pannonia superior. Während der nächsten Jahrhunderte kam es durch Völkerwanderung und Kriegswirren zu einem regelmäßigen Herrschaftswechsel (siehe Geschichte des Burgenlandes), bis die Gegend schließlich um 900 Teil des Großfürstentums Ungarn wurde.

1221 erfolgte die erste Nennung des ungarischen Ortsnamens Monyorókerék (dt.: Haselrund). In dieser Schenkungsurkunde bestätigte König Andreas II. die Übertragung der Patronatsrechte einiger Dörfer an das Zisterzienserkloster Szentgotthárd. Neben den betroffenen Orten Pórno (Pórnoapati, Ungarn) Monyorókerék (Eberau), Perwolff (Deutsch Schützen), Kulked (Kölked, Ungarn) und Hetfehel (Oberbildein), kam es durch Beschreibung der Hottergrenzen auch zur ersten Erwähnung von Belud (Unterbildein), Colun (Kulm), Füzes (Kohfidisch), Poszicz (Badersdorf).

Der Herrschaftsbezirk Eberau wurde 1297 dem Geschlecht der Héder übergeben, 1369 durch Bestätigung von König Ludwig I. an die aus Schwaben stammenden Ellerbacher. Diese errichteten um 1400 das heutige Schloss Eberau und ließen 1448 erste Wochenmärkte abhalten. 1465 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des deutschen Ortsnamens Eberau, indem Berthold II. eine Urkunden als „Herr von Eberau“ unterzeichnete. Er ließ 1473 auch das nicht mehr vorhandene Paulinerkloster Kulm–Eberau gründen. Seine beiden Söhne Johannes und Stephan blieben ohne Nachkommen und verkauften daher die Herrschaft an Kardinal-Erzbischof Támas Bakócz de Erdewd und seine Brüder, die sich ab diesem Zeitpunkt als Grafen Erdődy de Monyorókerék es Monoszló bezeichneten.

Als einer ihrer Nachfahren, Peter II. 1557 Ban von Kroatien wurde, kam es zum Tausch der Güter mit dem Grafen Nikolaus Zrinyi. Unter seiner Herrschaft hielt sich der Wanderbuchdrucker Johannes Manlius von 1587 bis 1590 in Eberau auf. 1613 verlor die Familie Zrinyi die Herrschaft wieder, und sie kam nach einiger Zeit in den Besitz der Erdődy zurück. 1615 wurde der Ort als Stadt (lateinisch oppidum) bezeichnet und erhielt Marktrecht und Blutgerichtsbarkeit (lat. ius gladii). Während der Türkenkriege 1664 spielte die Burg Eberau eine strategisch wichtige Rolle, unter anderem während der Schlacht bei Mogersdorf. Durch 1728 und 1806 erfolgte Herrschaftsteilungen innerhalb der Familie Erdödy kam es zu einem Bedeutungsverlust Eberaus. 1830 erfolgte bei den „Galgenstauden“ die letzte Hinrichtung.

Bis 1920/21 gehörte Eberau wie das gesamte Burgenland zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Monyorókerék verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Seit 1921 gehört der Ort zum damals neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zum vorübergehenden Aufenthalt tausender durchziehender Ostarbeiter im Ort. Sie wurden in Schloss und Meierhof, in öffentlichen Gebäuden und auch Privathäusern untergebracht. Wegen der heftigen Kämpfe entlang der Pinkatallinie wurden in den Weinbergen um Eberau verschiedene Verteidigungsstellungen errichtet. Es kam zu vielen Toten und zerstörten Häusern. Im Mai 1945 rückten ungarische Besatzungstruppen ein.

1971 wurde der Ort im Zuge des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes der burgenländischen Landesregierung mit Gaas, Kroatisch Ehrensdorf, Kulm, Oberbildein, Unterbildein und Winten zur Großgemeinde Eberau zusammengeschlossen. Die Orte Oberbildein und Unterbildein trennen sich 1993 von Eberau und wurden zur Gemeinde Bildein. Im selben Jahr kam es zur Wiederverleihung des Rechtes zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde.

Bevölkerungsentwicklung

Eberau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.761
1880
  
1.796
1890
  
2.021
1900
  
2.048
1910
  
1.986
1923
  
1.735
1934
  
1.605
1939
  
1.527
1951
  
1.506
1961
  
1.361
1971
  
1.213
1981
  
1.133
1991
  
1.024
2001
  
1.081
2011
  
996
2021
  
929
2026
  
904
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Die Gemeinde Eberau hat seit Beginn des letzten Jahrhunderts stark an Bevölkerung verloren. Zunächst, bis 1900, entsprach die Entwicklung noch dem Trend der ganzen Region. Von 1869 bis 1900 stieg die Einwohnerzahl von 1761 auf 2048. In der Zwischenkriegszeit ging ein Viertel der Einwohner verloren. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich dieser Rückgang fort. 2026 hatte die Gemeinde nur mehr 904 Einwohner.

