Edmond Moore Hamilton (* 21. Oktober 1904 in Youngstown, Ohio; † 1. Februar 1977 in Lancaster, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor. Er ist vor allem bekannt als Erfinder der Figur des Captain Future und Autor der entsprechenden Romanreihe. Bekannt ist auch sein Roman Star Kings (deutsch als Herrscher im Weltenraum bzw. Die Sternenkönige).
Hamilton war der Sohn des Zeitungskarikaturisten Scott B. Hamilton und der Lehrerin Maude Hamilton, geborene Whinery. Er wuchs mit zwei älteren Schwestern auf einer kleinen Farm in Poland, Ohio, auf. 1911 zog die Familie dann nach New Castle, Pennsylvania. Von 1919 bis 1921 studierte er Physik am Westminster College in New Wilmington, Pennsylvania. Von 1922 an arbeitete er bei der Eisenbahngesellschaft Pennsylvania Railroad, verlor den Job aber 1924 und beschloss, Schriftsteller zu werden.
1926 veröffentlichte Hamilton seine erste Kurzgeschichte mit dem Titel The Monster-God of Mamurth in der August-Ausgabe des Magazins Weird Tales und arbeitete fortan als freier Schriftsteller. Er erwies sich als überaus produktiver Autor, der – auch unter verschiedenen Pseudonymen – Dutzende von Romanen und Hunderte von Kurzgeschichten verfasste, die in den Pulp-Magazinen der Zeit erschienen. In Buchform wurden seine Romane meist sehr viel später publiziert. Eine erste Sammlung seiner Kurzgeschichten (The Horror on the Asteroid and Other Tales of Planetary Horror) erschien 1936.
Hamilton gilt zusammen mit E. E. Smith als Erfinder der Space Opera. 1939 entwickelte Leo Margulies, damals Herausgeber von Standard Magazines, auf der ersten Worldcon in New York die Idee einer Magazinreihe, bei der ein Roman mit festem Protagonisten den Hauptteil jeder Ausgabe bilden sollte. Man beauftragte Hamilton, eine solche Figur zu entwickeln und die Romane zu schreiben. Das Resultat war Captain Future und die Romane erschienen zunächst im nach ihm benannten Magazin. In der Pulp-Reihe erschienen insgesamt 27 Folgen, die mit Ausnahme von Folgen 14, 17 und 20 alle von Hamilton verfasst wurden. Ab Folge 18 erschienen die Captain-Future-Romane in dem Magazin Startling Stories. Folge 18, Red Sun of Danger, wurde 1996 für den Retro Hugo Award nominiert.
Mitte der 40er Jahre wurde Hamilton einer der Autoren für Superman und schrieb bis 1966 an zahlreichen Geschichten der DC Comics mit. Eine Hommage an Hamilton und seine Captain Future-Geschichten erschien in der Figur von Colonel Future, der seinen zivilen Namen mit dem realen Autor teilt.
Am 31. Dezember 1946 heiratete Hamilton die Science-Fiction- und Drehbuchautorin Leigh Brackett.
Für seine Erzählung Island of Unreason erhielt Hamilton 1934 den erstmals verliehenen Jules Verne Prize. 1964 war er Ehrengast der WorldCon und 1967 wurde er mit dem First Fandom Hall of Fame Award ausgezeichnet. Nach seinem Tod wurde, um sein Andenken zu ehren, der Edmond Hamilton Memorial Award ins Leben gerufen.
Die Bewertung Hamiltons in der SF-Kritik ist zwiespältig. Sam Moskowitz nennt ihn „einen der meist unterschätzten (aber nicht ungeschätzten) SF-Autoren.“ Einen der Gründe dafür sieht er darin, dass in den späten 1940ern, als Asimov, Heinlein und andere sich einen Ruf erschrieben und zu Klassikern der SF wurden, Hamilton damit beschäftigt war, einen Captain-Future-Roman nach dem anderen zu schreiben, sodass spätere, ernsthaftere Arbeiten kaum mehr wahrgenommen wurden, sondern sofort mit dem Autor des Helden mit dem „abgeschmackten Namen“ verknüpft wurden.
Hamiltons Stil und seine Charaktere – vor allem in den frühen Arbeiten – werden fast einhellig negativ beurteilt. Für Don D’Ammassa sind sie „so schlecht, dass seine Arbeiten in keinem anderen Genre hätten veröffentlicht werden können“, und für Chad Oliver war „die Charakterisierung minimal und die Dialoge gruselig“. Auch Hamiltons Berücksichtigung wissenschaftlicher Fakten gilt als gelinde gesagt nachlässig, wenn etwa in Across Space (1926) die Marsianer ihren übervölkerten Planeten in Erdnähe ziehen, wo er dann am Rand der Atmosphäre einfach hängen bleibt.
Auf der anderen Seite wird Hamilton als einer der Väter der Space Opera anerkannt. Das in Captain Future und in anderen Erzählungen Hamiltons immer wieder verwendete Muster, in dem eine katastrophale Bedrohung der Welt auftaucht und der Held die Welt dann rettet – was ihm den Beinamen „World Saver“ oder manchmal auch „World Wrecker“ einbrachte – macht ihn zum Vorvater von notorischen Weltrettern wie James T. Kirk in Star Trek oder Cliff Allister McLane in Raumpatrouille – nicht zu vergessen die von Hamilton einige Jahre vor E. E. Smiths Galactic Patrol erfundene Interstellar Patrol. Der mittelbare Einfluss Hamiltons auf die SF-Kultur und die Populärkultur allgemein ist also beträchtlich.
Anerkannt wird auch Hamiltons lebendige Vorstellungskraft und sein Talent, im Leser den „Sinn für das Wunderbare“ zu wecken, jenen sense of wonder, den auch die Preisträger des Edmond Hamilton Memorial Award ansprechen sollten.
Die Serien sind nach Erscheinungsjahr des ersten Bandes geordnet.
The Collected Captain Future
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hamilton, Edmond |
| ALTERNATIVNAMEN | Hamilton, Edmond Moore (vollständiger Name); Hamilton, Edmund; Hamilton, E.; Blade, Alexander (Pseudonym); Castle, Robert (Pseudonym); Davidson, Hugh (Pseudonym); Garth, Will (Pseudonym); Sterling, Brett (Pseudonym); Tenneshaw, S. M. (Pseudonym); Wentworth, Robert O. (Pseudonym); Wentworth, Robert (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Science-Fiction-Autor |
| GEBURTSDATUM | 21. Oktober 1904 |
| GEBURTSORT | Youngstown (Ohio) |
| STERBEDATUM | 1. Februar 1977 |
| STERBEORT | Lancaster (Kalifornien) |