Edlitz

Marktgemeinde
Edlitz
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Edlitz
Edlitz (Österreich)
Edlitz (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 14,25 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 8′ OKoordinaten: 47° 35′ 52″ N, 16° 8′ 28″ O
Höhe: 454 m ü. A.
Einwohner: 928 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 65 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2840, 2842
Vorwahl: 02644
Gemeindekennziffer: 3 18 07
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Markt 10
2842 Edlitz
Website: www.edlitz.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Ernst (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
13
2
13 2 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Edlitz im Bezirk Neunkirchen
Lage der Gemeinde Edlitz im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)AltendorfAspang-MarktAspangberg-St. PeterBreitenauBreitensteinBuchbachBürg-VöstenhofEdlitzEnzenreithFeistritz am WechselGloggnitzGrafenbach-St. ValentinGrimmensteinGrünbach am SchneebergHöflein an der Hohen WandKirchberg am WechselMönichkirchenNatschbach-LoipersbachNeunkirchen (Niederösterreich)OtterthalPayerbachPittenPrigglitzPuchberg am SchneebergRaach am HochgebirgeReichenau an der RaxScheiblingkirchen-ThernbergSchottwienSchrattenbachSchwarzau am SteinfeldSchwarzau im GebirgeSeebensteinSemmeringSt. Corona am WechselSt. Egyden am SteinfeldTernitzThomasbergTrattenbachWarthWartmannstettenWillendorfWimpassing im SchwarzataleWürflachZöbernNiederösterreich
Lage der Gemeinde Edlitz im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Edlitz Richtung Nord-West
Edlitz Richtung Nord-West
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Edlitz ist eine Marktgemeinde mit 928 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie

Edlitz liegt in der Buckligen Welt im Industrieviertel nahe Aspang Markt. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 14,23 Quadratkilometer. Genau 50 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde bildet die Katastralgemeinde Edlitz. Diese besteht aus dem Marktort Edlitz-Markt und den Ortsteilen Ebenhof, Grimmenstein, Grub, Hofstatt, Hofstetten, Kamerallen, Kohlreuth, Pangart, Prägart, Pumperwaldl, Rauhlehen, Schafferhof, Schauerberg, Schneeweißhof, Sonnberg, Wieden und Winterhof.

Nachbargemeinden

Grimmenstein Thomasberg
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Lichtenegg
Thomasberg

Geschichte

Altertum und Mittelalter

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Die ersten Ansiedlungen in dieser Gegend befanden sich wegen des Wasserreichtums des Pittentales und der damit verbundenen häufigen Überschwemmungen etwas abseits in den erhöhten Seitentälern. Ein Fund römischer Münzen lässt darauf schließen, dass der Übergangsbereich vom Edlitztal in das Pittental schon zur Römerzeit besiedelt war. Ab dem Mittelalter ist die Geschichte des Ortes sehr eng mit der Entwicklung der Kirche und der Pfarre verbunden.

Im Jahre 1192 wurde der Pfarrsitz „de Edelz“ erstmals erwähnt, als die Abtrennung von der Mutterpfarre Bromberg erfolgte und eine selbständige Pfarre eingerichtet wurde.

Herkunft des Ortsnamens

Die Entstehung des Ortsnamens ist nicht geklärt. Es gibt zwei Theorien zur Herkunft:

Einfälle von Ungarn, Türken und Kuruzzen

In den folgenden Jahrhunderten wurde Edlitz von zahlreichen Einfällen der Ungarn und später der Türken heimgesucht. Immer wieder traten auch Seuchen auf, die ebenfalls ihre Opfer forderten: Im Pestjahr 1349 musste für die vielen Toten sogar ein eigener Pestfriedhof angelegt werden.

Gerade noch einem Überfall der Türken entgehen konnte der Ort im Jahre 1529, als Türken im Anmarsch waren, aber durch das Mittags-Geläut der Glocken aufgeschreckt, doch wieder umkehrten.

Im Jahre 1608 wird Pfarrer Georg Hayden von ungarischen Horden nach Güns verschleppt und erst nach 6 Wochen nach Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 200 Gulden wieder freigelassen. Als Dank stiftet er die Fresken im Altarraum der Pfarrkirche.

Im Jahr 1590 wird Edlitz zum ersten Mal als Markt bezeichnet, der damals 14 Häuser zählte.

Zweimal wird von kriegerischen Überfällen in der Gegend von Edlitz noch berichtet, nämlich 1620 durch Ungarn und 1707 durch Kuruzen. Vermutlich wurden in dieser Zeit die Wehranlagen der Kirche als Versteck benutzt.

Das Pittental mit Edlitz um 1780 (Josephinische Landesaufnahme)

Verkehrswege und Fremdenverkehr

Ende des 18. Jahrhunderts nahm Edlitz wieder einen wichtigen Platz im Wirtschafts- und Verkehrsleben der Buckligen Welt ein. Eine Landbeschreibung, die von Kaiser Joseph II. durchgeführt wurde, schrieb damals über den Ort Edlitz: „Ein mittelmäßig solid gebauter Markt in einem Graben, hat auch eine solide Kirche, mit Kirchhofmauern umgeben.“ Dass ein Ort damals „solid“, das heißt aus Stein gebaut war, ist durchaus nicht selbstverständlich.

Die meisten Dörfer in der Buckligen Welt bestanden damals aus Holzhütten, was sich in den zahlreichen Brandkatastrophen in den verschiedenen Ortschroniken widerspiegelt.

Für Edlitz stellte das Wasser immer wieder eine große Bedrohung dar. Oftmals wurde der Ort von Überschwemmungen des Edlitzbaches heimgesucht. Nach dem Unglücksjahr 1886, wo ein Toter zu beklagen war, wurde der Bach durch eine großzügige Wildbachverbauung gesichert.