Stark verändert hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts die ethnisch-sprachliche Situation des im 16. Jahrhundert als kroatische Neugründung entstandenen Ortes Kroatisch Ehrensdorf (Hrvatski Hašaš). 1900 waren noch 85,5 % der Bevölkerung kroatischsprachig; im Jahr 1934 war dieser Anteil bereits auf 47,1 % abgesunken. Ab 1951 tauchen in den Statistiken keine Kroaten mehr auf.

Der Ort Eberau wies 1910 einen Anteil ungarischsprachiger Bevölkerung von 16,5 % aus. Dieser Anteil fiel nach Angliederung des Burgenlandes ab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Eberau
Pfarr- und Wallfahrtskirche Gaas

Wirtschaft und Infrastruktur

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

  • bis 2001 Schmidt (ÖVP)
  • 2001–2012 Walter Strobl (ÖVP)
  • 2012–2026 Johann Weber (ÖVP)
  • seit 2026 Jürgen Pree (ÖVP)

Wappen

Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der Gemeinde im Jahre 1980 verliehen.

Die Symbole des Wappens gehen zurück auf den ungarischen Ortsnamen Monyorókerék (dt.: Haselrund), auf eine 1770 von Ludwig Graf Erdődy gegründete Freimaurerloge mit dem Beinamen „Zum goldenen Hirschen“ (ab 1776 „Zum goldenen Rad“)

Blasonierung: „In Blau über einem halben goldenen Rad eine goldene Haselnuss, begleitet von goldenem Gebüsch“

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Eberau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 79.
  2. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Eberau, Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  3. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  4. ↑ Sonja Radakovits-Gruber: Pinkaboden-Dörfer feiern heuer 800-Jahre-Jubiläum. In: meinbezirk.at. Bezirksblätter Burgenland, 13. September 2021, abgerufen am 13. September 2022.
  5. ↑ Sonja Radakovits-Gruber: Pinkaboden-Dörfer feiern heuer 800-Jahre-Jubiläum. In: meinbezirk.at. Bezirksblätter Burgenland, 13. September 2021, abgerufen am 13. September 2022.
  6. ↑ Michael Floiger: Eberau. In: atlas-burgenland.at. Michael Floiger, abgerufen am 13. September 2022.
  7. ↑ Gerhard Seebach: Studien zur spätmittelalterlichen Klosterbaukunst der Pauliner in Österreich. In: Burgenländisches Landesmuseum (Hrsg.): Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Heft 70. Eisenstadt 1984, ISBN 3-85405-094-1, S. 190, 1–3.
  8. ↑ Josef Rittsteuer: Das Kloster von Kulm–Eberau. In: Burgenländisches Landesarchiv (Hrsg.): Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Heft 70. Eisenstadt 1984, ISBN 3-85405-094-1, S. 95, 10–12.
  9. ↑ Josef Rittsteuer: Das Kloster von Kulm–Eberau. In: Burgenländisches Landesarchiv (Hrsg.): Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Heft 70. Eisenstadt 1984, ISBN 3-85405-094-1, S. 96, 22–28.
  10. ↑ Josef Rittsteuer: Das Kloster von Kulm–Eberau. In: Burgenländisches Landesarchiv (Hrsg.): Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Heft 70. Eisenstadt 1984, ISBN 3-85405-094-1, S. 97, 21–25.
  11. ↑ Michael Floiger: Eberau. In: atlas-burgenland.at. Michael Floiger, abgerufen am 13. September 2022.
  12. ↑ Michael Floiger: Eberau. In: atlas-burgenland.at. Michael Floiger, abgerufen am 13. September 2022.
  13. ↑ Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (PDF-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018)
  14. ↑ Michael Floiger: Eberau. In: atlas-burgenland.at. Michael Floiger, abgerufen am 13. September 2022.
  15. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Eberau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 1. November 2026.
  16. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Eberau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 1. November 2026.
  17. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Eberau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 1. November 2026.
  18. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Eberau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 1. November 2026.
  19. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Eberau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 1. November 2026.
  20. ↑ Die Presse vom 21. Februar 2010: Der einsame Mann von Eberau (abgerufen am 20. Jänner 2018)
  21. ↑ ORF Burgenland vom 25. Mai 2012: Strobl tritt nicht mehr als Bürgermeister an (abgerufen am 20. Jänner 2018)
  22. ↑ ORF Burgenland vom 24. August 2012: Eberau: Strobl tritt nicht mehr an (abgerufen am 20. Jänner 2018)
  23. ↑ Michael Strini: Eberau. Jürgen Pree zum neuen Bürgermeister gewählt, Johann Weber nahm Sonntag Abschied. meinbezirk.at, 18. Oktober 2026
  24. ↑ Michael Floiger: Eberau. In: atlas-burgenland.at. Michael Floiger, abgerufen am 13. September 2022.