Das 19. Jahrhundert brachte eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, als Graf Palffy im Jahre 1815 den Reitersteg von Grimmenstein nach Edlitz und weiter über Thomasberg nach Kirchschlag bis Güns zur Landstraße ausbauen ließ. Heute führt entlang dieser ehemaligen Palffy-Straße die Bundesstraße.

Im Jahre 1881 brachte die Eröffnung der Aspangbahn die neue Zeit in die Bucklige Welt. Der Bahnhof Edlitz wurde, da der Baugrund in Grimmenstein, das damals „Am Treitl“ hieß, günstiger war, außerhalb der Gemeindegrenzen errichtet. Heute liegt der Bahnhof Edlitz-Grimmenstein auf dem Gemeindegebiet von Thomasberg.

Die Eröffnung der Bahnverbindung bedeutete auch den Beginn des Fremdenverkehrs in Edlitz. Vor allem Gäste aus Wien kamen gerne zur Sommerfrische in die Bucklige Welt. Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Marktgemeinde Edlitz ein Arzt, zwei Bäcker, ein Fleischer, ein Friseur, fünf Gastwirte, fünf Gemischtwarenhändler, ein Glaser, zwei Zellstofffabriken, ein Maurermeister, vier Müller, eine Mühlenbauanstalt, zwei Obst- und Gemüsehändler, zwei Pensionen, drei Sägewerke, zwei Schmiede, drei Schneider und sieben Schneiderinnen, sechs Schuster, ein Sodawassererzeuger, zwei Trafikanten, drei Tischler, ein Uhrmacher, ein Viehhändler, ein Viktualienhändler, zwei Wagner, ein Zahntechniker, ein Zimmermeister und einige Landwirte ansässig.

Im Jahr 1972 zählte man in Edlitz insgesamt 32.000 Nächtigungen. Heute ist der Fremdenverkehr für die Gemeinde noch immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, die Nächtigungszahlen sind aber bei weitem nicht mehr so hoch. In den letzten Jahren lag das Hauptaugenmerk der Gemeinde auf der Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Wegebau, Wasserversorgung, Kanal, Kindergarten, Feuerwehr- und Amtshaus.

Edlitz und seine Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt)

Bevölkerungsentwicklung

Edlitz: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
805
1880
  
890
1890
  
868
1900
  
768
1910
  
814
1923
  
858
1934
  
958
1939
  
943
1951
  
990
1961
  
1.023
1971
  
1.037
1981
  
1.033
1991
  
1.057
2001
  
1.002
2011
  
900
2021
  
902
2026
  
928
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Religion

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 92,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 0,7 % evangelisch. 4,3 % sind Muslime, 0,1 % gehören orthodoxen Kirchen an. 2,4 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Edlitz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Edlitz

Wirtschaft

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 36, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 55. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 478. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,5 Prozent.

Beidseits der Straße von Edlitz nach Krumbach liegen kleine Vorkommen von Braunkohle, die aber nicht abbauwürdig sind.

Bildung

Politik

Amtshaus Edlitz

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

1850–1865 Georg Rodax, Wirtschaftsbesitzer
1865–1868 Leopold Posch, Kürschnermeister
1868–1871 Mathias Piribauer, Wirtschaftsbesitzer
1871–1875 Leopold Bernsteiner, Wirtschaftsbesitzer
1875–1877 Carl Handler, Wirtschaftsbesitzer
1877–1892 Josef Punkl, Wirtschaftsbesitzer
1892–1898 Sebastian Heißenberger, Hausbesitzer und Gastwirt
1898–1911 Anton Kitir, Gastwirt
1911–1917 Adalbert Lederer, Kaufmann
1917–1920 Karl Ernst, Bäckermeister
1920–1921 Anton Herzog, Wirtschaftsbesitzer
1921–1922 Johann Schwarz, Wirtschaftsbesitzer
1922–1926 Karl Piribauer, Wirtschaftsbesitzer
1926–1938 Johann Schwarz, Wirtschaftsbesitzer
1938–1945 Franz Chaloupka, Dentist
1945–1946 Johann Schwarz, Landwirt
1946–1965 Karl Seidl, Zimmerermeister
1965–1980 Johann Korntheuer, Schneidermeister
1980–1993 Josef Ernst, Bäckermeister
1993–1994 Franz Kampichler, kfm. Angestellter
01/1995–03/1995 Karl Gradwohl, Landwirt
1995–2002 Franz Kampichler, kfm. Angestellter
2002–07/2024 Manfred Schuh, Gemeindebediensteter
seit 07/2024 Thomas Ernst

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Literatur

Commons: Edlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 230
  2. ↑ Leopold Weber, Alfred Weiss: Bergbaugeschichte und Geologie der österreichischen Braunkohlenvorkommen. Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Wien 1983. ISBN 978-3-900312-26-8. Seiten 239–240. (PDF, 34 MB)
  3. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  4. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  5. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  6. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  7. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  8. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 26. Januar 2020.
  9. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Edlitz. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2025, abgerufen am 30. Januar 2025.
  10. ↑ Christoph Tepperberg: Der Holzknechtseppl aus Festschrift 680 Jahre Marktgemeinde Riedlingsdorf, Riedlingsdorf 2011, Herausgeber Marktgemeinde Riedlingsdorf
  11. ↑ Johann Anton Laschober: Aus dem Leben eines Räuberhauptmannes aus Edlitz – unsere Heimatgemeinde, Edlitz 1992, Herausgeber Marktgemeinde Edlitz